Wolfsheim Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Schoko-Junkie
... und wieder geht es an die Nieren
Pro:
ist einfach ein tolles Lied und eine außergewöhnliche Band
Kontra:
finde ich nichts
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leserinnen und leser!
Eigentlich weiß man inzwischen ob meiner Leidenschaft für Xavier. Und obwohl ich längst nicht alle wichtigen Songs vorgestellt habe, wage ich mich mal auf ein musikalisch anderes Gleis. Das Ergebnis werde ich hier in dieser Rezension ausführlich bekannt geben.
Eigentlich weiß man ja nun, welche Kriterien ich an ein Musikstück stelle, damit ich mir überhaupt die Mühe mache und mich damit auseinander setze. Entweder muss es dämlich genug sein, so subtil, dass mir die Zehnägel hochklappen, oder es zieht mich in seinem Bann.
In diesem Fall ist es nun zweiteres.
Die Rede ist von Wolfsheim und deren neueste Single
„ KEIN ZURÜCK“
Wolfsheim war mir ehrlich gesagt, erst mal gar kein Begriff. Als ich den letzten Superhit „ Flut“ hörte, schien der Name „ Jochim Witt“ gegenwärtig. Der Mann ist dann wiederum ein großer Begriff. So war ich ganz verwundert, als hier nun von Wolfsheim die Rede war.
Und was machen unwissende Menschen, wenn sie wissend werden wollen? Genau, sie recherchieren. So bin ich nun in der Lage, die Zwei- Mann Band etwas näher vorzustellen.
Wolfsheim gibt es bereits seit 15 Jahren.
1987 gründeten die Brüder Markus und Olli Reinhard gemeinsam mit dem damaligen Sänger Pompjejo Ricardo eine Band, die auf den Namen
„Wolfsheim“ hören sollte. Vorlage gab ein Roman von Scott Fitzgerald „Der große Gatsby“.
Drei Monate später stieg Ricardo aus und schlug Peter Heppner als neuen Sänger vor. Heppner galt als Insider, war ohnehin ein großer Fan dieser Formation und kannte die Bandmitglieder aus der gemeinsamen Schulzeit.
Die drei Jungs traten gemeinsam auf, dann stieg Olli Reinhard aus. Das, was übrig blieb, ist die heute eigentliche Band.
Anfänglich griff man auf vorhandenes Material zurück, doch dann bestand Heppner darauf, eigene Texte zu schreiben und diese zu präsentieren. Er hatte eine gesangstechnische Ausbildung, wenn man so will, weil er lange Zeit im Kirchenchor gesungen hat.
Nach zahlreichen Ablehnungen der Demo-Tapes, wurde Lothar Gärtner aufmerksam. Dieser verarbeitete die ruhigen Worte für die DARK-STAR-COMPACTION „ Bouquet of Dreams“.
1991 erschien das Debüt- Maxi „ The sparrows and the nightingales“ . Es wurde zum Hit und wurde zur erfolgreichsten Indipendent – Maxi der Neunziger.
1992 erschien die zweite Maxi „ It´s not too late“, so wie das Debüt – Album „No happy views“, woran die Jungs gut drei Jahre gearbeitet hatten. Mit 40000 verkauften Tonträgern waren Wolfsheim Newcomer 1992.
Hier wurde zum ersten mal auch ein deutscher Text eingearbeitet.
Zwischen 1992 und 1996 erschienen insgesamt 6 Maxis und drei Alben, bevor 1997 das erste LIVE- Album „ Hamburg Rom“ erschien.
1998 erschien die von mir bereits angesprochene MCD „ Die Flut“ und wurde zur erfolgreichsten Single ´98.
Im gleichem Jahr wurde die Maxi – CD zum Film von Detlef Buck „Liebe deine Nächste“.
Von 2000 bis 2002 hatte Wolfsheim eine schöpferische Phase; Videodreh in Island, Heppner und Schiller produzierten „ Dream of you“, Aufnahmen für das neue Album und eine geplante USA- Tour, die aufgrund der Terroranschläge vom 11. September verschoben werden musste.
