Zivildienst Testbericht

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Erfahrungsbericht von Haber

Lockerer Superjob

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bund oder Zivildienst? Das ist die Frage, vor der die meisten Jugendlichen stehen, wenn es einmal so weit ist.
Ich ließ also erst einmal die Musterung über mich ergehen. An jenem Tag traf ich auch einige meiner Schulkameraden dort, die zur selben Zeit hinbestellt wurden. Zunächste folgte ein Seh- und Hörtest, den ich spielen absolvierte. Danach wurde man in einen Raum gebeten, in dem man sich umziehen sollte. Anschließend folgte eine Urinabgabe, die ich gleich zweimal durchführen musste. Zu guter letzt der Besuch bei der Ärztin, die einen "gründlich" untersucht. Den Fragenkatalog musste ich auch noch überstehen, dann war ich fertig.
Diejenigen, die sich für den Dienst an der Waffe entschieden hatten, durften noch einen Test machen, bei dem persönliche Stärken erkannt werden sollten, die man später dann auch einsetzen kann.

Kriegsdienstverweigerung:
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Dieses Schreiben soll die Gewissensgründe und den Konflikt darlegen, warum man den Dienst an der Waffe verweigert. Wer sich schlaumachen möchte, der kann dies auch im Internet tun und dort einige "Musterverweigerungen" bestaunen, die man aber selbst nicht abschreiben sollte. Ich musste meine Erklärung gleich zweimal schreiben, da meine erste Begründung zu oberflächlich war und so wurden aus einer Seite gleich drei gemacht. Prompt wurde sie akzeptiert. Auch wenn die meisten vielleicht übertrieben erscheinen, so solle man dennoch mit Gründen nicht sparen.
Meinen Einberufungsbescheid erhielt ich dann später.

Zivildienststelle/Dienst:
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Meine Zivildienststelle war direkt vor Ort. Deshalb war dies für mich sehr positiv. Im Vorfeld habe ich mich dort erkundigt, ob ab September 2000 ein Zivildienstleistender genommen wird und habe mir dies mündlich zusichern lassen. Bei der Musterung habe ich diese Stelle angegeben, alles lief ohne größere Probleme. Als Ansprechpartner erhielt man einen Zettel mit dem jeweiligen Regionalbetreuer.
Ich wurde in der häuslichen Kranken- und Altenpflege eingesetzt, erhielt ein eigenes Dienstauto (einen weißen VW Polo Coupé), der bis zum Ende meiner 11 Monate seinen Dienst tat.
Da meine Tante auch hauptamtlich in derselben Stelle arbeitet, hatte ich jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner.
Also ideal! Auch der Umgang mit den Leuten hat mir sehr viel Spaß gemacht, die meisten von ihnen waren sehr "pflegeleicht", man erhielt sofort das Vertrauen der "Patienten" und tat sich im Umgang mit ihnen dementsprechend einfach. Das Lob fiel auch sehr positiv auf, doch ich habe natürlich nie Geschenke entgegengenommen (das darf man nicht, da dies im Zusammenhang mit der Leistung stand :) ). Doch auf einen Kaffee bei ihnen zuhause ließ ich mich gerne ein.
Das sind die schönsten Seiten eines Zivildienstleistenden. Auch der Gang in die Gaststätte war mit drin, weil ich einen Herrn X jede Woche bei "Aktivitäten" begleiten sollte. Zu Mittag fuhr ich Essen auf Rädern aus, das vom Altenheim war. Bei der Familie, in der ich Frau X betreute bekam ich sehr oft das Angebot, ich solle doch beim Mittagessen teilnehmen (weil der Enkel von Frau X ein guter Freund von mir ist).
Meine Arbeitszeit ging von Montag - Freitag. Der Samstag und der Sonntag waren für mich frei, da ich an den fünf Wochentagen meine benötigten 38,5 Stunden voll hatte.

