Wellensittich Testbericht

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ab 20,31
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Summe aller Bewertungen
  • Futterkosten:  sehr gering
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Spielbereitschaft:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von strawberrymouse

Kein Hund - aber genauso treu!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit nun mehr 15 Jahren habe ich ständig einen "Welli" um mich, mein Puckino [eigentlich Pucki] ist mittlerweile mein zweiter und seit knapp 7 Jahren mein Liebling und auch der Grund dafür diesen Bericht zu schreiben.

Allgemein:
Wellensittiche stammen ursprünglich aus Australien, von Natur aus besitzen sie eine grün-gelbe Farbe und leben in großen Vogel-Schwärmen. In freier Wildbahn werden die Kleinen ca. 14 Jahre alt, in Gefangenschaft oftmals nur 5 J.. Aber auch das kann variieren, je nach Gesundheitsstand und Haltung.

Vor der Anschaffung:
Vor der Anschaffung eines Wellensittichs sollte man sich gut überlegen, ob man genügend Zeit in solch einen kleinen Racker investieren kann und möchte- auch über mehrere Jahre hinweg. Zwar muss man mit ihm nicht mehrmals täglich spazieren gehen, aber auch er möchte beachtet und umsorgt werden, vorallem wenn er allein gehalten wird. Auch im Vorfeld sollte überlegt werden; habe ich die Möglichkeit ihn in Pflege zu geben, wenn ich in den Urlaub fahre. Und wie sieht es finanziell aus? Zwar ist ein Wellensittich als Haustier relativ günstig, doch braucht auch er Futter, ab und zu ein Leckerlie, vielleicht auch mal einen neuen Käfig und wenn er krank wird, muss er zum Tierarzt gebracht werden.
Ebenso sollte man sich überlegen, ob man das Tier einzeln oder als Paar halten möchte (oder evtl. sogar noch ein paar mehr). Für den Wellensittich ist es natürlich schöner noch einen Spielgefährten zu haben, vorallem wenn das "Herrchen" arbeitet oder viel unterwegs ist. Man sagt zwar, dass man den Vogel nicht allein halten sollte (schließlich ist er ja auch ursprünglich ein Schwarm-Vogel), grundsätzlich ist eine Einzel-Haltung aber möglich - aber bitte nur wenn man genügend Zeit hat!

Der Kauf:
Ein Wellensittich ist für rund 10-15 € zu haben. Überlegen sollte man sich, ob man ihn aus dem Zoo-Geschäft oder lieber von einem Züchter holt. Hier spreche ich mich ganz klar für den Kauf beim Züchter aus: Man wird besser beraten und die Vögel sind oftmals gesünder.
Sollte man den Vogel nicht geschenkt bekommen haben oder von jemand anderen ("gebraucht") übernommen, ist beim Kauf zu beachten:
- ein möglichst junger Vogel, damit er sich besser
an sein Herrchen gewöhnt und man viele Jahre
Freude an ihm hat (Junge Vögel erkennt man an:
- ihrer Zierlichkeit
- den schwarzen Knopfaugen (noch ohne weißen Ring)
- die Wellen des Gefieders gehen , evtl.bis zum
Schnabel - nach der ersten großen Mauser be-
ginnen die Wellen am Ober-bzw. Hinterkopf)
- ein möglichst gesunder, aktiver Vogel: spielt oder
fliegt er? Oder hockt er längere Zeit aufgeplustert
zwischen oder weitab der anderen Tiere?
- ist er Single oder kuschelt/schnäbelt/putzt er
sich mit einem anderen Vogel? Sollte letzteres tun,
handelt sich um ein Paar. Diese sollte man nicht
trennen, sie verkraften den Partner-Verlust nur
schwer.

Zubehör:
Mit dem Kauf des Vogels ist es noch nicht getan, man braucht desweiteren einen Käfig, welcher nicht zu klein sollte. Mit 25 € sollte man hier schon mind. rechnen. Kein Rundkäfig! Dieser bietet keine Rückzugsecken für den Kleinen. Das ein oder andere Spielzeug sollte ebenfalls nicht fehlen, ebenso wie Stangen für den Käfig und eine Schaukel (auf denen sie häufig schlafen). Meist sind Stangen und Fress- bzw. Trinknapf schon beim Käfig dabei. Außerdem braucht man Futter, Vogelsand für den Käfigboden und das ein oder andere Leckerlie kann ebenfalls nicht schaden.
Doch oftmals kommt man dabei günstiger weg: das ein oder andere Spielzeig kann man selbst basteln (die Süßen sind selbst ziemlich kreativ darin etwas zum Spielen zu finden), frisches Obst und Gemüse mögen sie auch - und das hat man ja zu Hause und wenn man in eine Schale Gras sät, kann dies zu einem super Fress-und Spielplatz für sie werden.

Zu Hause:
Der Käfig sollte in einem Raum stehen, indem sich viel Leben abspielt; er mag es nicht allein zu sein (wird er doch mal allein gelassen, kann man zur Beschäftigung das Radio anlassen). Die Küche ist dafür allerdings eher ungeeignet, da giftige Dämpfe durch das Kochen freigesetzt werden. Auch direktes Sonnenlicht tut dem Kleinen nicht gut, ebensowenig wie Zugluft.
Ideal ist das Wohnzimmer, der Käfig auf einem Sockel oder eine andere Erhöhung, damit der Schnuckel am Familienleben teilnehmen kann. Wird gelüftet,im Zweifelsfall den Käfig mit einem Tuch abdecken (dies mache ich beim Schlafen ebenfalls, so wird Pucki nicht vom An- und Ausschalten des Lichts gestört).

