What's the Story Morning Glory? (1995) - Oasis Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Gimmick404
DAS Britpopalbum der 90er
Pro:
ganz klar die Musik
Kontra:
nichts relevantes
Empfehlung:
Ja
Ich muss zugeben, dass mir bis 1996 Oasis gar kein Begriff waren, auch ist mir Wonderwall nicht mal sooo positiv aufgefallen, ich kannte den Song halt. Richtig aufmerksam wurde ich auf die Band, die sich damals in einem heißen Wettstreit mit Blur um die Krone des Britpop lieferten, erst durch die Europameisterschaft 1996. Das ZDF hatte dort als Erkennungsmelodie oder EM-Song oder wie man das auch immer nennen mag den Song "Don't Look Back In Anger" aus dem Album "(What's The Story) Morning Glory?" ausgewäht. Tja, und dann bleib mir nichts anderes übrig, als es Millionen gleichzutun und eines der wohl erfolgreichsten Alben der 90er jahre ebenfalls zu kaufen. Ach nein, die Erinnerung trügt, der Grund war doch ein anderer, dazu aber später mehr.
"Morning Glory" war jedoch nicht das erste Album von Oasis. Bereits 1994 hatte sie mit "Definitely Maybe" in Großbritiannien recht großen Erfolg, doch die Welle schwappte noch nicht so recht auf den Kontinent über... dies änderte sich dann eben 1996. Interessant war damals, dass Blur und Oasis zeitgleich ihre Alben veröffentlichten. Das Ergebnis ist bekannt, Blur zogen den kürzeren, sowohl in den Albencharts als auch bei den Singles - irgendwo auch zurecht, denn während Blur mit "The great Escape" mehr oder weniger im Mittelmaß stecken blieben - in ihrer eigenen Bandgeschichte wird es nicht mal einen hohen Stellenwert einnehmen - würde ich "Morning Glory" in der Tat als ein Meisterwerk bezeichnen, dass für Oasis allerdings durchaus negative Folgen hatte. Den hohen Standard, den sie mit diesem Album gelegt hatten, konnten sie selbst in der Folge nicht mehr halten, das folgende Album wurde zwar musikalisch aufgeblasener aber irgendwie auch nichtssagender... sicherlich ist es aber auch kaum möglich, "Morning Glory" zu toppen. Oasis haben es vielleicht versucht, doch sie sind sozusagen an sich selbst gescheitert - und haben es danach auch gar nicht erst mehr versucht. Die beiden letzten Album, "Standing On The Shoulder Of Giants" und "Heathen Chemistry", konnten mich dann auch wieder überzeugen. Allerdings denke ich, dass ihnen damals der Erfolg auch etwas zu Kopf gestiegen war.... aber das ist ein anderes Thema, die Eskapaden (und auch Streitereien untereinander) von Noel und Liam Gallagher sind sicherlich auch durch die Boulevardpresse weithin bekannt (und vielleicht auch beabsichtigt?). Bleiben wir doch bei der Musik, und die ist einfach gut, zeitlos und eigentlich auch fast schon genrelos, das böse Wort vom Britpop bezeichnet ein Genre, das es nie wirklich gegeben hat. Oder kann man alles, was aus Deutschland kommt, platt als Krautrock bezeichnen? Sicher nicht....
1. *Hello* (3:21)
Es fängt mit einer zünftigen Begrüßung an: Hello. Und deutet gleich an, wo die Reise hin geht... mehr Rock als Pop. Sicherlich ist das kein Höhepunkt, aber es fängt ja auch grad erst an. Auf einen richtigen Refrain wartet man allerdings vergebens. Erinnert irgendwie ein wenig an die Beatles. Dieser Eindruck, dass die Beatles imaginär Pate gestanden haben mögen, verfestigt sich im weiteren Verlauf des Albums noch - und Oasis haben aus ihren Vorbildern auch nie einen Hehl gemacht.
