Erfahrungsbericht von trenker26
Wenn der Christbaum brennt...
Pro:
Es gibt was umsonst!
Kontra:
Man muß auch was hergeben
Empfehlung:
Nein
Servus Leute!
In den letzten Tagen habe ich hier bereits mehrere Berichte zum Thema Weihnachten zu lesen bekommen. Allein daß bereits zu diesen Zeitpunkt dieses Fest in aller Munde ist, frustriert mich. Deshalb werde ich hier mal etwas meinen Senf dazugeben.
Waren das noch Zeiten, als wir noch kleine Kinder waren. Die Vorweihnachtszeit war da immer was besonderes. Als die Mama schon zwei Monate vorher anfing, Plätzchen zu backen, kannte die Vorfreude keine Grenzen mehr. Meistens artete das soweit aus, daß diese Plätzchen mindestens bis Ostern reichten *g*. Auch wenn die Oma anfing, einen Adventskranz zu basteln, gab es kein halten mehr. Meistens bekamen wir Kinder auch einen Adventskalender geschenkt, der aber meistens schon nach einer Woche leergegessen war. Zu einen Ritual artete auch meistens das Wunschzettelschreiben aus. Der wurde dann zu Hause in den Briefkasten geworfen und es wurde jeden Tag 20 mal nachgeschaut, ob ihn das Christkind denn schon abgeholt hat. Die Freude war natürlich unendlich groß, wenn er denn endlich weg war. Nun konnte das Christkind in Ruhe seine Einkäufe machen.
Auch wurde es meistens zu einen halben Festakt, als der Papa losging und voller Stolz mit einen Christbaum zurückkam. Der wurde dann auch immer feierlich geschmückt ( der Christbaum, nicht der Papa! ) Am Heilig Abend schleppte uns die Oma immer in die Kindermette. Dafür brauchte es auch nicht viel Überredungskünste, denn das Christkind soll schließlich in Ruhe die Geschenke bringen können. Sprich, als Kind ist Weihnachten echt was besonderes.
Doch jeder wird älter mit der Zeit, so auch ich. So mit 13, 14 Jahren war mir dieses Fest ehrlich gesagt scheißegal. Trotzdem war ich noch mit vollem Eifer dabei, denn die Geschenke wollte ich mir doch nicht entgehen lassen *g*. Da ich zu der Zeit auch Kochunterricht in der Schule hatte, fing ich an, zu Hause Plätzchen zu backen. Meistens allerdings Rumkugeln mit ganz viel Rum. Denn Rumkugeln sind zum Rum- kugeln *g*.
Ich wurde schließlich noch älter und dieses Fest nervte einfach nur noch. Ich verdiente mein eigenes Geld und ich kam nun nicht mehr davon. Ich ging los, kaufte Geschenke für Mama, Papa, Schwester, Bruder, Oma, und Hund, Katze, Maus. Die überreichte ich dann mit meinen freundlichsten lächeln und nahm meine Geschenke mit einen noch freundlicheren Lächeln entgegen. Dieser fröhliche Geschenketausch dauerte eine Weile, dann wurde es langweilig. Dann wurde gemacht was eine typische Familie aus Bayern immer macht: Fernsehen. Siehe dazu auch meinen Witze- Bericht „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Nur mal so als Werbung nebenbei.
Ich wurde immer älter ( Verdammt, muß ich alt sein! ) und ich nutzte dieses Fest zusammen mit meinen Freunden zur allgemeinen Bierumsatzsteigerung in Bayern. Unsere damalige Stammkneipe gehörte einen Türken, und die haben bekanntermaßen mit Weihnachten recht wenig am Hut. Deshalb war diese Kneipe für Weihnachtenhasser immer geöffnet.
Speziell erinnere ich mich hier an das Jahr 1996. Kurz vor Weihnachten wurde ich damals arbeitslos. Keine Sorge, bereits im Februar hatte ich einen anderen Job. Aber ich hatte keinen Bock mir vor Weihnachten noch eine neue Stelle zu suchen. So kam es, daß wir am 24.Dezember uns bereits zur Mittagszeit in unserer Kneipe trafen. Am Abend trudelte ich dann ziemlich angetrunken zu Hause ein, holte meine Geschenke ab und verschwand wieder zurück in die Kneipe. Ein Kumpel schoß dabei aber den Vogel ab. Seine Frau mußte ihn regelrecht aus der Kneipe prügeln, damit sie ihm sein Geschenk überreichen kann. Inzwischen sind sie geschieden. Ob es wohl daran lag?
