What's the Story Morning Glory? (1995) - Oasis Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Songbird

DAS Album der 90er

Pro:

alles

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Als ich mich hier registrierte, hatte ich nicht vor einen Bericht über Oasis zu schreiben, besonders nicht über (What\'s The Story) Morning Glory – wie soll man objektiv über ein Album schreiben, dass man liebt von einer Band, die man verehrt?
Außerdem ist es ja schon ein Weilchen her seit das Album veröffentlicht wurde, 1995 auf dem Höhepunkt des Hypes um eine brillante britische Band, die leider nicht nur durch Musik auf sich aufmerksam macht; zerstörte Hotelzimmer, verprügelte Fotografen und Gemeinheiten über andere \"Künstler\" gehören ebenfalls dazu, aber genau dafür lieben wir Fans Oasis, denn sie sind echt. Sie sagen was sie denken, tun was sie wollen und machen dabei auch noch so wunderebare Alben wie eben \"Morning Glory\", wer würde das nicht gern? Aber genug der Euphorie..

Die Musik

Ich bekam die CD zu meinem 11. Geburtstag geschenkt ohne auch nur ein Lied zu kennen, ich wollte Oasis hören, weil ich dachte, es wäre cool Oasis zu hören, und das ist es auch, vor allem für einen selbst.
\"(What\'s The Story) Morning Glory\" beginnt sehr ruhig mit \"Hello\", das denkt man zumindest für die ersten Sekunden, solange es noch nach einem viel zu leise aufgenommenen \"Wonderwall\" klingt, doch plötzlich wird es laut, verzerrte Gitarre, etwas später Schlagzeug und Bass, ein Soundgewitter, dass nur so über den Hörer hereinbricht und ihn sofort in seien Bann zieht. Ich glaube, so einige sind beim ersten Hören darauf hineingefallen, haben die Anlage lauter gedreht und sich dann fast zu Tode erschrocken als mit einem Mal dieser Lärm (im positivsten Sinne) losbrach.. ;o)
Der Song ist aber nicht nur deshalb der perfekte Opener, sondern auch aufgrund des Textes: \"Hello, hello, it\'s good to be back\". Und wie gut ist es, dass sie wieder da sind!
Das bestätigt auch \"Roll With It\" eine typische Brit-Pop-Hymne, die sofort ins Ohr geht, und dort auch ewig bleibt.
Anschließend folgt \"Wonderwall\", das Lied das Noel für seine damalige Freundin schrieb und dafür sorgte, dass Oasis auch hirzulande erfolgreich wurden. Ebenso eingängig wie die Vorgänger, doch wesentlich ruhiger, diesmal lediglich Akkustikgiaterre statt verzerrten Riffs, ein wunderschönes Streicherarrangement und Liams Stimme einfach nur perfekt dazu.
\"Don\'t Look Back In Anger\" beginnt dann mit einem Klavier, welches ein wenig an \"Hey Jude\" von den Beatles erinnert, aber mit den Beatles werden Oasis ja häufig in Verbindung gebracht, was aber wohl eher schmeichelhaft ist als alles andere.
Zum ersten Mal wagt sich auch Noel auf einem Album ans Mikrofon und macht seinen Job auch sehr gut, zwar fehlt seiner Stimme dieses rauhe Schnarren von Liam, dennoch überzeugt sie, sie ist etwas weicher, aber dafür wohl gefühlvoller.
\"Hey Now\" ist so etwas wie der Underdog auf dieser Platte, oftmals unterschätzt und auch nicht sofort so präsent wie andere Oasissongs. Ein Song, den man häufiger Hören muß, bis man seine wahre Größe entdeckt, fehlt ihm doch der sonst für Oasis so typische hymnische Refrain. Dafür gibt es einen vielschichtigen Sound mit verzerrten Gitarren und einem zwar einfachen, aber dennoch unwiderstehlichen Schlagzeug.
Das darauffolgende unbetitelte Stück ist ein Teil eines Instrumentals, welches sich im Ganzen als \"The Swamp Song\" auf der Single \"Wonderwall\" finden lässt. Es ist ein vorwärtstreibender Rocksong, der toll die Brücke zu \"Some Might Say\" schlägt. Schon das erste Riff davon zieht den Hörer in seinen Bann, und damit beginnt wieder eine für Oasis typische Hymne,die durch ein tolles Gitarrensolo und fetten Sound besticht und auf jedem Konzert zum Mitsingen und vor allem –hüpfen animiert.
\"Cast No Shadow\" hingegen ist eine verträumte Ballade, die Freund und Kollegen Richard Ashcroft gewidmet ist. Noel übernimmt dabei Backgroundvocals, wodurch stellenweise ein voller schöner mehrstimmiger Gesang entsteht – für so etwas hat Noel ein Händchen. Was aber außerdem viel zur leicht melancholischen entrückten Stimmung beiträgt, sind zum einen die im Hintergrund fast verschwinden Slideguitar Parts und der toll eingesetzte Bass. Wenn ich mich entscheiden müßte, würde ich wohl \"Cast No Shadow\" als meinen Lieblingstrack auswählen, wobei das bei einem Album, das meines Erachtens nur aus fantastischen Songs besteht sehr schwer ist.
Mit \"She\'s Electric\" folgt dann wieder ein typischer Brit Pop Klassiker, Schlagzeugschwerpunkte auf 1,2,3 und 4 und dazu bitte mit dem Kopf nicken oder zumindest dem Fuß wippen. Auch hier wieder mehrstimmiger Gesang, wodurch der eh schon fette Sound noch vielschichtiger wird.
\"Morning Glory\" beginnt eher unkonventionell mit den Geräuschen eines Hubschraubers, das dann von einer sägenden Gitarre fast übertönt wird, woraufhin dann Schlagzeug und später auch Bass und eine weitere Giaterre einsetzten, das Ganze entwickelt sich zu einem vorwärtstreibenden Rocksong, der so gar nicht Brit Pop sein will.
Danach folgt dann der zweite Part des \"Swamp Song\" untermalt vom Wellenrauschen das \"Champagne Supernova\" einen so schönen Ausgang bietet. Der Song beginnt zunächst ruhig, eine Akkustikgitarre, darüber eine dezente leicht angezerrte E-Gitarre, deren Melodien man lieben muß, dann setzt Liams Gesang ein und schließlich auch Bass und Schlagzeug. Der erste Eindruck des Songs, dessen Stimmung viel mit \"Cast No Shadow\" gemein hat trügt, denn schon mit der zweiten Bridge wird es wieder laut, ebenfalls enthalten ein tolles Gitarrensolo.

