Erfahrungsbericht von PatriciaP
Mehr Arbeit als Zeit für wenig Geld
Pro:
Berufserfahrung
Kontra:
Löhne, Chancen und Möglichkeiten
Empfehlung:
Nein
Da die Arbeitslosigkeit immer wieder ansteigt, ist für viele die Zeitarbeit eine Alternative. Man könnte sagen, heute ist sie eine Alternative, damit man wenigstens ein wenig Geld hat, früher war sie eine Alternative und eine Möglichkeit, um in einer Firma fest eingestellt zu werden.
Auch ich habe schon in mehreren Zeitarbeitsunternehmen \"gedient\", darunter Randstad Deutschland oder Impuls Personalleasing. Mein Glück war, dass es damals noch keine Tarifverträge gab. Diese wurden erst Anfang 2004 eingeführt und haben damit die einzige Chance auf eine feste Einstellung und besseren Lohn zunichte gemacht.
Angeblich sollten diese Tarifverträge für die Mitarbeiter geschaffen werden, leider so wie es aussieht, wurden sie für die Zeitarbeitsunternehmen (damit diese mehr Geld einkassieren) und für die Entleiherbetriebe (damit diese ihre Zeitarbeiter so lange behalten können wie sie wollen) geschaffen. Für die Zeitarbeiter selbst gibt es - so sehe ich es - überhaupt keinen Vorteil. Nein, im Gegensatz, es gibt noch weniger Verdienst und noch mehr Einschränkungen.
Als ich bei Randstad war…
Als ich damals (1999) bei Randstad eingestellt worden bin, wurde ich zu einem Einsatz in einer Versicherung geschickt, der angeblich 4 Wochen dauern sollte. Aus diesen 4 Wochen wurde dann doch ein Jahr und ich wurde vom dem Versicherungsunternehmen fest eingestellt - zwar nur befristet für zwei Jahre, aber immerhin.
Somit war Randstad für mich der perfekte Einstieg ins Berufsleben. Auch die Disponenten waren bei Randstad immer sehr freundlich und die Bezahlung (für mich als Einsteiger) eigentlich sehr gut (umgerechnet ca. 9,50 Euro/Stunde). 1999 war es wirklich eine Menge Geld. Natürlich gab es auch bezahlte Überstunden, bezahlten Urlaub etc.
Da ich vor kurzem auch leider wieder arbeitslos geworden bin, bin ich wieder zu Randstad gegangen, in der Hoffnung, dort wieder eingestellt zu werden. Tja, war wohl nichts. Randstad hat leider momentan keine Einsatzmöglichkeiten für mich. Kann man nichts machen. Aus Neugier fragte ich natürlich, was ich jetzt wohl bei denen verdienen würde.
Ob ihr es glaubt oder nicht… nach den neuen Tarifverträgen wären es gerade mal 7,25 Euro. Unglaublich, oder? Dass der Stundenlohn nach fast 6 Jahren gesunken ist.
Ich persönlich finde es einfach unverschämt, dass die Zeitarbeitsunternehmen auf Kosten der armen Mitarbeiter nun noch mehr Geld verdienen können. Die Entleiherbetriebe bezahlen natürlich weiterhin Riesensummen für die Zeitarbeiter, denen wird aber das Geld noch gekürzt. Toller Tarifverträge…
Tarifverträge unter der Lupe….
Welche Tarifverträge meine ich?
Entgelttarifvertrag Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Entgeltrahmentarifvertrag Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Manteltarif Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Alle o.g. Tarifverträge wurden dur die MitgliedsGEWERKSCHAFTEN des DGB unterzeichnet.
Hier würde ich das Pro & Kontra der Tarifverträge aufzählen. Ein Pro wird es aus meiner Sicht leider nicht geben.
Bis zum Jahre 2004 gab es eine Regelung, dass man als Zeitarbeiter höchstens ein Jahr in einem und demselben Betrieb eingesetzt werden darf. D.h. nach einem Jahr musste sich dieser Betrieb überlegen, ob er diesen Zeitarbeiten behalten und somit fest einstellen möchte. Wenn ein Betrieb wirklich Interesse an dem Arbeiter hatte, hatte er keine andere Möglichkeit als den Zeitarbeiter einzustellen. Ein großes Plus für die Zeitarbeiter. Damit gab es eine sehr gute Chance, fest eingestellt zu werden. Andererseits musste das Zeitarbeitsunternehmen einen anderen Einsatz finden. Nach drei Monate durfte der Zeitarbeiter wieder in dem vorherigen Betrieb eingesetzt werden.
