Wilhemshaven Testbericht

Wilhemshaven
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Erfahrungsbericht von likedeeler

Old Schlicktown

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wilhelmshaven gehört zwar nicht zu den ältesten , auch nicht zu den interssantesten und schon lange nicht zu den schönsten Städten in Deutschland, dennoch kann man ihr einen gewissen Charme nicht absprechen.

GESCHICHTE
Die Stadt wurde erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und war damals verwaltungstechnisch in einen oldenburgischen und einen preussischen Bezirk geteilt. Davon zeugt noch heute die Grenzstraße. Schon bald entwickelte sich Wilhelmshaven zu einem der bedeutensten Marinehafen Deutschlands. Die Werftindustrie stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in voller Blüte. Den ersten Schicksalsschlag musste die Stadt mit dem verlorenen 1. Weltkrieg einstecken. Im Versailler Vetrag wurde Deutschland verboten, eine eigene Kriegsmarine zu unterhalten. Außerdem sorgte der Soldatenaufstand, der Wilhelmshaven kurzfristig zu einer Räterepublik machte für zusätzliches Chaos. Dieser Aufstanbd wurde nach nur einem Jahr von Freikorps blutig zusammengeschossen. Im zweiten Weltkrieg gewann die Stadt ihren alten Staus als Marine basis zurück. Dafür aber musste Wilhelmshaven einen schrecklichen Preis bezahlen. Unzählige Luftangriffe verwandelten die Stadt in eine Trümmerlandschaft. Diese Wunden wurden nach dem Krieg mit den typischen Zweckbauten der 50iger Jahre wieder geschlossen. Noch heute ist das Stadtbild dadurch verschandelt. Den dritten und bisher letzten Schicksalsschlag musste die Stadt mit dem Niedergang des Olympia-Werks, die einstmals mit 20000 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber der Region war, hinnehmen. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist nur noch der Ölhafen. In Folge des wirtschaftlichen Niedergangs verließen besonders die jungen Leute die Stadt. Heute ist die Stadt hoffnungslos überaltert, und wer da geblieben ist findet nur schwer Arbeit. Zu spät konzentrierte man sich auf den Wirtschaftsfaktor Tourismus. Noch in den 70ger Jahren wurden wertvolle Naturgebiete der Industrie (z. B. ICI) geopfert.

ANREISE
Am besten ist die Stadt per Auto über die A29 oder per Bahn von Oldenburg oder Bremen aus zu erreichen. Wer die Bahn wählt, bekommt beim Einfahren in die Stadt zu erst die häßlichere Seite der Stadt zu sehen, wird aber bei der Ankunft durch den neuen Bahnhof entschädugt, der gleichzeitig auch das schönste Einkaufszentrum der Stadt ist.

UNTERKUNFT
Neben vielen Privatpensionen emphehlen sich folgende Hotels als Quatiere: Nordsee-Hotel, Hotel Loheyde und das Hotel Kaisers.

EINKAUFEN
Die City befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. In der Fußgängerzone Marktstraße finden sich neben großen Geschäften wie Karstadt oder Leffers auch viele kleine Läden, die zum Bummeln einladen. Durch die wirtschaftliche Lage haben sich die Preise an die schwindene Kaufkraft der Bewohner abgepasst, so dass das Preis-/Leistungsverhältnis hier wesentlich besser ist als in vergleichbaren Städte dieser Größe.

EINWOHNER
Die Einwohner sind echte Originale: Zumeist etwas wortkarg und wenn, sie doch mal etwas sagen, dann in einem sehr breitgesprochenen Norddeutsch. Óbwohl sie wie gesagt etwas wortkarg sind, sind sind die Wilhelmshavener sehr freundlich und im allgemeinen auch hilfsbereit.

STUDIEREN
Die Fachhochschule in Wilhelmshaven ist recht bekannt und genießt einen sehr guten Ruf. Gelehrt werden unter anderem die Fachbereiche BWL, Feinwerktechnik und Maschinenbau in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Besonders attraktiv zum studieren sind die günstigen Lebenshaltungskosten in der Stadt. Aufgrund des Einwohnerschwunds stehen viele Wohnungen leer, was sich deutlich am Mitspiegel bemerkbar macht.

NIGHTLIFE
Das Nachtleben in Wilhelmshaven ist eher dürftig. Es gibt mehrere Großraumdiskos, einige gute Kneipen und mittlerweile ein Multiplexkino. Wer jedoch sehr gut essen möchte, findet wenige Anlaufstationen. Ein echter Geheimtipp für Fischliebhaber ist wohl das Bavaria an der Kaiser-Wilhelm-Brücke.

SEHENSWÜRDIGKEITEN
Das Rathaus wurde vom bekannten Architekten Höger anfang vorherigen Jahrhunderts gebaut. Der ca. 50 m hohe Turm des Gebäudes, den man auch besichtigen kann, ist gleichzeitig ein Wasserturm.

Besonders schön ist die Südstrandpromenade geworden. Hier kann man im Sommer flanieren oder sich in einem der zahlreichen Open-Air-Kneipen ausruhen. Übrigens, hier ist auch der Badestrand. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Wattenmeerhaus - ein Museum, das sich zur Aufgabe gemacht hat über den Lebensraum Wattenmeer zu informieren. Vis-a-vis, wie kann es anders auch sein, liegt das Marinemuseum, dass über die militärische Vergangenheit der Stadt informiert. Hier können auch Kriegsschiffe besichtig werden.

Liebhaber alter Windjammern kommen mit etwas Glück am Bontekai auf Ihre Kosten. Hier liegen in regelmäßigen Abständen Großsegler wie die Krusenstern, die Sedov, die Towaritsch (Gorch Fock I) oder aber auch die neue Gorch Fock.

FESTE
Das besondere Highlight des Jahres ist das Hafenfest "Wochenende an der Jade". Zahlreich Bühnen mit Musik und Kulturprogramm, Flohmarkt, Großsegler etc. erwarten die Besucher hier lohnt sich der Besuch der Stadt besonders.


FAZIT
Wilhelmshaven hat Einwohnern und Besuchgern einiges zu bieten, allerdings auf sehr provinziellem Niveau, aber das hat ja auch seinen Charme.

13 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Nenja

    01.10.2002, 22:21 Uhr von Nenja
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eine sehr schöne Beschreibung für Wilhelmshaven...auch wenn ich der Meinung bin, das gerade am Stadtbild in den letzten Jahren doch viel gearbeitet wird. Ich komme ursprünglich aus Bremerhaven (auch eine schöne Stadt), lebte dann lange

  • SandraR

    28.06.2002, 12:28 Uhr von SandraR
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wenn man erst mal in Bayern wohnt lernt man vor allem die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Leute zu schätzen!

  • Beauregarde

    10.03.2002, 12:22 Uhr von Beauregarde
    Bewertung: sehr hilfreich

    Stimmt genau,vor allem die hoffnungslose Überalterung. Gruß aus Sande.