Wolfsheim Testbericht

Wolfsheim
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Erfahrungsbericht von sabolein

die Spatzen und die Nachtigallen.....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Heute geriet mir wieder einmal ein Lied an die Ohren, was ich schon seit Jahren mag.
Dessen Text aber immer wieder erschreckend aktuell wirkt.

Es geht mir um das Lied „The Sparrows and the nightingales“ (Die Spatzen und Nachtigallen) von „Wolfsheim“

Mit diesem Song hat meine heimliche Wolfheim-Leidenschaft angefangen.
Wolfheim kann ich immer hören. Wie so viele andere Musiker auch. Sie sind unverwechselbar. Genial. Und einmalig. Die Stimmen prägen sich ein. Die Texte sind nicht nur so dahingesungen.
Es ist kein „normales“ Gedudel.
Man muss schon sehr genau zuhören (würde Loriot jetzt sagen)

Ich geb mal schnell den Text weiter, bevor ich mich der Sache widme.

(hier kann man Text & Übersetzung nachlesen: http://people.freenet.de/wolfsheimfans/text-sparrows.htm)

HOW LONG HAVE YOU BEEN FREE
IN THIS WORLD OF HATE AND GREED
IS IT BLACK OR IS IT WHITE
LET\'S FIND ANOTHER COMPROMISE

AND OUR FUTURE´S STANDING STILL
WE\'RE DANCING IN THE SPOTLIGHT
WHERE IS THE LEADER WHO LEADS ME
I\'M STILL WAITING ...

LEAVING HOME ...
AND GOD IS ON YOUR SIDE
DIVIDING SPARROWS FROM THE NIGHTINGALES
WATCHING ALL THE TIME
DIVIDING WATER FROM THE BURNING FIRE ... INSIDE

AND GOD IS ON YOUR SIDE
DIVIDING CRUELTY FROM TENDERNESS
WATCHING ALL THE TIME
DIVIDING FICTION FROM REALITY

MOVE IN CIRCLES WALK ON LINES NO HUMAN BEING IN SIGHT
CALM THE WINDS AND CALM THE SEAS
LET´S TRY ANOTHER KIND OF PEACE
WHO FIGHTS THIS HOLY CIVIL WAR
A MILLION MEN IN UNIFORM
WO IST DER FÜHRER DER MICH FÜHRT?
ICH WARTE IMMER NOCH ...!

AND GOD IS ON YOUR SIDE
DIVIDING PRESENCE FROM OUR HISTORY
WATCHING ALL THE TIME
DIVIDING DEAF MEN FROM THE LISTENING ONES

LEAVE A LIGHT ON IN THE NIGHT FOR ME, THAT I CAN FIND YOU
REMEMBER WHEN WE BOTH WHERE YOUNG AND RECKLESS AND SO CURIOUS ...

NOW YOU\'RE HIDING FROM YOUR CHILD ... A NEW DAY\'S DAWNING
REMEMBER THAT YOU FELT ALIVE, SOMETIMES ...

AND GOD IS ON YOUR SIDE
DIVIDING SOLDIERS FROM THE FISHERMAN
WATCHING ALL THE TIME
DIVIDING WARSHIPS FROM THE FERRYBOATS


Tja, außer das der Song allgemein in die Indie-Wave-Szene eingeordnet wird, und von dem Hamburger Duo stammt, kann ich auch hier nicht so viel über die Musik an sich sagen.
Prägnant sind hier für mich die Stimmen.
Und der Text.
Es geht ja auch um Erfahrungsberichte. Und also auch um meine Erfahrungen um den Song bzw. mit dem Song. Oder hab ich das falsch verstanden.
Zur Single an sich kann ich Euch sagen: sie ist rund. Sowohl die CD als auch die Maxi. Da ich die CD „No happy view“ von der der Song ist, vor grauen Urzeiten verliehen aber nie wiederbekommen hab, weiß ich auch nicht, wie ich jetzt direkt das Cover beschreiben soll.

