Volksschauspiele, Ötigheim Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von NB112
Muss man gesehen haben
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo allerseits,
heute möchte ich über die Volksschauspiele in Ötigheim, Deutschlands größter Freilichtbühne berichten.
Zur Geschichte:
Die Volksschauspiele in Ötigheim, wurden im Jahre 1906 durch den Pfarrer Joseph Saier, der sein Amt als Priester im Jahre 1905 dort aufnahm, ins Leben gerufen. (Zur Information, Ötigheim ist eine kleine Gemeinde zwischen Karlsruhe und Baden Baden). Zur Bühne wurde eine nahegelegenen Kiesgrube von Zahlreichen freiwilligen Helfern und Helferinnen umgebaut, und am 30.09.1906 wurde das Stück „Die beiden Tilliy“ uraufgeführt. Da das Stück bei der Bevölkerung großen Anklang fand, wurde es im darauffolgenden Jahr einige Male wiederholt. Danach ruhte für 3 Jahre die Bühne, bis 1910 mit Schillers „Willhelm Tell“ der Durchbruch der Schauspiele begann. Das Stück wurde in den Darauffolgenden 3 Jahren von über 100 000 Zuschauern besucht. Dieses Stück ist das bis heute meist Aufgeführte Drama der Volksschauspiele, und die Ötigheimer gaben der Bühne daraufhin den Namen „Tellplatz“, der bis heute geblieben ist.
Mitwirkende
Mittlerweile sind die Volksschauspiele in Ötigheim nicht mehr wegzudenken, und sie Zählen ca. 1300 Mitgliedern die am Spielgeschehen vor oder hinter der Bühne teilhaben. Schon die kleinsten wirken auf der Bühne mit, und werden je nach Stück selbst im Kinderwagen schon auf die späteren großen Rollen vorbereitet. Die Schauspieler kommen alle aus den eigenen Reihen und führen ihre Arbeit zu meist ehrenamtlich durch. Allerdings kann es auch vorkommen, dass man eine Rolle mit den eigenen Kräften nicht besetzten kann, so zum Beispiel bei dem Stück: Der Brandner Kasper und das Ewige Leben, dort wurde, soviel ich weiß, zum ersten mal für eine Hauptrolle der Staatsschauspieler Toni Berger für die Rolle des Borndelkramers (der Tod) verpflichtet.
Bühne
Die Bühne selbst besitzt 3 Feststehende Gebäude, die sich auf einer Breite von ca. 175 m und einer Tiefe von ca. 60 m verteilen. Je nach Aufführung können diese Gebäude von den eigenen Bühnenbildnern passend zum Stück umfunktioniert werden.
Eines davon ist auf der linken Seite auf einer Erhebung platziert das zu den jeweiligen Spielen mal als Burg, Schloss oder Kirche umgebaut wird. Der Mittelbau ist der Größte dieser Anlage, wobei das Grundgerüst dieses Gebäudes aus 24 Säulen (6 Stück in der Breite, und 4 Stück nach hinten) und einem festen Dach besteht. Die Säulen sind so umbaut, wie sie für das jeweilige Stück benötigt werden. Alleine dieser Bau dürfte eine Breite von ca. 25 m und eine Höhe von ca. 18 m haben. Dort ist auch das Hauptgeschehen der Spiele ausgerichtet. Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls eine feststehende Kulisse. Zwischen dem Hauptbau in der Mitte und dem linken Bau befindet sich eine Vertiefung, die je nach Spiel zu einem See umfunktioniert wird. Wie zum Beispiel beim: Das Weisse Rössel am Wolfgangsee
Zuschauer
Da die Spiele mittlerweile bei jeder Witterung stattfinden, ist der Zuschauerraum überdacht, und bietet Platz für über 4000 Zuschauer. Und dass sie wirklich bei jeder Witterung spielen kann ich nur bestätigen. Wenn ich an meine erste Aufführung denke, 1966 die Nibelungen, brach ausgerechnet nach der Ermordung von Siegfried durch Hagen ein Wolkenbruch herunter. Der Siegfried lag in seiner offenen Holzkiste, das Wasser ronn über die Seiten heraus, aber er rührte sich kein bisschen. Den Schauspielern klebten die Kleider am Leibe, aber keiner ließ sich irgend etwas anmerken.
