Wenzelsplatz Prag Testbericht
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Summe aller Bewertungen
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Erfahrungsbericht von liskailonka
Von Pferdemarkt und Selbstverbrennung.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Diesen Teil der Stadt, nennt man zwar das moderne Mittelpunkt, aber tatsächlich fing Kaiser Karl IV. hier schon im Jahre 1348 an zu modernisieren; einst war hier ein riesiges Areal mit Feldern, Wege, Bauernhöfe und Kühe. Etwa 250 ha. groß war diese Nutzfläche und Kaiser Karl wollte hier hier das neue Prag bauen. In der Mitte von diesem Areal, liegt heute der Wenzelsplatz.
Wenn wir ganz unten anfangen, mit dem Gesicht zum Nationalmuseum, das queer zum Wenzelsplatz steht, dann sieht man an der linken Hand ein ganz toller Laden: der Donutpalast. Stellt euch Mac Donalds vor; 2 Stockwerke hoch und mit modernster Einrichtung. Auf der Speisekarte...DONUTS... in allen Variationen und Geschmacksrichtungen die man sich nur bedenken kann ( und auch nicht bedenken kann). Die Auswahl ist enormenormenorm und einfach nur köstlich.
An dieser Stelle hat Karl IV. damals mit seine Modernisierungen angefangen und es entstand hier einen Pferdemarkt, mit Anbindung zum Viehmarkt zwei Straßen weiter, der bis weit ins 19. Jahrhundert jeden Donnerstag stattfand. Früher stand hier auch noch das Stadttor von Prag, aber das wurde, zusammen mit dem Pferdemarkt, in 1876 abgerissen.
Jedes Jahr verändert sich der Wenzelsplatz mehr und mehr und nichts ist mehr so wie ich es aus meiner Kindheit in Erinnerung habe; einst eine Prachtallee mit herrlichen Eichen und kleine Konditoreien mit feinstem Gebäck, mit einem Drehorgelmann und Eisverkäufer mit kleine Kärrchen. Jetzt ist der Wenzelsplatz DAS Vorzeige-Objekt des modernen Kapitalismus und Romantik und Drehorgelmann mußten weichen für Mac Donalds und Gucci. Aus den großzügigen Grasflächen wurden Betonstreifen mit verirrte Blumenbeete und Designerbänke; die alten Geschäftshäuser in wilhelminischem Baustil scheinen gar nicht mehr zu diesem Ort zu passen.
Trotzdem ist der Wenzelsplatz einen Besuch wert, denn auch ich bin ein konsumorientierter Mensch geworden und ich vergaffe mich gerne an die tollen Sachen in den Schaufenstern von Gucci, Chanel, Porsche, IWC und was es sonst so noch gibt. Dazwischen gibt es immer noch die feine Konditorein und Cafes die, in kleine Passagen gelegen, immer wieder nostalgische Gefühle in mir wach rufen.
Ich kaufe mir ein Zmrzlina (eis) und schlentere weiter hoch in Richtung Nationalmuseum, bis ich zum Denkmal des hl. Wenzels komme; hier bleibt mir das Eis im Halse stecken - auch heute noch und bestimmt in 30 Jahren immer noch. Hier, an dieser Stelle, berühren meine Füße Geschichte, Freiheit, Machtkorrumption, Gewalt, Unterdrückung und den Märtyrertod in einem einzigen Moment. Hier, an dieser Stelle, zündete sich in Januar 1969 Jan Palach an und verstarb drei Tage später an seinen Verletzungen. Diese Tat läutete den Anfang vom Ende des Kommunismus ein, obwohl sich dieser noch 30 Jahre geradehalten konnte. Immer wenn ich hier komme, muß ich daran denken, was dieser Student getan hat und fühle mich tief betroffen; durch seine Tat, fanden meine Eltern in 1972 den Mut um aus der Tschechei zu flüchten.
Am Denkmal stehen heute immer noch Leute, viele Geistliche auch, die für den Frieden beten, die Vorbeigänger fragen doch einen Moment inne zu halten, die Blumen hinlegen und Kerzen anzünden. Irgendwie sieht es da immer aus wie auf einem Hippietreff und die Stimmung ist gut; nicht heiter, aber auch nicht bedrückt - man fühlt sich geborgen und eins mit den Leuten die dort herum stehen und sitzen.
Nach einer kurzen Zeit löst man sich dann von dieser Gruppe und geht langsam weiter; nicht mehr zurückblicken, nur vorwärts, immer vorwärts Richtung Nationalmuseum. Auf den Treppen vom Nationalmuseum lasse ich mich nieder und starre nachdenklich, den etwa 1 Kilometer langen, Wenzelsplatz hinunter.....meine Gedanken kehren zurück an zu dem Tag (21.11.2000), wo ich hier war und wo die Globalisierungsgegner demonstrierten gegen den G8-Gipfel. Die Angst, die ich an dem Tag hatte, werde ich nie vergessen können. Tausende von Demonstranten, Polizei mit Maschinengewehren, Soldaten, Gepanzerte Wagen und ständig dieses Schrillen der Alarmsirenen in den Ohren. Geschäfte die schnell zugenagelt wurden; Mac Donalds hat es gerade nicht geschafft und wurde fast erdengleich randaliert - ich stand 50 Meter davon entfernt und klammerte mich an meine Eltern fest wie ein kleines Kind.
