Volks- und Brauchtum Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von innocence667

Korea--das Land der Morgenstille

Pro:

Korea

Kontra:

Korea

Empfehlung:

Ja

Heute will ich euch mal von meinem Lieblingsland, nämlich Südkorea, bzw. Hanguk ( kurz für Dehanminguk, zu deutsch: Volksland des grossen Khan ), wie es von den Koreanern genannt wird, erzählen, wobei ich gleich vorausschicke, dass ich dort noch nie gewesen bin. Da ich aber eine grosse Anzahl von koreanischen Freunden habe, schreibe ich diesen Bericht aufgrund von Erfahrungen und Erzählungen.


I. Das Essen

Das koreanische Essen ist für den Durchschnittseuropäer etwas gewöhnungsbedürftig. Das liegt zum einen daran, dass die koreanische Küche recht scharf ist, zum anderen aber auch daran ,dass man mit Geschmacksrichtungen konfrontiert wird, die man als Europäer gar nicht kennt.

1. Kimchi ( gesprochen: Gimdshi )

Kimchi ist einer der Grundbestandteile des koreanischen Essens. Es handelt sich um eingelegten Chinakohl sauer - scharf, der recht viel Knoblauch enthält, des weiteren Ingwer, Zwiebeln, Pepperonipulver ( das koreanische Pepperonipulver ( gochugaru ) ist etwas ganz besonderes, es ist grob gemahlen, verteufelt scharf und hat einen ganz besonderen Geschmack, weswegen die Koreaner Wert darauf legen, dass ihr Kimchi nur mit echtem koreanischen gochugaru ( gesprochen: godshugaru ) machen)
und einer Soße aus Extrakten gewisser Fische ( Jeotgal, gesp. Dschoadgal ). Dieses Gericht wird auch aus anderen Gemüsesorten zubereitet, z.B. aus Lauch oder einem speziellen Kraut, das man in Deutschland nicht kennt, man nennt es in der koreanischen Sprache Gadt.
Ferner gibt es auch Rettichkimchi oder Weisskrautkimchi.
Besonders stolz sind die Koreaner auf die Tatsache, dass gerade dieses Gericht einen sehr guten Schutz gegen allerlei Infektionskrankheiten bietet, was wohl auch zutreffend ist. Ferner kann man es recht lange aufheben, man kann es zumindest funtional mit unserem Sauerkraut vergleichen.

2. Bap=Reis

Reis ist natürlich unerlässlich für ein koreanische Essen, es wird traditionell gerne klebriger Reis verwendet, kein Langkornreis, und der wird auch teilweise mit verschiedenen Getreide- und Bohnensorten oder auch mit Kastanien aufgepeppt. Gerne isst man zu Reis Kim ( wörtlich: Gold )d.h.geröstete Seealge ( japanisch: nori ), gesalzen in Sesamöl, der Reis wird einfach kunstvoll ( ich kann das nach 2 Jahren immer noch nicht ) mit den Stäbchen in ein Blatt Kim gewickelt.

3. Suppe ( Guk, Zige )

Die Koreanische Suppenwelt ist vielfältig und ein Koreanisches Essen ist ohne Suppe nicht denkbar, eine solche gibt es schon morgens zum Frühstück. Tendenziell handelt es sich eher um komplizierte Konstrukte, es sind also eher Eintöpfe mit vielerlei Zutaten. Besonders berühmt sind Suppen mit Miok, der Seealge, für Europäer etwas ungewohnt im Geschmack, aber aufgrund des hohen Jodanteils sehr gesund, Doenjang-Guk ( guk= Suppe ), wobei Doenjang dasselbe für die Koreaner ist, wie für die Japaner Miso, also Sojabohnenpaste, es handelt sich um eine Brühe auf Sojabohnenbasis, übrigens sehr eiweisshaltig. Weiter wird sehr gerne Kimchi-Zige gegessen, was eine Suppe aus saurem Kimchi ist, das man länger gelagert hat. Grundlage einer Suppe der Koreaner ist gewöhnlich eine Mjölzi-Brühe. Mjölzi sind getrocknete Anchovis, die einfach in Wasser gekocht werden und so etwas wie der koreanische Brühwürfel sind. Es gibt allerdings auch Rindfleischbrühe in Korea, die allerdings wesentlich länger gekocht wird, wie etwa eine traditionelle deusche Rinderkraftbrühe, nämlich gleich mehrere Tage ( das ist eine Spezialität in Korea ). Die Koreaner essen die Suppe übrigens traditionell mit dem Löffel im Gegensatz z.B. zu den Japanern, die sie mit Stäbchen essen und die Brühe einfach austrinken.

