Reservoir Dogs (DVD) Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von winterspiegel
Tarantinos Debüt
Pro:
Die von Tarantino geschriebenen Dialoge, die Schauspieler, der Gore-Effekt
Kontra:
Magere Kulissen, simple Kameraführung
Empfehlung:
Ja
Quentin Tarantino ist ein Filmemacher der sicher polarisiert. Entweder mag man den Inszenierungsstil des ehemaligen Videothekenangestellten, oder eben halt nicht. Dazwischen gibt es meist nicht sonderlich viel.
Ich kannte bisher seine Streifen „Pulp Fiction“ und „Jackie Brown“, von denen mich ganz ehrlich gesagt keiner wirklich restlos überzeugen konnte. Bei „Pulp Fiction“ fand ich zwar die Szenen mit John Travolta und Samuel L. Jackson genial, die Episoden mit Bruce Willis hasste ich dagegen umso mehr. Und „Jackie Brown“ fand ich insgesamt gesehen fast ein wenig fade.
Jetzt wurde es höchste Zeit Tarantinos Erstling von 19 91 „Reservoir Dogs“ einmal etwas näher zu beäugen, da ich meist nur lobende Worte zu diesem Film hörte.
Filmhandlung
Der Gangsterboss Joe Cabot und sein Sohn stehen vor einem ganz großen Coup. Eine Ladung wertvoller Diamanten wird für kurze Zeit in einer anscheinend nicht besonders gesicherten Bank zwischengelagert. Hierzu organisiert Cabot ein illusteres Team verschiedenster Galgenvögel, die den Überfall durchziehen sollen.
Doch als der Bruch schließlich stattfindet, geht so ziemlich alles schief, was nur schief gehen kann und der scheinbar bombensichere Plan endet in einem Desaster. Denn als der Alarm in der Bank ertönt, verliert einer der Gangster die Nerven, und ballert blindwütig drauflos. Zahlreiche Tode und Verletzte sind zu beklagen, als kurz darauf die Polizei eintrifft und ebenso das Feuer eröffnet.
Der Treffpunkt an dem sich die Banditen nach dem Überfall versammeln wollten – ein verlassenes Lagerhaus – füllt sich nach und nach mit den überlebenden Gangstern, von denen jeder nur einen Decknamen vom jeweils anderen kennt, um sich nicht gegenseitig verraten zu können, sollten sie von den Bullen geschnappt werden. Die Situation wird dadurch auch noch erheblich kompliziert, weil ein Verbrecher schwer verletzt in seinem Blut liegt und dringend ärztliche Hilfe braucht. Doch das Risiko ihn in ein Krankenhaus zu bringen ist einfach viel zu groß.
Als der Ganove im Versteck auftaucht, der für die ganze verfahrene Situation verantwortlich zu sein scheint, und er sogar noch einen Polizisten als Geisel mitschleppt, gerät alles völlig außer Kontrolle. Denn eines ist sicher: Irgendjemand macht gemeinsame Sache mit den Bullen. Und dieser Jemand ist in den Reihen der Gangster zu suchen, die sich im Lagerhaus zusammengefunden haben….
Kritik
Dass es kein wahnsinnig hohes Budget braucht, um ein erfolgreiches Stück Film auf die Beine zu stellen, dafür gibt es in dieser Branche nicht wenige Beispiele. Quentin Tarantino legte mit seinem Debüt so einen, - mit wenig Geldmitteln auskommenden Streifen vor. Hier entsteht Intensität und Spannung allein aus dem effektiven Spiel der Charaktere, und nicht wie bei diversen Filmen meist üblich, unter Verwendung Geldfressender Spezialeffekte.