COPYRIGHT Ilonka Liska (Trivago, CIAO & YOPI)
Wenn wir ganz unten anfangen, mit dem Gesicht zum Nationalmuseum, das queer zum Wenzelsplatz steht, dann sieht man an der linken Hand ein ganz toller Laden: der Donutpalast. Stellt euch Mac Donalds vor; 2 Stockwerke hoch und mit modernster Einrichtung. Auf der Speisekarte...DONUTS... in allen Variationen und Geschmacksrichtungen die man sich nur bedenken kann ( und auch nicht bedenken kann). Die Auswahl ist enormenormenorm und einfach nur köstlich.
An dieser Stelle hat Karl IV. damals mit seine Modernisierungen angefangen und es entstand hier einen Pferdemarkt, mit Anbindung zum Viehmarkt zwei Straßen weiter, der bis weit ins 19. Jahrhundert jeden Donnerstag stattfand. Früher stand hier auch noch das Stadttor von Prag, aber das wurde, zusammen mit dem Pferdemarkt, in 1876 abgerissen.
Jedes Jahr verändert sich der Wenzelsplatz mehr und mehr und nichts ist mehr so wie ich es aus meiner Kindheit in Erinnerung habe; einst eine Prachtallee mit herrlichen Eichen und kleine Konditoreien mit feinstem Gebäck, mit einem Drehorgelmann und Eisverkäufer mit kleine Kärrchen. Jetzt ist der Wenzelsplatz DAS Vorzeige-Objekt des modernen Kapitalismus und Romantik und Drehorgelmann mußten weichen für Mac Donalds und Gucci. Aus den großzügigen Grasflächen wurden Betonstreifen mit verirrte Blumenbeete und Designerbänke; die alten Geschäftshäuser in wilhelminischem Baustil scheinen gar nicht mehr zu diesem Ort zu passen.
Trotzdem ist der Wenzelsplatz einen Besuch wert, denn auch ich bin ein konsumorientierter Mensch geworden und ich vergaffe mich gerne an die tollen Sachen in den Schaufenstern von Gucci, Chanel, Porsche, IWC und was es sonst so noch gibt. Dazwischen gibt es immer noch die feine Konditorein und Cafes die, in kleine Passagen gelegen, immer wieder nostalgische Gefühle in mir wach rufen.
Ich kaufe mir ein Zmrzlina (eis) und schlentere weiter hoch in Richtung Nationalmuseum, bis ich zum Denkmal des hl. Wenzels komme; hier bleibt mir das Eis im Halse stecken - auch heute noch und bestimmt in 30 Jahren immer noch. Hier, an dieser Stelle, berühren meine Füße Geschichte, Freiheit, Machtkorrumption, Gewalt, Unterdrückung und den Märtyrertod in einem einzigen Moment. Hier, an dieser Stelle, zündete sich in Januar 1969 Jan Palach an und verstarb drei Tage später an seinen Verletzungen. Diese Tat läutete den Anfang vom Ende des Kommunismus ein, obwohl sich dieser noch 30 Jahre geradehalten konnte. Immer wenn ich hier komme, muß ich daran denken, was dieser Student getan hat und fühle mich tief betroffen; durch seine Tat, fanden meine Eltern in 1972 den Mut um aus der Tschechei zu flüchten.
Am Denkmal stehen heute immer noch Leute, viele Geistliche auch, die für den Frieden beten, die Vorbeigänger fragen doch einen Moment inne zu halten, die Blumen hinlegen und Kerzen anzünden. Irgendwie sieht es da immer aus wie auf einem Hippietreff und die Stimmung ist gut; nicht heiter, aber auch nicht bedrückt - man fühlt sich geborgen und eins mit den Leuten die dort herum stehen und sitzen.
Nach einer kurzen Zeit löst man sich dann von dieser Gruppe und geht langsam weiter; nicht mehr zurückblicken, nur vorwärts, immer vorwärts Richtung Nationalmuseum. Auf den Treppen vom Nationalmuseum lasse ich mich nieder und starre nachdenklich, den etwa 1 Kilometer langen, Wenzelsplatz hinunter.....meine Gedanken kehren zurück an zu dem Tag (21.11.2000), wo ich hier war und wo die Globalisierungsgegner demonstrierten gegen den G8-Gipfel. Die Angst, die ich an dem Tag hatte, werde ich nie vergessen können. Tausende von Demonstranten, Polizei mit Maschinengewehren, Soldaten, Gepanzerte Wagen und ständig dieses Schrillen der Alarmsirenen in den Ohren. Geschäfte die schnell zugenagelt wurden; Mac Donalds hat es gerade nicht geschafft und wurde fast erdengleich randaliert - ich stand 50 Meter davon entfernt und klammerte mich an meine Eltern fest wie ein kleines Kind.
COPYRIGHT Ilonka Liska (Trivago, CIAO & YOPI)
26 Bewertungen, 7 Kommentare
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13.12.2005, 21:07 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichda war ich auch mal. hat mir sehr gut gefallen :-)
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13.12.2005, 13:37 Uhr von MasterDeniz
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich :-)
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13.12.2005, 11:38 Uhr von NancyNoack
Bewertung: sehr hilfreichinteressanter Bericht
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13.12.2005, 07:22 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Birgit :-)
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13.12.2005, 03:36 Uhr von waltraud.d
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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13.12.2005, 02:29 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich. Gruß, Ralf
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13.12.2005, 02:10 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich

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