Der zerrissene Vorhang (DVD) Testbericht

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Der-zerrissene-vorhang-dvd-thriller
ab 5,97
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Sie haben da Blut“.

3
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

keine allzu großen Längen, Darsteller überzeugen, kleinere Humor-Aspekte

Kontra:

offenkundig überhaupt nicht mein Thema, Protagonisten verhalten sich für mich nicht logisch

Empfehlung:

Nein

Obige Aussage einer Bauersfrau (Carolyn Conwell) bespaßte mich derartig, dass ich die eigens von mir gefühlte Langatmigkeit ob des Umstandes, dass der im Jahre 1966 entstandene und zugleich 50.te Film unter der Regie von Alfred Hitchcock schlicht und ergreifend nicht „mein Thema“ involviert, kurzzeitig vergessen konnte. Gewisse Übertriebenheiten inmitten eines Totschlages, die überdeutliche Kameraführung auf den Spaten, mit dem es denjenigen welchen zu begraben galt, rundeten für mich die Szenerie derartig ab, dass ich mich bis zur nächsten Übertriebenheit durchaus versorgt fühlte.

"Der zerrissene Vorhang"


landete einzig und allein in meinem DVD-Player, da ich in der letzten Zeit dazu überging, mir mehr oder minder wahllos diverse Hitchcock-Publikationen zu Gemüte zu führen und mich nicht zuletzt an dem alten Charme einstiger Werke zu erfreuen.

Erfreulich für mich in der Tat die gewisse Skurrilität die zwangsläufig dadurch entsteht, wenn in amerikanischen Filmen deutsch gesprochen wird und dies nunmehr ins deutsche übersetzt werden soll. Inmitten von _„Der zerrissene Vorhang“_ verzichtete man auf dieses Bohei zwischenzeitlich ganz, während stattdessen andere Teil-Dialoge ins englische umgekehrt wurden.
Wer mag, kann sich die ein oder andere Szene allzu gerne im Original anhören ~ der überbordende sächsische Akzent diverser Herren geht hierbei allerdings verloren.

Die Story selbst ist offen gestanden nicht das, was mich persönlich von Grund auf in meine Sitzposition fesseln könnte. Während mich eine Gruppe diverser Menschen alleine im Wald, einer Hütte oder profan gesagt auf einem x-beliebigen Ausflug noch in Verzückung versetzt, entlockt mir eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich zu einem Kongress in Kopenhagen einfindet, des öfteren lediglich ein „aha“.

Obschon das Verhalten des Professors Michael Armstrong (Paul Newman)nicht nur seiner Assistentin und zugleich Verlobten Dr. Sarah Sherman (Julie Andrews) vor den Kopf schlägt sondern ebenso den Zuschauer in Grübeleien hinsichtlich dessen Geheimnisse versetzt, fiel es mir bereits schwer, voller Anspannung den Ausführungen bezüglich eines neuen Raketen-Abwehrsystem, genannt GAMMA 5, zu folgen.

Diese sollten allerdings im weiteren Verlauf gar nicht mal sonderlich gewichtig sein, wenngleich sich herausstellen soll, dass ihm die letzten Fragmente für die Formel ohnehin noch fehlen. Vielmehr verlagert sich die Story-Entwicklung eher darauf, dass Armstrong sich mit einer Fluchtorganisation zusammenrauft, was nicht nur ihn, sondern obendrein seine Verlobte in Gefahr bringt...

Die Umsetzung

ist im Grunde genommen weniger verwirrend als die story selbst. Den Großteil der 116Minuten beobachtet der interessierte Gucker das Paar, wie es versucht, aus Ost-Berlin wieder in die USA zu gelangen.

Begriffe wie „Vaterlandsverräter“, „Flucht“, „STASI“, Pi“, „Spionage“ sind jene, für die man meines Erachtens nach ein Faible haben muss, um nach Möglichkeit diese noch gerne in Überlänge auf die Leinwand gezaubert zu bekommen.

Einem gewissen Witz kann auch ich dem Gesamtwerk nicht abstreiten, finden sich hier absonderliche Szenen, gelungene Dialoge, schlagfertige Reaktionen wie schrullige Charaktere nebst den stetig präsenten Wunsch nach eigener Freiheit ihren Platz.

Während ich den Auftritt von Professor Gustav Lindt (Ludwig Donath) durchweg als grandios bezeichnen möchte, gestaltete sich die Figur von Gräfin Kuchinska (Lila Kedrova) für mich als eher nerviger Natur, die lediglich in ihrer Abschlussszene mein Mitgefühl fürwahr hervorlocken konnte. So tragisch ihre eigene Geschichte generell sein mag, so zieht die resolute Überzeichnung ihres Charakters eher gegenteiliges nach sich ~ statt ihr die Daumen zu drücken, befindet man sie meiner Meinung nach zunehmend aufdringlich, gewissermaßen peinlich wie frech.