So gaben sich im unter Verwendung von reichlich Blut und Gewalt entstandenen Krimi-Kammerspiel, eine Truppe von Schauspielern die Ehre, die zum Zeitpunkt des Filmdrehs noch relativ unbekannt war. Nur Harvey Keitel, der diesen Film auch mitproduzierte, war bis dahin wohl so richtig bekannt. Diese Schauspieltruppe, die im Laufe der Filmhandlung immer größere Höchstleistung aus sich herauskitzelt, überdeckt ein um´s andere Mal die eher bescheidenen Möglichkeiten der Low Budget Inszenierung.
Oftmals nimmt die Kamera (wohl aus Geldmangel) das Geschehen minutenlang aus einer Totalen auf, bei der die Akteure keine Möglichkeit zu mogeln haben, und ihnen auch keine knappen Schnitte zur Hilfe gekommen sind. Auch die Handkamera kommt ein ums andere Mal zum Einsatz, wie zum Beispiel bei der hervorragenden Eröffnungssequenz, wenn sie sich wie ein heimlicher Beobachter zwischen den in Männergesprächen vertieften Halunken hin und herbewegt.
Auch wenn man sich die verschachtelte Handlungsstruktur, und das Spiel der Zeitebenen von „Reservoir Dogs“ einmal anschaut fällt sicher auf, dass hier schon im Grunde so etwas wie eine Vorstufe vom späteren „Pulp Fiction\" entstand. Denn vieles wurde in Tarantinos zweiten Spielfilm ganz ähnlich übernommen, so zum Beispiel auch eine mir fast identisch vorkommende Folterszene.
Als Ganzes hat mir Reservoir Dogs bisher am besten von allen Tarantinofilmen (Kill Bill hab ich noch nicht gesehen) gefallen. Unterhaltendes Spannungskino, dass einen an den richtigen Stellen verschämt grinsen,- oder aber ob der nicht nur angedeuteten Brutalität leicht zusammenfahren lässt. Wie auch immer man zu dieser Art Filme steht, Quentin Tarantino schuf - wenn schon nicht ein neues Genre, dann doch zumindest eine neue Pseudofilmfigur, die man bisher so noch nicht kannte: Den über alle möglichen Alltagsthemen drauflosquasselnden, meist supercoolen Gangster, der Einblick in seine ihn wirklich bewegenden Sorgen gewährt.
DVD / Extras
Reservoir Dogs gibt es auf DVD auf einer Spezial Edition mit Audiokommentar, Making Of und weiteren Extras. Diese hier vorliegende FSK 18 Silberscheibe die Gegenstand meines Tests war, ist was das Bonusmaterial anbelangt aber um einiges magerer ausgestattet, und wohl deshalb etwas für diejenigen, denen nicht so viel an begleitendem Material liegt, sondern sich nur den Film als solches anschauen wollen.
So ist neben den Trailern zu den Tarantinostreifen, hier lediglich noch ein etwa 15 Minuten langes Interview mit dem Regisseur enthalten. Tarantino erzählt in der ihm eigenen enthusiastischen Art, wie es überhaupt zu der Entstehung des Streifens kam. Eine recht kurzweilige Sache wird einem da geboten, die einem einen kleinen Einblick in die Welt des Extremfilmers gestatten lässt.
Für sein Alter wurde der Film doch insgesamt relativ gut auf DVD umgesetzt. So ist das Bild astrein was Kontrast und Schärfe betrifft. Der Sound ist weil dialoglastig eher etwas zurückhaltend. Die Musikstücke wurden aber wie´s scheint mit einigem Schmackes auf die „Tonspur“ gebannt und geben dem Film damit das richtige Feeling.
Filmdaten
Laufzeit: 94 Minuten
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Tonformat: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch / Englisch
Fazit
Um es kurz und bündig zu machen: Wem die ungeschnittene Version, ohne allzu üppige Extras genügt, der dürfte mit dieser Silberscheibe zufrieden sein.
