Ziehen von Weisheitszähnen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Anonym116

Eine nich so ganz schöne Geschichte!

Pro:

sie sind endlich weg

Kontra:

schmerzen

Empfehlung:

Ja

Heute will ich über mein Erlebnis mit dem Ziehen der Weisheitszähne erzählen:

Wie alles anfing:
Nach 6 Jahren teilte mir meine Kieferorthopädin endlich mit, dass ich keine Zahnspange mehr brauche. Die nächste Nachricht aber war, dass ich mir alle 4 Weisheitszähne ziehen lassen muss.
Ich verdrängte das Thema erst ein wenig, schließlich teilte sie mir es dann aber noch einmal schriftlich mit das es notwendig ist.
Meine Mutter rief also bei einem Kieferchirurg an und ich bekam innerhalb von 2 Monaten einen Termin.

Die Nacht u. der Morgen davor:
Da meine Brüder Jahre zuvor ihre Weisheitszähne auch schon hatten ziehen lassen, ich es miterlebt hatte, wusste ich ungefähr schon was auf mich zukommt. Da ich ja die kleine Schwester bin mussten sie mich natürlich ärgern und haben mir noch mehr Angst gemacht, wie schlimm es werden wird etc.
In der Nacht vor dem Ziehen der Weisheitszähne machte ich kein Auge zu, ich hatte wirklich schreckliche Angst. Am nächsten Morgen musste ich noch in die Schule und habe alle meine Mitschüler mit meiner Angst genervt g.
Mittags lies ich es mir beim Essen noch mal so richtig schmecken, mein Bruder machte dann noch ein `Vorher-Bild` und schon gingen wir los.

