Wacken Open Air Testbericht

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ab 20,08
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Erfahrungsbericht von Karima

The Holy Wacken Land

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bei meinem Weg durch Yopi bin ich darauf aufmerksam geworden, dass bisher noch kein Festivalbesucher einen Bericht über Wacken geschrieben hat, daher werde ich das nun übernehmen!
Ich hoffe zur Zufriedenheit aller, da ich (die Leute die mich kenne wissen es) eher im Bereich Gedichte, Prosa etc. tätig.

Also fangen wir an :

1. Was ist Wacken.

Für alle, denen dieser Begriff nichts sagt : Wacken ist zum einen ein kleines Dorf in Schleswig - Holstein (ca. 1800 Einwohner), nahe Itzehoe,(www.wacken.de) aber Wacken ist auch eines der größten (ich will nicht sagen das größte, da hab ich keine fundierten Fakten habe) Heavy Metal Festivals der Welt, das mittlerweile jährlich über 35 000 Fans anzieht, die sich an mindestens 60 Bands und unzähligen Verkaufs - und Freßständen ergötzen (www.wacken.com).
Es findet jährlich Ende Juli anfang August statt, vor 2 Jahren verteilten sich die Bands noch auf 2 Tage, mittlerweile sind es 3 Tage.
Beginn ist immer Donnerstag abend, das letzte Konzert findet Samstag nacht / Sonntag morgen statt.






2. Anfahrt/Unterkunft/Camping

Als Anfahrtsmöglickeiten bietet sich natürlich das Auto, wem das jedoch zu stressig ist, der hat die Möglichkeit mit der deutschen Bahn zu fahren, um dann von Itzehoe aus mit dem Pendelbus zum Gelände zu gelangen. Oder auch mit der Metaltrain, die diverse Metalheadz in ganz Deutschland aufpickt und nach Wacken bringt, oder auch mit einem Bocktours Bus, die Fahrten nach Wacken organisieren. (Preise für Bocktours bzw. Metaltrain auf der Wackenseite zu erfahren)
Unterkommen kann man im Dorf Wacken in einem Hotel (Preise kenne ich nicht, bin Hardcorecamperin) oder auch bei Privatpersonen, es gibt einige Wacker die Zimmer vermieten für diese Woche.
Wie jedes Festival besitzt aber auch Wacken ein Campinggelände, die einzelnen Plätze sind nummeriert von B bis O und auf Feldern rund im die Festival Area verteilt.
Offizielle Eröffnung des Geländes ist Montag abend oder Dienstag morgen, aber inoffiziell haben die Metalheadz schon ab Sonntag die Möglichkeit ihre Zelte (und was für Zelte, da kommt man teilweise aus dem Staunen nicht mehr raus ich sag nur Kelten und Wickinger Lager) im Holy Wacken Land aufzuschlagen, was viele auch Nutzen.
Es gibt sowohl Park & Camp Plätze, als auch reine Campingplätze.
Die reinen Campingplätze sind kostenlos, für Park & Camp muss man jedoch bezahlen.
Pro Auto 20 Eur, Pro Motorrad 5 Eur.
Ich finde diesen Betrag jedoch tragbar, da die meisten mit einem Auto voller Leute ankommen. Nimmt man z.b. einen PKW mit 4 Leuten, hat jeder 5 Euro zu bezahlen, dafür, dass der Müll von anderen weggeräumt wird *gg*
Das Campinggelände besteht aus abgemähten Feldern und ist sehr übersichtlich, sowie gut aufgeteilt. Von jedem Platz aus kommt gelangt man gut zur Festival Area