Das Jahr 1999 versuchte ich Weihnachten zu nutzen, um mich mit meinen Eltern wieder zu versöhnen. Die hatten mich Mitte des Jahres regelrecht hinausgeworfen, als ich meine heutige Frau kennenlernte, denn „Eine Ausländerin, geschweige denn eine Schwarze kommt uns nicht ins Haus!“ Der Versuch scheiterte und ich ging in meine Stammkneipe um mich sinnvoll zu besaufen. So blieb ich in diesen Jahr ohne Geschenke, obwohl die normalerweise immer fest eingeplant sind. *g*
Im Jahr 2000 feierte ich das erste mal zusammen mit meiner Frau dieses Fest. Wir verzichteten dabei aber völlig auf den ganzen Trubel und es gab keine Geschenke und keinen Weihnachtsbaum. So haben wir dieses Fest richtig genießen können.
Dieses Jahr werde ich Weihnachten ohne meine Frau verbringen müssen. Sie wird zwar ihre Therapie noch vor diesen Fest beendet haben, aber wir haben beschlossen, daß wir den Winter abwarten werden, bevor sie zurückkommt. Da es unsere verblödete Gesellschaft schafft, einen der alleine ohne Familie und Freunde ist, total zu frustrieren, habe ich beschlossen, an den Festtagen zurück in meine alte Heimat nach Bayern zu fahren. Dort treffe ich mich mit einigen Kumpels und auch mit meinen Eltern. Die haben nämlich vor einiger Zeit den ersten Schritt gemacht, so daß wir uns heute wieder vertragen.
Ich habe mir aber einige allgemeine Gedanken zu diesen Fest gemacht, die ich nun preisgeben will. Der 25.Dezember ist doch der Geburtstag von Jesus Christus. Wer von euch ein braver Christ ist, kennt die Geschichte dieses Typen. Ich selber bezeichne mich schon lange nicht mehr als solcher, denn in der Kirche war ich schon lange nicht mehr und vor etwa einen Jahr bin ich aus diesen Verein ausgetreten. Zu Hause gebetet habe ich auch nie, nur wenn ich stinkbesoffen nach Hause kam: „Gott sei Dank bin ich heil angekommen“ *g*
Also sollte dieser Tag doch ein Freudentag sein. Und Geburtstage feiern wir doch normalerweise mit einen rauschenden Fest. Deshalb verstehe ich nicht, warum plötzlich alle Kneipen zusperren und sich jeder zu Hause verkriecht.
Das soll aber hier nicht mein Hauptärgernis sein. Es geht hier vielmehr darum, daß unsere Kinder regelrecht zum Kaufrausch erzogen werden. Nicht jetzt allein durch die Eltern. Die Gesellschaft und die Medien, sprich die Werbung, sind hier die Hauptschuldigen. Ich finde es jedenfalls nicht normal, daß zum Beispiel im Oktober bereits Schokoladennikoläuse in den Supermärkten zu finden sind. Irgendwie geht hier der ganze Sinn dieses Festes komplett verloren.
Des weiteren finde ich es scheinheilig, daß wir an diesen Tagen uns plötzlich an alle möglichen Erbtanten und Omas und Opas anfangen, zu erinnern. Scheinheilig traben wir mit einen möglichst billigen Geschenk an und kochen innerlich vor Wut, weil die immer noch am Leben sind und das Erbe auf sich warten läßt.
Leider hatte ich noch nie das Vergnügen, Weihnachten in der Heimat meiner Frau, in Kenia, zu verbringen. Irgendwann wird es aber soweit sein und ich bin schon mal ganz gespannnt, was da so abgeht.
Zum Schluß möchte ich euch noch mein bestes Gedicht präsentieren, das ich jemals verfaßt habe:
Advent, Advent,
Ein Christbaum brennt!