Das war für diesen Titel positiv, denn er entstand in dieser Übergangsphase und ist seit dem 17. Februar auf dem Markt.
Das Cover ist absolut schlicht gehalten. Eine Hälfte in Orange, die andere Hälfte ist noch einmal aufgeteilt. Das obere Stück in blau, das untere in schwarz. Der Hintergrund zeigt die Konturen eines Blatts.
Ein gleichermaßen kurioses wie wunderschönes Stück, das meiner Meinung nach nicht so einfach zu interpretieren ist.
Der Text lautet wie folgt:
Weißt du noch wie´s war
Kinderzeit.... Wunderbar.....
Die Welt ist bunt und schön!
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt
Es gibt auch ein Wiedersehen.
Immer vorwärts Schritt um Schritt...Es geht kein Weg zurück!
Und was jetzt ist wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon, was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.
Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
`N Schritt zu weit nach vorn gewagt
Schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
Was ich gesagt hab´ist gesagt
Und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit.
Ach und könnt ich doch nur ein einziges Mal die Uhren rückwärts drehn
Denn wie viel von dem was ich heute weiß, hätt ich lieber nie gesehn
Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
So voll von weggeworfener Zeit
Und deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.
Nun, denn versuche ich es und beginne mit der Musik.
Wolfsheim ist bekannt für seine Eigenwilligkeit. Es steckt ein unglaubliches Potential an Individualität in ihnen. Sie definieren den Begriff „Pop“ neu und bringen ein hohes Maß an Romantik ein, ohne jedoch schnulzig zu klingen.
Gitarrenakkorde des einen, Keyboardklänge des anderen Partners eröffnen ein Vorspiel. Leise, still und gleichmäßig wirkt es auf den Hörer.
„ Es geht kein Weg zurück“ hallt es aus dem Hintergrund, dann singt Peter Heppner die erste Strophe. Die Melodie ist einfach und gleichmäßig, vielleicht etwas melancholisch. Dennoch möchte ich mich hier nicht eindeutig auf das Mollgeschlecht festlegen.
Der Refrain beginnt bei „ Immer vorwärts Schritt um Schritt......“und endet mit „...wird nie mehr ungeschehn“.
Die zweite Strophe hat die gleiche Klangfarbe, die gleiche Melodie wie die erste Strophe.
Am ende dieser Strophe folgt ein „Schnitt“. Denn ein neuer Aspekt mit
„ Ach und könnt ich doch....“
wird eingelotst. Der Zweizeiler bricht jedoch nicht aus, sondern zeigt klare Strukturen zum Lied.
Hieran schließt sich direkt die dritte Strophe an.
Noch bevor sie allerdings endet, setzt Heppner mit der Wiederholung des Zweizeilers ein. Hier wurde entweder gut gemixt oder sein Partner übernimmt den Part. Das kann ich mir jedoch nicht wirklich vorstellen.
Sollte mich mein Gleichgewichtsorgan nämlich völlig im Stich gelassen haben, so gibt es keinen zweiten Künstler mit dieser eigentümlichen Stimme. Es gab mal einen Michael Holm, der die gleiche Stimme hatte. Aber bevor ich mich hier nun völlig der Lächerlichkeit preisgebe: „ Wer is´n det?“, versuche ich lieber mit eigenen Worten diese Stimme zu beschreiben.
Sie ist ausgebildet, denn die Chortätigkeit reichte auch ins Nach – Stimmbruch – Alter. Sie ist männlich und doch eine typische Tenorstimme. Ich würde sogar sagen, Heppner hört sich leicht erkältet an, aber ohne zu näseln. Kurz – es würde mich wundern, wenn gleich zwei Leute mit dieser Stimme zusammen treffen würden.
Der Text gestaltet sich schwer, obwohl er doch so leicht erscheint. Wolfsheim schreibt, so sagen sie selbst, keine Hits am Fließband. Sie probieren und hören, und sollte der Titel auch nach 3 Monaten noch gut sein, wird es ein echter Wolfsheim. Die Texte scheinen demnach entweder äußerst penibel und philosophisch durchsetzt, oder irgendwie zusammen gewurschtelt.