2. *Roll With It* (3:59)
Gleich der zweite Song war eine Single, und geht direkt ins Ohr. Hier ist der Refrain klar zu erkennen. Auch wieder eher ein rockiger Song, der so klingt, als wäre er so direkt ohne große Proben eingespielt worden: locker-flockig. Das Ende des Songs scheint daraufhin zu deuten: man hört jemanden husten. Ich persönlich finde diesen Song allerdings nicht überragend, da gibt es bessere, viel bessere auf diesem Album.
3. *Wonderwall* (4:18)
Diesen hier zum Beispiel. Wer kennt ihn nicht? Das ist sicherlich eher in der Kategorie Hymne einzuordnen. Klingt so typisch britisch, jedes Mal, wenn ich ihn höre, meine ich, gar nicht hier zu sein. Der Song ist eine Liebeserklärung:
"I said maybe
You're gonna be the one who saves me?
And after all
You're my wonderwall"
Doch wie die Geschichte ausgeht? Doch das ist ja nicht wirklich wichtig in diesem Moment, tatsächlich kann man sich in den Song schon verlieben, und der kann ja schlecht nein sagen, wenn man auf Repeat drückt. Ein wunderbar melodischer Song, der alles hat, um ein Hitz zu werden, und tatsächlich auch einer war. Ein klassischer Song des (Nicht-)Genres Britpop, aber eben nicht der klassische für mich, den (inoffiziellen) Titel haben sich ja meiner Meinung nach Pulp mit "Common People" gesichert.
4. *Don't Look Back In Anger* (4:48)
Euro 96! Wer erinnert sich nicht? Deutschland wurde Europameister - ob das so gut für den Deutschen Fussball war? Egal, dem Song hat es jedenfalls nicht geschadet, vom ZDF auserwählt zu sein. Wieso wurde es grade dieser Titel? Vielleicht, weil er so, wie er anfängt, direkt von den Beatles hätte sein können? Weckt auf jeden Fall Assoziationen mit der britischen Insel, und da ja dort auch die Europameisterschaft ausgetragen wurde... auch wieder eine Hymne mit baladesken Elementen. Schon der Anfang ist wunderschön: einfach nur ein Piano. Und dann der Gesang, noch besser passt er zum Song, als schon bei Wonderwall. Mit persönlich gefällt der Song noch einen Tick besser. Der Refrain läft zum Mitsingen ein:
"So Sally can wait, she knows it's too late
As were walking on by
Her soul slides away, but don't look back in anger
I heard you say"
Wobei man sagen muss: klar ist der Song eher ruhiger, verglichen mit denen auf der ersten CD sogar sehr ruhig, doch ein Kuschelrocksong Marke Ricky Martin ist das ganz sicher nicht, da ist doch schon etwas mehr Tempo drin.
5. *Hey Now* ( 5:41)
So was hört man wohl im typischen englischen Pub... man spuürt gradezu ein Lager den Hals runterlaufen, neben sich ein paar gröhlende Engländer beim Fußball gucken - nein, das soll kein Vorurteil sein *g*, ganz im Gegenteil, diese Stimmung in Pubs ist nahezu unbeschreiblich - und ein anderes Thema, aber irgendwie erinnert mich der Song eben genau an solche Stimmungen. Ist zwar auch nicht grade ein harter Rocksong, kling eher gepflegt, und auch irgendwie dann leicht melancholisch, was nicht immer ein Widerspruch zum ersten Eindruck sein muss.
6. (0:44)
Ohne Titel soll das wohl nur ein Übergang zum nächsten Stück sein, und so will ich es dann auch dabei bewenden lassen.
7. *Some Might Say* (5:29)
Was für "Hey Now" gilt, gilt für dieses hier erst recht. Fängt recht ruhig, im Refrain wird es dann etwas schneller, aber ich muss es auch hier wieder sagen: eine Ballade ist das nicht, sondern eben - vor allem im Vergleich mit dem ersten Album - eher gemächlicher Rock, der, wie so üblich bei Oasis, natürlich stark vom Gitarrenspiel beeinflußt ist.