3. Sanitäre Anlagen

Nun...ein leidiges Thema wie jeder Festivalbesucher weiß.
Wacken hat pro Campingplatz eine Dixizone in der ca. 10 Dixis stehen (vielleicht sind es auch mehr, ich hab sie nie gezählt), sowie auf dem gesamten Gelände 2 Sani und Duschcamps in denen sich Toiletten mit Wasserspülung befinden, sowie Duschen, die aber nicht unbedingt warmes Wasser. Weitere Toiletten mit Spülung befinden sich in der Festival Area, die in diversen Ecken zusätzlich mit Dixis und Pinkelrinnen gepflastert ist.
Toiletten mit Spülung Kosten pro Benutzung 50 cent, Duschen (ohje *gehirnanstreng*) ich glaub 5 eur, aber korrigiert mich, wenn ich mich täusche.
Über die Sauberkeit der Dixis kann ich nicht viel sagen, da ich es prinzipiell vermeide, diese zu betreten, ich weiß nur, sie werden einmal pro tag gereinigt.
Die Sanis auf dem Campinggelände waren immer sauber und es gab genug Klopapier.
Ein weiterer Vorteil, den ich hier unbedingt anmerken muss, ist das Schlangestehen an den Toiletten. Normalerweise ist die holde Weiblichkeit immer damit gestraft, doch hier nicht!!!! Ob es nun bei den Sanitären Anlagen auf dem Gelände war, oder in einem Restaurant unten im Dorf, ich musste nie in der Schlange stehen, auf meinen Freund hingegen durfte ich regelmäßig eine halbe oder auch 3/4 Stunde warten...*ggg* es gibt nun mal weitaus mehr männer als frauen hier...mich würde da mal eine statistik interessieren...*gg*
aber weiter im Text

4. Die Besucher

Wie auch wir, machen sich jährlich über 35 000 Leute auf nach Wacken, einige sind schon von anfang an dabei, andere zum ersten Mal, doch sie haben alle eines gemeinsam (ja, eine Vorliebe für Metal) aber auch eine große Offenheit und Bereitschaft zur Kommunikation.
Ich habe noch nie soviele Menschen aus so unterschiedlichen Regionen gesehen, die sich so gut verstehen.
Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, aus Spanien, Italien, Frankreich, Schottland, Holland, Polen, Litauen, Österreich, Schweiz, Norwegen um nur einige aufzuzählen, ich habe sogar mal jemanden aus New Mexico kennengelernt, da war ich baff.
Dieses Festival hat wirklich die freundlichsten Besucher, so etwas habe ich noch auf keinem Festival erlebt. Man kommt an, will sein Zelt aufbauen und schon ist jemand da,der einem hilft.
Man sitzt vor der Bühne und wartet auf das nächste Konzert und beginnt sich einfach mit den Leuten drumherum zu unterhalten.
Bekommt von seinen Zeltnachbarn ein Bier angeboten oder abends im Headbangersballroom einfach mal eins in die Hand gedrückt!
Wacken ist für mich, wie eine riesige Familienfeier.
Zwar gibt es auch immer Unstimmigkeiten und auch mal Prügeleien, aber die gibt es auch auf jedem Stadtfest. Und wenn einem das Getobe in den ersten Reihen bei den Konzerten zu viel ist, kann man sie sich auch von weiter hinten anschauen. Es ist wahrscheinlich allemal nicht so schlimm, wie bei einem Backstreet Boy Konzert von kreischenden Teenies überrannt zu werden *gg*