Ich entscheide mich für meine erste These.
Der Song gibt anfänglich das Bild einer Reise durch das Leben wieder. Der zweite Teil der ersten Strophe könnte vielerlei Bedeutung haben.
„ .... dass nicht jeder Abschied heißt, es gibt auch ein Wiedersehen“
Ortsbedingter Wohnungswechsel, definitive Partnerschaft, Krankheit oder gar Tod? Es könnte alles angesprochen sein.
Der Refrain zeigt ein weiteres Stück Vergänglichkeit in unserem Leben.
Du kannst den Augenblick nicht festhalten, kein Foto, kein Video bringt ihn dir zurück. Falls du gerade etwas machst, das dir später leid tun könnte, dann ist es zu spät, denn es ist getan und gibt kein Weg zurück.
„ Was getan ist, ist getan“, die Entscheidung steht und kann nicht mehr revidiert werden – jedenfalls oftmals nicht, ohne ein Stück deiner Würde zu lassen. Den Augenblick jedenfalls wird es nie mehr geben.
Die zweite Strophe war dann mehr der Auslöser für mein enges Verhältnis zu diesem Lied. Er untermauert meine Vermutung.
„ Ein Wort zuviel im Zorn gesagt........ und schon ist es vorbei!“
Man könnte auch sagen, „ ... ein Krug geht nur so lange zum Brunnen bis er bricht.“
Wenn du einen anderen Menschen verletzt und du zu weit gehst, dann trägst du auch die Konsequenzen. Spätestens hier war ich hellwach!
Als nächstes habe auch ich den Wunsch, die Uhren noch einmal zurück drehen zu können. Falsche Entscheidungen, die letzte durch mich getroffene totale Fehlentscheidung im Sommer 2001, wieder gut zu machen. Ich weiß inzwischen zu viel, ich ahne, ich leide. Ich will erst gar nicht wissen, was da noch auf mich zukommt. Leider kann ich die Uhren nicht rückwärts drehen.
Die dritte Strophe betrachte ich als eine Aufforderung:
Mensch, wach auf! Du trittst auf der Stelle, beschäftigst dich mit den falschen Dingen. Realisiere deine träume, denn irgendwann ist es zu spät!
Ja, recht hat man. Auch ich habe einen Großteil meiner Zeit geopfert für Dinge, die seinerzeit sinnvoll erschienen. Dennoch hätte ich, nachdem ich heute weiß, wie man meine Kraft beurteilt, diese wertvolle Zeit lieber anderweitig investiert.
Möglicherweise ist gerade dieser letzte Absatz aus meiner momentanen Laune heraus nicht objektiv genug beurteilt. Ich bin relativ „ angeschlagen“ ob einiger Dinge, die ich erfahren und mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören musste. Aber ich muss erst einmal in mich hineinfressen, denn meine Worte gehören werden nicht mehr der Ernsthaftigkeit geortet. Also werde ich wohl meinen Mund halten, bis irgend ein Engel vom Himmel fliegt und mir beisteht.
Mir laufen die Tränen – zugegeben eine Rarität – wenn ich das Lied höre, weil sämtliche Geschehnisse nur zu gegenwärtig werden. Ich weiß, ich kann derzeit nichts ändern und muss mich in Geduld üben.
Ich habe auch wenig Hoffnung, dass sich die Lage einst entspannen könnte.
Auf jeden Fall widme ich dieses Lied einem weiteren „ Besonderen Menschen“, eine Frau, dazu noch Lehrerin – ich habe mich vielleicht getäuscht, aber ich möchte nicht glauben, dass es SO endet!
Was ich auf jeden Fall noch erwähnen muss, neben „ Kein Zurück“ jeweils am Anfang und am Ende, sind noch die Titel „ And I.....“ und „Iou“ zu bestaunen.
Bezahlt habe ich 7, 99 bei HMV im Centro Oberhausen. Je nachdem, wo Ihr sie kauft, könnt Ihr auch mal einen Euro sparen. Mir war sie das Geld allerdings so oder so wert.
Natürlich kann ich die Single nur weiterempfehlen. Sie bringt etwas anderes mit sich, keine Aggressivität, sondern ehr eine ruhige Unruhe.