Wie ist es heute? Es gibt keine Zeitbegrenzung mehr für einen Einsatz. Somit kann der Entleiherbetrieb den Zeitarbeiter so lange behalten wie er will und damit sinken die Chancen fest eingestellt zu werden auch fast auf Null. Denn, auch wenn ein Zeitarbeiter viel Geld kostet, werden von dem Entleiherbetrieb keine Lohnnebenkosten, kein Weihnachts- und Urlaubsgeld und auch kein Krankengeld bezahlt. Somit lohnt sich es für diesen auf jeden Fall mehr als eine Festeinstellung. Dazu kommt noch die Tatsache, dass der Betrieb seinen Zeitarbeiter auch jeder Zeit loswerden kann - da es ja hier keine Kündigungsfristen gibt.
Wo sind also die Möglichkeiten geblieben? Wo ist das in der Werbung umworbene Karrieresprungbrett??? Verschwunden.
Die Bezahlung ist, wie bereits gesagt, auch etwas niedriger als noch zu DM-Zeiten. Warum auch immer… Somit soll z.B. jemand der ein abgeschlossenes Fachhochstudium mit mehrjähriger fachspezifischer Berufserfahrung oder der sogar Hochstudium abgeschlossen hat und (!!!) er selbständig komplexe Aufgabenstellungen bewältigen kann, gerade mal 12,98 Euro/Std. verdienen.
Es ist doch ein Witz, oder sehe ich das nur so? Es sind bei normaler Arbeitszeit gerade mal ca. 2300 Euro BRUTTO im Monat.
Jemand, der noch keine Berufserfahrung hat, verdient somit etwa 6,85 Euro/Std.
Naja…
Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt jeweils - 150 Euro.
Da sag ich nur \"verdammt wenig\".
Fazit…
Wer also heute in einem Zeitarbeitsunternehmen eingestellt wird, hat sehr wenige Möglichkeiten daraus etwas zu machen. Weder das Geld noch die Chancen sind da, um weiter zu kommen.
Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass viele dort bereits 3 Jahre in einem und demselben Betrieb arbeiten, jedoch kaum eine Chance haben fest eingestellt zu werden.
Ist eigentlich sehr schade, denn ich persönlich empfand die Zeitarbeit immer als Alternative. Heute ist sie jedoch nur noch \"Sklaverei\".
Ich frage mich, wie kann jemand, der gerade mal 7 Euro / Stunde (s.h. gerade mal 1.232 Euro BRUTTO / Monat) verdient noch seine Miete bezahlen? Oder sich ein \"normales\" Leben leisten?
Gut, man sollte noch bedenken, dass Berufserfahrung gesammelt wird - wahrscheinlich ein einziger positiver Punkt.
Ich finde es einfach unverschämt, wie man auf kosten des \"gewöhnlichen Menschen\" heute Geld macht. Es sollte verboten werden…
Auch ich habe schon in mehreren Zeitarbeitsunternehmen \"gedient\", darunter Randstad Deutschland oder Impuls Personalleasing. Mein Glück war, dass es damals noch keine Tarifverträge gab. Diese wurden erst Anfang 2004 eingeführt und haben damit die einzige Chance auf eine feste Einstellung und besseren Lohn zunichte gemacht.
Angeblich sollten diese Tarifverträge für die Mitarbeiter geschaffen werden, leider so wie es aussieht, wurden sie für die Zeitarbeitsunternehmen (damit diese mehr Geld einkassieren) und für die Entleiherbetriebe (damit diese ihre Zeitarbeiter so lange behalten können wie sie wollen) geschaffen. Für die Zeitarbeiter selbst gibt es - so sehe ich es - überhaupt keinen Vorteil. Nein, im Gegensatz, es gibt noch weniger Verdienst und noch mehr Einschränkungen.
Als ich bei Randstad war…
Als ich damals (1999) bei Randstad eingestellt worden bin, wurde ich zu einem Einsatz in einer Versicherung geschickt, der angeblich 4 Wochen dauern sollte. Aus diesen 4 Wochen wurde dann doch ein Jahr und ich wurde vom dem Versicherungsunternehmen fest eingestellt - zwar nur befristet für zwei Jahre, aber immerhin.
Somit war Randstad für mich der perfekte Einstieg ins Berufsleben. Auch die Disponenten waren bei Randstad immer sehr freundlich und die Bezahlung (für mich als Einsteiger) eigentlich sehr gut (umgerechnet ca. 9,50 Euro/Stunde). 1999 war es wirklich eine Menge Geld. Natürlich gab es auch bezahlte Überstunden, bezahlten Urlaub etc.
Da ich vor kurzem auch leider wieder arbeitslos geworden bin, bin ich wieder zu Randstad gegangen, in der Hoffnung, dort wieder eingestellt zu werden. Tja, war wohl nichts. Randstad hat leider momentan keine Einsatzmöglichkeiten für mich. Kann man nichts machen. Aus Neugier fragte ich natürlich, was ich jetzt wohl bei denen verdienen würde.