4. Fisch

Na ja, Korea ist eine Halbinsel, daher essen die Koreaner sehr viel Fisch sowie Schalen-und Krustentiere in allen Varianten. Sehr zu empfehlen ist das koreanische Hoe, oder, wie es die Japaner nennen, Sashimi, also Rohfisch. Am liebsten essen die Koreaner weisses Hoe, vorzugsweise vom Steinbutt. In einem koreanische Hoe-Restaurant kann man teils auch schon mal ein paar hundert € für ein Essen liegenlassen, dafür ist dann allerdings die Bedingung exquisit, das Hoe schneidet ein Meister und es gibt viele verschiedene Beilagen ( so weit ich weiss gibt es in ganz Deutschland nur ein Restaurant dieser Klasse in Frankfurt:
( "Go Gung" in Eschborn ). Die Koreaner legen, zumindest in Korea, auch grossen Wert darauf, dass der Fisch sehr frisch ist, d.h. er musss sich noch bewegen, was nicht heisst, dass er noch lebt, aber er wird so geschnitten, dass er während des ganzen Essens noch zuckt, also nicht gerade eines Europäers Sache. Das Zucken hört erst auf, wenn man den Fisch in die dafür vorgesehene scharfe Suppe wirft, klingt ein bisschen abartig, ist aber auch nur in wirklich teuren Restaurants zu finden.

Die Koreaner essen allerdings auch sehr gerne und viel getrockneten Fisch, die getrockneteten Anchovis werden z.B. gerne, teils mit Kopf und Schwanz mit einer scharfen Paste gegessen, die sich Guchujang ( gesprochen godschudshang ) nennt und aus roten Pfefferschoten gemacht ist, etwas süsslich. Ferner isst man auch sehr gerne getrockneten Tintenfisch, vor allem gerne in Gesellschaft und beim Bier.

5. Alkohol

In Korea trinkt man hauptsächlich traditionellen Alkohol, da sich den importierten Stoff niemand leisten kann. Das heisst vor allem Soju, ein koreanischer Reisschnaps oder Maggeulli, ein säuerliches Getränk der eher ärmeren Klasse. Die Koreaner kennen die Trinkgewohnheiten der Europäer nicht, es gibt kein reines trinken, es wird immer dazu irgendetwas dazu gereicht, wie getrockneter Fisch, Mjölzi, Kim ( in Sesamöl gebratene Seealge, gesalzen, knusprig ),in hauchdünne Scheiben geschnittener gefrohrener Thunfisch in Sojasosse und Wassabi ( das schmeckt gerade im Sommer super, einfach mal probieren ) und vieles mehr.
Nach dem Trinken von Alkohol isst man in Korea vor allem sehr scharf, besonders am Tag danach, um den Magen zu beruhigen. Ihr werdet sagen, die spinnen ja, aber ganz ehrlich, ich habs ausprobiert und es funktioniert. Besonders gerne werden da koreanische Instant-Nudeln gegessen, sogenannte Lamiaon, aber auch scharfe Suppen, wie die berühmt-berüchtigte Yuk-Ge-Sang ,wenn ihr das mal angeboten bekommt, dann Vorsicht, als ich das mal gegessen habe, ist der Koch extra aus der Küche gekommen und hat meine koreanischen Freunde gefragt, ob sie sicher seien, dass ich das essen kann. Es handelt sich um eine Rindfleischsuppe, bei der zuvor Pepperonipulver angebraten wird in Öl und das in die Brühe kommt, was dazu führt, dass immer eine gewisse Menge Chilliöl auf der Suppe herumschwimmt uns ihr einen geradezu apokalyptischen Geschmack verleiht. Ferner wird sie mit Gosari gewürzt, was in der deutsche Küche keine Verwendung findet, biologisch ist es das sogenannte "Adlerfarn".


