Verhütungsmittel Testbericht

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Erfahrungsbericht von ClaudiaRetzmann

Mirena – nie wieder (Komplett-Update)

Pro:

leichte Handhabung; hohe Sicherheit, wenn man sie gut verträgt

Kontra:

Nebenwirkungen; Preis

Empfehlung:

Nein

Hier stand ursprünglich ein sehr positiver Bericht über die Hormonspirale „Mirena“ der Fa. Schering AG Deutschland. Aufgrund einiger sehr negativer Ereignisse in der vergangenen Zeit, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es nicht viel bringt, den Bericht einfach nur kurz upzudaten, sondern ihn komplett neu zu schreiben. Da ich denke, dass derjenige, der Informationen über die Mirena sucht, auch weiß, worum es sich bei der Mirena handelt, verzichte ich auf jegliche ausführliche Erklärung diesbezüglich;-), sondern beschränke mich lediglich darauf, meine eigenen gemachten Erfahrungen niederzuschreiben!

Mein „Leidensweg“ begann Ende 2001. Damals suchte ich meinen Frauenarzt auf, weil ich mich eigentlich sterilisieren lassen wollte (nach 3 Kindern war unser Kinderwunsch abgeschlossen). „Eigentlich“ deshalb, weil ich schon ein wenig Bammel davor hatte, nicht wegen der Sterilisation an sich, sondern eher wegen der OP und der Narkose – da bin ich ein richtiger Angsthase;-).

Mein Frauenarzt war alles andere als begeistert von dieser Idee und machte mir dies auch in aller Deutlichkeit klar, indem er mir akribisch erklärte, was alles bei dieser OP passieren könnte (da war er bei mir natürlich an der richtigen Stelle *gg*) und welche Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, psychische Probleme, Unterleibsschmerzen, stärkere und längere Blutungen etc.) so eine Sterilisation nach sich ziehen könnte. Statt dessen schlug er mir vor, mir doch die Hormonspirale Mirena einsetzen zu lassen. Er schwärmte in den höchsten Tönen davon und sagte, dass sie aufgrund ihrer niedrigen Hormonzusammensetzung und dadurch, dass diese geringe Hormonmenge direkt da wirkt, wo sie wirken soll, deutlich besser verträglich sei als die Pille und somit weitaus weniger Nebenwirkungen habe. In seiner Praxis habe es bislang noch kein Fall gegeben, wo diese Spirale nicht vertragen wurde. Zudem würden mit der Mirena auch einige positive Effekte eintreten, als da wären nur noch geringe bis gar keine Monatsblutung mehr, nicht mehr an pünktliche Einnahme des Verhütungsmittel denken, keine Unterleibsschmerzen, Tragedauer von 5 Jahren etc.pp.

Langer Rede kurzer Sinn, er hatte mit seiner Überzeugungsarbeit bei mir Erfolg! Ich war von dem, was er mir alles über die Mirena erzählte absolut begeistert, selbst der doch recht hohe Preis (300,-- Euro) konnte mich nicht abschrecken und ich machte gleich einen Termin zum Einsetzen der Mirena. Mein Frauenarzt gab mir dann noch eine kleine Info-Broschüre der Fa. Schering mit, in der dann auch nochmal all das, was er mir erzählte nachzulesen war. Unter Nebenwirkungen fand ich dann, dass in den ersten 3-5 Monaten folgende Dinge auftreten könnten:

- Bauch- oder Rückenschmerzen
- Anfängliche Schmierblutungen (die allerdings nach spätestens 3-6 Monaten verschwinden)
- Kopfschmerzen
- Akne oder andere Hautprobleme
- Spannungsgefühle in der Brust
- Unwohlsein oder Menstruationsbeschwerden.

Anfang 2002 war es dann soweit, ich ging zum Frauenarzt, um mir die Mirena einsetzen zu lassen. Das Einsetzen an sich war bei mir wirklich einfach und komplikationslos. Es hatte nur einmal kurz geziept und schon saß sie da, wo sie sitzen sollte. Schnell wurde noch ein Kontrolltermin für 6 Wochen später ausgemacht und schon konnte ich die Praxis auch wieder verlassen.

