Wartburg 353 Testbericht
Abbildung beispielhaft
ab 17,39 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von Stehberger
2 Takter mit 3 Zylindern, 4 Türen und Platz für 5
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ich hab eine Vorliebe für Autos die nicht jeder fährt.
Der Wartburg 311 gehört zu den schönsten Autos die in der DDR gebaut wurden, ist auch schon ein richtiger Oldtimer, sehr selten und dadurch auch schon teuer.
Also dachte ich mir, schaust Dir mal einen seiner Nachfolger an, den 353. Eine 4-türige Limousine mit Schiebadach und frischen TÜV, weniger Kilometer für 900,-- DM.
Platz hat man in der Kiste (hier ist der Begriff aufgrund der Optik, denke ich, angebracht), vier Leute ganz bequem, fünf können wie in anderen Mittelklassewagen der 70er und 80er Jahre auch mitfahren, und im Kofferraum ist Platz für zwei Ochsen am Spieß!
Der Motor funktioniert nach dem Zweitaktprinzip, verfügt über rund 1000 ccm und ca. 50 PS. Ich fahre ja seit 1991 auch einen Trabant, also bin ich zweitaktfahren gewohnt. Ich lies ihn an, und renn teng teng, er sprang, wie erwartet, gleich an. Das renn teng teng klang schon mal nicht so toll wie beim Trabi (was für eine objektive und fachmännische Meinung!). Also ersten Gang rein und ab gehts!
Zum Getriebe: Interessant ist hier der sperrbare Freilauf! Ein Zweitakter wird ja über den Kraftstoff geschmiert. Man fügt dem Benzin in einem vorgeschriebenen Mischungsverhältnis Öl (hier 1:50) bei, dadurch werden dann alle beweglichen Teile im Motor geschmiert. Fährt man nun bergab und geht vom Gas, so läuft auch kaum noch Sprit durch den Vergaser, was wiederum eine mangelnde Schmierung bedingt. Deswegen haben einige Zweitakter einen Freilauf, d.h. wenn man vom Gas geht (Schiebebetrieb), kuppelt der Motor selbsttätig aus und läuft unabhängig von der Geschwindigkeit in Leerlaufdrehzahl weiter. Gibt man wieder Gas, kuppelt man automatisch bei der zur Geschwindigkeit passenden Drehzahl wieder ein. Beim Wartburg kann man diesen Freilauf selbst sperren, so daß Getriebe und Motor immer verbunden sind. Man kann dann doch die (geringe) Bremskraft des Motors nutzen (TIPP: In diesem Falle Choke ziehen, um ein fettes Gemisch zu erhalten (viel Benzin + Öl, wenig Luft) - so wird besser geschmiert - kurz vorm Gasgeben Choke wieder rein, damit wieder zündfähiges Gemisch entsteht). Praktisch auch: Man kann mit einem Freilauf ohne zu kuppeln schalten, man beschleunigt, geht vom Gas, der Freilauf kuppelt aus, man legt den nächsten Gang ein, gibt Gas und der Freilauf kuppelt wieder ein. Das geht beim Trabi nicht, der hat nur im 4. Gang einen Freilauf.
Zum Fahreindruck: Mir kam der Wartburg äußerst lahm vor. Ich dachte den könnte ich locker mit meinem Trabant 601 abhängen. Als ich mit dem Verkäufer darüber sprach, sagte mir dieser, dass habe auch daran gelegen, dass ich zu früh hochschaltete. Das kann durchaus sein, aber diese drei Zylinder machten so einen Radau, daß ich aus Mitleid hochschaltete. Anscheinend ist es hier so, daß mehr Zylinder nicht mehr Laufruhe bedeuten. Der Motorsound klingt so ähnlich wie eine Staubsaugerturbine, das gewohnte reng teng teng tritt viel dezenter als bei anderen Zweitaktern auf (ähnlich auch wie bei den 3 Zylinder DKW´s).