Anhand vieler kleiner Wendungen bleibt das Erzähltempo durchweg konstant, trügt jedoch über manche Langatmigkeiten nicht hinweg und muss sich die meinerseitige Frage gefallen lassen, ob fürwahr ein jeder „Störfaktor“ tatsächlich nötig gewesen wäre.

Auf eigene Art und Weise liebenswert dafür umso mehr manche Peinlichkeiten, die sich rund um die Entstehung des Filmes nennen lassen. Da die Hauptakteure den Großteil des Budgets verschlangen, mussten bezüglich der Kulissen einige Abstriche in Kauf genommen werden. Hitchcock-Kenner ahnen es bereits: statt einen „echten“ Hintergrund zu wählen, wurde hier und dort erneut auf einen gemalte Szenerie zurückgegriffen sowie stellenweise augenfällig erkennbare Pappmaché verwendet, während überdies in einer der ursprünglichen 4:3 Bildformat-Fassungen einen Teil der Scheinwerfer zu sehen war.

Naturgemäß trösten mich diese „Finessen“ nur kaum über die für mich holprige Handlung hinweg ~ wer zu jener Zuschauerfront gehört, der mit Werken wie „James Bond“ nicht warm wird, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach auf _„Der zerrissene Vorhang“_ gut und gerne verzichten können.
Und wenn man ganz ganz ehrlich ist: so richtig verstanden habe ich das „große Ganze“ erst nach einer privaten Aufklärungsrunde ~ nicht, weil es so überaus komplex sei, sondern bekennenderweise Dank des Umstandes, dass mir solcherlei Gedöns fürwahr von Herzen völlig egal ist.

Die DVD selbst


 bietet immerhin eine informative '''Dokumentation''' über Alfred Hitchcocks Filmbeiträge, in der so manche Werke kurz aufgegriffen und näher beleuchtet werden. Wer mag, darf sich weiterhin mit der Punkt '''Musik von Bernhard Hermann''' befassen, den '''trailer''' anschauen oder gar eine '''Bildergalerie''' genießen.

Bild und Ton der Silberscheibe ist altersentsprechend, wenngleich die Tonspur bei den Wechsel-Spielchen zwischen Deutsch und Englisch kurzzeitig immerzu ins Schwanken gerät. Bezüglich des anwählbaren Untertitel bleibt auszuführen, dass ich mir aus profaner Neugierde hier und dort den deutschen anzeigen ließ, um schlussendlich zügig zu dem Urteil zu gelangen, dass äußerst spartanisch und oft übereifrig oberflächlich untertitelt wurde.
Bezüglich der FSK12 Freigabe gibt es meinerseits nicht zu kritisieren, sieht der Tod durch Messer, Niederspatung und abschließender „Hänsel & Gretel“-Manier zu grotesk aus, um jemanden in Angst in Schrecken zu versetzen.

Summa summarum

werde ich mir _„Der zerrissene Vorhang“_ mit Sicherheit nie wieder alleine anschauen wollen. Die weibliche Protagonistin überzeugt mich mitsamt ihren Stimmungsschwankungen viel zu wenig, als das sie über die kleinen schwebenden Fragezeichen über meinen Kopf hinwegtrösten könnte. Generell empfand ich die Flucht vor der Staatssicherheit ansprechender als das ganze Gedöns zuvor, so wenig dies auch den Kern der eigentlichen Absicht getroffen haben mag.

Dass man die Handlungsthematik auf den Satz „Herr Professors versucht, an eine Formel zu gelangen“ beschränken könnte, macht den Spionagefilm weder besser noch schlechter ~ kluge Worte wie

„Wenn ich es dir nicht erklären kann, dann kann ich es dir nicht erklären“
werden alldieweil auf ewig in meinem Gedächtnis haften bleiben.

22 Bewertungen, 10 Kommentare

  • sirikit06

    23.01.2013, 19:30 Uhr von sirikit06
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir einen schönen Abend! LG

  • PUB17

    23.01.2013, 16:41 Uhr von PUB17
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht, wenn du Lust auf Leserrunden hast, melde dich bei mir ;-) Gruß

  • debbi87

    23.01.2013, 13:06 Uhr von debbi87
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße!

  • Miraculix1967

    23.01.2013, 12:57 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! LG aus dem winterlichen, dick verschneiten gallischen Dorf Miraculix1967:-)

  • monagirl

    23.01.2013, 11:34 Uhr von monagirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht Lg Mona, Freue mich über jede Gegenlesung

  • Lucky130

    23.01.2013, 10:43 Uhr von Lucky130
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG!

  • sigrid9979

    23.01.2013, 10:07 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Netter Bericht Lg Sigi - Freue mich über jede Gegenlesung

  • XXLALF

    23.01.2013, 09:21 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und liebe grüße

  • katjafranke

    23.01.2013, 01:31 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Würde mich freuen über deine Gegenlesung. Viele liebe Grüße von KATJA

  • Lale

    22.01.2013, 23:00 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*