Danke fürs Lesen
Eigentlich weiß man inzwischen ob meiner Leidenschaft für Xavier. Und obwohl ich längst nicht alle wichtigen Songs vorgestellt habe, wage ich mich mal auf ein musikalisch anderes Gleis. Das Ergebnis werde ich hier in dieser Rezension ausführlich bekannt geben.
Eigentlich weiß man ja nun, welche Kriterien ich an ein Musikstück stelle, damit ich mir überhaupt die Mühe mache und mich damit auseinander setze. Entweder muss es dämlich genug sein, so subtil, dass mir die Zehnägel hochklappen, oder es zieht mich in seinem Bann.
In diesem Fall ist es nun zweiteres.
Die Rede ist von Wolfsheim und deren neueste Single
„ KEIN ZURÜCK“
Wolfsheim war mir ehrlich gesagt, erst mal gar kein Begriff. Als ich den letzten Superhit „ Flut“ hörte, schien der Name „ Jochim Witt“ gegenwärtig. Der Mann ist dann wiederum ein großer Begriff. So war ich ganz verwundert, als hier nun von Wolfsheim die Rede war.
Und was machen unwissende Menschen, wenn sie wissend werden wollen? Genau, sie recherchieren. So bin ich nun in der Lage, die Zwei- Mann Band etwas näher vorzustellen.
Wolfsheim gibt es bereits seit 15 Jahren.
1987 gründeten die Brüder Markus und Olli Reinhard gemeinsam mit dem damaligen Sänger Pompjejo Ricardo eine Band, die auf den Namen
„Wolfsheim“ hören sollte. Vorlage gab ein Roman von Scott Fitzgerald „Der große Gatsby“.
Drei Monate später stieg Ricardo aus und schlug Peter Heppner als neuen Sänger vor. Heppner galt als Insider, war ohnehin ein großer Fan dieser Formation und kannte die Bandmitglieder aus der gemeinsamen Schulzeit.
Die drei Jungs traten gemeinsam auf, dann stieg Olli Reinhard aus. Das, was übrig blieb, ist die heute eigentliche Band.
Anfänglich griff man auf vorhandenes Material zurück, doch dann bestand Heppner darauf, eigene Texte zu schreiben und diese zu präsentieren. Er hatte eine gesangstechnische Ausbildung, wenn man so will, weil er lange Zeit im Kirchenchor gesungen hat.
Nach zahlreichen Ablehnungen der Demo-Tapes, wurde Lothar Gärtner aufmerksam. Dieser verarbeitete die ruhigen Worte für die DARK-STAR-COMPACTION „ Bouquet of Dreams“.
1991 erschien das Debüt- Maxi „ The sparrows and the nightingales“ . Es wurde zum Hit und wurde zur erfolgreichsten Indipendent – Maxi der Neunziger.
1992 erschien die zweite Maxi „ It´s not too late“, so wie das Debüt – Album „No happy views“, woran die Jungs gut drei Jahre gearbeitet hatten. Mit 40000 verkauften Tonträgern waren Wolfsheim Newcomer 1992.
Hier wurde zum ersten mal auch ein deutscher Text eingearbeitet.
Zwischen 1992 und 1996 erschienen insgesamt 6 Maxis und drei Alben, bevor 1997 das erste LIVE- Album „ Hamburg Rom“ erschien.
1998 erschien die von mir bereits angesprochene MCD „ Die Flut“ und wurde zur erfolgreichsten Single ´98.
Im gleichem Jahr wurde die Maxi – CD zum Film von Detlef Buck „Liebe deine Nächste“.
Von 2000 bis 2002 hatte Wolfsheim eine schöpferische Phase; Videodreh in Island, Heppner und Schiller produzierten „ Dream of you“, Aufnahmen für das neue Album und eine geplante USA- Tour, die aufgrund der Terroranschläge vom 11. September verschoben werden musste.
Das war für diesen Titel positiv, denn er entstand in dieser Übergangsphase und ist seit dem 17. Februar auf dem Markt.