Die Entfernung:
So aufgeregt wie in dem Wartezimmer war ich glaube ich selten.
Eine Freundin erzählte mir davor noch, dass ich von der Sprechstundenhilfe einen Discman verlangen soll damit ich das Knacken beim Entfernen nicht so sehr höre.
Mit dem Discman in der Hand (war übrigens ziemlich schreckliche Musik :-p), betrat ich also das OP-Zimmer. Ich legte mich auf den Behandlungsstuhl und da kam auch schon ein „Weißkittel“ und jagte mir Betäubungsspritzen in die Backen. In der Zeit, in der die Spritzen noch wirken mussten sprachen sie mir noch ein wenig gut zu.
Mit einem seltsamen Gefühl im Mund legte ich mich zurück und ließ den Arzt arbeiten.
Am Anfang dachte ich, ist ja alles echt halb so schlimm. Es knackt ein bisschen und ich spüre das Blut in meinem Mund, aber mit der Zeit tat es immer mehr weh und es war ein echt blödes Gefühl. Beim 4. Zahn dann hatte ich das Gefühl das die Betäubung schon wieder weg ist, es tat höllisch weh. Da mein Gesicht ja verdeckt war konnte ich keine Zeichen geben das sie eventuell noch mal nachspritzen. Ich krallte mich am Stuhl fest und überstand es dann mehr oder weniger gut.
Es dauerte ungefähr 45 Min. und ich sollte danach dann das Blut ausspucken.
Als nächstes steckten sie mir noch ein paar Tupfer in den Mund auf die ich dann beißen musste. Die Sprechstundenhilfe gab mir noch Schmerztabletten und dann konnte ich die Praxis verlassen. Zu meinem Erstaunen waren meine Backen im Autospiegel noch gar nicht so sehr angeschwollen und ich sah noch nicht aus wie ein Hamster.
Meine Mutter brachte mich nach Hause und ich musste dort die Tupfer ausspucken, was eigentlich auch nicht weiter schlimm war, sie waren nur etwas schwer von hinten rauszuholen.
Dann schnürte ich mir zwei Kühlpads um die Backen, was echt wichtig ist.
Zur Ablenkung waren 2 Freundinnen von mir gekommen. Sie machten kleine Scherze weil ich ja nicht wirklich viel und normal reden konnte. Die Betäubung ließ dann nach ca. 2 Stunden nach, was schon schmerzhaft war.
Um ca. 20 Uhr abends fing es plötzlich an in meinem Mund zu bluten, eigentlich nichts schlimmes und ich hatte ja auch einen Zettel bekommen auf dem beschrieben war was ich in diesem Fall tun soll. Die Blutung wurde immer stärker und meine Mutter gab mir, wie es auf dem Papier stand ein frisches Stück Leintuch, dass man zusammenrollt und als Kompresse benutzt. Nach ca. einer Stunde und mindestens 10 vollgebluteten Leintüchern brachten selbst die Leintücher nichts mehr und das Blut floss trotz Leintuch in dickem Strahl aus meinem Mund. Ich muss schon ziemlich viel Blut verloren haben bis meine Mutter dann den Arzt anrief, da wir wirklich nicht mehr wussten was wir tun sollten.
Es befahl uns gleich in seine Praxis zu kommen, es war etwas peinlich da er gerade auf einer Feier war und sie dann wegen mir verlassen musste.
Im Auto hielt ich einen Riesen Knäuel aus frischem Stoff vor und in meinem Mund und darunter eine Fangschale in die dann das Blut fließen konnte.
In der Praxis angekommen legte ich mich wieder auf den Stuhl und der Arzt kramte sein Werkzeug heraus, da ja um diese Uhrzeit keine Zahnarzthelferin mehr anwesend war musste meine Mutter (mit keinerlei Ahnung in diesem Gebiet einspringen). Der Chirurg erzählte mir, dass er die Wunde noch einmal ganz öffnen muss, da anscheinend irgendetwas geplatzt war und dass er mir aber keine Betäubung geben kann da es sonst wahrscheinlich ein paar Stunden später wieder platzen wird. Puuuhh...er fing also an, meine Mutter neben dran, ganz bleich im Gesicht. Ich möchte meine Schmerzen hier nicht weiter beschreiben aber es war echt Hölle!
Meine Mutter assistierte ihm dann wieder beim Zunähen (er fragte sie aber öfters ob sie es noch ertragen kann und ob sie sich nicht lieber mal kurz hinsetzen will). Außerdem fragte er ziemlich oft nach meinem Befinden und ich nickte halt immer mit dem Kopf, es muss ja schließlich gehen. Nach ca. einer halben Stunde hatte ich es überstanden.
Wir konnten wieder nach Hause und die Blutungen waren tatsächlich gestoppt.

Die nächsten Tage:
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, spürte ich schon ein unheimliches Spannen in meinen Backen. Der Blick in den Spiegel war schlimm! Wenn ich mich für einen Horrorfilm hätte bewerben müssen, hätte ich den Job locker bekommen und hätte auch gleich so eingesetzt werden können. Meine Augen waren total zugeschwollen, ich sah nur noch die Hälfte raus und das linke Auge war total blau. Die Backen waren schlimmer als bei einem Hamster, besonders die linke. Außerdem waren sie auch blau. Ich kannte ja schon die Gesichter, als meine Brüder ihre Weisheitszähne herausoperieren ließen, aber meins übertraf einfach alles!
Als ich meiner Mutter über den Weg lief, ließ sie erst mal einen kleinen Schrei raus.
Es sah wirklich fürchterlich aus. Ich erschreckte damit noch den Rest meiner Familie, obwohl mir eigentlich gar nicht zum Witze machen war
Mein Bruder machte gleich mit großer Freude seine „Nachher-Bilder“.
Immer wenn ich in den Spiegel geschaut habe, hätte ich weinen können.
Die Schmerzen an diesem Tag hielten sich eigentlich in Grenzen und geblutet hat auch nichts mehr. Ich bin natürlich den ganzen Tag mit Kühlpads herumgelaufen.
Im laufe des Tages wurde die Schwellung etwas kleiner, was mich wieder ein bisschen aufheiterte. Aber schon am nächsten Morgen guckte mir im Spiegel wieder ein Horror-Gesicht entgegen. An den darauf folgenden 3 Tagen war es immer das gleiche, Morgens zum Gruseln und Abends besser.
Ab dem 5. Tag ging die Schwellung zurück, ich traute mich am 6. Tag sogar in die Schule.
Hätte ich es lieber gelassen, da meine Backen natürlich noch total dick waren scherzten meine Freunde natürlich. Am 8. Tag aber, war mein Gesicht dann „nur“ noch grün.
Das war mein Erlebnis mit den Weisheitszähnen...