Ich muß gestehen, anfangs war ich wirklich absolut begeistert von der Mirena und hätte sie ohne schlechtes Gewissen weiterempfohlen (was ich hier im damaligen Bericht ja auch getan hatte). Meine Monatblutung war bereits am nächsten Tag verschwunden. Nebenwirkungen konnte ich in der ersten Zeit keine Ausmachen, selbst meine Libido, die unter der Einnahme der Pille doch immer ein wenig gelitten hat, lief auch Hochtouren *gg*. Die von meinem Frauenarzt und auch von der Fa. Schering gemachten Angaben über evtl. auftretende Nebenwirkungen in den ersten 3-5 Monaten traten bei mir nicht ein. Mein Hautbild war genau wie sonst und ich litt weder unter Kopfschmerzen oder Migräne. Lediglich ein leichtes Spannungsgefühl in der Brust stellte ich fest, was mich aber nicht störte. Selbst eine Verstärkung meiner Rückenschmerzen (die ich eh schon seit Jahren immer hatte) konnte ich nicht feststellen. Lediglich eine minimale Schmierblutung an manchen Tagen trat bei mir auf, die Monatsblutung an sich war sehr gering und beschränkte sich auf 3 Tage. Es war einfach super! Allein schon die Tatsache, dass ich nunmehr nicht mehr jeden Abend daran denke mußte, die Pille einzunehmen oder mir Sorgen machen mußte, wenn ich mal Durchfall gehabt hatte, war wirklich befreiend.
Nach 6 Wochen ging ich also zur Kontrolluntersuchung, ließ mir den einwandfreien Sitz der Mirena bestätigen und war wirklich mehr als zufrieden. So sollte es auch noch einige Wochen weiter gehen. Aber dann....!!!


Nach 7monatiger Tragedauer begannen bei mir die Beschwerden und es sollte noch recht lange dauern, bis ich von ihnen wieder befreit war. Meine Monatsblutung dauerte ungewöhnlich länger als normalerweise, zudem litt ich plötzlich unter starker morgendlicher Übelkeit, meine Brüste spannten wie verrückt und im Unterleib verspürte ich ein unangenehmes Ziehen. Nach 3 Kindern schrillten bei mir sofort die Alarmglocken und ich dachte „Bingo, nu biste trotz Spirale schwanger!“ Das einzige, was nicht dazu paßte, waren die starken Blutungen, die einfach nicht verschwinden wollten. Mein Weg führte mich also gleich zum Frauenarzt, wo sofort ein Schwangerschaftstest gemacht wurde, mit dem Ergebnis negativ. Gut, fiel mir also erst mal ein Stein vom Herzen, denn wir hatten ja mit unserem Kinderwunsch endgültig abgeschlossen. Bei einer Ultraschalluntersuchung stellte der Arzt dann zwei Zysten fest, die eine hatte einen Durchmesser von 3,5 cm, die andere von knapp 3 cm. Der Arzt meinte, dass sei nichts schlimmes und verschrieb mir Prosiston. Ich sollte drei Wochen lang jeden Tag eine Tablette nehmen, damit würden die Zysten zum Platzen gebracht. Die Blutungen sollten schon am ersten Einnahmetag verschwinden. Da ich bislang noch nie Zysten hatte, fragte ich besorgt nach, ob diese evtl. durch die Mirena entstanden sein könnten. Dies wies der Frauenarzt aber sogleich ab. Nein, die Mirena hätte damit absolut nichts zu tun!!! (Mittlerweile geben die Ärzte zu, dass unter der Mirena verstärkt Zystenbildungen auftreten können)

Nun gut, ich nahm wie befohlen die Tabletten und siehe da die Blutungen verschwanden und zwar genau für 3 Wochen. Mit Ende der Einnahme von Prosiston kamen die Blutungen wieder. Mit leichten Schmier- oder Zwischenblutungen waren sie aber in keinster Weise zu vergleichen. Also rannte ich wieder zum Arzt. Die Ultraschalluntersuchung zeigte, dass ich nunmehr 1 Zyste von 3,5 cm und zwei Follikel (so nennt man Zysten unter 3 cm Durchmesser), er konnte sich das nicht so recht erklären, meinte aber, ich solle einfach mal abwarten, normalerweise verschwinden sie von allein wieder...