Das Cover ist absolut schlicht gehalten. Eine Hälfte in Orange, die andere Hälfte ist noch einmal aufgeteilt. Das obere Stück in blau, das untere in schwarz. Der Hintergrund zeigt die Konturen eines Blatts.
Ein gleichermaßen kurioses wie wunderschönes Stück, das meiner Meinung nach nicht so einfach zu interpretieren ist.
Der Text lautet wie folgt:
Weißt du noch wie´s war
Kinderzeit.... Wunderbar.....
Die Welt ist bunt und schön!
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt
Es gibt auch ein Wiedersehen.
Immer vorwärts Schritt um Schritt...Es geht kein Weg zurück!
Und was jetzt ist wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon, was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.
Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
`N Schritt zu weit nach vorn gewagt
Schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
Was ich gesagt hab´ist gesagt
Und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit.
Ach und könnt ich doch nur ein einziges Mal die Uhren rückwärts drehn
Denn wie viel von dem was ich heute weiß, hätt ich lieber nie gesehn
Dein Leben dreht sich nur im Kreis,
So voll von weggeworfener Zeit
Und deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.
Nun, denn versuche ich es und beginne mit der Musik.
Wolfsheim ist bekannt für seine Eigenwilligkeit. Es steckt ein unglaubliches Potential an Individualität in ihnen. Sie definieren den Begriff „Pop“ neu und bringen ein hohes Maß an Romantik ein, ohne jedoch schnulzig zu klingen.
Gitarrenakkorde des einen, Keyboardklänge des anderen Partners eröffnen ein Vorspiel. Leise, still und gleichmäßig wirkt es auf den Hörer.
„ Es geht kein Weg zurück“ hallt es aus dem Hintergrund, dann singt Peter Heppner die erste Strophe. Die Melodie ist einfach und gleichmäßig, vielleicht etwas melancholisch. Dennoch möchte ich mich hier nicht eindeutig auf das Mollgeschlecht festlegen.
Der Refrain beginnt bei „ Immer vorwärts Schritt um Schritt......“und endet mit „...wird nie mehr ungeschehn“.
Die zweite Strophe hat die gleiche Klangfarbe, die gleiche Melodie wie die erste Strophe.
Am ende dieser Strophe folgt ein „Schnitt“. Denn ein neuer Aspekt mit
„ Ach und könnt ich doch....“
wird eingelotst. Der Zweizeiler bricht jedoch nicht aus, sondern zeigt klare Strukturen zum Lied.
Hieran schließt sich direkt die dritte Strophe an.
Noch bevor sie allerdings endet, setzt Heppner mit der Wiederholung des Zweizeilers ein. Hier wurde entweder gut gemixt oder sein Partner übernimmt den Part. Das kann ich mir jedoch nicht wirklich vorstellen.
Sollte mich mein Gleichgewichtsorgan nämlich völlig im Stich gelassen haben, so gibt es keinen zweiten Künstler mit dieser eigentümlichen Stimme. Es gab mal einen Michael Holm, der die gleiche Stimme hatte. Aber bevor ich mich hier nun völlig der Lächerlichkeit preisgebe: „ Wer is´n det?“, versuche ich lieber mit eigenen Worten diese Stimme zu beschreiben.
Sie ist ausgebildet, denn die Chortätigkeit reichte auch ins Nach – Stimmbruch – Alter. Sie ist männlich und doch eine typische Tenorstimme. Ich würde sogar sagen, Heppner hört sich leicht erkältet an, aber ohne zu näseln. Kurz – es würde mich wundern, wenn gleich zwei Leute mit dieser Stimme zusammen treffen würden.
Der Text gestaltet sich schwer, obwohl er doch so leicht erscheint. Wolfsheim schreibt, so sagen sie selbst, keine Hits am Fließband. Sie probieren und hören, und sollte der Titel auch nach 3 Monaten noch gut sein, wird es ein echter Wolfsheim. Die Texte scheinen demnach entweder äußerst penibel und philosophisch durchsetzt, oder irgendwie zusammen gewurschtelt.
Ich entscheide mich für meine erste These.
