Weihnachten Testbericht

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Erfahrungsbericht von suwesmile

Warum ich Weihnachten hassen könnte

Pro:

glauben und sich etwas vorstellen können

Kontra:

?

Empfehlung:

Nein

Zu früh für das Thema Weihnachten? Ganz meine Meinung, aber da man/ frau bedingt durch Kinder dem Thema nicht ausweichen kann, ein paar Gedanken dazu...

Unglaublich, aber Weihnachten taucht immer dann auf, wenn bei mir Ebbe in der Kasse ist. Just, bevor es auf die heiße Zeit zugeht, um Geschenke zu kaufen, hat mich mit Sicherheit irgendein Kauf, der einiges gekostet hat, in leichte Liquiditätsschwierigkeiten gebracht.

Wenn ich im Sommer ausnahmsweise in der Süßigkeiten-Schublade wühle, dann halte ich garantiert einen alten Schokoladenweihnachtsmann in der Hand. Aber wenn schon weihnachtliche Süßigkeiten, dann bitte Honigprinten! Ich liebe dieses Zeug, aber dummerweise habe ich es mir im Vorjahr verkniffen, sie zu verschlingen. So liegen sie noch immer original verpackt im Spätsommer in besagter Schublade. Aber ungenießbar, weil hart und einfach zu alt. Da kann einem doch nur schlecht werden.

Wenn ich zwei Monate vor Weihnachten anfange, meine Kinder zu nötigen, einen Wunschzettel zu schreiben; sie das denn letztendlich auch tun, ich aber in der Zwischenzeit schon Geschenke besorgt habe weil günstig erstanden und sich diese nun nicht im entferntesten mit den Wünschen decken... da tauchen Probleme auf!!!

Ich muss mir daraufhin fantasiereiches einfallen lassen, um dem Weihnachtsmann gerecht zu werden, weil der nun was ganz anderes zu bringen gedenkt. Und das unter der Erschwernis, dass keines meiner Kinder an das Vorhandensein eines solchen glaubt.

Auch wenn abgemacht ist, dass wir uns unter Erwachsenen nichts mehr schenken, weil \"wir sind doch raus aus dem Alter\" und können das Geld im übrigen ganz anders verwerten... so laufe ich dann doch herum, weil ich es einfach nicht okay finde, mich irgendwo durch zu futtern und keine Aufmerksamkeit in der Hand zu halten.

Auch wenn es bequemer ist in seinen alltäglichen Klamotten einen ganzen Nachmittag und einen ganzen Abend zu verbringen, so kann ich es immer noch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, an Weihnachten leger aufzulaufen. Also nerve ich die ganze Familie sich schick zu machen, werde dafür mehr als schief angesehen, weiß genau, dass die Argumente nicht auf meiner Seite liegen und setze mich trotz allem durch. Mit dem Resultat, dass ich in irgendeinem Fummel stecke, der zwar schick ist, aber ich nur froh bin, wenn ich ihn mir abends wieder vom Körper reißen kann.

Ich finde es toll, wenn wir zum Essen mit Gans und allem drum und dran eingeladen werden. Bin fasziniert von dem hervorragendem Essen, auch wenn es immer zu reichlich ist. Bewundere die einfallsreiche Tischdekoration und den festlichen Rahmen, in dem es statt findet. Und? Plötzlich erhascht mich das schlechte Gewissen, weil ich ja vielleicht auch mal sagen müsste: \"Kommt doch alle zu mir im nächsten Jahr.\" Aber ich weiß ganz genau, dass weder meine Kochkünste, noch mein kreatives Talent dazu reichen würde, sich dem Level anzupassen.

Noch schlimmer finde ich denn die Erkenntnis, dass das wohl auch gar nicht von mir erwartet wird, ich aber auch gerne mal auftrumpfen würde und den Gedanken schon im Keim ersticke, da er nicht realisierbar ist.