5. Das Festival an sich

Und nun zum Haupthema dieses Berichtes. WACKEN DAS FESTIVAL.
Gegründet wurde es 1990 und startete mit 250 Besuchern (diese Information verdanke ich einem lieben Menschen Namens Thomas, den ich dieses Jahr dort kennengelernt habe und der erlebt hat, wie Wacken aus seinen Kinderschuhe heraus gewachsen ist. Bei ihm an der Wand hängt noch das erste Bändchen und die erste Eintrittskarte).
Trotz des Wachstums auf seine heutige Größe ist Wacken meiner Ansicht nach immer noch unkommerziell, weder Viva noch MTV tauchen dort auf, noch andere Fernsehsender, na gut vielleicht mal das Regionalfernsehen Itzehoe oder so *gg*. Es bietet Gleichgesinnten wirklich die Möglichkeit sich zu treffen, Musik anzuhören und sich auszutauschen.
Für jeden Geschmack ist etwas dabei
Old School Metal
True Metal
Death Metal
Black Metal
Power Metal
Fun Metal
um nur einige aufzuzählen.
Bands werde ich hier nicht aufzählen, da diese sich ja jedes Jahr ändern.Es sind meistens so 60. Schaut doch einfach auf der Seite nach ( www.wacken.com).
Im Festival Gelände befinden sich 3 Bühnen. 2 Hauptbühnen (True Metal Stage und Black Metal Stage) auf denen abwechselnd Auftritte stattfinden und die Party Stage, eine etwas kleinere Bühne, auf der parallel zu den anderen Gigs sind.
Tagsüber spielt jede Band zwischen 45 und 60 Minuten, abends werden die Konzerte länger (je nach Bekanntheitsgrad der Band) und gehen bis zu 2 Stunden.
Desweiteren gibt es im Headbangers Ballroom Zelt die WET STAGE, die kleinste von allen, zum größtenteil als Newcomerbühne genutzt.
Dieser Headbangers Ballroom dient außerdem außerhalb der Live Auftrittszeiten als Party Zelt und ist bereits Mittwochs geöffnet, um die Leute mit der richtige Musik einzustimmen.
Wo wir gerade bei der Musik sind : SIE IST LAUT, sehr laut, und beginnt Donnerstag nachmittag so gegen 4 (jedes Jahr anders) endet donnerstags auch meistens schon so um 12 um einen dann Freitag morgen um 9 (Soundcheck) schon wieder von der Luftmatratze aus dem Zelt zu schmeißen und bis 3 Uhr nachts ins Festival Gelände zu ziehen. Das selbe dann auch noch mal am Samstag. Fühlt man sich an bestimmten Zeiten des Tages zu keiner Band hingezogen, hat man zum einen die Möglichkeit den Metal Market zu besuchen (angeblich der größte der Welt) der jedoch noch einmal extra Eintritt kostet, der sich allerdings lohnt, da man dort eine Unmengen an Platten und CDs erwerben kann, auch oft seltene Stücke.
Reizt einen dies nicht kann man durch die Stände auf dem Festivalgelände schlendern und sein Geld dort loswerden. (Die Auswahl ist so groß, man findet immer was und will alles haben) hat man jedoch keine Lust viel Geld auszugeben und hat auch noch viel Zeit besteht die Möglichkeit hinunter in das Schwimmbad im Dorf zu laufen oder fahren um sich dort den heißen Kopf etwas abzukühlen (duschen ist da im Eintritt von 1,50 Eur mit drin, also billiger als die duschen auf dem gelände, nur als tipp am rande *gg+)
Man kann sich natürlich auch dem unkontrolliertem Alkoholkonsum hingeben und einfach nur abfeiern....*gg*