Mittlerweile gesellten sich andere Wehwehchen dazu. Mein Gewicht schritt langsam aber sicher in immer höhere Gefilde, obwohl ich meine Essgewohnheiten in keinster Weise verändert hatte. Meine Stimmung schwankte immer stärker von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt. Plötzlich bekam ich eine sehr unreine fettige Haut und immer mehr Pickel besiedelten meinen Körper (unter Pickel hatte ich noch nicht mal während der Pubertät groß zu leiden). Zudem hatte ich plötzlich einen immensen Haarausfall. Wenn ich morgens aufstand, war mir erst einmal ziemlich übel. Da ich aber damals kurz vor meiner Hochzeit stand und wir zudem gerade dabei waren, ein Haus zu kaufen, schob ich das ganze halbherzig auf den ganzen Stress.

Anfang 2003 ging ich dann wieder zum Frauenarzt, da die Blutungen immer noch nicht verschwunden waren. Vom „normalen“ 28-Tage-Zyklus aus gesehen sah es bei mir so aus, dass ich in so einem Zyklus gerade mal 7 blutungsfreie Tage hatte. Ich glaub, es kann sich jeder vorstellen, dass das alles andere als prickelnd ist. Aber der Arzt spielte das alles herunter. Er meinte, mein Körper bräuchte halt ein wenig länger, um sich an die Mirena zu gewöhnen (naja, ich trug sie ja auch „erst“ 1 Jahr). Die ganzen o.g. Beschwerden jedoch hätten zudem nichts mit der Spirale zu tun, ich sollte mal ein wenig kürzer treten und ein weniger stressiges Leben führen (ich lach mich kaputt, mit drei Kindern ist das ja auch sehr leicht in die Tat umzusetzen). Was meine Gewichtszunahme beträfe, so sollte ich mal nicht immer soviel in mich hineinstopfen (da hätt ich ihm am liebsten den Hals umgedreht!).

Mittlerweile waren 1 ¼ Jahre vergangen und meine Beschwerden wurden immer schlimmer. Die Stimmungsschwankungen nahmen stark zu und an manchen Tagen war ich beängstigend depressiv. Mein Familienleben begann stark darunter zu leiden, denn niemand konnte es mir mehr recht machen. Lediglich die Blutungen wurden etwas geringer, so dass ich doch glatt stolz sein konnte, nunmehr nur noch an ca. 12-14 Tagen pro Monat darunter zu leiden, allerdings waren sie in der Zeit immer recht stark. Und dafür hatte ich nun permanent leichte Unterleibsschmerzen (so als würde man kurz vor der Periode stehen) und Schmerzen in der Brust. Auch mein Allgemeinbefinden wurde immer schlechter. Ich hatte plötzlich unter Dauerschnupfen zu leiden und konnte nicht ohne Nasentropfen sein. Zudem wurden meine Augen immer schlechter und das obwohl sich meine Sehstärke schon seit Jahren nicht mehr verändert hatte und nun gleich recht stark. Meine Libido war auf dem Nullpunkt. Und nach Jahren litt ich plötzlich wieder unter Panikattacken. Kurz gesagt, mir ging es von Tag zu Tag schlechter. Wieder ging ich zum Frauenarzt und berichtete von meinem Zustand und wieder fragte ich, ob die Mirena vielleicht daran schuld sei, denn immerhin ging es mir vor der Mirena sehr gut – ich war lebenslustig, belastbar und der Stress (den ich ja schon immer hatte) machte mir nichts aus. Der Frauenarzt wurde richtig eklig und wies jeden Zusammenhang mit der Spirale weit von sich, schließlich hätte er nicht einen einzigen ähnlichen Fall, alle Frauen, denen er die Mirena eingesetzt hatten, hatten sie hervorragend vertragen und keinerlei Nebenwirkungen. Wegen der Blutungen meinte er dann noch, ich solle mich mal nicht so anstellen!!! Als ich die Praxis verließ fühlte ich mich so elend wie noch nie zuvor. War ich vielleicht mit der Zeit verrückt geworden? Sollte ich mir alle Beschwerden wirklich nur einbilden? War ich wirklich die einzige, die all die Beschwerden hatte?

