Die Bildhauerin (Taschenbuch) / Minette Walters Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von nikosternchen
Wer zerhackte Mutter und Schwester?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Bücherfrühling geht heute zu Ende und ich kann es mir nicht nehmen lassen noch einen letzten Beitrag im Rahmen dieser Aktion beizusteuern. :o)
Der Fall scheint eigentlich glasklar zu sein. Olive Martin ,eine dicke, ungeliebte, eigenbrötlerische Frau ermordet ihre Mutter und ihre Schwester auf brutalste Weise nach einem Streit. Da sie die mit Nudelholz erschlagenen Leichen nicht alleine wegtransportieren kann beginnt sie diese in kleine Stücken zu hacken. Als die Polizei eintrifft fügt sie sich anstandslos ihrem Schicksal und gesteht ohne großes Drumherum die Morde.
„OLIVE MARTIN MIT DEM BEILE HACKT IHRE MUTTER IN ZEHN TEILE“...
Mit dieser Schlagzeile füllte der Fall die Gazetten. Alles passt hervorragend zusammen . Ihr fettes , hässliches Aussehen in Verbindung mit der Tatsache eine solche Tat gestanden zu haben lassen sie auch im Gefängnis nicht unbedingt sympathischer erscheinen.
Sechs Jahre später wird Rosalind Leigh (kurz Roz) damit beauftragt Nachforschungen über diesen Fall anzustellen und ein Buch zu verfassen. Ihr selbst graut es zunächst ein sensationslüsternes Buch zu schreiben und eine so bestialische Mörderin damit auch och zu Ruhm zu verhelfen.
Sie beschießt nur ein Alibi-Gespräch mit der Täterin zu führen und das Angebot dann dankend abzulehnen.
Aber sie trifft nicht auf das was man sich im allgemeinen unter bestialischen Mördern vorstellt, sondern auf eine hochintelligente, Zugegebenerweise sehr dicken und hässlichen aber dennoch sehr netten und sympathischen Frau.
Roz beginnt auf eine faust zu ermitteln und versucht sich ihre „Warum“ fragen zu lösen.
Roz stößt auf schlampige Ermittlungen, eine unzureichende Verteidigung, auf nie befragte zeugen. Dies alles nur, weil für jedermann die Täterin von vorn herein feststand und nie nach des wahren Rätsels Lösung gesucht worden ist.
Nebenbei erfährt man auch einiges über Roz´s eigener schlimme Vergangenheit. Nach einem Streit mit ihrem Exmann, schnappte sich dieser das gemeinsame Kind Alice und führ wie von Sinnen davon. Das Kind stirbt bei bei dieser Fahrt bei einem Unfall. Schuldgefühle, Vorwürfe, warum war Alice nicht angeschnallt? Warum hat sie ihren Exmann einfach fahren lassen?
Für den Leser erscheint Olive sehr suspekt. Als Kind wurde sie ständig gedemütigt, wegen ihrer Hässlichkeit und ihrer Leibesfülle. Ihre einzige Liebe galt ihrer Schwester Amber ( die die sie später zerhackt haben soll). Im Gegensatz zu Olive war Amber hübsch, beliebt, immer und überall gern gesehen und gemocht. Ein Grund warum es Roz schwerfällt zu glauben Olive könnte sie getötet haben.
Olive schient sich an das allgemeine Bild was andere von ihr haben gewöhnt zu haben und sich dem zu fügen. Selbst im Gefängnis treten ihr alle nur mit ganz großem Argwohn entgegen. Niemand interessiert sich und alle machen einen großen Bogen um sie. Das sie aus Kerzen kleine skurrile Wachsfiguren knetet bringt ihr den Namen „Bildhauerin“ ein. Den Sinn und den Grund dieser Figuren erfragt nie jemand, auch nicht ob es reelle Personen sind.