6. Tee ( tscha )

Die Koreaner trinken auch viel Tee. Gerade für Grüntee-Fans unter euch kann ich nur sagen, versucht mal einen koreanischen Grüntee, solltet ihr ihn in die Hände bekommen. Diese hochklassigen Grüntees werden meistens in Klöstern angebaut und ihr Geschmack ist himmlisch, geschmacklich eher einem Sencha angenähert. Allerdings sind sie auch sündhaft teuer, man zahlt locker mal 40-80 € auf 100g je nach Qualitätsstufe. Ferner trinkt man auch Schwarztee, den die Koreaner Hong-Tsha nennen, also roter Tee. Ginseng-Tee ist in Korea etwas ganz besonderes, denn der koreanische Ginseng ist weltberühmt, da er sehr natürlich angebaut wird und noch so etwas wie eine heilige Pflanze für die Koreaner darstellt, während er in China angebaut wird, wie Kartoffeln. Man baut in Korea sowohl weissen als auch roten Ginseng an. Das Zeug ist sehr berühmt für seine durchblutungsfördernde Wirkung, gerade für alte Leute sehr gut. Nach der traditionellen koreanischen Medizin darf man aber als tendenziell eher schwitzender Mensch keinen Ginseng-Tee trinken, nur als tendenziell eher frierender, idealer Frauentee also :-) .
Weiter sind in Korea auch Getreidetees sehr beliebt, zum Beispiel Gerstentee, Maistee und auch Reistee bzw. Grüntee, dem man Reisschalen bemischt. Ein typischer koreanischer Tee ist auch der Aufguss des Salomonkrautes, bei den Koranern Ddungguleh genannt, schmeckt erdnussähnlich und ist der Tee der Mönche, konzentrationsfördernd und sammelnd, sehr zu empfehlen bei Prüfungssituationen.

7. Ein koreanischer Tisch

Was steht auf einem koreanischen Tisch?
Also, da wäre Kimchi, Suppe, Stäbchen, Reisschale, Kim, Gochujang und verschiedene Beilagen wie frische Zwiebeln, Knoblauch, gertockneter Fisch, Odeng ( eine Art Fischpfannenkuchen ), anderes eingelegtes Gemüse, Jeon ( eine Art Pfannenkuchen aus Kartoffelteig mit verscheidenen Gemüsesorten ), Jeotgal ( salzig-scharfer eingelegter Fisch bzw. Fischinnereien, Muscheln ) usw.
Als Hauptgericht wird in Korea immer nur der Reis betrachtet, das Fleisch gilt als Beilage.

Getrunken werden in Korea verstärkt traditionelle Getränke, weniger Coke oder ähnliches sondern Tee oder traditioneller Alkohol.

Ferner sind die Koreaner die einzigen Asiaten, die traditionell Metallstäbchen benutzen.


8. Fast Food

Korea ist das einzige Land, das mir spontan einfällt unter den asiatischen Landern, das McDonalds nicht wirklich angenommen hat, Korea hat seine eigene Fast-Food Welt, so z.B. koreanische Nudeln, die man in jedem Supermarkt kaufen kann und auch Burger mit verschiedenen koranischen Gerichten drauf.

9. Einige typisch koreanische Gerichte

a) Bulgogi ( gebratenes Fleisch )

Koreanisches Nationalgericht würde ich sagen, es handelt sich um mariniertes Rindfleisch mit natürlichen Fleischzartmachern wie koreanischer Birne, Kiwi, Alkohol u.a. behandelt und am Tisch zubereitet mit einer speziellen Würzmischung. Man isst es traditionell mit Salatblätttern, ähnlich, wie das die Inder oder Afrikaner mit dem Fladenbrot machen, nur man füllt das Salatblatt mit Stäbchen ( ist beim ersten Essen eine Riesensauerei,denn dem durchschnittlichen Europäer fehlt das nötige Geschick, auch wenn er Stäbchen erfahren ist ) mit vielen verschiedenen Beilagen.