8. *Cast No Shadow* (4:51)
Einer meiner Favoriten auf diesem Album. Aus dem Booklet geht hervor, dass dieses Stück dem Ex-The Verve Singer Richard Ashcroft gewidmet ist, es ist ja weithin - zumindest auf der Insel - bekannt, dass sich die beiden Bands sehr schätzen bzw. geschätzt haben. Hat irgendwie eine sehr melancholische Tendenz. Brilliant finde ich die ersten Zeilen, die Liam Gallagher hier singt:
"Here's a thought for everyman
Who tries to understand what is in his hand
He walks along the open road of love and life
Surviving if he can."
Sicherlich einer der ruhigstens Songs auf dem Album - und von Oasis überhaupt? Ich kann nicht mal sagen, wieso, aber als ich es zum ersten Mal hörte, roch es schon nach heavy rotation im CD-Player. Mag auch an dem Refrain liegen, der sich zwar ziemlich oft wiederholt, doch langweilig wird es zumindest für mich nicht. Sehr melodisch auch das Gitarrenspiel, das sich perfekt in die ganzen Harmonien einfügt.
9. *She's Electric* (3:40)
Sind das nicht doch die Beatles? Ok, Beatles-Fans werden mich jetzt schlagen. Aber als Vorbilder hört man sie hier doch deutlich durch, noch deutlicher, als auf den anderen Songs. Vor allem im Refrain muss es ja schon zu Verwechslungen kommen: "And I want you to know..." Damit ist schon klar: auch hier wieder keion knallharter Song, sondern eher bedächtig, aber doch nicht gar so ruhig wie der vorherige Song. Schöne Melodie.
10. *Morning Glory* (5:03)
Gab dem Album den Namen, man fragt sich, ist das dann also auch der absolute Übersong? Nein, ist er sicherlich nicht, so richtig typisch find ich ihn auch noch nicht mal, ist etwas rauher als die meisten anderen Songs, deshalb aber natürlich nicht schlecht. Wie man überhaupt mittlerweile schon ahnt, hier gibt es keinen schwachen Song. Wer allerdings einen Mitsingsong erwartet, wartet vergeblich auf den Refrain zum mitsummen.
11. (0:39)
Wieder ein Stück, was keines ist. Eigentlich leitet diese Passage lediglich den letzten Song mit Wellengeplätscher ein.
12. *Champagne Supernova* (7:27)
Der längste Song auf dem Album - und der Grund, weshalb ich einst über 30 DM für eine CD ausgab. Eigentlich ist in diesem Song alles drin, wofür Oasis stehen. Melancholie, härtere Klänge, ruhige Passagen... und hier auch mal ein schöner Text:
"How many special people change
How many lives are living strange?
Where were you while we were getting high?
Slowly walking down the hall
...
Some day you will find me
Caught benath the landslide
In a champagne supernova in the sky"
...
Fängt wirklich sehr ruhig an, um dann sich fast schon zu einer Hymne zu entwickeln. Natürlich spielen auch hier die Gitarren eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Gegen Ende, nachdem der Orkan vorbei wird, wird?s dann nochmal etwas ruhiger. Eigentlich kann man diesen Song kaum beschreiben, man muss ihn einfach gehört haben. Das beste, was Oasis je gemacht haben - und ohne hätte ich dieses Album womöglich nie gekauft
Was bleibt abschließend noch zu sagen? Wie schon angedeutet, Oasis konnte nicht wirklich an dieses epochale Werk anknüpfen, aber war dies überhaupt möglich? Bleibt wohl abzuwarten. Wer zeitgenössische Rockmusik von der Insel mag, wird dieses Album haben, alle anderen: reinhören lohnt auf jeden Fall, selbst, wenn man mit dem sonstigen Gebärden der Gallagher-Brüder nicht viel anfangen kann. Es geht ja schließlich um die Musik.