Gute Bild- und Toneigenschaften machen den Kultfilm für circa 14 Euro zwar nicht zu einer preiswerten, aber dennoch lohnenswerten Anschaffung für Liebhaber von flotten Sprüchen, reichlich Blut und obercoolem Gehabe. Für alle anderen könnte dieser von Tarantino praktisch erfundene Stil doch etwas schwerer verdaulich sein.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
Ich kannte bisher seine Streifen „Pulp Fiction“ und „Jackie Brown“, von denen mich ganz ehrlich gesagt keiner wirklich restlos überzeugen konnte. Bei „Pulp Fiction“ fand ich zwar die Szenen mit John Travolta und Samuel L. Jackson genial, die Episoden mit Bruce Willis hasste ich dagegen umso mehr. Und „Jackie Brown“ fand ich insgesamt gesehen fast ein wenig fade.
Jetzt wurde es höchste Zeit Tarantinos Erstling von 19 91 „Reservoir Dogs“ einmal etwas näher zu beäugen, da ich meist nur lobende Worte zu diesem Film hörte.
Filmhandlung
Der Gangsterboss Joe Cabot und sein Sohn stehen vor einem ganz großen Coup. Eine Ladung wertvoller Diamanten wird für kurze Zeit in einer anscheinend nicht besonders gesicherten Bank zwischengelagert. Hierzu organisiert Cabot ein illusteres Team verschiedenster Galgenvögel, die den Überfall durchziehen sollen.
Doch als der Bruch schließlich stattfindet, geht so ziemlich alles schief, was nur schief gehen kann und der scheinbar bombensichere Plan endet in einem Desaster. Denn als der Alarm in der Bank ertönt, verliert einer der Gangster die Nerven, und ballert blindwütig drauflos. Zahlreiche Tode und Verletzte sind zu beklagen, als kurz darauf die Polizei eintrifft und ebenso das Feuer eröffnet.
Der Treffpunkt an dem sich die Banditen nach dem Überfall versammeln wollten – ein verlassenes Lagerhaus – füllt sich nach und nach mit den überlebenden Gangstern, von denen jeder nur einen Decknamen vom jeweils anderen kennt, um sich nicht gegenseitig verraten zu können, sollten sie von den Bullen geschnappt werden. Die Situation wird dadurch auch noch erheblich kompliziert, weil ein Verbrecher schwer verletzt in seinem Blut liegt und dringend ärztliche Hilfe braucht. Doch das Risiko ihn in ein Krankenhaus zu bringen ist einfach viel zu groß.
Als der Ganove im Versteck auftaucht, der für die ganze verfahrene Situation verantwortlich zu sein scheint, und er sogar noch einen Polizisten als Geisel mitschleppt, gerät alles völlig außer Kontrolle. Denn eines ist sicher: Irgendjemand macht gemeinsame Sache mit den Bullen. Und dieser Jemand ist in den Reihen der Gangster zu suchen, die sich im Lagerhaus zusammengefunden haben….
Kritik
Dass es kein wahnsinnig hohes Budget braucht, um ein erfolgreiches Stück Film auf die Beine zu stellen, dafür gibt es in dieser Branche nicht wenige Beispiele. Quentin Tarantino legte mit seinem Debüt so einen, - mit wenig Geldmitteln auskommenden Streifen vor. Hier entsteht Intensität und Spannung allein aus dem effektiven Spiel der Charaktere, und nicht wie bei diversen Filmen meist üblich, unter Verwendung Geldfressender Spezialeffekte.
So gaben sich im unter Verwendung von reichlich Blut und Gewalt entstandenen Krimi-Kammerspiel, eine Truppe von Schauspielern die Ehre, die zum Zeitpunkt des Filmdrehs noch relativ unbekannt war. Nur Harvey Keitel, der diesen Film auch mitproduzierte, war bis dahin wohl so richtig bekannt. Diese Schauspieltruppe, die im Laufe der Filmhandlung immer größere Höchstleistung aus sich herauskitzelt, überdeckt ein um´s andere Mal die eher bescheidenen Möglichkeiten der Low Budget Inszenierung.