b) Jabche

Koreanische Glasnudeln aus Süsskartoffeln mit Gemüse, je nach Region verschieden, teils mit Spinat, aber auch vielem anderen mit einer Sosse aus Sojasosse, Zucker und Sesamöl, sehr lecker. Die Nudeln heissen DDang-Mion ( ich schreibe mit Absicht 2 D ).

c) Mandu

Eigentlich, so weit ich weiss, noch mandschurischer Herkunft bezeichnet dieser Name die koreanischen Maultaschen, gefüllt mit allem möglichen, Glasnudeln, Kimchi, Fleisch, Fisch usw. Es gibt Mandu in kleiner Form, wie unsere Ravioli, oder faustgross, wobei der Teig so fein sein soll, dass man den Inhalt sehen kann. Dieses Gericht ist auch in anderen asiatischen Ländern bekannt.

d) Miok-Guk

Hab ich oben schon erwähnt, Suppe aus Seealgen, bekommt man traditionell zum Geburtstag bzw. auch die Mutter, die ein Kind bekommen hat nach der Geburt aufgrund des hohen Jodgehalts.

e) Kim-Bap

Das ist das koreanische Wort für Sushi, wie ihr vieleicht seht, Kim=Alge / Bap =Reis, also Reis in einer Essigmischung klebrig gemacht und in Seng-Kim, also spezieller Seealge für Sushi, gewickelt und mit allerlei Gemüse, also Rettich, Gurke, Karotten, aber auch Ei oder Thunfisch gefüllt, eine typische Picknickmahlzeit der Koreaner und suuuuperlecker.

f) Neng-mion

Kalte Vollkornnudeln, teils in kalter Brühe, teils in scharfer Sosse serviert. Sie werden oft im Sommer gegessen und kommen ursprünglich aus Nordkorea.

g) Tsa-Sang-Mion

Schwarze Nudeln, also normale Nudeln in einer speziellen Sojabohnenpaste, die sehr dunkel ist, koreanische Spezialität und nicht scharf, schmeckt jedem, der Sojabohnen mag.


h) Bibimbap

Zu Deutsch ungefähr Ducheinander mit Reis, verschiedene Gemüsesorten und eingelegter Rettich mit Rindfleisch auf gebratenem Reis, traditionell mit einem Spiegelei oben drauf. Besonders gerne wird Dolsot-Bibimbap gegessen, aus einem glühend heissen Steintopf. Zu Bibimbap gehört eine traditionelle Sosse der Koreaner, Chogochujang ( gesprochen dschogodschudshang ), sie besteht aus frisch gepressten Knoblauch, Gochujang (scharfe Pepperonipaste ), Essig, Zucker und etwas Sesamöl und wird erst beim Servieren über das Gericht gegeben, jeder so viel wie er möchte.

i) Das verrückteste Nahrungsmittel der Koreaner

Das verrückteste Nahrungsmittel der Koreaner ist ebenfalls eine Trinkbeilage und zwar kleine Tintenfische, Sebal-Nak-Tsi, die lebendig gegessen werden, man tunkt sie in eine Mischung aus Sesamöl und Salz, damit sie sich nirgendwo festsaugen ( es gab schon Erstickungstote deswegen ) und isst sie dann mit Soju, also mit Schnaps, ooouuuuaaaaahhhhh!!!!!

Übrigens, falls ihr "Old Boy" gesehen habt, verwechslt die Viecher nicht, das war ein grosser Oktopus, Nak-Tsi sind viel kleiner. Japaner essen das übrigens auch.


j) Perverse Essgewohnheiten

Immer wieder hört man, dass in Korea Hunde, Katzen, Wale und Schlangen auf dem Speiseplan stehen. Ferner hört man immer wieder, dass vor allem die Hunde grausam zu tode geprügelt werden, bevor sie geschlachtet werden.
Das solltet ihr schnell wieder vergessen, Schlangen und Wale essen die Koreaner schon lange nicht mehr, Walfleisch ist sogar verboten.
Hunde und Katzen stehen in Korea ebenfalls nicht mehr auf dem Speiseplan, das ist ein Relikt aus vergangenen Tagen. Allerdings gibt es durchaus noch Leute, die das Fleisch dieser speziellen koreanischen Hunde essen. Meistens wird das von der traditionellen Medizin als Medikament empfohlen, Hundefleisch ist nachweislich sehr energiereich uind wird aufgrund der ähnlichen Struktur zum menschlichen Gewebe nach schweren Operationen gegessen, Katzenfleisch gilt in Koreas alter Medizin als Rheumamittel, aber Katzenfleisch findet eigentlich keine Anwendung mehr. Die Koreaner haben heutzutage ebenfalls diese Tiere als Haustiere und sie essen vor allem gerne Rindfleisch.