So krebste ich noch ein weiteres halbes Jahr rum, ohne dass sich meine Beschwerden besserten. Im Gegenteil, ich war nunmehr überhaupt nicht mehr belastbar und fing bei der kleinsten Begebenheit an zu heulen. Also schrieb ich eine e-mail an die Fa. Schering, in der ich meine Beschwerden mitteilte, die ja alle erst nach dem Einlegen der Mirena und nach der normalen Eingewöhnungszeit von 3-5 Monaten eintraten. Die Antwort von Schering war alles andere als zufriedenstellend. Im Grunde kann man es als schwammiges Drumherumreden bezeichnen. Ganz vage wurde angedeutet, dass ich evtl. eine von wirklich sehr sehr sehr sehr wenigen Frauen sei, die die Mirena evtl. nicht so richtig vertragen würden. Aber im Grunde könnten sie auch keinen direkten Zusammenhang feststellen, denn schließlich würden 98% der Frauen die Spirale ohne Komplikationen vertragen.

Es ist dann eigentlich nur einem dummen Zufall zu verdanken, dass plötzlich alles ein positives Ende nahm. Denn beim Herumstöbern im Internet geriet ich kurz vor Weihnachten plötzlich auf eine Seite, auf der einige Frauen von ihren Problemen mit der Mirena berichteten. Ich las mir die Berichte durch und konnte kaum fassen, was ich dort fand. Im Grunde hatte ich das Gefühl, als würde ich immer und immer wieder meine eigene Leidensgeschichte finden. Alle Frauen hatten ähnliche oder sogar noch stärkere Beschwerden und wurden alle von ihren Ärzten nicht ernst genommen. Überall las man die gleiche Frage heraus, nämlich „bin ich jetzt verrückt geworden“? Einige hatten sich mittlerweile die Mirena wieder ziehen lassen und berichteten, dass es ihnen seitdem wieder richtig gut ginge. Ich stöberte immer weiter und fand immer mehr Seiten, auf denen Frauen über ihre Beschwerden mit der Mirena berichteten.

Mitte Januar diesen Jahres machte ich dann Nägeln mit Köpfen, ich suchte mir kurzerhand einen neuen Frauenarzt (dem alten vertraute ich in keinster Weise mehr). Ich erzählte ihm von meinen Beschwerden und er sagte sofort, dass es ganz offensichtlich sei, dass ich die Mirena nicht vertrüge und er sie mir nun sofort ziehen würde. Ich dürfte davon ausgehen, dass es mir schon nach kurzer Zeit besser ginge. Er sagte dann noch, dass er nicht verstünde, wieso der Kollege (mein alter Frauenarzt) mir nicht schon längst die Spirale gezogen hätte (aha!!!). Desweiteren sagte er, dass er in seiner Praxis schon einige Frauen hatte mit ähnlichen Beschwerden und denen ging es nach dem Ziehen besser. Er wäre zwar selbst auch positiv gegenüber der Mirena eingestellt, aber die Zahlen der Verträglichkeit, die von Schering herausgegeben würden, würden mit der Praxis leider nicht übereinstimmen. Zwar gäbe es eine große Anzahl Frauen, die die Mirena ohne weiteres vertrügen, aber es gäbe auch immer mehr Frauen, bei denen es nicht der Fall ist.

Das Ziehen an sich war absolut schmerzfrei. Ich hab es überhaupt nicht mitbekommen. Was mir gleich am nächsten Tag positiv aufgefallen war, war, dass meine permanenten Unterleibsschmerzen plötzlich weg waren. Bis dato dachte ich ja immer, ich hätte die Mirena an sich nie gespürt, heute denke ich, dass es vielleicht doch der Fall war und sich in den Unterleibsschmerzen gezeigt hat...

Ob man es nun glaubt oder nicht, mir geht es von Tag zu Tag besser. In den ersten 6 Tagen hatte ich noch eine leichte Blutung und ich hatte recht starke Herz-Kreislaufprobleme. Doch mittlerweile fühle ich mich schon wie neugeboren. Meine Laune ist drastisch gestiegen. Das ist eigentlich das erste gewesen, was meiner Familie nach knapp einer Woche ohne Mirena aufgefallen ist. Ich fühle mich auch plötzlich wieder viel belastbarer und habe wieder Lust was zu unternehmen. Die Antriebslosigkeit ist plötzlich verschwunden! Der Haarausfall hat sich schon um ein Vielfaches minimiert. Was mein Mann natürlich auch ganz toll findet *lach* ist die Tatsache, dass meine Libido plötzlich zurückgekehrt ist (hihi nicht, dass er sich bald wünscht, ich würde die Mirena wieder nehmen, weil es ihm zuviel wird *ggg*).