Das schwierigste dürfte das Tanken sein. Wie oben beschrieben braucht man ja ein Benzin/Öl-Gemisch, das bekommt man in den neuen Bundesländern vielleicht noch an den Zapfsäulen, aber hier bei uns, in den gebrauchten Bundesländern muss man selber mischen. 1 Liter Öl auf 50 Liter Benzin. Beim Trabi messe ich schnell mit dem (sereinmäßigen) Peilstab wieviel Benzin reinpasst, schütte dann die dafür vorgesehene Menge Öl in den Tank und tanke dann kräftig drauf, dass sich alles vermischt. Beim Wartburg ist das schwieriger, er hat einen viel größeren Tank, mit langem Einfüllstutzen, und damit das Benzin nicht so hin und her schwappt sind im Tank sogenannte \"Schwallbleche\", die den Tank in mehrere \"Kammern\" unterteilen. Wenn ich jetzt mein Öl reinkippe, läuft es in eine Kammer, mit dem Benzin kann es sich dann schlecht vermischen, da ich nicht mit der Zapfpistole so nah herankomme, um es wie beim Trabi zu vermengen. Abhilfe ist dadurch möglich, daß man \"schrittchenweise\" vorgeht, immer für 5 Liter Öl rein, drauftanken, wieder Öl rein usw.
Obwohl es wieder ein Auto gewesen wäre, mit dem ich meinen Bekanntenkreis schockiert hätte, lies ich die Finger davon, zumal auch die Ersatzteillage bei weitem nicht so gut ist, wie z.B. beim Trabant, die Fahrleistungen mich nicht begeistern konnten und der Tankvorgang zu mühsam ist.
Ich will hier keinem Wartburg-Fahrer auf die Füße treten. Ich bewundere gut erhaltene Wartburg, da hier viel mehr Enthusiasmus und Liebe aufgebracht wurde, als bei andern Fahrzeugen, nur ich selbst kann mich halt nicht für dieses Fahrzeug erwärmen. Aber das geht Euch mit anderen Autos sicherlich genauso. Und erhalten werden sollte jedes Auto, auch oder gerade die, die nicht jedermanns Liebling sind!!!
Der Wartburg 311 gehört zu den schönsten Autos die in der DDR gebaut wurden, ist auch schon ein richtiger Oldtimer, sehr selten und dadurch auch schon teuer.
Also dachte ich mir, schaust Dir mal einen seiner Nachfolger an, den 353. Eine 4-türige Limousine mit Schiebadach und frischen TÜV, weniger Kilometer für 900,-- DM.
Platz hat man in der Kiste (hier ist der Begriff aufgrund der Optik, denke ich, angebracht), vier Leute ganz bequem, fünf können wie in anderen Mittelklassewagen der 70er und 80er Jahre auch mitfahren, und im Kofferraum ist Platz für zwei Ochsen am Spieß!
Der Motor funktioniert nach dem Zweitaktprinzip, verfügt über rund 1000 ccm und ca. 50 PS. Ich fahre ja seit 1991 auch einen Trabant, also bin ich zweitaktfahren gewohnt. Ich lies ihn an, und renn teng teng, er sprang, wie erwartet, gleich an. Das renn teng teng klang schon mal nicht so toll wie beim Trabi (was für eine objektive und fachmännische Meinung!). Also ersten Gang rein und ab gehts!
Zum Getriebe: Interessant ist hier der sperrbare Freilauf! Ein Zweitakter wird ja über den Kraftstoff geschmiert. Man fügt dem Benzin in einem vorgeschriebenen Mischungsverhältnis Öl (hier 1:50) bei, dadurch werden dann alle beweglichen Teile im Motor geschmiert. Fährt man nun bergab und geht vom Gas, so läuft auch kaum noch Sprit durch den Vergaser, was wiederum eine mangelnde Schmierung bedingt. Deswegen haben einige Zweitakter einen Freilauf, d.h. wenn man vom Gas geht (Schiebebetrieb), kuppelt der Motor selbsttätig aus und läuft unabhängig von der Geschwindigkeit in Leerlaufdrehzahl weiter. Gibt man wieder Gas, kuppelt man automatisch bei der zur Geschwindigkeit passenden Drehzahl wieder ein. Beim Wartburg kann man diesen Freilauf selbst sperren, so daß Getriebe und Motor immer verbunden sind. Man kann dann doch die (geringe) Bremskraft des Motors nutzen (TIPP: In diesem Falle Choke ziehen, um ein fettes Gemisch zu erhalten (viel Benzin + Öl, wenig Luft) - so wird besser geschmiert - kurz vorm Gasgeben Choke wieder rein, damit wieder zündfähiges Gemisch entsteht). Praktisch auch: Man kann mit einem Freilauf ohne zu kuppeln schalten, man beschleunigt, geht vom Gas, der Freilauf kuppelt aus, man legt den nächsten Gang ein, gibt Gas und der Freilauf kuppelt wieder ein. Das geht beim Trabi nicht, der hat nur im 4. Gang einen Freilauf.