k) Namul

So nennt man pauschal alles, was mit Gemüse zu tun hat, aber auch mit Kräutern, teils gekocht, teils wie Salat angemacht, die Übersetzung dieses universellen Wortes fällt schwer.



l) Süssigkeiten

Die koreanische Süsspeisenwelt ist eine ganz andere, als die europäische. Eines jeden Koreaners Lieblingssüssigkeit ist zweifelsohne Doagg, was übrigens dasselbe ist, wie das, was die Japaner Mozi nennen. Es handlet sich um eine Art von Reiskuchen, der meist recht klebrig und weich ist. Es gibt allerdings unzählige Arten von Doagg, wobei ich mit diesem Artikel nächstes Jahr noch nicht fertig wäre, wenn ich jede Art aufzählen wollte. Ich werde mich also auf wenige Ausnahmen beschränken, ohne die ein Korea-Bericht einfach unvollständig wäre.

Zunächst muss man abgrenzen zwischen der Süssigkeit Doagg und dem Hauptgericht Doagg. Es gibt hier den Doagg für die Suppe, eine weiche Masse aus Klebereis, die man in Würstchenform oder in Scheiben geschnitten kauft ( wenn man das nicht selber macht, aber dafür hat kaum jemand Zeit ) und in die Suppe gibt, was dann Doagg-Guk heisst ( traditionelles Neujahrsgericht ), oder es in Sossen kocht ( Sojasoße ( koreanisch: Gandshang) oder Godshudsang und Gemüse, das heisst dann Doagg-Boki.

Die Süssigkeit Doagg ist nun das eigentlich interessante. Fragt man einen Koreaner, was isst man zu diesem oder jenem Fest?, dann antwortet er mit 99%iger Wahrscheinlichkeit mit: Doagg!

Es gibt ihn farbig oder weiss, gefüllt, mit Zucker, gerne auch mit Bohnen, eine traditionelle Art zu süssen, in Kugeln, als Fläche, als Halbmond, er gehört einfach überall dazu und in Korea kann man riesige Geschäfte sehen, in denen es nur eines gibt: Doagg!
Das traditionellste Fest, an dem in Korea Doagg geschenkt wird, ist der zweite bzw. erste Geburtstag ( die Koreaner rechnen die Geburt als ersten Geburtstag ). An diesem Tag wird aufgrund der hohen Kindersterblichkeit der früheren Zeiten das Kind mit Doagg überhäuft, da es nach dem ersten Jahr gute Chancen hat, zu überleben.

Besonders bekannt:

1. Shiru-Doagg

Pfannen Doagg, sieht aus, wie ein grosser flacher Kuchen auf einem Blech, wird mit Bohnen belegt und warm gegessen, leicht süss und suuuuuperlecker!

2. Jab-Sal-Doagg

Wörtlich: Klebereisdoagg, kleine Kugeln aus gummiartigem Reisteig mit weichem knatschigen Bohnenbrei gefüllt, eine geschmackliche Sensation, bei Gelegenheit unbedingt probieren!!


3. Song-Pjaon

Gefüllter Doagg, kleine Halbmonde mit einer Zucker-Sesammehl Füllung, wobei die Füllung nach Region variiert.

II. Land, Leute, Mentalität

Die Koreaner und ihr Land zu beschreiben ist nicht so ganz einfach. Zunächst, Korea besteht aus mehreren, nennen wir das mal Provinzen, nämlich Gangoando, Tschungtschangdo, Dshaollado, Keongsangdo und Keongkido ( Umgebung von Seoul ). Es gibt hier kalte Regionen, wie Gangoando, das einzige Skigebiet in ( Süd- ) Korea und es wird in Taegu, der Hauptstadt von Keongsangdo, im Sommer bis zu 40 Grad heiss, das Klima ist also durchwachsen.