Oder Thema Kirche: Gehört dazu, ich finde es beeindruckend abends zur Christmette zu erscheinen und beim ersten weihnachtlichen Lied eine Gänsehaut zu spüren. Ich weiß aber auch, dass ich tagelang reden muss, um zu überzeugen, dass wir da hingehen und gerne hingehen. Und letztendlich landen wir dann in der Kinderchristmette, die von Lärm und Aufregung geprägt ist. Jedes weihnachtliche Gefühl wird durch erzwungene Geduld ersetzt. Das Verständnis für aufgeregte Kinder schwindet und der Gedanke im Kopf formt sich: Ach, was hätten wir es gemütlich zu Hause.

Oder dieses fotografieren! Sicherlich ist jeder im Nachhinein ganz neugierig auf die Bilder. Aber wenn sie gemacht werden sollen, gibt es nur lange Gesichter. \"Du schon wieder mit deiner Kamera! Muss das jetzt sein? Na gut, stellen wir uns lächelnd vor den Weihnachtsbaum.\"


Am schlimmsten ist, dass ich mir zu Weihnachten immer die Frage stelle, wie ich das als Kind erlebt habe; dass ich einsehen müsste, dass ich das so nicht in die heutige Zeit übertragen kann und dass ich auch nicht aufgeben mag.

Geht das denn anderen nicht so? Bin ich die einzige, die Weihnachten hassen könnte, es aber nicht tut?

Weil, das tut man nicht, gell?! Dann lässt man es wirklich bleiben.

Ach übrigens habe ich gestern bei Karstadt total knuffiges Geschenkpapier entdeckt. Das ist so toll, dass ich gleich mehrere Rollen gekauft habe, da werde ich gleich die Weihnachtsgeschenke einpacken... ;))


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-12 20:39:42 mit dem Titel Das Weihnachtswürstchen - eine etwas andere Weihnachtsgeschichte?

Manche Geschichten entstehen, weil ich nicht gewillt bin, eine normale Geschichte zu schreiben. Und da es mir in dem Jahr, als ich diese Geschichte schrieb, widerstrebte, eine \"normale\" Weihnachtsgeschichte zu schreiben, driftete meine Fantasie ein wenig ab ;)

Das Weihnachtswürstchen

Wer kennt schon die Geschichte vom Weihnachtswürstchen? Keiner? Nun, ich muss zugeben, dass sie selten erzählt wurde. Schließlich kommt es nicht oft vor, dass in einer Weihnachtsgeschichte ein Würstchen die Hauptrolle spielt. :)

Doch ich möchte von vorne anfangen. Es war in einem Jahr, in dem der Sommer keine Lust hatte, ein Sommer zu sein. Er schickte Kälte, Wind und Regen vorbei und schaute nur sehr selten um die Ecke. Keiner wusste so recht was er davon halten sollte und schließlich begnügte man sich damit, dass der Sommer nicht da war.

Aber damit nicht genug. Alles was so allgemein im Sommer veranstaltet wurde, wurde vernachlässigt. Wer hatte schon Lust ins Freibad zum schwimmen zu gehen, wenn es draußen bitterkalt war? Und wer mochte sich ins Eiscafe setzen, wenn einem eher nach heißem Tee oder Glühwein zumute war?

Am schlimmsten war aber, dass niemand sich traute, den Grill in Gang zu setzen. Dieses Vergnügen, das jeden Sommer von vielen, vielen Menschen genossen wurde, machte keinen Spaß. So blieben Grill und Holzkohle dort, wo sie sonst den Winter verbrachten.

Und nun komme ich auf das Weihnachtswürstchen zu sprechen. Denn wer dachte schon daran, dass es in der Kühltruhe eine düstere, wenn nicht gar depressive Stimmung gab? Etliche Koteletts, Steaks und Würstchen warteten auf ihren Einsatz. Doch kein Grillen, kein Fleisch. Es wurde gequengelt und geschimpft. Niemand, der in der Kühltruhe hauste, war es gewohnt, lange auf seinen Einsatz zu warten.

Der sogenannte Sommer ging vorüber, die Kühltruhe wurde irgendwann entfrostet und das Fleisch entweder in die Pfanne gehauen oder weggeworfen.

