Vogelspinnen Testbericht

Vogelspinnen
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Summe aller Bewertungen
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Futterkosten:  sehr gering

Erfahrungsbericht von Drafi

Faszinierende Kreaturen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo, einmal mehr!

Nachdem ich vor einigen Tagen einem kleinen Wunder der Natur beiwohnen durfte, musste ich darüber einfach schreiben.
Nach nunmehr etwa sechsjähriger Spinnenhaltung ist es mir heute das erst mal vergönnt gewesen eine Häutung meines zweitliebsten Haustieres zu beobachten. Ich will jedoch zuerst etwas darüber schreiben wie ich zu diesem Haustier kam, was mit ihm alles machen kann bzw. nicht machen sollte, etc.


Kaufentscheidung & Kauf
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Vor etwa sechs Jahren haben meine damalige LAG (LebensAbschnittsGefährtin) uns mehr oder weniger unüberlegt für den Kauf eine Vogelspinne entschlossen. Sie war mehr der arachnophobische Typ, ich eher allgemein interessiert an außergewöhnlichen Haustieren. Also rein ins nächstbeste Fachgeschäft und eine Vogelspinne gekauft. An sich unverantwortlich. Gott sei dank hat man uns für wenig Geld (ich glaube es waren 35 DM) eine sogenannte rote Chile Vogelspinne angedreht. Im Fachlatein heißt diese dann Grammostola Spatulata. Es handelt sich hierbei nämlich um eine ideale Anfängerspinne. Ich habe mich erst nachdem Kauf richtig über diese Art und deren Haltung informiert. Je mehr ich aber über Vogelspinnen erfahren habe, umso interessanter erschienen sie mir.

Alle folgenden Ausführungen zur Haltung, den Eigenarten, etc. beziehen sich lediglich auf die eben erwähnte Art. Also bitte dies nicht als Anleitung für die gerade erworbene Vogelspinne verstehen, sondern sich gesondert für die jeweilige Art informieren.


Eigenschaften der Grammostola Spatulata
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Diese Vogelspinnen Art kommt, wie der deutsche Name bereits vermuten lässt, hauptsächlich in Chile vor. Es handelt sich um eine bodenbewohnende, wenig grabende Art. Die an sich immer wieder als ruhige und friedliche Spinnenart beschrieben wird. Ich muss da wohl ein Montagsmodell erwischt haben. Sie ist m. E. doch recht schnell gereizt. Die rote Chile Vogelspinne wird etwa 5-7cm groß. Rechnet man die ausgestreckten Beine mit kommt man weit über 10 cm. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Weibchen dieser Art liegt zwischen 10 und 15 Jahren. Das Gift dieser Art kann Menschen an sich nicht gefährlich werden. Ein Biss hat in etwa die Auswirkung eines Wespenstiches. Ähnlich wie beim Wespengift können auch beim Spinnengift Allergien auftreten. Hier birgt das Gift durch die allergische Reaktion wesentlich höhere Gefahren.


Haltung der Grammostola Spatulata
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Aufgrund des Vorkommens in tropischen Wäldern sollte diese Art (wie fast alle Arten) natürlich relativ warm und feucht gehalten werden. Dies bedeutet bei einer Temperatur von ca. 24°C von etwa 70%, wobei die G. Spatulata nicht zu feucht gehalten werden sollte. Die Einrichtung des Terrariums sollte nicht zu üppig sein, da Spinne recht jagdfaul sind. Hat das Futter zu viele Möglichkeiten sich zu verstecken, wird es wahrscheinlich auch überleben. Der Boden sollte saugfähig und relativ locker sein. Am besten eignet sich hier Torf, welcher im Fachhandel erhältlich ist. Man kann jedoch auch unbehandelte Blumenerde nehmen. Zur Einrichtung gehören eine Unterschlupfmöglichkeit, evtl. ein Ast zum Klettern sowie eine Schale mit Schwamm für die Versorgung mit Wasser. Der Rest ist Geschmackssache. Man sollte zudem eine Thermometer sowie ein Hydrometer anbringen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren zu können. Durch eine Rotlichtlampe lässt sich zum Einen die Temperatur des Terrariums steuern und zum Anderen die Spinne abends beobachten ohne sie durch zu helles Licht zu stören.
Gefüttert werden bei mir lebende Grillen. Normalerweise fressen Spinnen auf Vorrat, d.h. man sollte nicht eine Grille nach der anderen ins Terrarium setzen. In der Regel reicht etwa eine Grille pro Woche, man sollte dies jedoch vom Hinterleib der Spinne abhängig machen.
Ganz allgemein ist zur Haltung von Vogelspinnen zu sagen, dass diese natürlich keine besonders gesellige Art von Haustieren sind. Auch wenn es möglich ist die Tiere auf die Hand zu nehmen, sollte man sie jedoch weitgehend in Ruhe lassen. Es versucht schließlich auch niemand seine Zierfische zu streicheln oder gar zum kuscheln aus dem Wasser zu nehmen, sondern hält sich diese um sich am Anblick zu erfreuen. Ich habe lediglich engeren Kontakt zur Spinne, wenn ich das Terrarium reinigen will und diese kurzzeitig umziehen muss.


Häutung
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Das interessante Schauspiel, welches ich heute beobachten durfte, geschieht bei Spinnenweibchen etwa alle zwei Jahre. Meine Spinne hat sich bis jetzt 3 mal gehäutet und nun endlich konnte ich dies auch mal beobachte und dank meiner Digitalkamera (siehe Bericht) auch festhalten. Interessierte Leser können sich die Bilder unter folgendem Link ansehen:

http://www.shopal.de/Spinne/Galerie.htm

Die äußere Hülle der Spinne besteht aus Chitin und ist ein relativ harter Panzer. Da dieser nicht mitwächst, häutet sich die Spinne. Unter der alten Haut kommt eine neue fertige Haut zum Vorschein, welche lediglich noch aushärten muss. Hier lassen sich herrliche Farben beobachten. Leider kommt das auf den Bildern nicht gut rüber, da ich auf die Verwendung des Blitzes verzichtet habe, um die Spinne nicht zu irritieren. Wichtig zu wissen an dieser Stelle ist, dass Vogelspinnen vor einer Häutung das Futter verweigern. So hatte meine Spinne bereits seit mehreren Monaten mit jeder Grille die ich ihr als Futter ins Terrarium gesetzt habe Freundschaft geschlossen. Während der Häutung darf sich kein Futter im Terrarium befinden, da die neue Hülle noch nicht ausgehärtet und die Spinne dadurch sehr empfindlich ist.


Resümee
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Vogelspinnen sind mit Sicherheit kein Haustier für jedermann. Sie gehören zu den pflegeleichten, welche wenig Mühe, Lärm und Schmutz machen. Man sollte sich jedoch vor einem Kauf genau informieren, für welche Art man sich entscheiden will bzw. sollte, da diese Tiere je nach Art doch recht unterschiedlich in ihren Ansprüchen sind. Als Geschenk oder Mitbringsel sind sie gänzlich ungeeignet. Für interessierte Halter kann es jedoch eine Freude sein diese Tiere zu studieren und zu beobachten. Für mich wird dies sicherlich nicht die letzte Vogelspinne gewesen sein.


Habt Dank für’s Lesen, Bewerten und Kommentieren.


© Drafi

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