Die Koreaner sind unter den Asiaten wohl mitunter die konservativsten, was hauptsächlich wohl daran liegt, dass irgendwann mal der Konfuzianismus zur politischen Idee wurde und auch wenn das heute nicht mehr so ist, so ist diese recht konservative Richtung heute noch deutlich zu spüren, vor allem in der Gesellschaft, nicht so sehr in der Religion. Es handelt sich um eine stark patriarchalische Geselllschaft, die sehr viel Wert auf den Respekt vor den Älteren legt. Weil das in Korea so konsequent praktiziert wird, funktioniert dort teilweise noch ein Zusammenleben von drei Generationen auf engstem Raum, da die Autorität der ersten Generation von keinem in Frage gestellt wird. Der aussergewöhnliche Respekt der Koreaner vor den Älteren zeigt sich im Alltagsleben nicht nur in der obligatorischen Verbeugung, sondern auch in einem sehr genauen und detaillierten Anredekodex, der genau unterscheidet ob Frau zu Mann, Mann zu Frau, älter zu jünger oder jünger zu älter, verheiratet zu verheiratet, verheiratet zu unverheiratet oder unverheiratet zu unverheiratet.
Das mag anfänglich ein wenig penibel wirken, jedoch ist zu beobachten, dass durch diese Kultur sich die Koreaner oft durch eine aussergewöhnliche Rücksichtnahme auszeichnen. Sie sind ein sehr höfliches Volk und wenn man sie als Freunde hat, so stellt man sehr schnell fest, dass man sich auf sie verlassen kann.

Die Koreaner haben eine sehr ausgeprägte Kultur der Gastfreundlichkeit, wenn man in ein koreanisches Haus eingeladen wird, dann sollte man davor tagelang fasten, denn man wird mit allem vollgestopft, was da ist. Es gilt ferner als besonders höflich, wenn man viel isst.

In Bezug auf Körperkontakt sind die Koreaner zurückhaltend, man sollte zum Beispiel nicht unbedingt einer typischen Koreanerin, die noch nicht angepasst ist, die Hand zu geben versuchen, das wird oft als Beleidigung angesehen, so etwas, wenn überhaupt, darf nur von der Frau ausgehen.

Religiös stellt man sich die gesamten Asiaten gerne als Buddhisten oder Shintoisten vor. Ganz so einfach ist das aber in Korea nicht. Die religiösen Wurzeln des Landes liegen im Schamanismus, einer sehr naturverbundenen Lehre der Geisterwelt. Dieser Kult ist aber fast ausgestorben. Heutzutage ist Korea hauptsächlich christlich, ich denke zu über 50%, der Rest ist wohl hauptsächlich buddhistisch, der Islam ist in Korea kaum zu finden. Bezüglich des Buddhismus verschwimmen hier oft buddhistische und konfuzianistische Lehre, Korea hat definitiv einen eigenen Buddhismus, der nicht mit der ursprünglichen Lehre konform geht, das werde ich hier aber nicht weiter ausführen.
Im Bereich des Christentums ist Korea ein wenig anders geprägt, als die europäischen Länder, es gibt zum Beispiel keine protestantische Hauptkirche, sondern lediglich die Splittergruppen, die wir hier als Baptisten, Methodisten, Pietisten usw. kennen. Das führt dazu, dass in Korea die katholische Kirche einen recht liberalen Ruf hat gegenüber den sehr konservativen protestantischen Gruppierungen.


Die Koreaner mögen tendenziell die Japaner und die Amerikaner nicht besonders gerne, was allerdings nicht allzu verwunderlich ist, wenn man ein bisschen über die Geschichte Bescheid weiss.

