Der Hexer (Taschenbuch) / Edgar Wallace Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von orlan

Jagd auf einen Unsichtbaren

Pro:

Einigermaßen spannend

Kontra:

Typischer Edgar Wallace

Empfehlung:

Ja

"Der Hexer" oder auch "Der Unsichtbare" ist ein Kriminalroman von Edgar Wallace. Die englischsprachige Originalausgabe ist 1927 unter dem Titel "The Ringer" erschienen. Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Marilyn Wilde.

Inhalt
*****
Der so genannte "Hexer" ist einer der gerissensten Verbrecher Londons. Noch nie ist es Scotland Yard gelungen, ihn zu fassen. Immer wieder gelang es dem Verkleidungskünstler, in einer seiner vielen Maskeraden zu entkommen. Vor einigen Jahren floh der Hexer, dessen bürgerlicher Name Arthur Milton ist, nach Australien, wo er angeblich ertrank.
Vor seiner Flucht übergab er seine Schwester Gwenda Milton der Fürsorge des zwielichtigen Anwalts Maurice Messer. Doch dieser nahm seine Fürsorgepflicht etwas zu genau und trieb Gwenda Milton in den Selbstmord.
Als die Frau des Hexers, Cora Ann Milton, in London auftaucht, vermutet der junge Inspektor Alan Wembury, dass der Hexer vielleicht doch noch am Leben ist. Dieser Verdacht bestätigt sich auch bald, als der etwas schrullige Inspektor Bliss auftaucht, der seinerzeit dicht davor war, den Hexer zu fassen. Die Polizisten vermuten, dass Arthur Milton zurückgekehrt ist, um sich für den Tod seiner Schwester an Messer zu rächen.
Inspektor Wembury macht sich vor allem Sorgen um Mary Lenley, die er seit frühester Jugend kennt und die eine Arbeitsstelle als Messers Sekretärin angenommen hat. Immer wenn sie in der Nähe ist, verliert Wembury den Sinn für die Realität, insbesondere wenn Marys Bruder Johnny mal wieder in der Klemme steckt.
Gemeinsam mit dem gewitzten Polizeiarzt Dr. Lomond versucht Wembury gleichzeitig den Hexer zu fassen, die dunklen Machenschaften Messers aufzudecken und Mary Lenley und ihren Bruder zu schützen. Doch der Hexer scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein, und auch Inspektor Bliss taucht seltsamerweise immer dort auf, wo auch der Hexer sein Unwesen treibt.
Zum großen Showdown mit nahezu allen wichtigen Personen des Romans kommt es schließlich auf dem Anwesen des Anwalts, der in panischer Angst vor der Rache des Hexers lebt und sämtliche Fenster seines Hauses hat vergittern lassen. Doch dies kann den Hexer natürlich nicht von seiner Rache abhalten…

Meine Meinung
**************
"Der Hexer" ist vielleicht einer der bekanntesten Romane von Edgar Wallace, was sicherlich auch mit der Verfilmung des Romans zusammenhängt, die sich allerdings nicht unbedingt an die Romanvorlage hält.
Der Krimi selbst ist gut zu lesen und auch einigermaßen spannend. Die Frage, um die herum eigentlich der ganze Roman aufgebaut ist, ist die, ob und wann der Hexer den Anwalt Maurice Messer endlich erwischt. Die Ermittlungen von Scotland Yard und insbesondere Inspektor Alan Wemburys spielen eher eine untergeordnete Rolle.
Die obligatorische "Andeutung" einer Liebesgeschichte zwischen dem Polizisten und einer wunderschönen jungen Dame, die nahezu in allen Roman von Edgar Wallace vorkommt, darf natürlich auch in "Der Hexer" nicht fehlen, auch wenn es sich bei der jungen Frau diesmal ausnahmsweise nicht um eine reiche Erbin handelt (aber wenigstens kommt sie aus gutem Hause).
Natürlich ahnt man als Leser die ganze Zeit über, das sich der Hexer ganz in der Nähe des Geschehens befindet, aber die Auflösung am Ende des Buches ist doch etwas überraschend.
Die Charaktere der Romanfiguren hätten sicherlich noch etwas intensiver und genauer herausgearbeitet werden können, insbesondere der zwielichtige und skrupellose Anwalt Maurice Messer, der seine Finger in jedem dreckigen Geschäft zu haben scheint. Allerdings war dies bei der Kürze des Krimis (immerhin umfasst er nur 160 Seiten) wahrscheinlich gar nicht möglich.

Autor
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Edgar Wallace wurde am 01.04.1875 in Greenwich/Großbritannien geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und verdiente seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten, bis er anfing, für eine Zeitung Artikel zu schreiben. Schließlich stieg er bis in den Rang eines Chefredakteurs auf. Nach dem Burenkrieg in Südafrika, wo er als Korrespondent tätig war, kehrte er nach London zurück und wurde freier Schriftsteller.
1904 erschien mit "Die vier Gerechten" sein erster von etwa 170 Kriminalromanen.
Edgar Wallace verstarb im Alter von 56 Jahren am 10.02.1932 in Hollywood. Er war zu diesem Zeitpunkt hochverschuldet. Die Lorbeeren seiner Arbeit, nicht zuletzt durch seine großen Erfolge in Deutschland, konnte er nicht mehr selber ernten.
Wer sich näher für Edgar Wallace und seine Werke interessiert, sollte mal im Internet bei http://www.krimi-couch.de/krimis/edgar-wallace.html vorbeischauen. Dieser Seite sind auch - zumindest teilweise - die Informationen der obigen kurzen Biographie entnommen.

Fazit
****
"Der Hexer" ist ein durchschnittlicher Kriminalroman, der sich ganz gut als Lektüre für Zwischendurch eignet.

Daten
*****
Die Daten zum Erscheinungsjahr, zur ISBN und zum Preis beziehen sich auf den mir vorliegenden Sammelband mit drei Krimis von Edgar Wallace [Der Unsichtbare (genannt "Der Hexer"), Der Geheimbund des Frosches, Die Tür mit den 7 Schlössern].

Der Unsichtbare / Wallace, Edgar
Wilhelm Heyne Verlag, 1983
Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN: 3-453-10636-9
Preis: 6,80 DM (entspricht etwa 3,48 Euro)

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