Dass die Spiele zu jeder Witterung stattfinden, liegt auch daran, dass sie in Deutschland einen mittlerweile hohen Bekanntheitsgrad haben, und die Besucher von überall auch mit Bussen angereist kommen. Ich würde mich auch ärgern, wenn ich von Berlin mit dem Bus anreisen müsste, und die Vorstellung wegen schlechtem Wetter ins Wasser fallen würde. Dazu schon mal ein großes Lob an die Mitwirkenden.
Inszenierungen
In der Hauptsache werden Christliche oder Monumentalstücke wie z. B. Die Passion, das Welttheater, Josef von Ägypten, Ben Hur, Quo Vadis, Die Nibelungen, Götz von Berlichingen, die Jungfrau von Orleans, Jedermann, natürlich den Wilhelm Tell usw. usw. Aber auch Operetten und Singspiele finden ihren Anklang wie das Schwarzwaldmädel oder wie oben schon erwähnt das weisse Rössel. Aber auch für die kleinen Zuschauer sind die Volksschauspiele ein Begriff, da jedes Jahr auch für sie was auf dem Spielplan steht. Meistens sind es Märchen, wie der gestiefelte Kater, Schneewittchen, das tapfere Schneiderlein, Max und Moritz usw.
Pro Jahr werden in der Regel 2 – 3 Stücke verschiedener Kategorie aufgeführt. So waren dies im Jahre 2002 zum einen Quo Vadis, die Zauberflöte und für die kleinen Zuschauer Ali Baba und die 40 Räuber.
Wer alle Stücke genau wissen will, kann dies auf der Webseite www.volksschauspiele.de nachlesen.
2003 stehen die Rockoper Jesus Christ Superstar, Julis Cäsar und für die kleinen Gäste Max und Moritz auf dem Spielplan.
Zu diesen Aufführungen kommt pro Jahr noch zusätzlich ein festliches Konzert mit auf den Plan, wo auch die Opernfreunde ihre Freude daran haben. Da dies allerdings nicht so meine Wellenlänge ist, erlaube ich mir diesen Part zu übergehen.
Spielzeit und Preise
Da es sich ja um eine Freilichtbühne handelt ist es anzunehmen dass die Spielzeit sich in den Sommermonaten aufhält. So beginnt die Spielsaison im Juni, und endet ende August. Die Preise sind im humanen Bereich und in 5 Kategorien eingeteilt.
1. Loge ( 20 – 22 € Kindervorstellung 10 € )
2. Sperrsitz I (16 – 18 € Kindervorstellung 8 € )
3. Sperrsitz II ( 13 – 15 € Kindervorstellung 6 € )
4. 1. Platz ( 10 – 12 € Kindervorstellung 5 €
5. 2. Platz ( 7 – 9 € Kindervorstellung 4 € )
Da die Preise allerdings auch für die jeweiligen Aufführungen unterschiedlich sind habe ich oben zwei Zahlen bekannt gegeben. Die erste ist für Julius Cäsar und das festliche Konzert, und die zweite für Jesus Christ Superstar. Näheres dazu ebenfalls auf der Webseite.
Fazit
Da es für mich natürlich ein Heimspiel ist, wohne nur ca. 10 Km davon entfernt, ist es wohl klar, dass die Volksschauspiele in Ötigheim jedes Jahr auf dem Programm stehen. Für mich, meine Freunde und Bekannte ( mittlerweile hat sich schon ein rechter Stamm gebildet, so dass wir immer zwischen 10 und 20 Personen sind ) ist es immer wieder ein schöner und gelungener Abend. Ich empfehle allerdings die Abendvorstellungen zu besuchen, da sich diese aufgrund der Lichteffekte nochmals hervorheben. So wie z. B. im letzten Jahr bei Quo Vadis, als so gegen 21:30 h Rom angezündet wurde, die halbe Bühne in Flammen stand und im Mittelbau die Wände einstürzten. Ein hoch den Pyrotechnikern die dieses Schauspiel überwachten.
Der Vorverkauf für 2003 beginnt am 13. Januar, und da ich wieder meine guten Plätze haben möchte werde ich mich dann wohl auf den Weg machen um mir meine Karten zu sichern.
So, und nun wünsche ich allen Lesern noch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, und vielleicht sieht man sich ja mal in Ötigheim....