Korea stand lange Zeit unter japanischer Besatzung, genauer gesagt stand Korea ab 1905 unter japanischem Protektorat und ab 1910 stand Korea unter japanischer Herrschaft bis 1945.Die Japaner waren in dieser Zeit nicht allzu pingelig im Umgang mit den Unterworfenen, so wurde sehr genau versucht, alles, was das koreanische Volk in seiner Identität ausmachte, auszurotten. In meinen Augen das grausamste, was die Japaner versucht haben, ist, dass sie versuchten, den Koreanern ihre Sprache wegzunehmen ( !!!!!!! ), weswegen der Wiederstand sich auch damals Hangeul ( so heisst die Sprache der Koreaner auf koreanisch ) genannt wurde, es wurden die Schulen nur mit japanischen Lehrern besetzt und die ganzen Namen in japanische geändert. Es geschahen ähnliche Dinge, wie im dritten Reich, wie z.B. Bücherverbrennungen. Auch an blutigen Massakern fehlte es nicht, so wird heute noch in Korea des Tages der Studentenproteste gegen die Japaner gedacht an jedem 1. März, der in einem Massaker gipfelte mit beispiellosen Totenzahlen an vor allem sehr jungen Leuten. Sehr bekannt geworden sind auch die Frauen, die von den Japanern scharenweise zur Prostitution gezwungen wurden und auf menschenunwürdigste Weise ausgebeutet wurden, um die Soldaten zu erfreuen, die sogenannten Trostfrauen, sie sind heute alt und werden von den Koreanern liebevoll "Grossmütterchen" genannt und geniessen trotz der Schande ein grosses Ansehen.


Die nicht allzu grosse Liebe zu den Amerikanern verdanken die Koreaner dem Korea-Krieg und vor allem seinen Nachwirkungen. Wer vielleicht ein bisschen politisch interessiert ist, kennt vielleicht den sogenannten "Sofa-Vertrag" zwischen Korea und den USA, welcher ein absoluter Knebelvertrag ist für die Koreaner und sie von Amerika abhängig macht. Ferner haben auch die amerikanischen Besatzungstruppen bzw. die stationierten Truppen in Südkorea nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sind doch so einige Umweltkathastrophen auf sie zurückzuführen und es gab immer wieder Ärger mit amerikanischen Besatzungstruppen, so z.B. weil 2 Schulmädchen mit Panzern überfahren wurden. Dazu kommt, dass die Amerikaner öfters unter dem Druckmittel ausbleibender wirtschaftlichen Beihilfen und anderer Saktionen den Koreanern ihre veralteten Waffensystheme andrehen oder sie zwingen, amerikanische Lebensmittel zu billigeren Preisen als die koreanischen zu verkaufen, was sich erst kürzlich in den Demos der koreanischen Landwirte bemerkbar gemacht hat. All das hat nicht unbedingt zum guten Verhältnis der beiden Nationen beigetragen.


III. Die Sprache

Die koreanische Sprache besteht, im Gegensatz zu den chinesischen oder japanische Zeichen aus einem ganz normalen Alphabet von Buchstaben. Es beinhaltet 17 Konsonanten und 11 Vokale und ist verhältnismässig schnell zu erlernen, im Vergleich mit den ca. 60000 Zeichen der Chinesen. Da aber chinesisch bei der Entwicklung der koreanischen Sprache ( Hangeul ) maßgeblich beteiligt war, muss man wohl oder übel beim Lernen der koreanischen Sprache auch etwas Chinesisch lernen.

Das Klischee, dass die Asiaten kein "R" sagen können, trifft übrigens auf die Koreaner nicht zu, es ist nur so, dass sie es gerne verwechseln, da "R" und "L" ein und dasselbe Zeichen sind und nur durch Sprachgewohnheit definiert werden, was es einem Europäer nicht gerade leicht macht, das zu lernen. Der Klang der koreanischen Sprache ist schwer einzuordnen, die verschiedenen Provinzen haben sehr ausgeprägte Dialekte, die sehr unterschiedlich klingen. Allgemein ist weniger Intonation dabei, als bei den Chinesen und es klingt weicher als Japanisch. Es gibt allerdings einige Buchstaben, die in der koreanischen Sprache fehlen, so z.B. das W, das V, das X und das F, was eher die problematischen Laute sind. Es sind allerdings einige etwas ungewöhnliche Laute im koreanischen, wie eine Kreuzung aus A und O, was dazu führt, dass man das Schwäbische in koreanischen Buchstaben sehr leicht schreiben kann, was einem in deutschen Buchstaben schwer fallen kann.