Kurzinfos:
Webseite: www.oasisinet.com
Cover: Man sieht eine Straße (vermutlich in Manchester, ihrer Heimatstadt), auf der sich 2 Männer (die Gallaghers auf unterschiedlichen Wegen?) begegnen.
Booklet: Die Texte sind alle abgedruckt, leider nicht in richtiger Reihenfolge. Ansonsten finden sich noch einige Fotos der Bandmitglieder wieder.
Preis: unterschiedlich
"Morning Glory" war jedoch nicht das erste Album von Oasis. Bereits 1994 hatte sie mit "Definitely Maybe" in Großbritiannien recht großen Erfolg, doch die Welle schwappte noch nicht so recht auf den Kontinent über... dies änderte sich dann eben 1996. Interessant war damals, dass Blur und Oasis zeitgleich ihre Alben veröffentlichten. Das Ergebnis ist bekannt, Blur zogen den kürzeren, sowohl in den Albencharts als auch bei den Singles - irgendwo auch zurecht, denn während Blur mit "The great Escape" mehr oder weniger im Mittelmaß stecken blieben - in ihrer eigenen Bandgeschichte wird es nicht mal einen hohen Stellenwert einnehmen - würde ich "Morning Glory" in der Tat als ein Meisterwerk bezeichnen, dass für Oasis allerdings durchaus negative Folgen hatte. Den hohen Standard, den sie mit diesem Album gelegt hatten, konnten sie selbst in der Folge nicht mehr halten, das folgende Album wurde zwar musikalisch aufgeblasener aber irgendwie auch nichtssagender... sicherlich ist es aber auch kaum möglich, "Morning Glory" zu toppen. Oasis haben es vielleicht versucht, doch sie sind sozusagen an sich selbst gescheitert - und haben es danach auch gar nicht erst mehr versucht. Die beiden letzten Album, "Standing On The Shoulder Of Giants" und "Heathen Chemistry", konnten mich dann auch wieder überzeugen. Allerdings denke ich, dass ihnen damals der Erfolg auch etwas zu Kopf gestiegen war.... aber das ist ein anderes Thema, die Eskapaden (und auch Streitereien untereinander) von Noel und Liam Gallagher sind sicherlich auch durch die Boulevardpresse weithin bekannt (und vielleicht auch beabsichtigt?). Bleiben wir doch bei der Musik, und die ist einfach gut, zeitlos und eigentlich auch fast schon genrelos, das böse Wort vom Britpop bezeichnet ein Genre, das es nie wirklich gegeben hat. Oder kann man alles, was aus Deutschland kommt, platt als Krautrock bezeichnen? Sicher nicht....
1. *Hello* (3:21)
Es fängt mit einer zünftigen Begrüßung an: Hello. Und deutet gleich an, wo die Reise hin geht... mehr Rock als Pop. Sicherlich ist das kein Höhepunkt, aber es fängt ja auch grad erst an. Auf einen richtigen Refrain wartet man allerdings vergebens. Erinnert irgendwie ein wenig an die Beatles. Dieser Eindruck, dass die Beatles imaginär Pate gestanden haben mögen, verfestigt sich im weiteren Verlauf des Albums noch - und Oasis haben aus ihren Vorbildern auch nie einen Hehl gemacht.
2. *Roll With It* (3:59)
Gleich der zweite Song war eine Single, und geht direkt ins Ohr. Hier ist der Refrain klar zu erkennen. Auch wieder eher ein rockiger Song, der so klingt, als wäre er so direkt ohne große Proben eingespielt worden: locker-flockig. Das Ende des Songs scheint daraufhin zu deuten: man hört jemanden husten. Ich persönlich finde diesen Song allerdings nicht überragend, da gibt es bessere, viel bessere auf diesem Album.