Gruß Norbert
heute möchte ich über die Volksschauspiele in Ötigheim, Deutschlands größter Freilichtbühne berichten.
Zur Geschichte:
Die Volksschauspiele in Ötigheim, wurden im Jahre 1906 durch den Pfarrer Joseph Saier, der sein Amt als Priester im Jahre 1905 dort aufnahm, ins Leben gerufen. (Zur Information, Ötigheim ist eine kleine Gemeinde zwischen Karlsruhe und Baden Baden). Zur Bühne wurde eine nahegelegenen Kiesgrube von Zahlreichen freiwilligen Helfern und Helferinnen umgebaut, und am 30.09.1906 wurde das Stück „Die beiden Tilliy“ uraufgeführt. Da das Stück bei der Bevölkerung großen Anklang fand, wurde es im darauffolgenden Jahr einige Male wiederholt. Danach ruhte für 3 Jahre die Bühne, bis 1910 mit Schillers „Willhelm Tell“ der Durchbruch der Schauspiele begann. Das Stück wurde in den Darauffolgenden 3 Jahren von über 100 000 Zuschauern besucht. Dieses Stück ist das bis heute meist Aufgeführte Drama der Volksschauspiele, und die Ötigheimer gaben der Bühne daraufhin den Namen „Tellplatz“, der bis heute geblieben ist.
Mitwirkende
Mittlerweile sind die Volksschauspiele in Ötigheim nicht mehr wegzudenken, und sie Zählen ca. 1300 Mitgliedern die am Spielgeschehen vor oder hinter der Bühne teilhaben. Schon die kleinsten wirken auf der Bühne mit, und werden je nach Stück selbst im Kinderwagen schon auf die späteren großen Rollen vorbereitet. Die Schauspieler kommen alle aus den eigenen Reihen und führen ihre Arbeit zu meist ehrenamtlich durch. Allerdings kann es auch vorkommen, dass man eine Rolle mit den eigenen Kräften nicht besetzten kann, so zum Beispiel bei dem Stück: Der Brandner Kasper und das Ewige Leben, dort wurde, soviel ich weiß, zum ersten mal für eine Hauptrolle der Staatsschauspieler Toni Berger für die Rolle des Borndelkramers (der Tod) verpflichtet.
Bühne
Die Bühne selbst besitzt 3 Feststehende Gebäude, die sich auf einer Breite von ca. 175 m und einer Tiefe von ca. 60 m verteilen. Je nach Aufführung können diese Gebäude von den eigenen Bühnenbildnern passend zum Stück umfunktioniert werden.
Eines davon ist auf der linken Seite auf einer Erhebung platziert das zu den jeweiligen Spielen mal als Burg, Schloss oder Kirche umgebaut wird. Der Mittelbau ist der Größte dieser Anlage, wobei das Grundgerüst dieses Gebäudes aus 24 Säulen (6 Stück in der Breite, und 4 Stück nach hinten) und einem festen Dach besteht. Die Säulen sind so umbaut, wie sie für das jeweilige Stück benötigt werden. Alleine dieser Bau dürfte eine Breite von ca. 25 m und eine Höhe von ca. 18 m haben. Dort ist auch das Hauptgeschehen der Spiele ausgerichtet. Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls eine feststehende Kulisse. Zwischen dem Hauptbau in der Mitte und dem linken Bau befindet sich eine Vertiefung, die je nach Spiel zu einem See umfunktioniert wird. Wie zum Beispiel beim: Das Weisse Rössel am Wolfgangsee
Zuschauer
Da die Spiele mittlerweile bei jeder Witterung stattfinden, ist der Zuschauerraum überdacht, und bietet Platz für über 4000 Zuschauer. Und dass sie wirklich bei jeder Witterung spielen kann ich nur bestätigen. Wenn ich an meine erste Aufführung denke, 1966 die Nibelungen, brach ausgerechnet nach der Ermordung von Siegfried durch Hagen ein Wolkenbruch herunter. Der Siegfried lag in seiner offenen Holzkiste, das Wasser ronn über die Seiten heraus, aber er rührte sich kein bisschen. Den Schauspielern klebten die Kleider am Leibe, aber keiner ließ sich irgend etwas anmerken.