Oftmals nimmt die Kamera (wohl aus Geldmangel) das Geschehen minutenlang aus einer Totalen auf, bei der die Akteure keine Möglichkeit zu mogeln haben, und ihnen auch keine knappen Schnitte zur Hilfe gekommen sind. Auch die Handkamera kommt ein ums andere Mal zum Einsatz, wie zum Beispiel bei der hervorragenden Eröffnungssequenz, wenn sie sich wie ein heimlicher Beobachter zwischen den in Männergesprächen vertieften Halunken hin und herbewegt.
Auch wenn man sich die verschachtelte Handlungsstruktur, und das Spiel der Zeitebenen von „Reservoir Dogs“ einmal anschaut fällt sicher auf, dass hier schon im Grunde so etwas wie eine Vorstufe vom späteren „Pulp Fiction\" entstand. Denn vieles wurde in Tarantinos zweiten Spielfilm ganz ähnlich übernommen, so zum Beispiel auch eine mir fast identisch vorkommende Folterszene.
Als Ganzes hat mir Reservoir Dogs bisher am besten von allen Tarantinofilmen (Kill Bill hab ich noch nicht gesehen) gefallen. Unterhaltendes Spannungskino, dass einen an den richtigen Stellen verschämt grinsen,- oder aber ob der nicht nur angedeuteten Brutalität leicht zusammenfahren lässt. Wie auch immer man zu dieser Art Filme steht, Quentin Tarantino schuf - wenn schon nicht ein neues Genre, dann doch zumindest eine neue Pseudofilmfigur, die man bisher so noch nicht kannte: Den über alle möglichen Alltagsthemen drauflosquasselnden, meist supercoolen Gangster, der Einblick in seine ihn wirklich bewegenden Sorgen gewährt.
DVD / Extras
Reservoir Dogs gibt es auf DVD auf einer Spezial Edition mit Audiokommentar, Making Of und weiteren Extras. Diese hier vorliegende FSK 18 Silberscheibe die Gegenstand meines Tests war, ist was das Bonusmaterial anbelangt aber um einiges magerer ausgestattet, und wohl deshalb etwas für diejenigen, denen nicht so viel an begleitendem Material liegt, sondern sich nur den Film als solches anschauen wollen.
So ist neben den Trailern zu den Tarantinostreifen, hier lediglich noch ein etwa 15 Minuten langes Interview mit dem Regisseur enthalten. Tarantino erzählt in der ihm eigenen enthusiastischen Art, wie es überhaupt zu der Entstehung des Streifens kam. Eine recht kurzweilige Sache wird einem da geboten, die einem einen kleinen Einblick in die Welt des Extremfilmers gestatten lässt.
Für sein Alter wurde der Film doch insgesamt relativ gut auf DVD umgesetzt. So ist das Bild astrein was Kontrast und Schärfe betrifft. Der Sound ist weil dialoglastig eher etwas zurückhaltend. Die Musikstücke wurden aber wie´s scheint mit einigem Schmackes auf die „Tonspur“ gebannt und geben dem Film damit das richtige Feeling.
Filmdaten
Laufzeit: 94 Minuten
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Tonformat: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch / Englisch
Fazit
Um es kurz und bündig zu machen: Wem die ungeschnittene Version, ohne allzu üppige Extras genügt, der dürfte mit dieser Silberscheibe zufrieden sein.
Gute Bild- und Toneigenschaften machen den Kultfilm für circa 14 Euro zwar nicht zu einer preiswerten, aber dennoch lohnenswerten Anschaffung für Liebhaber von flotten Sprüchen, reichlich Blut und obercoolem Gehabe. Für alle anderen könnte dieser von Tarantino praktisch erfundene Stil doch etwas schwerer verdaulich sein.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
32 Bewertungen, 1 Kommentar
-
06.09.2004, 14:10 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichob du irgendwo die Jubiläums-DVD zum 10jährigen des Films findest/bekommst! Da wird auch die Ohr-Szene genau gezeigt und erklärt. VG, mima
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