Zum Fahreindruck: Mir kam der Wartburg äußerst lahm vor. Ich dachte den könnte ich locker mit meinem Trabant 601 abhängen. Als ich mit dem Verkäufer darüber sprach, sagte mir dieser, dass habe auch daran gelegen, dass ich zu früh hochschaltete. Das kann durchaus sein, aber diese drei Zylinder machten so einen Radau, daß ich aus Mitleid hochschaltete. Anscheinend ist es hier so, daß mehr Zylinder nicht mehr Laufruhe bedeuten. Der Motorsound klingt so ähnlich wie eine Staubsaugerturbine, das gewohnte reng teng teng tritt viel dezenter als bei anderen Zweitaktern auf (ähnlich auch wie bei den 3 Zylinder DKW´s).
Das schwierigste dürfte das Tanken sein. Wie oben beschrieben braucht man ja ein Benzin/Öl-Gemisch, das bekommt man in den neuen Bundesländern vielleicht noch an den Zapfsäulen, aber hier bei uns, in den gebrauchten Bundesländern muss man selber mischen. 1 Liter Öl auf 50 Liter Benzin. Beim Trabi messe ich schnell mit dem (sereinmäßigen) Peilstab wieviel Benzin reinpasst, schütte dann die dafür vorgesehene Menge Öl in den Tank und tanke dann kräftig drauf, dass sich alles vermischt. Beim Wartburg ist das schwieriger, er hat einen viel größeren Tank, mit langem Einfüllstutzen, und damit das Benzin nicht so hin und her schwappt sind im Tank sogenannte \"Schwallbleche\", die den Tank in mehrere \"Kammern\" unterteilen. Wenn ich jetzt mein Öl reinkippe, läuft es in eine Kammer, mit dem Benzin kann es sich dann schlecht vermischen, da ich nicht mit der Zapfpistole so nah herankomme, um es wie beim Trabi zu vermengen. Abhilfe ist dadurch möglich, daß man \"schrittchenweise\" vorgeht, immer für 5 Liter Öl rein, drauftanken, wieder Öl rein usw.
Obwohl es wieder ein Auto gewesen wäre, mit dem ich meinen Bekanntenkreis schockiert hätte, lies ich die Finger davon, zumal auch die Ersatzteillage bei weitem nicht so gut ist, wie z.B. beim Trabant, die Fahrleistungen mich nicht begeistern konnten und der Tankvorgang zu mühsam ist.
Ich will hier keinem Wartburg-Fahrer auf die Füße treten. Ich bewundere gut erhaltene Wartburg, da hier viel mehr Enthusiasmus und Liebe aufgebracht wurde, als bei andern Fahrzeugen, nur ich selbst kann mich halt nicht für dieses Fahrzeug erwärmen. Aber das geht Euch mit anderen Autos sicherlich genauso. Und erhalten werden sollte jedes Auto, auch oder gerade die, die nicht jedermanns Liebling sind!!!
10 Bewertungen, 2 Kommentare
-
06.01.2004, 10:37 Uhr von niehls0815
Bewertung: sehr hilfreichHabe selber nen Warti gehabt.
-
21.03.2002, 18:30 Uhr von liskailonka
Bewertung: sehr hilfreichAber ob die noch auf der Straße gehören? Mieflassnach.
Bewerten / Kommentar schreiben