Fütterung:
Von den im Handel erhältlichen Futterspendern rate ich eher ab. Das Futter wird nicht portioniert und der Vogel neigt dazu sich zu überfressen. Viel besser ist da ein kleiner Napf am Boden des Käfigs.
Lieber täglich und in kleinen Portionen (ca. ein gehäufter Teelöffel pro Tag). Frisches Futter sagt dem Kleinen auch sehr zu. Am Besten probieren was ihm da am besten schmeckt. Puckino mag z.B. absolut keine Bananen, ist aber ganz wild auf Salat und Hirse. Es kann ihm eigentlich alles angeboten werden, nur sollte es nicht gespritzt sein! Auch Avodcados sollte man nie anbieten, sie sind für ihn giftig. Und von Essensresten ist ebenfalls abzusehen!!
Der Wellensittich trinkt Wasser, möglichst sauber sollte es sein (lieber einmal zu viel als zu wenig wechseln). Es gibt Fertiggeränke aber die sind einfach nur teuer und eher unnütz.

Das Saubermachen
Der Käfig sollte natürlich auch desöfteren sauber gemacht werden. Dabei sollte man den Sand entfernen und alles (auch Stangen und Spielzeug) mit heißem Wasser reinigen und gut abtrocknen. Wenn der Käfig nicht allzu dreckig ist, reicht es auch, nur den Sand zu wechseln.
Bitte unbedingt Vogelsand nehmen! Bausand, Katzenstreu, Zeitungs- und Sandpapier mögen zwar in einigen Fällen billiger sein, aber für den Vogel nicht unbedingt gesund.
Auch der Schnuckel selbst mag gern mal baden - besonders bei der Hitze im Sommer. Ein teures Badehaus braucht man aber nicht zu kaufen. Eine nicht zu kleine Schale mit Wasser ist nicht nur günstiger, der Vogel kann sich auch besser austoben.
Pucki spritzt dabei liebendgerne herum, also lege ich immer ein Handtuch drunter. Im Sommer spritze ich ihn ab und zu mit einem Wasserzerstäuber nass, das macht mir ebensoviel Spass wie ihm *g*.

Der Welli himself:
Damit der Vogel sich gut eingewöhnt, sollte man ihn erstmal 14 Tage im Käfig lassen und sich so mit ihm beschäftigen. So gewöhnt er sich an sein neues zu Hause (und an sein Herrchen) und das Fliegen fällt ihm danach leichter (so kann er schon mal Landeplätze auskunschaften).
Die kleinen Fussel sind wie wir Menschen individuell; der eine ist von Natur aus ruhiger, der andere aktiver. Pucki gehört zur letzteren Kategorie. Er hat sich wahnsinnig schnell eingelebt und begann schon innerhalb der 2 Wochen zu sprechen. Eher ungewöhnlich für einen Wellensittich; manche brauchen länger und manche tun es gar nicht (vorallem wenn sie paarweise gehalten werden, denn da beschäftigen sie sich bevorzugt mit sich selbst). Auch die Zutraulichkeit variiert. So hat mein erster Wellensittich gern aus der Hand gefressen, aber ungern gekuschelt. Pucki frisst nicht aus der Hand, dafür ist er wahnsinnig anhänglich und verschmust - und weniger zickig (aus meiner Erfahrung sind das meistens die Weibchen ;-) ). Dafür kräht er lautstark herum, wenn er Fressen möchte.

Abschließend bleibt noch zu sagen:
- Männchen und Weibchen unterscheidet man an der Färbung der Hornhaut über den Schnabel; blau= Männchen, bräunlich=Weibchen
- Die Vögel kommen öfter mal in die Mauser, also ist mit vielen herumliegenden Federn zu rechnen
- die kleinen Silberringe am Fuss sind wichtig, sie zeigen von welchem Züchter der Vogel stammt und erleichtern manchmal das Auffinden entflogender Vögel, sie sind also ein Registrierungszeichen
- Wellensittiche können durchaus Krankheiten übertragen, wie z.B. die Papageienkrankheit

Mein Fazit:
Beachtet man die wichtigsten Sachen beim Kauf, der Haltung und Pflege hat man viel Freude an seinem Welli und der Welli an seinem Herrchen. Ich möchte meinen Schatz jedenfalls nicht mehr missen!
Wellensittiche sind gute "Anfängertiere" für Kindern, doch man sollte sich schon überlegen, ob das Kind in der Lage ist sich (vielleicht auch mit der Unterstützung eines Elternteils) um das Tier zu kümmern; denn Tiere sind keine Spielzeuge.

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Edding

    12.05.2002, 17:25 Uhr von Edding
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bis vor kurzem hatte ich auch einen Wellensittich, doch der starb. Ist 6 Jahre alt geworden... Gruß

  • Rena50

    05.05.2002, 18:12 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wir hatten vor ein paar Jahren auch Wellensittiche. Unsere Kinder waren ganz begeistert. Dein Bericht kann einem Anfänger wirklich helfen. Ich würde mich freuen, wenn du auch einmal bei mir liest. Gruß Rena