Aber wenn ich mir nur die erste Strophe vor Augen halte (Übersetzt)
Wie lange schon bist Du frei? In dieser Welt aus Hass und Trauer? Ist es schwarz oder weiß? Lass uns einen anderen Kompromiss finden.

Dann klingt es momentan sehr aktuell. Obwohl sie 1991 noch nicht ahnen konnte, das auch heute die Texte wieder brandaktuell sein würden.
Kompromisse schließen, Zwischendinge zu sehen, die eben weder nur schwarz noch nur weiß sind. Das ist es doch, worauf es eigentlich ankommt. „shades of grey“ sagen die Amerikaner dazu. Und genau darauf beziehe ich es.

Es wird beschrieben, wie Dinge, die eigentlich zusammengehören, getrennt erscheinen. Getrennt werden. Von höhere Mächten und von Menschen.

Die weiteren Zeilen, die ich mir rausgesucht habe, sind auch nicht unbedingt überlesenswert: (wieder übersetzt)

Bewege Dich im Kreis, lauf an der Linie entlang.
Kein menschliches Wesen in Sicht.
Beruhige den Wind und die Meere.
Lass uns eine andere Art Frieden ausprobieren.
Wer kämpft den heiligen Zivilkrieg?
Eine Millionen Männer in Uniformen

Um auf Deutsch mit den Zeilen „ Wo ist der Führer der mich führt, ich warte immer noch“ die Strophe abzuschließen.

Da bekomme ich glatt Gänsehaut. Einen sogenannten heiligen Krieg führen sie doch gerade.
Die Tausenden Männer in ihren Uniformen.

Ich hoffe, mein kleiner Ausflug stößt nicht zu sehr auf Kritik, da ich die musikalische Seite reichlich unbeachtet gelassen habe. Aber auch hier geht es mir vorwiegend um den text, um die Anregung zum Nachdenken.

Zum Abschluss ein kleines Interview-Zitat :
Wolfsheim teilen im allgemeinen Ihre Meinung mit, werden aber nicht direkt politisch, soll das vermieden werden?
Wolfsheim: \"Wie willst Du mit englischer Popmusik politisch werden? Das ist mir in der normalen Form zu plump, mich hinzustellen und zu sagen rechts ist schlecht und links ist toll, weil die Grenzen auch so scharf gar nicht zu ziehen sind. Das ist eine Sache, die meines Erachtens seit Jahrzehnten schon falsch gemacht wird. Wir hatten sogar beidem Song \"Sparrows And The Nightingales\" Probleme, weil wir die Textzeile \'Wo ist der Führer, der mich führt?\' gesungen haben. Es kam das Wort \"Führer\" darin vor, und schon waren wir für viele Leute eine rechte Band. Wir bekamen vehemente Kritik, weil wir angeblich eine Nazi-Band seien, nur, weil irgendwelche Leute den Text nicht verstanden haben. Wir haben die Politik auf die persönliche Ebene reduziert, denn bei jedem selbst fängt die Politik an.\"

So, da ich etwas vergessen hatte, geb ich natürlich auch gerne noch ein wenig Biografie der Band wieder:
Angefangen hat alles 1987, als Markus Reinhardt und Pompejo Ricciardi eine Band gründeten und sich fortan \"Wolfsheim\" nannten. Der Bandname entstand nicht nach dem gleichnamigen Ort in Rheinland-Pfalz, sondern bezieht sich auf eine Romanfigur von Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“ und „vereint heimisch Vertrautes mit der Faszination stiller Sehnsucht nach der unbekannten, wilden Schönheit einer noch unberührten fremdartigen Welt\" (Scott F. Fitzegerald/ „Der große Gatsby“)(was Internetrecherche so alles hergibt!).
Das Duo wurde durch Markus Bruder Oliver Reinhardt kurzzeitig zum Trio aufgestockt. Als Gründungsmitglied und Sänger Pompejo nach drei Monaten aus der Band ausstieg, schlug er Peter Heppner als seinen Nachfolger vor, der die Band deshalb bereits gut kannte, weil sie alle im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg aufgewachsen waren und zu einem Freundeskreis gehörten.


Danke Euch fürs Lesen!

Sabo

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