Wiener Beisl Testbericht

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Erfahrungsbericht von Steven68

Essen in Wien

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bei einem Kurzbesuch konnte ich vor kurzem die Gastronomie der österreichischen Hauptstadt ausgiebig testen. Als Urlauber nutze ich nicht gerne die ausgetretenen Touristenpfade, daher habe ich die direkte City, um den Stephansdom, von meinem Test ausgenommen.

Damit der Test nicht zu sehr subjektiv wird, habe ich in drei Gaststätten, auf wienerisch Beisl genannt, das Standardgericht eines Wienurlaubes gegessen, Wiener Schnitzel, zur Überraschung für mich als Norddeutschen ist das Schnitzel auch in Wien in den seltensten Fällen aus Kalbsfleisch, meistens gab es nur die Schweinevariante auf der Speisekarte. Diese Variante ist vielleicht auch damit begründet, dass ich hauptsächlich Gaststätten der unteren Preislage getestet habe. Ein Low-Budget Tourist sollte somit auf seine Kosten kommen.

Zur Goldenen Glocke, Schönbrunner Str. 8. Ein Beisl der mittleren Kategorie in der Nähe des Naschmarktes. Der Ober kann seine Wiener Herkunft wohl nie verheimlichen, wenig Touristen. Das Tagesgericht Schulterscherzl mit Spinat kann uneingeschränkt empfohlen werden, so stellt man sich Wiener Küche vor. Mein Testsieger.

Gasthaus Ludwig Heidinger, Märzstr. 77. Mein Geheimtipp, ist zwar etliche U-Bahn-Stationen hinter dem Westbahnhof, aber der weite Weg lohnt, selten so gut, viel und vor allem supergünstig gegessen. Nicht erschrecken, Touristen trifft man hier nicht an. Nicht zu übersehen die überdimensionalen Kreidetafeln auf denen die Speisekarte geschrieben ist, diese hängen im ganzen Gastraum. Das beste Preis/Leistungsverhältnis.

Gasthaus Ubl, Pressgasse 26. Ein sehr voller Beisl der auch von der studentischen Klientel besucht wird. Der Besucheransturm wirkt sich ein wenig auf die Speisen auf, die ersten beiden können da mehr bieten. Dafür ist die Bedienung im Ubl spitze, und zum Gucken gibt es reichlich. Die Nachspeise, Erdbeer-Palatschinken, gehörte zu den besten während meiner kompletten Wientour. Fazit: Entweder rechtzeitig Erscheinen oder eine Alternative im Hinterkopf haben.

Zum Alten Heller, Ungargasse 34. Von einem überraschenden Platzregen hin verschlagen, nichts außergewöhnliches, gute Preislage, nicht zu voll.

Seidl, Ungargasse 63. Der Beisl scheint Spezialist für Backhendl, auch eine Wiener Spezialität, zu sein. Eine etwas zu aufmerksame Bedienung kümmert sich um den hungrigen Gast, die Wartezeit war hier am längsten, dies kann allerdings auch als Qualitätsmerkmal gesehen werden. Geschmacklich in der Spitzengruppe.

Wer keinen Wert auf Gemütlichkeit, Geschmack, Einblicke in den Wiener Alltag und Einheimische legt, ja der sollte doch die direkte Citylage nicht verlassen. Zum Beispiel kann man bei Figlmüllers bestens Amerikaner mit Cowboyhüten und Kamerabehängte Japaner beobachten, nun echt wienerisch ist das natürlich nicht.

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