Doch ein Würstchen zeigte sich störrisch. Es wollte zu einem Grill! Und so entschlüpfte es heimlich, stahl sich davon und machte sich auf den Weg, um einen Grill zu suchen. Es ging durch einen Wald, kam in einen fremden Ort und gesellte sich unauffällig unter die Menschen. Es ist Spätsommer, dachte es sich, vielleicht fängt ja doch noch die Grillsaison an. Doch so lange es auch tapfer ausharrte, es tat sich nichts.

So lief es weiter. Als es im nächsten Ort ankam, war es bereits Herbst geworden. Mitunter hat der Herbst noch schöne Tage, dachte es sich, Altweibersommer - sehnsüchtig schaute das Würstchen zum Himmel. Aber auch diesmal musste es mit einer Enttäuschung fertig werden. Was soll ich nur tun? Verzweifelt machte es sich wieder auf den Weg. Ich kann doch nicht für immer und ewig durch die Weltgeschichte ziehen.

Schon wollte es aufgeben, sich einem Hund vor die Schnauze werfen und sein Leben verwirken. Da erstrahlte plötzlich ein helles Licht und es hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: \"Du bist ein auserwähltes Würstchen. So tapfer bist du durch die Lande gezogen, hast nicht aufgegeben. Auf dich wartet eine besondere Aufgabe. Ziehe weiter bis zum nächsten Ort. Dort wirst du auf einen Platz treffen, an dem viele Buden stehen.\"

Das Würstchen wusste gar nicht so recht, wie ihm geschah. Aber es schöpfte wieder Mut, zog weiter und kam bald darauf wirklich auf einen Marktplatz. Köstliche Gerüche stiegen ihm in die Nase. Es roch nach Mandeln und Zuckerwatte.

Ein zartes Glücksgefühl durchströmte das Würstchen. Es kam zu einer Bude aus hellen Holzbrettern. Geschmückt mit Tannengrün und herrlicher Weihnachtsbeleuchtung. Das Würstchen sprang auf eine Ablage und sah einen Grill, auf dem viele seiner Artgenossen lagen. Knusprig braun ließen sie sich ständig von einer Holzgabel umdrehen. Stießen wohlige Laute aus. Wenn ein Mann oder eine Frau herantrat, wurden sie in warme, frische Brötchen gehüllt und über den Tresen gereicht.

Nur glückliche Gesichter rund herum. Das Würstchen war beeindruckt. Es wollte sich dazu gesellen. Doch bevor es auf den Grill springen konnte, wurde es von einem Mann hochgehoben. Ängstlich lugte es zu ihm hervor. Was würde nun geschehen?

Der Mann rief: \"Hey, seht euch das einmal an! Dies ist das Weihnachtswürstchen!\" Zärtlich nahm der Mann das Würstchen zwischen seine breiten Hände und liebkoste es. \"Habt ihr noch nie davon gehört?\" erzählte er seinen Kollegen weiter. \"Es soll ein Würstchen geben, das seit dem Sommer durch die Welt reist, um einen Grill zu finden. Und wenn es jemand entdeckt, der soll es gut behandeln. Denn es bringt Glück.\"

Das Würstchen war verwirrt. Sollte es wirklich wahr sein, dass es etwas besonders war? Nur weil es sich auf den weiten Weg gemacht hatte, einen Grill zu finden, anstatt aufzugeben?

Doch es ist wirklich wahr. Sicherlich glaubt es mir niemand. Aber von da ab hieß das Würstchen Weihnachtswürstchen. Es durfte jeden Tag zuschauen, wie gegrillt wurde, bekam einen Ehrenplatz in der Bude und zeit seines Lebens war es nie wieder deprimiert. Denn eines hatte es gelernt, das Weihnachtswürstchen:

man soll nie aufgeben, auch wenn weit und breit kein Grill ist.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-14 20:51:52 mit dem Titel Job ist Job - oder wenn der Weihnachtsmann mit dem Osterhasen...