Alles in allem muß ich für mich gesehen sagen, dass ich die Mirena leider nicht weiterempfehlen kann. So toll sich die ganze Sache anfangs ja auch angehört haben mag, die Nebenwirkungen, die bei mir (und nicht nur bei mir) aufgetreten sind, wiegen eindeutig schwerer! Was mich mittlerweile ein wenig nachdenklich macht ist die Tatsache, dass bislang noch keine eindeutigen Aussagen über Spätfolgen gemacht werden können. Mir persönlich ist ein Fall bekannt, in der die Frau die Mirena kurz nach ihrer Einführung in Deutschland eingesetzt bekam und nie über irgendwelche Beschwerden klagte, nunmehr steht sie vor der Gebärmutterentfernung und ihr Frauenarzt sagt, dass die Mirena dabei evtl. einen gewissen Anteil haben könnte.

Traurig finde ich, dass man als Frau beim Arzt nicht ernst genommen wird. Gerade wenn es um Medikamente oder wie hier Verhütungsmittel geht, die doch noch gar nicht so lange auf dem Markt sind, sollte man meiner Meinung nach doch gerade hellhörig werden, wenn Frauen plötzlich über diverse Beschwerden klagen, die sie vor der Mirena nicht hatten. Aber statt dessen bekommt man beim Arzt das Gefühl, hysterisch zu sein oder nicht mehr richtig zu ticken. Frage ich mich ob hier vielleicht der finanzielle Aspekt (immerhin ist die Spirale nicht gerade billig und der Frauenarzt verdient beim Einsetzen auch etwas) im Vordergrund steht.
Immerhin hat die Fa. Schering AG mittlerweile die Liste der Nebenwirkungen ein wenig verlängert. So heißt es neuerdings, dass als Begleiterscheinung neben den von mir weiter oben bereits genannten auch Stimmungsschwankungen, selten Veränderung der Libido, Schwitzen, Haarausfall, Übelkeit, Gewichtszunahme oder Wassereinlagerungen eintreten können, am häufigsten sind Veränderungen der Menstruationsblutung, z.B. Schmierblutungen, verkürzte oder verlängerte Menstruationsblutungen, Ausbleiben der Blutung, seltene Blutung, starke Blutung oder Menstruationsbeschwerden.

Was mir persönlich zudem noch sehr negativ aufgefallen ist ist die Tatsache, dass die Fa. Schering AG Deutschland auf ihrer Internetseite (www.mirena.de) zwar ein Forum anbietet, in dem Frauen über ihre Erfahrung mit Mirena und Verhütungsmitteln allgemein berichten können, man dort jedoch keinen einzigen negativen Bericht vorfindet. Nun könnte man davon ausgehen, dass es eben nur Frauen gibt, die mit der Mirena gute Erfahrungen gemacht haben, doch dem ist weit gefehlt. Denn wie ich mittlerweile herausgefunden habe, gibt es eine ganze Menge Frauen, die versucht haben, ihre negativen Erfahrungen mit der Mirena in diesem Forum einzustellen (schließlich schaut man als mögliche neue Mirena-Trägerin zu Informationszwecken doch meist zunächst auf die Seite des Herstellers), ich selber habe dies übrigens bereits zweimal versucht, aber diese Berichte werden von Schering erst gar nicht eingestellt.

Grundsätzlich gesehen ist die Idee der Mirena durchaus als positiv anzusehen, aber man darf eben nicht vergessen, dass auch wir Frauen nunmal Individuen sind und keine gleichgepolten Roboter. Jeder Frauenkörper reagiert nunmal anders. Die einen vertragen die Mirena supergut und stellen keinerlei Nebenwirkungen fest, die anderen vertragen sie nunmal weniger oder gar nicht. Dementsprechend sollten auch die Frauenärzte handeln und Nebenwirkungen nicht so schnell herunterspielen. Denn eines kann man wohl aus meiner Sicht heraus schon sagen, dadurch, dass die Mirena noch gar nicht sooo lange auf dem Markt ist, fehlen eben eindeutige Studien über Langzeitträgerinnen und über evtl. später auftretende Beschwerden oder Folgeschäden.

