1492 - Die Eroberung des Paradieses (VHS) Testbericht

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ab 10,64
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von Klops

Viel zu langatmig, Schade!!!!!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1.Einleitung
In meinem heutigen Bericht geht es um „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ eine der vielen Kolumbus-Verfilmungen. Dieser Film kam 1992 in die Kinos und wartet mit relativ bekannten Schauspielern, unter anderem Gerard Depardieu, als Christoph Kolumbus, auf. Ob es sich lohnt den Film anzugucken, erfahrt ihr in meinem Bericht.

2.Story
Die Story dürfte wohl jedem bekannt sein. Ich gehe hier trotzdem noch einmal kurz darauf ein, weil es einige Abweichungen und Eigenheiten gibt.

Christoph Columbus ist oft im Kloster und einem Mönch hat er es auch zu verdanken, dass er in Salamanca vor dem Rat der Königin vorsprechen darf und seine Idee von dem westlichen Seeweg nach Indien kundzutun. Von dem Rat wird dieser Vorschlag abgelehnt, woraufhin Kolumbus sich unglaublich ärgert und die Hoffnung schon beinahe aufgibt.

Dann allerdings lernt Columbus jemanden kennen, dem die Königin noch Geld schuldet, sodass Columbus bei der Königin höchstpersönlich vorsprechen darf. Bei der Königin schindet Columbus mit seiner ehrgeizigen Art mächtig Eindruck und die Königin beschließt, ihm aufgrund der hohen Verschuldung Spaniens die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, da Columbus viele Reichtümer verspricht. Die anderen Wege nach Indien scheinen nämlich viel schwieriger zu sein: Der Weg um die Südspitze Afrikas dauert 1 Jahr und den Weg über das Festland haben die Türken für alle Christen gesperrt, deswegen suchen die Menschen nach einem neuen Weg.

Columbus spricht von einer Entfernung von nur 750 Seemeilen, allerdings beichtet er vor seiner Abfahrt, dass dies gelogen war, um für das ganze Unterfangen überhaupt die nötigen Mittel zu bekommen.

Ziemlich am Anfang gibt es noch eine Szene, in der gezeigt wird, wie mehrere Leute, die für Ketzer gehalten werden, verbrannt werden sollen. Eine Frau bekennt sich zur Kirche und zu Gott und wird für dieses Bekenntnis vor der Verbrennung erwürgt, daran sieht man die unglaubliche Brutalität, die damals vorherrschte und erkennt, dass Columbus Unterfangen auch nicht ganz ohne Risiko ist.

Nach der Beichte und der Freisprechung durch den befreundeten Mönch, bricht Columbus am nächsten Tag mit 3 Schiffen auf, um den westlichen Seeweg nach Indien zu finden.
Als die Besatzung schon kurz vor einer Meuterei steht und immer deutlicher wird, dass Columbus mit der Angabe von 750 Seemeilen gelogen hat, wird endlich das vermeintliche Indien erreicht, allerdings nicht das Festland, sondern nur eine Insel. Columbus muss feststellen, dass nichts so ist, wie Marco Polo es beschrieben hat, aber er ist trotzdem fasziniert von dem Land und beschließt zurückzusegeln, um mehr Spanier auf diese Inseln zu holen. Von den Eingeborenen, die die weißen Menschen als Götter ansehen nimmt er einen mit. Außerdem zeigt er in Spanien etwas von dem wenigen Gold, das dort vorhanden ist und einige Schmuckstücke von den Eingeborenen.

Columbus wird als Gouverneur auf einer der Inseln eingesetzt. Als die anderen Gouverneure setzt Columbus seine beiden Brüder ein. Das Festland wurde immer noch nicht gefunden. Columbus will es zwar gerne finden, hat aber keine Zeit mehr dazu, weil er auf der Insel eine funktionierende Siedlung aufbauen soll und die Eingeborenen missioniert werden sollen.

Durch einige Zwischenfälle und unkorrektes Verhalten einiger Spanier, droht die Situation auf der Insel zu eskalieren. Außerdem fühlen sich einige Adelige benachteiligt, da Columbus sie ganz normal arbeiten lässt und ihre Privilegien nicht berücksichtigt. Ob Columbus das Festland entdeckt und ob die Situation wirklich eskaliert, müsst ihr schon selber rausfinden.