KLISCHEE
Dies ist der 2. Roman von Minette Walters, und genau wie beim ersten „Im Eishaus“ beginnt auch dieser mit scheinbaren Klischees von Kriminalromanen. Die dicke , unberechenbare, unsympathische Außenseiterin als Mörderin von Mutter und Schwester. Schlampige Ermittlungen, Zeugen die urplötzlich auftauchen, eine Ermittlerin in deren Vergangenheit sich ebenfalls etwas schlimmes zugetragen hat. Genau diese Klischees kippen recht schnell, aber nur um sich dann wieder aufzurichten und dann wieder kippen zu können. Bis am Ende der Leser selbst nicht mehr genau was er nun glauben soll. Wie auch in Roman Nummer 1 wusste ich bis kurz vor Ende nicht genau was sich wie zugetragen hat. Und das scheint unter Kriminalautoren eine ganz seltene Begabung zu sein Dinge so zu verschleiern das der Leser nicht bereits im ersten drittel das Ende kennt.
CHARAKTERE
Diese sind auch in diesem Roman sehr detailliert herausgearbeitet. Das Bild welches man sich gerade von Roz oder Olive machen kann ist geradezu erstaunlich. Aber auch kleine Nebenfiguren werden so gut beschrieben das man das Gefühl hat diese vor sich zu sehen. Möglicherweise kann dieses gelegentlich etwas aus dem Zusammenhang gerissen wirken. Denn die Herausarbeitung der Personen schient ein Hobby von Frau Walters zu sein , und wirkt in manchen sehr vereinzelten Fällen ein klein wenig überzogen. Handlungsliebhaber könnten dies als „schleppend“ werten, ich persönlich finde es allerdings für meine Bilder im Kopf sehr hilfreich.
SCHREIBWEISE
Unkompliziert ,würde ich die Schreibweise nennen. Keine wilden Satzkonstruktionen, an den richtigen Stellen ein Absatz, Dialoge wo sie hingehören und in einer allgemein verständlichen Sprache.
FACTS
Minette Walters/ Die Bildhauerin
ISBN: 3-442-42462-3
Neu 8,50 €, allerdings gibt es sehr gute Angebote bei Ebay oder auch bei Amazon!
408 Seiten
EMPFEHLUNG
Natürlich. Minette Walters entwickelt sich für mich zu einer sehr gern gelesenen Autorin, obwohl ich ansonsten nicht sehr viel mit Krimis am Hut habe. Sie schreibt intelligent, gut recherchiert und schlüssig. Ihre Romane sind alles andere als langweilig und bestens als Strand, Bett und Ziwschendurch- Lektüre geeignet. Ich vergebe also die komplette Sternchenreihe und spreche eine dicke Empfehlung aus.
Grüße Nikolina
Der Fall scheint eigentlich glasklar zu sein. Olive Martin ,eine dicke, ungeliebte, eigenbrötlerische Frau ermordet ihre Mutter und ihre Schwester auf brutalste Weise nach einem Streit. Da sie die mit Nudelholz erschlagenen Leichen nicht alleine wegtransportieren kann beginnt sie diese in kleine Stücken zu hacken. Als die Polizei eintrifft fügt sie sich anstandslos ihrem Schicksal und gesteht ohne großes Drumherum die Morde.
„OLIVE MARTIN MIT DEM BEILE HACKT IHRE MUTTER IN ZEHN TEILE“...
Mit dieser Schlagzeile füllte der Fall die Gazetten. Alles passt hervorragend zusammen . Ihr fettes , hässliches Aussehen in Verbindung mit der Tatsache eine solche Tat gestanden zu haben lassen sie auch im Gefängnis nicht unbedingt sympathischer erscheinen.
Sechs Jahre später wird Rosalind Leigh (kurz Roz) damit beauftragt Nachforschungen über diesen Fall anzustellen und ein Buch zu verfassen. Ihr selbst graut es zunächst ein sensationslüsternes Buch zu schreiben und eine so bestialische Mörderin damit auch och zu Ruhm zu verhelfen.
Sie beschießt nur ein Alibi-Gespräch mit der Täterin zu führen und das Angebot dann dankend abzulehnen.
Aber sie trifft nicht auf das was man sich im allgemeinen unter bestialischen Mördern vorstellt, sondern auf eine hochintelligente, Zugegebenerweise sehr dicken und hässlichen aber dennoch sehr netten und sympathischen Frau.
Roz beginnt auf eine faust zu ermitteln und versucht sich ihre „Warum“ fragen zu lösen.
Roz stößt auf schlampige Ermittlungen, eine unzureichende Verteidigung, auf nie befragte zeugen. Dies alles nur, weil für jedermann die Täterin von vorn herein feststand und nie nach des wahren Rätsels Lösung gesucht worden ist.
