Das Fenster zum Hof (DVD) Testbericht

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ab 5,58
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Erfahrungsbericht von yerusha

Hitchcock vom Allerfeinsten!

Pro:

spannend, besondere Perspektive des Zuschauers

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Anmerkung: Mein Bericht bezieht sich lediglich auf die Video-Version des Films, aber leider hab ich nur diesen einen Eintrag bei Yopi gefunden. Ich kann aber nichts zum Extra-Material der DVD sagen, weil ich die DVD nicht kenne. Bitte berücksichtigt das bei Eurer Bewertung. Danke!

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Titel Deutschland: Das Fenster zum Hof
Titel USA: Rear Window
Genre: Thriller
Farbe, USA, 1954
Kino USA: -
Kino Deutschland: 8. April 1955
Kino Deutschland: 13. Juli 2000 (WA)
Laufzeit Kino: 114 Minuten, FSK 16

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Darsteller:
James Stewart (L. B. \"Jeff\" Jeffries)
Grace Kelly (Lisa Fremont)
Wendell Corey (Thomas J. Doyle)
Thelma Ritter (Stella)
Raymund Burr (Lars Thorwald)
Judith Evelyn (Miss Lonelyheart)
Ross Bagdasarian (Komponist)
Georgine Darcy (Miss Torso)
Jesslyn Fax (Bildhauerin)
Rand Harper (Flitterwöchner)
Irene Winston (Mrs. Thorwald)
Anthony Ward (Polizist)
u.a.

Regie: Alfred Hitchcock

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Sensationsreporter Jeffrey hat sich ein Bein gebrochen und ist daher vorübergehend an den Rollstuhl gefesselt. Abgesehen von gelegentlichen Stippvisiten seiner Freundin verläuft sein Leben ereignislos in seinen vier Wänden.

Von seinem Fenster aus kann er den Hinterhof des Nachbarhauses überblicken. Mangels Bewegungsfreiheit und aus Langeweile hängt er nun den ganzen Tag am Fenster und beobachtet seine Nachbarn mit dem Fernglas: frischverliebte und langverheiratete Paare und viele einsame alleinstehende Menschen. Zum Beispiel Miss Lonelyheart oder der erfolglose Komponist, der seinen Frust in Alkohol zu ertränken versucht. Die Tänzerin Miss Torso, die zu Jeffs Vergnügen recht spärlich bekleidet ihre Ballettübungen macht. Er beginnt, sich Geschichten zu den einzelnen Charakteren auszudenken.

Doch eines Nachts scheint seine Phantasie mit ihm durchzudrehen. Er hört einen Schrei. Als er kurz darauf beobachtet, daß sein Nachbar des öfteren mit schwerem Gepäck die Wohnung verläßt und anschließend die ganze Wohnung reinigt, und ihm darüber hinaus noch auffällt, daß dessen Ehefrau scheinbar verschwunden ist, reimt er sich schnell zusammen, daß hier ein Mord geschehen sein muß. Doch ist es das wirklich oder spielt ihm seine Vorstellungskraft hier einen Streich?

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Dieser Film ist einer meiner Lieblings-Hitchcock’s. Was ich hier sehr spannend finde, ist die Tatsache, daß der Zuschauer selbst die gleiche Sichtweise hat wie der Hauptdarsteller. Man wird quasi mit ihm gemeinsam zum Voyeur; dadurch hat der Zuschauer ihm gegenüber keinen Wissensvorsprung, was bedeutet, daß nicht der Hitchcock-typische „Suspense“ im bekannten Sinne entstehen kann. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch.

Man merkt zum Beispiel sehr deutlich, wie durch Langeweile des Protagonisten die Phantasie anfängt, sich alles mögliche zu den einzelnen Gestalten auszudenken. Und die ganzen Anzeichen verdeutlichen sich in Bezug auf Mr. Thorwald zu der Vermutung, daß er seine Frau umgebracht haben muß. Aber ist es wirklich so oder ist es nur die übersteigerte Phantasie eines an seine Wohnung gefesselten, halb zu Tode gelangweilten Kranken?

Als seine Verlobte sich schließlich überzeugen läßt, die Wohnung des Verdächtigen zu durchsuchen, müssen wir als Zuschauer gemeinsam mit Jeff mitansehen, wie der (vermeintliche?) Mörder in seine Wohnung zurückkehrt. Der Zuschauer hat keinen Wissensvorsprung, er ist derselben Hilflosigkeit wie Jeff ausgeliefert, der keine Möglichkeit hat, seine Freundin zu warnen. Das ist die besondere Spannung, die in diesem Film immer wieder aufkommt.

James Stewart spielt den gehandicapten Klatschreporter sehr gut, auch wenn sein Wirkungskreis und eigentlich auch seine ganzen Möglichkeiten erheblich eingeschränkt sind. Er ist zum passiven Zuschauer degradiert, aber durch die raffinierte Regie und Kameraführung kann man sich mit ihm sehr gut identifizieren.

Grace Kelly spielt wunderbar! Aber an ihr habe ich sowieso seltenst etwas auszusetzen ;)

Die Nebenrollen sind sehr individuell besetzt und auch wenn man vielleicht den Eindruck haben mag, ihnen kommt keine besonders große Bedeutung zu, so machen sie doch mit den Charme des Films aus. Die verschiedenen Charaktere, die von Jeff heimlich beobachtet werden, in ihrem ganz alltäglichen Handeln mit anzusehen, macht auch den Filmzuschauer selbst zum Voyeur, der in die Intimsphäre der sich unbeobachtet wähnenden Personen eindringt. Letztlich focussiert sich der Film natürlich zum Ende hin auf die Person Mr. Thorwald, aber das tut den anderen Rolllen überhaupt keinen Abbruch.

Ich kann diesen Film jedem sehr empfehlen! Wer Hitchcock kennt, darf diesen hier nicht verpaßt haben!

Es gibt übrigens auch eine Neuverfilmung mit Christopher Reeve, dieses ist der einzige Film den er nach seinem Unfall noch gedreht hat. Dadurch daß Reeve vom Hals an abwärts gelähmt war, wurde das Drehbuch natürlich dementsprechend umgearbeitet, und was dabei herauskam war ganz passabel. Der Film an sich hat mich nicht so vom Hocker gerissen, was bei Remakes oft der Fall ist, aber durch die beeindruckende Leistung von Reeve konnte ich ihm trotzdem einiges abgewinnen.

35 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Overknees

    10.06.2005, 01:52 Uhr von Overknees
    Bewertung: sehr hilfreich

    ;) Na, geht ja wieder weiter... wo ham se denn jesteckt, junge Frau? *greetz* Marc A.