Texte

Ich kenne kaum jemanden der so schöne Texte schreibt wie Noel Gallagher, oft sind die euphorisch, eine Bejahung für das Leben, voller Energie \"You gotta roll with it/You gotta take your time/ You gotta say what you say/ Don\'t let anybody get in your way\", manchmal nachdenklich wie in \"Cast No Shadow\" , in dessen ersten Strophe es heißt \"Here\'s a thought for everyman/ Who tries to understand what is in his hand/ He walks along the open road of love and life/ Surviving if he can\", zum Teil auch einfach nur ein wenig entrückt, wer kommt schon auf Zeilen wie \"Slowly walking down the hall/Faster than a cannon ball\"? Aber irgendwie macht selbst das einen Sinn.
Die Texte lassen, was ich sehr wichtig finde Raum für eigene Interpretationen und Gedanken und egal wie man sich auch fühlt, Oasis haben garantiert die richtigen Worte übrig.

Fazit

(\"What\'s The Story) Morning Glory ist ein sehr gut, weil fett produziertes Album mit eingängigen Melodien und unwiderstehlichen Gitarrensounds. Es ist insgesamt sehr abwechlungsreich, aber dennoch ausgewogen, neben schönen Balladen gibt
es eingängige Hymnen oder auch vorwärts rockende Rock\'n\'Roll tracks.
Mir gefallen auch beonders die vielen Kleinigkeiten wie z.B. das Wellenrauschen am Anfang von \"Champagne Supernova\" oder das Räuspern von Noel bevor \"Wonderwall\" beginnt.
Die einzelnen Songs sind sehr vielschichtig, das merkt man besonders, wenn man sich mal die Mühe macht und versucht die Songs herauszuhören und nachzuspielen, ist teilweise gar nicht so einfach ;)
Ich kann diese CD eigentlich nur jedem ans Herz legen, der gute Musik mag, und sie ist ein sehr guter Einstige, für Leute, die noch nichts weiter von Oasis kennen, sondern einfach nur neugierig sind.

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