Nebenbei erfährt man auch einiges über Roz´s eigener schlimme Vergangenheit. Nach einem Streit mit ihrem Exmann, schnappte sich dieser das gemeinsame Kind Alice und führ wie von Sinnen davon. Das Kind stirbt bei bei dieser Fahrt bei einem Unfall. Schuldgefühle, Vorwürfe, warum war Alice nicht angeschnallt? Warum hat sie ihren Exmann einfach fahren lassen?
Für den Leser erscheint Olive sehr suspekt. Als Kind wurde sie ständig gedemütigt, wegen ihrer Hässlichkeit und ihrer Leibesfülle. Ihre einzige Liebe galt ihrer Schwester Amber ( die die sie später zerhackt haben soll). Im Gegensatz zu Olive war Amber hübsch, beliebt, immer und überall gern gesehen und gemocht. Ein Grund warum es Roz schwerfällt zu glauben Olive könnte sie getötet haben.
Olive schient sich an das allgemeine Bild was andere von ihr haben gewöhnt zu haben und sich dem zu fügen. Selbst im Gefängnis treten ihr alle nur mit ganz großem Argwohn entgegen. Niemand interessiert sich und alle machen einen großen Bogen um sie. Das sie aus Kerzen kleine skurrile Wachsfiguren knetet bringt ihr den Namen „Bildhauerin“ ein. Den Sinn und den Grund dieser Figuren erfragt nie jemand, auch nicht ob es reelle Personen sind.
KLISCHEE
Dies ist der 2. Roman von Minette Walters, und genau wie beim ersten „Im Eishaus“ beginnt auch dieser mit scheinbaren Klischees von Kriminalromanen. Die dicke , unberechenbare, unsympathische Außenseiterin als Mörderin von Mutter und Schwester. Schlampige Ermittlungen, Zeugen die urplötzlich auftauchen, eine Ermittlerin in deren Vergangenheit sich ebenfalls etwas schlimmes zugetragen hat. Genau diese Klischees kippen recht schnell, aber nur um sich dann wieder aufzurichten und dann wieder kippen zu können. Bis am Ende der Leser selbst nicht mehr genau was er nun glauben soll. Wie auch in Roman Nummer 1 wusste ich bis kurz vor Ende nicht genau was sich wie zugetragen hat. Und das scheint unter Kriminalautoren eine ganz seltene Begabung zu sein Dinge so zu verschleiern das der Leser nicht bereits im ersten drittel das Ende kennt.
CHARAKTERE
Diese sind auch in diesem Roman sehr detailliert herausgearbeitet. Das Bild welches man sich gerade von Roz oder Olive machen kann ist geradezu erstaunlich. Aber auch kleine Nebenfiguren werden so gut beschrieben das man das Gefühl hat diese vor sich zu sehen. Möglicherweise kann dieses gelegentlich etwas aus dem Zusammenhang gerissen wirken. Denn die Herausarbeitung der Personen schient ein Hobby von Frau Walters zu sein , und wirkt in manchen sehr vereinzelten Fällen ein klein wenig überzogen. Handlungsliebhaber könnten dies als „schleppend“ werten, ich persönlich finde es allerdings für meine Bilder im Kopf sehr hilfreich.
SCHREIBWEISE
Unkompliziert ,würde ich die Schreibweise nennen. Keine wilden Satzkonstruktionen, an den richtigen Stellen ein Absatz, Dialoge wo sie hingehören und in einer allgemein verständlichen Sprache.
FACTS
Minette Walters/ Die Bildhauerin
ISBN: 3-442-42462-3
Neu 8,50 €, allerdings gibt es sehr gute Angebote bei Ebay oder auch bei Amazon!
408 Seiten
EMPFEHLUNG
Natürlich. Minette Walters entwickelt sich für mich zu einer sehr gern gelesenen Autorin, obwohl ich ansonsten nicht sehr viel mit Krimis am Hut habe. Sie schreibt intelligent, gut recherchiert und schlüssig. Ihre Romane sind alles andere als langweilig und bestens als Strand, Bett und Ziwschendurch- Lektüre geeignet. Ich vergebe also die komplette Sternchenreihe und spreche eine dicke Empfehlung aus.
Grüße Nikolina
33 Bewertungen, 1 Kommentar
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21.10.2007, 17:06 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichgut beschrieben
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