3. *Wonderwall* (4:18)
Diesen hier zum Beispiel. Wer kennt ihn nicht? Das ist sicherlich eher in der Kategorie Hymne einzuordnen. Klingt so typisch britisch, jedes Mal, wenn ich ihn höre, meine ich, gar nicht hier zu sein. Der Song ist eine Liebeserklärung:
"I said maybe
You're gonna be the one who saves me?
And after all
You're my wonderwall"
Doch wie die Geschichte ausgeht? Doch das ist ja nicht wirklich wichtig in diesem Moment, tatsächlich kann man sich in den Song schon verlieben, und der kann ja schlecht nein sagen, wenn man auf Repeat drückt. Ein wunderbar melodischer Song, der alles hat, um ein Hitz zu werden, und tatsächlich auch einer war. Ein klassischer Song des (Nicht-)Genres Britpop, aber eben nicht der klassische für mich, den (inoffiziellen) Titel haben sich ja meiner Meinung nach Pulp mit "Common People" gesichert.
4. *Don't Look Back In Anger* (4:48)
Euro 96! Wer erinnert sich nicht? Deutschland wurde Europameister - ob das so gut für den Deutschen Fussball war? Egal, dem Song hat es jedenfalls nicht geschadet, vom ZDF auserwählt zu sein. Wieso wurde es grade dieser Titel? Vielleicht, weil er so, wie er anfängt, direkt von den Beatles hätte sein können? Weckt auf jeden Fall Assoziationen mit der britischen Insel, und da ja dort auch die Europameisterschaft ausgetragen wurde... auch wieder eine Hymne mit baladesken Elementen. Schon der Anfang ist wunderschön: einfach nur ein Piano. Und dann der Gesang, noch besser passt er zum Song, als schon bei Wonderwall. Mit persönlich gefällt der Song noch einen Tick besser. Der Refrain läft zum Mitsingen ein:
"So Sally can wait, she knows it's too late
As were walking on by
Her soul slides away, but don't look back in anger
I heard you say"
Wobei man sagen muss: klar ist der Song eher ruhiger, verglichen mit denen auf der ersten CD sogar sehr ruhig, doch ein Kuschelrocksong Marke Ricky Martin ist das ganz sicher nicht, da ist doch schon etwas mehr Tempo drin.
5. *Hey Now* ( 5:41)
So was hört man wohl im typischen englischen Pub... man spuürt gradezu ein Lager den Hals runterlaufen, neben sich ein paar gröhlende Engländer beim Fußball gucken - nein, das soll kein Vorurteil sein *g*, ganz im Gegenteil, diese Stimmung in Pubs ist nahezu unbeschreiblich - und ein anderes Thema, aber irgendwie erinnert mich der Song eben genau an solche Stimmungen. Ist zwar auch nicht grade ein harter Rocksong, kling eher gepflegt, und auch irgendwie dann leicht melancholisch, was nicht immer ein Widerspruch zum ersten Eindruck sein muss.
6. (0:44)
Ohne Titel soll das wohl nur ein Übergang zum nächsten Stück sein, und so will ich es dann auch dabei bewenden lassen.
7. *Some Might Say* (5:29)
Was für "Hey Now" gilt, gilt für dieses hier erst recht. Fängt recht ruhig, im Refrain wird es dann etwas schneller, aber ich muss es auch hier wieder sagen: eine Ballade ist das nicht, sondern eben - vor allem im Vergleich mit dem ersten Album - eher gemächlicher Rock, der, wie so üblich bei Oasis, natürlich stark vom Gitarrenspiel beeinflußt ist.
8. *Cast No Shadow* (4:51)
Einer meiner Favoriten auf diesem Album. Aus dem Booklet geht hervor, dass dieses Stück dem Ex-The Verve Singer Richard Ashcroft gewidmet ist, es ist ja weithin - zumindest auf der Insel - bekannt, dass sich die beiden Bands sehr schätzen bzw. geschätzt haben. Hat irgendwie eine sehr melancholische Tendenz. Brilliant finde ich die ersten Zeilen, die Liam Gallagher hier singt:
"Here's a thought for everyman
Who tries to understand what is in his hand
He walks along the open road of love and life
Surviving if he can."