6. Das Dorf Wacken
Nun, jeder stellt sich die Frage, wie geht ein Dorf mit 1800 Einwohnern mit 35 000 verrückten Metalheadz um? Ich muss sagen...sehr gut! Zumindest das was ich mitbekommen habe. Die Leute sind alle überaus freundlich, wir sind des öfteren ins Dorf getrampt,da unser Auto auf dem Platz zugezeltet war z.b. zum Schwimmbad, da läuft man so schon mindestens ne halbe bis 3/4 stunde und bei über 30 grad ist das nicht grad angenehm, doch wir haben immer einen Dorfbewohner gefunden der uns mitgenommen hat. Einmal war es ein Mitarbeiter des Supermarktes, der uns erzählte, das die Einnahmen der Wacken Woche beinahe so hoch sind, wie die des restlichen Jahres und sonst auch diverse Bewohner die immer sehr nett waren.
Es gibt einen großen Sparsupermarkt, der am Rand des Dorfes ist, mit einem enorm großen Getränkelager *gg*, sowie einen kleinen Edeka in der Dormitte. Einen sehr schönen Gasthof, der immer eine Festivalspeisekarte bereit hält, sowie diverse kleine Imbissbuden. Kommt man allerdings auf die Idee Donnerstag, Freitag oder Samstag noch Nachschub an Fressalien oder Getränken zu benötigen sollte man sich auf lange Wartezeiten gefaßt machen. Auch an den 2 Geldautomaten.
Es gibt einen der Volksbank und einen der Sparkasse. Dieses Jahr standen wir ca. 1 1/2 für ein paar Kröten. Also am besten genug Geld mitnehmen.
Ein weiteres Highlight des Dorfes ist das Schwimmbad, das besonders bei heißem Wetter an den Tagen vor dem eigentlichen Festivalbeginn von Metalheadz belagert wird.
Es liegt am Dorfrand in der nähe des Spars, etwas abseits der Haupstrasse. Zu Fuß ca eine 3/4 Stunde zu laufen. Hat eine wunderschöne Grünfläche, sowie 2 Becken, mit sehr kaltem Wasser. Die perfekte Erfrischung.
Es kam zu diversen Zeiten schon die Idee auf, die Bühnen doch auf die Wiese des Schwimmbades zu verlagern und die Leute vom Wasser aus zuschauen zu lassen *gg*.
Der Eintrittspreis des Bades beträt 1.50 eur. Man kann dort duschen (viele nutzen diese Gelegenheit) jedoch nur mit kaltem Wasser *gg* .

7. Die Preise
Nun seit der Einführung des Euros plagen wir uns alle mit dem Problem des Teuros, doch ich muss sagen, das Festival ist davon doch einigermaßen verschont geblieben.
Die Karte hat mich letztes Jahr 99.- DM + Vorverkaufsgebühr im Ticketstore gekostet und dieses Jahr 50 Euro + VVK Gebühr im Ticketstore. Die Preise für nächstes Jahr kann ich nur auf der Seite ablesen und sie besagen, bei Ticketbestellung zahlt man mit VVK Gebühr 55 Euro. Kommt also aufs selbe raus.
Was sich allerdings verteuert hat waren die Preise für das Parken.
Letztes Jahr kostete es noch 30 DM, dieses Jahr 20 Eur aber wie bereits vorher erwähnt, es lässt sich verschmerzen.
Die Erhöhung der Getränkepreise war meiner Ansicht nach gering.
Gehen wir vom Bierpreis aus, betrug dieser für ein 0,4 Bier 2,50 Eur
letztes jahr gabs nur 0,3 (ich hab noch die becher *ggg*) und ich glaub das hat 4 mark gekostet. Ich hoffe das stimmt so, in gewissen Zuständen kann man sich nicht so gut an Preise erinnern, nur das irgendwann das Portemonnaie leer war *gg*
Saubere Toiletten kosten 50 cent, Dixis gar nix und Büsche eh net *gg*
Duschen (kalt) 5 euro, Duschen und Schwimmbad 1,50 Eur
Es gibt auch eine Kostenlose Wasseroase, neben dem Duschcamp in der die ganze Zeit kostenloses Trinkwasser fließt.
Also, kurzes Fazit, die Preise sind Human für das was man geboten bekommt.



Endgültiges Fazit :

Wacken ist ein gelungenes Festival für jeden Metal Fan und auch für jeden, der offen für jegliche Musik ist und einfach nur Spaß haben möchte.
Es ist eine willkommene Abwechslung im Sommer und ich fahr lieber nach Wacken als in den Urlaub.
Ich hoffe ich konnte euch einige Einblicke geben und vielleicht sehen wir uns ja nächste Jahr im HOLY WACKEN LAND

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