Der Song gibt anfänglich das Bild einer Reise durch das Leben wieder. Der zweite Teil der ersten Strophe könnte vielerlei Bedeutung haben.
„ .... dass nicht jeder Abschied heißt, es gibt auch ein Wiedersehen“
Ortsbedingter Wohnungswechsel, definitive Partnerschaft, Krankheit oder gar Tod? Es könnte alles angesprochen sein.
Der Refrain zeigt ein weiteres Stück Vergänglichkeit in unserem Leben.
Du kannst den Augenblick nicht festhalten, kein Foto, kein Video bringt ihn dir zurück. Falls du gerade etwas machst, das dir später leid tun könnte, dann ist es zu spät, denn es ist getan und gibt kein Weg zurück.
„ Was getan ist, ist getan“, die Entscheidung steht und kann nicht mehr revidiert werden – jedenfalls oftmals nicht, ohne ein Stück deiner Würde zu lassen. Den Augenblick jedenfalls wird es nie mehr geben.
Die zweite Strophe war dann mehr der Auslöser für mein enges Verhältnis zu diesem Lied. Er untermauert meine Vermutung.
„ Ein Wort zuviel im Zorn gesagt........ und schon ist es vorbei!“
Man könnte auch sagen, „ ... ein Krug geht nur so lange zum Brunnen bis er bricht.“
Wenn du einen anderen Menschen verletzt und du zu weit gehst, dann trägst du auch die Konsequenzen. Spätestens hier war ich hellwach!
Als nächstes habe auch ich den Wunsch, die Uhren noch einmal zurück drehen zu können. Falsche Entscheidungen, die letzte durch mich getroffene totale Fehlentscheidung im Sommer 2001, wieder gut zu machen. Ich weiß inzwischen zu viel, ich ahne, ich leide. Ich will erst gar nicht wissen, was da noch auf mich zukommt. Leider kann ich die Uhren nicht rückwärts drehen.
Die dritte Strophe betrachte ich als eine Aufforderung:
Mensch, wach auf! Du trittst auf der Stelle, beschäftigst dich mit den falschen Dingen. Realisiere deine träume, denn irgendwann ist es zu spät!
Ja, recht hat man. Auch ich habe einen Großteil meiner Zeit geopfert für Dinge, die seinerzeit sinnvoll erschienen. Dennoch hätte ich, nachdem ich heute weiß, wie man meine Kraft beurteilt, diese wertvolle Zeit lieber anderweitig investiert.
Möglicherweise ist gerade dieser letzte Absatz aus meiner momentanen Laune heraus nicht objektiv genug beurteilt. Ich bin relativ „ angeschlagen“ ob einiger Dinge, die ich erfahren und mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören musste. Aber ich muss erst einmal in mich hineinfressen, denn meine Worte gehören werden nicht mehr der Ernsthaftigkeit geortet. Also werde ich wohl meinen Mund halten, bis irgend ein Engel vom Himmel fliegt und mir beisteht.
Mir laufen die Tränen – zugegeben eine Rarität – wenn ich das Lied höre, weil sämtliche Geschehnisse nur zu gegenwärtig werden. Ich weiß, ich kann derzeit nichts ändern und muss mich in Geduld üben.
Ich habe auch wenig Hoffnung, dass sich die Lage einst entspannen könnte.
Auf jeden Fall widme ich dieses Lied einem weiteren „ Besonderen Menschen“, eine Frau, dazu noch Lehrerin – ich habe mich vielleicht getäuscht, aber ich möchte nicht glauben, dass es SO endet!
Was ich auf jeden Fall noch erwähnen muss, neben „ Kein Zurück“ jeweils am Anfang und am Ende, sind noch die Titel „ And I.....“ und „Iou“ zu bestaunen.
Bezahlt habe ich 7, 99 bei HMV im Centro Oberhausen. Je nachdem, wo Ihr sie kauft, könnt Ihr auch mal einen Euro sparen. Mir war sie das Geld allerdings so oder so wert.
Natürlich kann ich die Single nur weiterempfehlen. Sie bringt etwas anderes mit sich, keine Aggressivität, sondern ehr eine ruhige Unruhe.
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