Und wieder wollte ich keine \"normale\" Weihnachtsgeschichte schreiben ;)) Aber es musste ein Text her... also liess ich meiner Fantasie freien Lauf und schob meinem Querdenken keinen Riegel vor... ;))



Job ist Job

Als sich der Weihnachtsmann den Fuß brach, fluchte er zwar laut und hemmungslos, doch der Tragweite seiner Verletzung war er sich erst nicht bewusst. Erst als er versuchte, zu laufen, schlich sich Panik ein. Es war kurz vor Weihnachten und gar nicht daran zu denken, dass er Geschenke verteilen konnte. So rief er seinen Kumpel, den Osterhasen an. \"Hör zu, Junge, du musst mich vertreten. Ich kann doch Weihnachten nicht ausfallen lassen. Bin echt in Bedrängnis. Und so auf die Schnelle fällt mir keine andere Lösung ein.\"

Der Osterhase war nicht gerade begeistert, so unverhofft aus seinem Winterschlaf geweckt zu werden. Aber er versprach es. Nicht unbedingt aus purer Nächstenliebe, doch wohl aber weil ihm der Weihnachtsmann vor Jahren auch einmal aus der Patsche geholfen hatte. Da hatte der Osterhase nämlich ein leichtes \"Techtelmechtel\" mit der Tochter von Frau Holle. Diese traf damals bei einem Kurzausflug auf die Erde den Osterhasen, die beiden schauten sich in die Augen... na ja... und wie gesagt, der Weihnachtsmann verriet die beiden nicht. Denn die Tochter von Frau Holle war mit dem Nikolaus liiert. Und der durfte natürlich nichts davon erfahren.

Alles schon lange her und beide, Hollinchen sowie Hase, waren schon ewig nicht mehr zusammen. Doch als der Weihnachtsmann anrief, fiel dem Langohr ein, dass er noch in der Schuld dieses Mannes stand.

So hoppelte er denn am Heiligen Abend los. Er war sehr müde, weil er das Arbeiten um diese Jahreszeit nicht gewohnt war. Doch zügig ging er die Liste durch, die er mitbekam und in wahrer Rekordzeit lieferte er die Geschenke ab. Er rutschte galant durch Schornsteine und verhedderte sich nur ein einziges mal aufgrund der ungewohnten roten Bekleidung in einer Hecke, als er durch einen verschneiten Garten lief.

Als er fast fertig war, klingelte sein Handy. Der Weihnachtsmann. \"Hey, Osterhase...\" rief dieser, \"du hast das kleine Haus in der Schneiderstraße vergessen. Ich verfolge dich per Webcam genau und sah, dass du einfach daran vorbeigelaufen bist.\" Unangenehm, diese Internetüberwachung, dachte der Hase.

\"Ja,\" antwortete dieser. \"Ich weiß, aber die Kinder dort sind wirklich nicht artig gewesen und ehrlich gesagt, habe ich keinen Bock, noch einmal zurückzufahren.\" \"Das glaube ich ja wohl nicht!\" donnerte der Weihnachtsmann. Osterhase hielt das Handy einen halben Meter vorm Ohr entfernt. Krach mochte er schon gar nicht. Und überhaupt wollte er nur fertig sein, weiter schlafen und in Ruhe gelassen werden. Doch es half alles nichts, er musste versprechen, noch einmal umzukehren und das Geschenk abzuliefern.

Trotz schlich sich in des Hasens Gesicht. \"So ein Scheiß!\" schimpfte er vor sich hin. \"Das kostet mich mindestens zwei Stunden.\" Er holte seinen Laptop hervor und suchte sich die Mailadresse von der Tochter von Frau Holle heraus. Auch sie konnte schließlich froh sein, dass der \"Zwischenfall\" von damals nicht herausgekommen war und einspringen.