Zivildienstkurse:
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...hatte ich natürlich auch. Diese waren sehr schöne erlebnissreiche Tage, vor allem weil man viele Zivi-Kollegen kennenlernt und man abends dementsprechend Spaß hat.
Meinen fachlichen Lehrgang vom Paritätischen Wohlfahrtsverband absolvierte ich in Bad Homburg v.d. Höhe. Das ist ein Kurort in der Nähe von Frankfurt am Main. Dort verbrachten wir zwei Wochen in einer sehr schönen Jugendherberge mit Seminar- und Gruppenräumen. Die Verpflegung war sehr gut und köstlich, da sie vielseitig war. Das Wochenende fuhr ich mit dem ICE nach Hause und freute mich schon wieder auf den Montag, weil man die Leute dann schon kannte. Ich war übrigens der einzige Zivi aus ganz Bayern dort. Sprachbarrieren wurden sehr schnell überwunden, ich bekam als "d´Bayer" (der Bayer) ein Weizenglas umsonst von der JH ausgeliehen.
Auf dem Zimmer hatten die anderen in der zweiten Woche eine Playstation mitgenommen, weil sie ganz in der Nähe wohnten......*saugeil*
Der staatliche Lehrgang fand in Spiegelau (Bayrischer Wald) statt und dauerte NUR eine Woche, die aber ebenfalls sehr schnell verging. Ein kleines Dorf (Stadt ist übertrieben) mit einem Bahnhof und ner Kneipe, in der abends wenig los sein soll. Mädchen traf man dort sehr selten. Die Verpflegung war eher mitttelprächtig, die Unterkunft im Gegensatz zu Bad Homburg auch etwas schlechter, dafür hatten wir genügend Freizeitprogramm mit Angeboten des Betreuers. Hier war es umgekehrt, der größte Teil kam aus Bayern, sodass ich mich nicht mehr in der Minderheit fühlte.

Probleme:
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Wie gesagt, wer Probleme hat kann sich an den Regionalbetreuer wenden, der immer früh zu erreichen ist. Oder er schreibt eine E-Mail an das Bundesamt für Zivildienst in Köln (auch im Internet), wo die Probleme schnell beantwortet werden.
Auch ich hatte ein paar, eines davon wurde sogar in der deutschlandweiten Zivizeitschrift abgebildet. Also war meine Fragestellung gar nicht mal soooo dumm!
Die Pflichten des Zivildienstleistenden werden einem bei den Seminaren verdeutlicht, aber wenn man sich einigermaßen daran hält und mit den Leute gut auskommt, ist der Zivildienst schneller vorbei, als man selbst denkt.
Rechte hat man natürlich auch, die man sich auch im Internet ansehen kann.

Geld:
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kriegt man auch und zwar jede Menge (wenn man frisch aus der Schule kommt, erscheint es einem sehr viel, zumindest erging es mir so)
Dieses Beispiel galt für mich persönlich

Soldstufen

14,50 DM /Kalendertag (also auch Wochenende), später dann
16.00 DM /Kalendertag, zuletzt
17,50 DM (die Stufen erreicht man automatisch, außer die ZDS (Zivildienststelle) legt eine schriftliche Begründung vor, dass die Eignung des Zivis nicht besteht, aber höchst unwahrscheinlich)+

Essensgeld für diejenigen, die zuhause essen, weil die Zivildienststelle kein Essen anbieten kann
11,70 /Kalendertag

Kleidungsgeld
2,30 (??? ca.)/ Kalendertag für Verschmutzung, Abnutzung und Reinigung eigens getragener Kleidung im Zivildienst

Der Sold soll am 15. eines Monats auf dem Konto des Zivildienstleistenden sein!!!!


Fazit:
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Der Zivildienst prägt den Menschen für die Zukunft, wenn man positiv an die Sache rangeht und Freude bei der Arbeit hat.
Es war eine schöne Zeit, die ich nie vergessen werde, da ich auch heute noch einige meiner zu Betreuenden treffe und einfach mal wieder vorbeischaue, wie es den Leute so geht und was aus ihnen wird.
Derjenige, der die Möglichkeit hat, so einen Dienst zu tun, sollte diese Gelegenheit auf jeden Fall nutzen. Dazu kann ich nur raten.

In diesem Sinne....
.... Haber :-)

28 Bewertungen, 5 Kommentare

  • campimo

    29.04.2007, 13:03 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ☺☺☺SH & LG☺☺☺

  • MichaelW97614

    17.03.2002, 16:42 Uhr von MichaelW97614
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich werd auf jeden fall zivi machen!

  • Linnemer

    17.03.2002, 16:33 Uhr von Linnemer
    Bewertung: sehr hilfreich

    war 2 jahre beim bund, war auch schön, super bericht

  • SVoigt3000

    17.03.2002, 16:21 Uhr von SVoigt3000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wurde wegen extremer Blindheit ausgemustert, hätte aber auch Zivi gemacht. Na ja, nun kann ich eher studieren gehen... CU Stephan

  • AliAsAliAs

    17.03.2002, 16:21 Uhr von AliAsAliAs
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich war auf ner Jugendherberge- das war auch genial. gruß vom alias