Was mir noch wichtig ist zu sagen und was sich an die Mirena-Trägerinnen unter uns richtet: Horcht mal in euch hinein! Ich will hier bestimmt keine Panik verbreiten, aber beim Lesen in diversen Foren ist mir aufgefallen, dass es einige Frauen gibt, die über Nebenwirkungen klagten, die man auf den ersten Blick gar nicht mit der Mirena in Verbindung gebracht hätte. Die eben keinerlei Menstruationsbeschwerden mehr hatten, aber plötzlich über Depressionen oder andere Beschwerden klagten, die komischerweise nach dem Ziehen der Mirena verschwanden. Und für diejenigen, die gerade in Erwägung ziehen, sich die Mirena setzen zu lassen. Ich will hier auch gar keinen davon abhalten, sondern eben nur meine persönliche Erfahrung mitteilen. Ihr solltet aber auf keinen Fall auf ein ausführliches Gespräch mit dem Frauenarzt verzichten und vielleicht auch mal nachfragen, ob bei ihm bereits Patientinnen negative Erfahrungen mit der Mirena gemacht haben.

Wer Interesse hat, dem kann ich via GB oder per e-mail auch gern die Adresse eines sehr interessanten Forums geben, welches sich ausschließlich mit der Mirena beschäftigt. Da ich nicht weiß, ob das Nennen der Adresse hier erlaubt ist, verzichte ich lieber auf die Angabe im Bericht.

Uff, nun ist mein Bericht doch weitaus länger geworden als geplant, ich hoffe man sieht es mir nach, aber ich fand es wichtig, dies alles mitzuteilen. Sicher jegliche hormonellen Verhütungsmittel haben ihre Gefahren und Nebenwirkungen, nur sind diese z.B. bei den diversen Antibabypillen auch bekannt, während diese bei der Mirena bei weitem noch nicht alle offiziell bekannt bzw. anerkannt wurden. Zu guter letzt ist natürlich jede Frau selbst für sich verantwortlich und muß entscheiden, was sie sich oder ihrem Körper zumuten kann und will. Nur finde ich, sollte man schon über alle Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt sein.

Sollte der oder die ein oder andere noch weitere Fragen haben, so stehe ich wie gesagt via GB oder e-mail gerne zur Verfügung.

© by Claudia Südkamp-Retzmann 06.04.2004

70 Bewertungen, 8 Kommentare

  • PunkFreak

    22.02.2006, 16:41 Uhr von PunkFreak
    Bewertung: sehr hilfreich

    OmG...=(( <br/>Ich bleib da doch lieber bei etwas anderem...

  • anonym

    02.05.2004, 19:50 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ist ja schrecklich. Ich habe das Teil auch und kann nun aber absolut nichts dagegen sagen. Ich bin absolut zufrieden mit Mirena.

  • April

    09.02.2004, 18:16 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Unglaublich, was sich Dein Ex Doc da geleistet hat! Der kann doch nicht alles ignorieren!!! Auch in so manchen Praxen geht es halt nur um's Geld!!! LG April

  • Rebba

    09.02.2004, 10:05 Uhr von Rebba
    Bewertung: sehr hilfreich

    was dein "alter" Frauenarzt wohl daran verdient hat. Sein Geld und seine "Rechthaberei" müssen ihm wesentlich wichtiger sein als das Wohl seiner Patienten.

  • neueinsteiger

    12.02.2003, 11:37 Uhr von neueinsteiger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Meine Augenbrauen jetzt ganz hochgezogen sind.

  • *Weserhexe*

    14.03.2002, 09:58 Uhr von *Weserhexe*
    Bewertung: sehr hilfreich

    Über Verhütung muss ich mir zum Glück keine Gedanken mehr machen, denn mein Mann hat sich vor 3,5 Jahren Sterilisieren lassen :-)

  • hpmaier

    12.03.2002, 11:49 Uhr von hpmaier
    Bewertung: sehr hilfreich

    Darf ich als Mann diesen Bericht (und das Produkt)auch bewerten...... ;-) gruesse hpmaier

  • mystery_delusion

    27.02.2002, 11:11 Uhr von mystery_delusion
    Bewertung: sehr hilfreich

    danke. ich bin jetzt 36 und rauche und da ist ja die Pille nicht grad die Lösung. Meine Ärztin hat mir die Alternative Spirale oder dieses Röhrchen für unter die Haut empfohlen. Hmm.....ich glaube nach Deinem Bericht nehm ich die Spiral