Brennt dann der ganze Hof,
Schau´n wir alle recht doof
Die Feuerwehr kann nicht kommen,
Denn die sitzen in der Kneipe, stockbesoffen
Ist das Haus dann abgebrannt,
Besorg ich mir einen Weinbrand
Oh, seht nur alle her,
es weihnachtet sehr
MFG Werner
In den letzten Tagen habe ich hier bereits mehrere Berichte zum Thema Weihnachten zu lesen bekommen. Allein daß bereits zu diesen Zeitpunkt dieses Fest in aller Munde ist, frustriert mich. Deshalb werde ich hier mal etwas meinen Senf dazugeben.
Waren das noch Zeiten, als wir noch kleine Kinder waren. Die Vorweihnachtszeit war da immer was besonderes. Als die Mama schon zwei Monate vorher anfing, Plätzchen zu backen, kannte die Vorfreude keine Grenzen mehr. Meistens artete das soweit aus, daß diese Plätzchen mindestens bis Ostern reichten *g*. Auch wenn die Oma anfing, einen Adventskranz zu basteln, gab es kein halten mehr. Meistens bekamen wir Kinder auch einen Adventskalender geschenkt, der aber meistens schon nach einer Woche leergegessen war. Zu einen Ritual artete auch meistens das Wunschzettelschreiben aus. Der wurde dann zu Hause in den Briefkasten geworfen und es wurde jeden Tag 20 mal nachgeschaut, ob ihn das Christkind denn schon abgeholt hat. Die Freude war natürlich unendlich groß, wenn er denn endlich weg war. Nun konnte das Christkind in Ruhe seine Einkäufe machen.
Auch wurde es meistens zu einen halben Festakt, als der Papa losging und voller Stolz mit einen Christbaum zurückkam. Der wurde dann auch immer feierlich geschmückt ( der Christbaum, nicht der Papa! ) Am Heilig Abend schleppte uns die Oma immer in die Kindermette. Dafür brauchte es auch nicht viel Überredungskünste, denn das Christkind soll schließlich in Ruhe die Geschenke bringen können. Sprich, als Kind ist Weihnachten echt was besonderes.
Doch jeder wird älter mit der Zeit, so auch ich. So mit 13, 14 Jahren war mir dieses Fest ehrlich gesagt scheißegal. Trotzdem war ich noch mit vollem Eifer dabei, denn die Geschenke wollte ich mir doch nicht entgehen lassen *g*. Da ich zu der Zeit auch Kochunterricht in der Schule hatte, fing ich an, zu Hause Plätzchen zu backen. Meistens allerdings Rumkugeln mit ganz viel Rum. Denn Rumkugeln sind zum Rum- kugeln *g*.
Ich wurde schließlich noch älter und dieses Fest nervte einfach nur noch. Ich verdiente mein eigenes Geld und ich kam nun nicht mehr davon. Ich ging los, kaufte Geschenke für Mama, Papa, Schwester, Bruder, Oma, und Hund, Katze, Maus. Die überreichte ich dann mit meinen freundlichsten lächeln und nahm meine Geschenke mit einen noch freundlicheren Lächeln entgegen. Dieser fröhliche Geschenketausch dauerte eine Weile, dann wurde es langweilig. Dann wurde gemacht was eine typische Familie aus Bayern immer macht: Fernsehen. Siehe dazu auch meinen Witze- Bericht „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Nur mal so als Werbung nebenbei.
Ich wurde immer älter ( Verdammt, muß ich alt sein! ) und ich nutzte dieses Fest zusammen mit meinen Freunden zur allgemeinen Bierumsatzsteigerung in Bayern. Unsere damalige Stammkneipe gehörte einen Türken, und die haben bekanntermaßen mit Weihnachten recht wenig am Hut. Deshalb war diese Kneipe für Weihnachtenhasser immer geöffnet.
Speziell erinnere ich mich hier an das Jahr 1996. Kurz vor Weihnachten wurde ich damals arbeitslos. Keine Sorge, bereits im Februar hatte ich einen anderen Job. Aber ich hatte keinen Bock mir vor Weihnachten noch eine neue Stelle zu suchen. So kam es, daß wir am 24.Dezember uns bereits zur Mittagszeit in unserer Kneipe trafen. Am Abend trudelte ich dann ziemlich angetrunken zu Hause ein, holte meine Geschenke ab und verschwand wieder zurück in die Kneipe. Ein Kumpel schoß dabei aber den Vogel ab. Seine Frau mußte ihn regelrecht aus der Kneipe prügeln, damit sie ihm sein Geschenk überreichen kann. Inzwischen sind sie geschieden. Ob es wohl daran lag?