Ob ihr es glaubt oder nicht… nach den neuen Tarifverträgen wären es gerade mal 7,25 Euro. Unglaublich, oder? Dass der Stundenlohn nach fast 6 Jahren gesunken ist.
Ich persönlich finde es einfach unverschämt, dass die Zeitarbeitsunternehmen auf Kosten der armen Mitarbeiter nun noch mehr Geld verdienen können. Die Entleiherbetriebe bezahlen natürlich weiterhin Riesensummen für die Zeitarbeiter, denen wird aber das Geld noch gekürzt. Toller Tarifverträge…
Tarifverträge unter der Lupe….
Welche Tarifverträge meine ich?
Entgelttarifvertrag Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Entgeltrahmentarifvertrag Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Manteltarif Zeitarbeit (iGZ e.V.)
Alle o.g. Tarifverträge wurden dur die MitgliedsGEWERKSCHAFTEN des DGB unterzeichnet.
Hier würde ich das Pro & Kontra der Tarifverträge aufzählen. Ein Pro wird es aus meiner Sicht leider nicht geben.
Bis zum Jahre 2004 gab es eine Regelung, dass man als Zeitarbeiter höchstens ein Jahr in einem und demselben Betrieb eingesetzt werden darf. D.h. nach einem Jahr musste sich dieser Betrieb überlegen, ob er diesen Zeitarbeiten behalten und somit fest einstellen möchte. Wenn ein Betrieb wirklich Interesse an dem Arbeiter hatte, hatte er keine andere Möglichkeit als den Zeitarbeiter einzustellen. Ein großes Plus für die Zeitarbeiter. Damit gab es eine sehr gute Chance, fest eingestellt zu werden. Andererseits musste das Zeitarbeitsunternehmen einen anderen Einsatz finden. Nach drei Monate durfte der Zeitarbeiter wieder in dem vorherigen Betrieb eingesetzt werden.
Wie ist es heute? Es gibt keine Zeitbegrenzung mehr für einen Einsatz. Somit kann der Entleiherbetrieb den Zeitarbeiter so lange behalten wie er will und damit sinken die Chancen fest eingestellt zu werden auch fast auf Null. Denn, auch wenn ein Zeitarbeiter viel Geld kostet, werden von dem Entleiherbetrieb keine Lohnnebenkosten, kein Weihnachts- und Urlaubsgeld und auch kein Krankengeld bezahlt. Somit lohnt sich es für diesen auf jeden Fall mehr als eine Festeinstellung. Dazu kommt noch die Tatsache, dass der Betrieb seinen Zeitarbeiter auch jeder Zeit loswerden kann - da es ja hier keine Kündigungsfristen gibt.
Wo sind also die Möglichkeiten geblieben? Wo ist das in der Werbung umworbene Karrieresprungbrett??? Verschwunden.
Die Bezahlung ist, wie bereits gesagt, auch etwas niedriger als noch zu DM-Zeiten. Warum auch immer… Somit soll z.B. jemand der ein abgeschlossenes Fachhochstudium mit mehrjähriger fachspezifischer Berufserfahrung oder der sogar Hochstudium abgeschlossen hat und (!!!) er selbständig komplexe Aufgabenstellungen bewältigen kann, gerade mal 12,98 Euro/Std. verdienen.
Es ist doch ein Witz, oder sehe ich das nur so? Es sind bei normaler Arbeitszeit gerade mal ca. 2300 Euro BRUTTO im Monat.
Jemand, der noch keine Berufserfahrung hat, verdient somit etwa 6,85 Euro/Std.
Naja…
Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt jeweils - 150 Euro.
Da sag ich nur \"verdammt wenig\".
Fazit…
Wer also heute in einem Zeitarbeitsunternehmen eingestellt wird, hat sehr wenige Möglichkeiten daraus etwas zu machen. Weder das Geld noch die Chancen sind da, um weiter zu kommen.
Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass viele dort bereits 3 Jahre in einem und demselben Betrieb arbeiten, jedoch kaum eine Chance haben fest eingestellt zu werden.
Ist eigentlich sehr schade, denn ich persönlich empfand die Zeitarbeit immer als Alternative. Heute ist sie jedoch nur noch \"Sklaverei\".
Ich frage mich, wie kann jemand, der gerade mal 7 Euro / Stunde (s.h. gerade mal 1.232 Euro BRUTTO / Monat) verdient noch seine Miete bezahlen? Oder sich ein \"normales\" Leben leisten?
Gut, man sollte noch bedenken, dass Berufserfahrung gesammelt wird - wahrscheinlich ein einziger positiver Punkt.
Ich finde es einfach unverschämt, wie man auf kosten des \"gewöhnlichen Menschen\" heute Geld macht. Es sollte verboten werden…
16 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.04.2007, 13:10 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich╔╩╦╝ SH & LG ╔╩╦╝
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