3.Meine Meinung
Die Story ist nicht ausgedacht, es soll ja wirklich so oder so ähnlich gewesen sein. Ich finde die Story an sich sehr interessant, allerdings finde ich die Ausführung teilweise ziemlich misslungen. Der Film ist 149 Minuten lang und man hat öfter das Gefühl, dass ziemlicher Leerlauf herrscht und langsam mal wieder etwas passieren müsste, während an anderen Stellen wieder relativ viel hintereinander passiert, sodass die Szenen, welche die Handlung entscheidend vorantreiben, etwas ungeschickt verteilt wirken. Die erste Überfahrt z.b. hätte ich mir länger vorgestellt, war aber nach der Ausführung ganz froh, dass sie relativ kurz gehalten war. Es gibt nur wenige Szenen auf dem Schiff und die fand ich dazu noch ziemlich langweilig und sie schienen irgendwie nur dazusein, um irgendwie die Überfahrt darzustellen, andererseits wird der Film dann mit 2 kurz aufeinanderfolgenden Kämpfen wieder recht spannend. Ich finde man hätte alles ein bisschen besser verteilen können. Vielleicht nicht gerade die Schlachten, aber einige andere Szenen. Man muss sagen, dass die teilweise sehr gute Atmosphäre, streckenweise sehr zu wünschen übrig ließ und mich teilweise ganz schön enttäuschte. Manchmal kam bei mir schon eine Art Langeweilegefühl auf, weil teilweise so wenig passierte.

Fantastisch fand ich hingegen die Kulissen. Die grandiosen Landschaftsaufnahmen wissen wirklich zu begeistern. Alles sieht wahnsinnig faszinierend und so wunderbar naturbelassen aus, das man in Verzückung gerät, aber auch die Burgen, die man am Anfang sieht, die Kirche auf der Insel oder die sonstige Architektur fand ich sehr gut. Hier hat der Film bei mir schon mal für die ziemlich schwache Storyausführung einiges gutgemacht. Auch die Special Effects waren fast durchweg gelungen. Meistens waren es Feuereffekte, die sehr realistisch aussahen. Nicht so gut fand ich einige Effekte bei Kampfszenen, bei denen aus meiner Sicht ein bisschen übertrieben viel Blut spritzte.

Christoph Kolumbus wird hier als gottesnaher, allerdings auch ziemlich ehrgeiziger Mann dargestellt, dessen Ehrgeiz manchmal in Zorn ausartet, wenn er nicht durchsetzten kann, was er möchte. Streckenweise wirkt er sehr vorsichtig und er kann außer seinen Brüdern niemandem wirklich vertrauen. Teilweise hat man das Gefühl er ist nur abenteuerlustig und will etwas Neues entdecken und nur deswegen will er die strapaziöse Reise antreten und seine Frau und seine zwei Söhne zurücklassen, aber andererseits hat man auch das Gefühl er wird nur von Habgier getrieben, sodass es ziemlich schwer ist, sich ein Bild von ihm zu machen, weil er eben so wahnsinnig viele Facetten und Seiten hat. Gerard Depardieu läuft hier wirklich zu Höchstform auf und spielt diese Rolle fantastisch. Man nimmt ihm alles ab, was Christoph Columbus ausmacht und ich bezeichne Gerard Depardieu als einen der größten Pluspunkte des Films.

Die Rolle der spanischen Königin spielt Sigourney Weaver. Ich fand sie in den relativ wenigen Szenen recht gut und man nahm ihr die Rolle auch ab. Ihre Bewunderung für Christoph Columbus fand ich auch ziemlich gelungen.

4.Fazit
Mir hat der Film auf der einen Seite sehr gut gefallen, da er durch einen tollen Gerard Depardieu und durch die tollen Kulissen und Landschaften wirklich überzeugen kann, aber warum muss der Film so langatmig sein? Es war aus meiner Sicht viel zu oft Leerlauf, sodass man immer wieder das Gefühl hatte, es müsste jetzt doch endlich mal wieder etwas passieren. Aus meiner Sicht hat sich Regisseur Ridley Scott mit der Länge des Filmes etwas verspekuliert und dadurch ist der Film viel zu langatmig und streckenweise sogar langweilig geworden. Ohne dieses Defizit hätte der Film locker 5 Sterne erreicht, so vergebe ich leider nur knappe 4 Sterne, schwankte sogar zu lediglich 3 Sternen. Hier wurde eindeutig Potenzial verschenkt. Schade!!!

Vielen Dank fürs Lesen. Über sinnvoll Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.

Ciao, euer Klops.

Anmerkung: Bericht ist auch bei Ciao (ackerbauer) erschienen.

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Raileigh

    06.04.2002, 13:25 Uhr von Raileigh
    Bewertung: sehr hilfreich

    Trotzdem ist es immer noch einer der besseren Filme von Ridley Scott, zumal man davon ausgehen muss, dass alles von ihm besser ist, was er vor "Black Hawk Down" gemacht hat. Die Auswalzung der Gesamtstory in deinem Bericht macht allerdings auch d