Dass die Spiele zu jeder Witterung stattfinden, liegt auch daran, dass sie in Deutschland einen mittlerweile hohen Bekanntheitsgrad haben, und die Besucher von überall auch mit Bussen angereist kommen. Ich würde mich auch ärgern, wenn ich von Berlin mit dem Bus anreisen müsste, und die Vorstellung wegen schlechtem Wetter ins Wasser fallen würde. Dazu schon mal ein großes Lob an die Mitwirkenden.
Inszenierungen
In der Hauptsache werden Christliche oder Monumentalstücke wie z. B. Die Passion, das Welttheater, Josef von Ägypten, Ben Hur, Quo Vadis, Die Nibelungen, Götz von Berlichingen, die Jungfrau von Orleans, Jedermann, natürlich den Wilhelm Tell usw. usw. Aber auch Operetten und Singspiele finden ihren Anklang wie das Schwarzwaldmädel oder wie oben schon erwähnt das weisse Rössel. Aber auch für die kleinen Zuschauer sind die Volksschauspiele ein Begriff, da jedes Jahr auch für sie was auf dem Spielplan steht. Meistens sind es Märchen, wie der gestiefelte Kater, Schneewittchen, das tapfere Schneiderlein, Max und Moritz usw.
Pro Jahr werden in der Regel 2 – 3 Stücke verschiedener Kategorie aufgeführt. So waren dies im Jahre 2002 zum einen Quo Vadis, die Zauberflöte und für die kleinen Zuschauer Ali Baba und die 40 Räuber.
Wer alle Stücke genau wissen will, kann dies auf der Webseite www.volksschauspiele.de nachlesen.
2003 stehen die Rockoper Jesus Christ Superstar, Julis Cäsar und für die kleinen Gäste Max und Moritz auf dem Spielplan.
Zu diesen Aufführungen kommt pro Jahr noch zusätzlich ein festliches Konzert mit auf den Plan, wo auch die Opernfreunde ihre Freude daran haben. Da dies allerdings nicht so meine Wellenlänge ist, erlaube ich mir diesen Part zu übergehen.
Spielzeit und Preise
Da es sich ja um eine Freilichtbühne handelt ist es anzunehmen dass die Spielzeit sich in den Sommermonaten aufhält. So beginnt die Spielsaison im Juni, und endet ende August. Die Preise sind im humanen Bereich und in 5 Kategorien eingeteilt.
1. Loge ( 20 – 22 € Kindervorstellung 10 € )
2. Sperrsitz I (16 – 18 € Kindervorstellung 8 € )
3. Sperrsitz II ( 13 – 15 € Kindervorstellung 6 € )
4. 1. Platz ( 10 – 12 € Kindervorstellung 5 €
5. 2. Platz ( 7 – 9 € Kindervorstellung 4 € )
Da die Preise allerdings auch für die jeweiligen Aufführungen unterschiedlich sind habe ich oben zwei Zahlen bekannt gegeben. Die erste ist für Julius Cäsar und das festliche Konzert, und die zweite für Jesus Christ Superstar. Näheres dazu ebenfalls auf der Webseite.
Fazit
Da es für mich natürlich ein Heimspiel ist, wohne nur ca. 10 Km davon entfernt, ist es wohl klar, dass die Volksschauspiele in Ötigheim jedes Jahr auf dem Programm stehen. Für mich, meine Freunde und Bekannte ( mittlerweile hat sich schon ein rechter Stamm gebildet, so dass wir immer zwischen 10 und 20 Personen sind ) ist es immer wieder ein schöner und gelungener Abend. Ich empfehle allerdings die Abendvorstellungen zu besuchen, da sich diese aufgrund der Lichteffekte nochmals hervorheben. So wie z. B. im letzten Jahr bei Quo Vadis, als so gegen 21:30 h Rom angezündet wurde, die halbe Bühne in Flammen stand und im Mittelbau die Wände einstürzten. Ein hoch den Pyrotechnikern die dieses Schauspiel überwachten.
Der Vorverkauf für 2003 beginnt am 13. Januar, und da ich wieder meine guten Plätze haben möchte werde ich mich dann wohl auf den Weg machen um mir meine Karten zu sichern.
So, und nun wünsche ich allen Lesern noch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, und vielleicht sieht man sich ja mal in Ötigheim....
Gruß Norbert
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