Er mailte ihr, dass sie zügig herfliegen sollte und das Geschenk, das noch in der Kutsche lag, zur Schneiderstraße bringen sollte. Kurz danach bekam er Rückantwort, dass sie das machen würde. Man verabredete sich im nächsten Ort. Gut gelaunt pfiff der Osterhase vor sich hin. Rudolph, das Rentier, muhte verächtlich vor sich hin. \"Halt du dich da raus!\" rief der Hase. \"Ich will hier schließlich fertig werden und außerdem ist mein Akku vom Handy gleich leer. Somit kann ich dem Weihnachtsmann nur noch dann eine SMS schicken, dass alles zu seiner Zufriedenheit erledigt ist, wenn ich innerhalb kürzester Zeit fertig bin.\"

\"Wer es glaubt, wird selig...\" meinte Rudolph. Er war schon alt und bekam eine Menge mit. Er unterstellte dem Osterhasen, dass der nur nach einer Gelegenheit suchte, die Affäre von damals mit der Tochter von Frau Holle noch einmal aufleben zu lassen. So geschwind, wie der Hase die Geschenke verteilt hatte: er warf sie unter die Christbäume und nahm sich keine Zeit für irgendwelche Gespräche mit den Kindern, geschweige denn, darauf zu achten, dass etwas zerbrechliches dabei sein konnte - somit glaubte Rudolph nicht an des Hasens Müdigkeit, sondern, dass er auf eine Gelegenheit lauerte, sich mit Hollinchen zu treffen.

Der Osterhase pfiff immer noch vor sich hin, kümmerte sich nicht darum, dass Rudolph schlecht gelaunt war und steuerte das nächste Dorf an. Ein lüsternes Lächeln schlich sich in sein Gesicht, als er sich vorstellte, mit Hollinchen zusammen zu treffen. Er fühlte sich völlig sicher, da er das Weihnachtsfest gerettet hatte und rechnete sich aus, dass er für seinen \"großen\" Einsatz noch etwas gut hatte.

Doch er hatte die Rechnung ohne den Weihnachtsmann gemacht. Dieser hatte sehr wohl mitbekommen, dass die Webcam vom Hasen kurzfristig außer Betrieb gesetzt worden war, damit nicht alles zu beobachten war; aber er hatte ja schließlich noch seine Engel, die für ihn spionierten. Er schickte einen seiner besten vor Ort.

Als die Tochter von Frau Holle, der Osterhase, gefolgt von Rudolph und der Kutsche, und der Engel zeitgleich am Treffpunkt ankamen, schauten alle etwas verwundert. Hollinchen nahm zügig das Geschenk unter den Arm und entschwand, der Hase grüßte übertrieben freundlich und Rudolph lächelte schadenfroh.

Hollinchen flog zur Schneiderstraße und danach über einen Umweg heimlich zu dem Ort zurück, in dem der Osterhase auf sie warten sollte. Indessen schnaubte der Weihnachtsmann vor Wut und fluchte, dass die Wolken wackelten. \"Ihr entweiht mir das Weihnachtsfest!\" Er stampfte mit seinem Gipsfuß auf, schrie auf vor Schmerz und humpelte zum Computer. Eine Meldung von Frau Holle erschien. Sie war online im Chat und schrieb ihn an: \"Was ist hier eigentlich los? Meine Tochter hilft dir in Notlagen, der Osterhase hoppelt durch Schnee und Kälte für dich und du schreist herum, dass mir die Federn in meinen Betten grau werden.\"

\"Verzeih mir, Liebste...\" antwortete der Weihnachtsmann. Er mochte die gute Frau und wollte wahrlich nicht, dass sie mitbekam, welche Verbindung zwischen ihrer Tochter und dem Osterhasen bestand. Dass sie überhaupt von der Aktion am heutigen Hl. Abend etwas mitbekommen hatte, konnte nur daran liegen, dass er so laut sprach. Sicherlich hatte man ihn noch drei Wolkenhäuser weiter vernommen. Er bat Frau Holle auf einen Tee vorbei zu kommen, beeilte sich, den Rechner mit der Webcam auszuschalten und legte lieber ein wehleidiges Gesicht auf, um auf seinen verletzten Fuß hinzuweisen.

Er redete sich ein, dass schon alles gut verlaufen würde und er sich den Hasen immer noch \"krallen\" konnte, wenn der Hl. Abend vorbei war. Schließlich bekam er nicht oft so netten Besuch und schließlich war Weihnachten...