Sicherlich einer der ruhigstens Songs auf dem Album - und von Oasis überhaupt? Ich kann nicht mal sagen, wieso, aber als ich es zum ersten Mal hörte, roch es schon nach heavy rotation im CD-Player. Mag auch an dem Refrain liegen, der sich zwar ziemlich oft wiederholt, doch langweilig wird es zumindest für mich nicht. Sehr melodisch auch das Gitarrenspiel, das sich perfekt in die ganzen Harmonien einfügt.
9. *She's Electric* (3:40)
Sind das nicht doch die Beatles? Ok, Beatles-Fans werden mich jetzt schlagen. Aber als Vorbilder hört man sie hier doch deutlich durch, noch deutlicher, als auf den anderen Songs. Vor allem im Refrain muss es ja schon zu Verwechslungen kommen: "And I want you to know..." Damit ist schon klar: auch hier wieder keion knallharter Song, sondern eher bedächtig, aber doch nicht gar so ruhig wie der vorherige Song. Schöne Melodie.
10. *Morning Glory* (5:03)
Gab dem Album den Namen, man fragt sich, ist das dann also auch der absolute Übersong? Nein, ist er sicherlich nicht, so richtig typisch find ich ihn auch noch nicht mal, ist etwas rauher als die meisten anderen Songs, deshalb aber natürlich nicht schlecht. Wie man überhaupt mittlerweile schon ahnt, hier gibt es keinen schwachen Song. Wer allerdings einen Mitsingsong erwartet, wartet vergeblich auf den Refrain zum mitsummen.
11. (0:39)
Wieder ein Stück, was keines ist. Eigentlich leitet diese Passage lediglich den letzten Song mit Wellengeplätscher ein.
12. *Champagne Supernova* (7:27)
Der längste Song auf dem Album - und der Grund, weshalb ich einst über 30 DM für eine CD ausgab. Eigentlich ist in diesem Song alles drin, wofür Oasis stehen. Melancholie, härtere Klänge, ruhige Passagen... und hier auch mal ein schöner Text:
"How many special people change
How many lives are living strange?
Where were you while we were getting high?
Slowly walking down the hall
...
Some day you will find me
Caught benath the landslide
In a champagne supernova in the sky"
...
Fängt wirklich sehr ruhig an, um dann sich fast schon zu einer Hymne zu entwickeln. Natürlich spielen auch hier die Gitarren eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Gegen Ende, nachdem der Orkan vorbei wird, wird?s dann nochmal etwas ruhiger. Eigentlich kann man diesen Song kaum beschreiben, man muss ihn einfach gehört haben. Das beste, was Oasis je gemacht haben - und ohne hätte ich dieses Album womöglich nie gekauft
Was bleibt abschließend noch zu sagen? Wie schon angedeutet, Oasis konnte nicht wirklich an dieses epochale Werk anknüpfen, aber war dies überhaupt möglich? Bleibt wohl abzuwarten. Wer zeitgenössische Rockmusik von der Insel mag, wird dieses Album haben, alle anderen: reinhören lohnt auf jeden Fall, selbst, wenn man mit dem sonstigen Gebärden der Gallagher-Brüder nicht viel anfangen kann. Es geht ja schließlich um die Musik.
Kurzinfos:
Webseite: www.oasisinet.com
Cover: Man sieht eine Straße (vermutlich in Manchester, ihrer Heimatstadt), auf der sich 2 Männer (die Gallaghers auf unterschiedlichen Wegen?) begegnen.
Booklet: Die Texte sind alle abgedruckt, leider nicht in richtiger Reihenfolge. Ansonsten finden sich noch einige Fotos der Bandmitglieder wieder.
Preis: unterschiedlich
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