So jetzt, noch die Tipps für die Betroffenen:

1.Mein Bericht hört sich vielleicht nicht gerade schön an, aber es ist eigentlich echt halb so schlimm. Also einfach ganz locker hingehen, rausmachen lassen u. wieder heim.
Dabei ist es aber wichtig, dass du wirklich zu jemanden gehst der Erfahrung damit hat. Ich war bei einem Chirurg der wohl täglich an über 10 Menschen die Weisheitszähne rausnimmt. Vom normalen Zahnarzt ist wirklich abzuraten, der hat einfach zu wenig Erfahrungen damit, ich kenne 5 Leute die mir davon erzählt haben was für furchtbare Erlebnisse sie mit dem Zahnarzt gemacht haben. Also überleg dir das gut!

2.Für die Woche danach kein „Date“ oder ähnliches ausmachen, wird bestimmt nix draus!

3.Für die Tage danach, nicht arbeiten! Keine großen Anstrengungen, kein Sport, bleib da echt lieber ganz weg, sonst kann es zu Nachblutungen kommen (was nicht heißt das ich Sport oder ähnliches gemacht habe, aber es fördert wahrscheinlich die Nachblutung wenn ihr so was anstellt!). Wenn du dann aber den ganzen Tag vor dem Fernseher abhängst, Kopf hoch!! Ganz wichtig!! Steck dir ein paar Kissen oder ähnliches in den Nacken. Außerdem solltest du dich nicht so oft bücken, aber das wirst du dann eigentlich schon selber merken, es zieht dann nämlich in den Backen.

4.Immer schön kühlen, das ist auch total wichtig. Damit geht dann auch die Schwellung schneller zurück. Nichts warmes drauf tun, sondern immer schön kalt

5.Du solltest das richtige Essen im Haus haben, denn du weißt ja bestimmt das man danach kein Festessen zu sich nehmen kann ;-). Bei mir war es am ersten Tag so, dass ich nur eine Fleischbrühe mit dem Röhrchen in meinen Mund gezogen habe. Sonst halt weiche Sachen essen!
Was außerdem noch wichtig ist: keine Milchprodukte, kein Nikotin, kein Alkohol, kein Tee und auch kein Kaffee. Zumindest die ersten 24 Stunden ist das wichtig.

6.Wenn es mal blutet, keine Panik! Das ist normal und wenn es dann wirklich stark wird dann wie oben beschrieben die Kompressen zum Einsatz bringen! Man muss dann auf die Kompressen stark beißen und hoffen das es aufhört.

7.Wenns arg weh tut, nimm lieber eine Schmerztablette! Die gibt dir der behandelnde Arzt bestimmt mit.

So ich denke das ist jetzt genug, aber keine Angst, nach dem Eingriff bekommst du einen Zettel auf dem alle wichtigen Dinge noch einmal notiert sind.

Fazit: Ich finde es gibt wirklich schlimmeres, aber sonderlich angenehm ist es natürlich nicht.
Bei mir ist die Geschichte jetzt schon 2 Jahre her und immer wenn jemand in meiner Klasse die Weisheitszähne gezogen bekommt bin ich die Beraterin ;-).

Ich hoffe, dass dir der Text gefallen hat und vielleicht wirklich jemand genützt hat!
Ich freue mich über Bewertungen und Kommentare!Die Dani

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