Das Jahr 1999 versuchte ich Weihnachten zu nutzen, um mich mit meinen Eltern wieder zu versöhnen. Die hatten mich Mitte des Jahres regelrecht hinausgeworfen, als ich meine heutige Frau kennenlernte, denn „Eine Ausländerin, geschweige denn eine Schwarze kommt uns nicht ins Haus!“ Der Versuch scheiterte und ich ging in meine Stammkneipe um mich sinnvoll zu besaufen. So blieb ich in diesen Jahr ohne Geschenke, obwohl die normalerweise immer fest eingeplant sind. *g*
Im Jahr 2000 feierte ich das erste mal zusammen mit meiner Frau dieses Fest. Wir verzichteten dabei aber völlig auf den ganzen Trubel und es gab keine Geschenke und keinen Weihnachtsbaum. So haben wir dieses Fest richtig genießen können.
Dieses Jahr werde ich Weihnachten ohne meine Frau verbringen müssen. Sie wird zwar ihre Therapie noch vor diesen Fest beendet haben, aber wir haben beschlossen, daß wir den Winter abwarten werden, bevor sie zurückkommt. Da es unsere verblödete Gesellschaft schafft, einen der alleine ohne Familie und Freunde ist, total zu frustrieren, habe ich beschlossen, an den Festtagen zurück in meine alte Heimat nach Bayern zu fahren. Dort treffe ich mich mit einigen Kumpels und auch mit meinen Eltern. Die haben nämlich vor einiger Zeit den ersten Schritt gemacht, so daß wir uns heute wieder vertragen.
Ich habe mir aber einige allgemeine Gedanken zu diesen Fest gemacht, die ich nun preisgeben will. Der 25.Dezember ist doch der Geburtstag von Jesus Christus. Wer von euch ein braver Christ ist, kennt die Geschichte dieses Typen. Ich selber bezeichne mich schon lange nicht mehr als solcher, denn in der Kirche war ich schon lange nicht mehr und vor etwa einen Jahr bin ich aus diesen Verein ausgetreten. Zu Hause gebetet habe ich auch nie, nur wenn ich stinkbesoffen nach Hause kam: „Gott sei Dank bin ich heil angekommen“ *g*
Also sollte dieser Tag doch ein Freudentag sein. Und Geburtstage feiern wir doch normalerweise mit einen rauschenden Fest. Deshalb verstehe ich nicht, warum plötzlich alle Kneipen zusperren und sich jeder zu Hause verkriecht.
Das soll aber hier nicht mein Hauptärgernis sein. Es geht hier vielmehr darum, daß unsere Kinder regelrecht zum Kaufrausch erzogen werden. Nicht jetzt allein durch die Eltern. Die Gesellschaft und die Medien, sprich die Werbung, sind hier die Hauptschuldigen. Ich finde es jedenfalls nicht normal, daß zum Beispiel im Oktober bereits Schokoladennikoläuse in den Supermärkten zu finden sind. Irgendwie geht hier der ganze Sinn dieses Festes komplett verloren.
Des weiteren finde ich es scheinheilig, daß wir an diesen Tagen uns plötzlich an alle möglichen Erbtanten und Omas und Opas anfangen, zu erinnern. Scheinheilig traben wir mit einen möglichst billigen Geschenk an und kochen innerlich vor Wut, weil die immer noch am Leben sind und das Erbe auf sich warten läßt.
Leider hatte ich noch nie das Vergnügen, Weihnachten in der Heimat meiner Frau, in Kenia, zu verbringen. Irgendwann wird es aber soweit sein und ich bin schon mal ganz gespannnt, was da so abgeht.
Zum Schluß möchte ich euch noch mein bestes Gedicht präsentieren, das ich jemals verfaßt habe:
Advent, Advent,
Ein Christbaum brennt!
Brennt dann der ganze Hof,
Schau´n wir alle recht doof
Die Feuerwehr kann nicht kommen,
Denn die sitzen in der Kneipe, stockbesoffen
Ist das Haus dann abgebrannt,
Besorg ich mir einen Weinbrand
Oh, seht nur alle her,
es weihnachtet sehr
MFG Werner

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