Einige Alltagsausdrücke ( so lesen wie geschrieben ):

Aneonghassejo- Guten Tag ( wörtlich: seien Sie friedlich )
Aneonghi dshumussejo- Gute Nacht
Otokeh dshinässejo- wie geht es Ihnen?
Auf Wiedersehen- Aneonghigässejo / Aneonghigassejo
( ersteres für den der geht, zweiteres für den der bleibt )
Dshanmaneo-- Gern geschehen
Kamsahabnida- Danke

Die Höflichkeitsform steckt im koreanischen in der Anrede oder in der Verbendung, teils auch in beidem, am meisten hört man die Höflichkeitsendsilbe -jo.




IV. Koreanischer Sport

Jeder hat wahrscheinlich das mittlerweile zur Modesportart verkommene Taekwondo schon irgendwo mal gehört oder gesehen. Es ist ( mittlerweile neben Baseball ) die koreanische Nationalsportart und wird in Korea jedem beigebracht, der zum Militär geht, also alle Männer haben zwingend schon durch den Wehrdienst den schwarzen Gürtel, da das beim Militärischen Dienst Pflicht ist. Es ist eine reine Kampfsportart, keine Kampfkunst oder gar Selbstverteidigung, jedenfalls so, wie es in Europa unterrichtet wird und in der Form, wie es olympische Disziplin geworden ist, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es die Bewegung sehr schult und zu einer stabilen und drahtigen körperlichen Konstitution führt, ferner ist es ein ideales Fittness- und Ausdauer- und Stretchtraining.
Es gibt noch eine andere koreanische Art des Kampfes, das Hap-Ki-Do, eher im Bereich der Selbstverteidigung anzusiedeln und im Gegensatz zu Taekwondo fürchterlich effizient.


V. Mythen und Legenden

Die berühmteste koreanische Legende ( Dangeun Shinhoa ) handelt von zwei Tieren, einem Bären und einem Tiger, die gerne Menschen werden wollten, und die so den dritten Sohn Gottes, der die Erde sehr mochte baten, er möge sie zu Menschen machen. Dieser stellte ihnen die Aufgabe, dass sie sich 100 Tage lang nur von Knoblauch und noch einer andern Pflanze ernähren dürften und in einer Höhle ohne Licht bleiben müssten, was dem Bären gelang, dem Tiger jedoch nicht.
So wurde aus dem Bären eine wunderschöne Frau, Ung Jao, die Mutter aller Koreaner, welche dann von eben dem dritten Sohn Gottes geschwängert wurde und dann Ddangeun geboren hat, den Uran aller Koreaner, der Tiger aber blieb Tiger.


Diese Legende würde erklären, warum die Koreaner so viel und so gerne Knoblauch essen, es werden da aber keine Parallelen gezogen.


So, an dieser Stelle vielen Dank an meine koreanischen Freunde, die mir so viel Wissen über ihr Land vermittelt haben, insbesondere Herrn Seong, Frau Yun, Hern Lee und Frau Yoo.


Zuletzt noch ein kleiner Tip von mir: geht unbedingt mal koreanisch essen! Und falls ihr Fragen zu diesem Land haben solltet, immer her damit, wie ihr sehen könnt, liegt es mir sehr am Herzen.


euer
Innocence667

12 Bewertungen, 7 Kommentare

  • jockel2001

    13.06.2006, 12:54 Uhr von jockel2001
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super geschrieben! Jo

  • anonym

    09.06.2006, 23:24 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht...lg inspire

  • barbu

    08.06.2006, 23:21 Uhr von barbu
    Bewertung: sehr hilfreich

    very good!

  • SuicideToday

    08.06.2006, 09:37 Uhr von SuicideToday
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und lg

  • bodspy

    08.06.2006, 01:56 Uhr von bodspy
    Bewertung: sehr hilfreich

    * * * SEHR HILFREICH * * * Liebe Grüße.. RenÖ ;o))

  • sonnenkinder

    08.06.2006, 00:16 Uhr von sonnenkinder
    Bewertung: sehr hilfreich

    super ausführlich! LG steffi

  • presscorpse

    07.06.2006, 23:47 Uhr von presscorpse
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh ! lg presscorpse