Indessen auf der Erde trafen sich der Hase und Hollinchen in einer Nebenstraße, Rudolph wartete in einer Scheune, wo er unverhofft auf ein sympathisches Schaf traf und die Kinder freuten sich darüber, dass die Geschenke dieses Jahr besonders früh unter dem Tannenbaum lagen.

Nur der Engel, der spionieren sollte, kam sich überflüssig vor. Er war ja selber nicht abgeneigt, was \"Spontanitäten\" betraf; somit flog er in das Wolkenhaus Nr. 7, in dem immer so bezaubernde Engelchen warteten und ging davon aus, dass er Zeit genug hatte, bis er Bericht erstatten musste.

Eventuell... grinste er noch.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-03 19:22:24 mit dem Titel Weihnachtsspaziergang

\"Stell Dir mal vor, der Vogel dort oben würde uns mitnehmen, Mama. Dann würden wir mit ihm in den Himmel fliegen. Ganz weit. Kannst Du Dir das vorstellen?\"

\"Wie kommst Du denn darauf, dass der Vogel uns mitnehmen würde?\"

\"Du musst nur daran denken. Es muss ja nicht wirklich sein, denn er ist schon zu weit weg.\"

\"Meinst Du denn so ein kleiner Vogel hat die Kraft, einen Menschen mitzunehmen bei seinem Flug?\"

\"Wenn man den richtigen Vogel nimmt, ja.\" meinte das kleine Mädchen mit einem ernsthaften Nicken und zog die Mutter am Ärmel weiter in Richtung der Bäume. Sie waren kahl. Vom Herbst gebeutelt und warteten sehnsüchtig auf den Winter, damit er ihnen ein weißes Kleid gab. Damit sie nicht so nackt aussehen. Denn bis zum Frühling dauerte es noch eine Weile. Es war genau eine Woche vor HI. Abend und das Wetter ließ nicht darauf schließen, dass der Winter darauf lauerte, einzuziehen.

\"Schau, Mama, jeder Vogel fliegt in den Himmel. Was dort oben wohl ist, dass sie alles nachschauen.\"

\"Wer schaut nach?\" gedankenverloren folgte die Mutter dem Mädchen und schüttelte ihre Haare ein wenig.

\"Na die Vögel. Sie schauen nach, ob im Himmel alles in Ordnung ist.\"

Ein zärtliches Streicheln über den Kopf des Kindes enthob die Mutter einer Antwort.

Das Mädchen erzählte weiter: \"Hier unten ist es nicht so interessant. Es ist kalt und ich muss mich dick anziehen, wenn ich nach draußen will. Wäre ich aber ein Vogel, dann würde ich jeden Tag in den Himmel fliegen. Wenn es zu kalt ist, schaue ich nach der Sonne, die wärmt mich. Ist es windig, dann lasse ich mich ein Stück tragen, um zu sehen, in welche Richtung der Wind weht. Und wenn alles in Ordnung ist, dann versuche ich, die Engel zu überraschen.\"

\"Die Engel?\"

\"Na, zu einem richtigen Himmel gehören doch auch Engel. Und die schauen bestimmt durch die Wolken hindurch, um die Vögel abzupassen. Weißt Du, warum sie die Vögel abpassen?\"

\"Nein, das weiß ich nicht.\"

\"Weil sie ihnen erzählen, ob die Kinder auf der Erde lieb sind. Denn es ist ja bald Weihnachten und da muss man sich Mühe geben, damit die Vögel den Engeln nur Gutes erzählen.\"

\"Die Engeln hören sich also alles an?\"

\"Ja, und dann geben sie das weiter. Damit es auch Geschenke gibt.\"

\"Dann sind die Vögel ja richtig wichtige Wesen.\" folgerte die Mutter und ging mit dem Kind an der Hand über die kleine Brücke, damit sie den Bach überqueren konnten.




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In Anlehnung an ein Gespräch, das ich mit meiner Tochter führte, als sie noch klein war. Lange her...

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