8 Frauen (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von dani___
Einer unter uns ist der Mörder!
Pro:
makaber; spannend; unvorhersehbar; urkomisch; Schauspieler; Handlung; verschiedene Charaktere treffen aufeinander; Songs der einzelnen Frauen; französischer Film; nette und unterhaltende Krimi-Komödie; alle Gefühle enthalten;
Kontra:
Unterbrechungen der Geschichte wegen der Songs; kleine Teile auf Französisch => Nachteil für nicht Französisch sprechende;
Empfehlung:
Ja
Nein, es war sicherlich Mamy, die schon in jungen Jahren ihren Mann umgebrachte, weil sie ihn heiraten musste und ihn eines Tages nicht mehr unter die Augen treten konnte, weil sie ihn so abgrundtief hasste... War sie es? Für Mamy wäre es schließlich kein neues Terrain mehr... Außerdem ist sie ganz angetan vom Alkohol. Und plötzlich fliegt auch noch ihre Lüge auf, dass ihre Beine nicht mehr zu bewegen wären. Mamy steht auf und kann auf einmal wieder laufen... vielleicht war sie bei Marcel im Zimmer und hat ... ?
Was ist mit Augustine, der noch fast nie ein Lächeln über die Lippen gekommen ist, die nur Dinge beanstandet, und die man nie zufrieden stellen kann, die andere nur zu gern mit ihren kalten und herzlosen Sprüchen verletzt. Wie sich herausstellt, wollte sie Marcel für sich haben, der ihr einziger Lebensanker war. Vielleicht wusste sie plötzlich, dass ihr Wunsch nie in Erfüllung gehen würde und wollte ihn aus Rache töten?
Augustine und ihre Schwester Gaby schieben die Schuld auf Pierrette, die Schwester von Marcel. Denn die ist ganz plötzlich gekommen, weil sie einen anonymen Anruf bekommen hätte, ihr Bruder sei tot. Bestimmt hat sie ihn umgebracht und tut nur so, als sei sie unschuldig. Sie hat das Geld dringend nötig, sie ist als Prostituierte bekannt, die nichts anbrennen und allen und jeden auflaufen lässt.
Suzon leitet von Anfang an die „Ermittlungen“, da ja keine Polizei gerufen kann, weil das Telefon abgekappt wurde. Plötzlich gilt sie auch als verdächtig, weil sie mitten in der Nacht gesehen wurde – bei ihrem Vater, der jetzt tot im Bett liegt. Noch dazu ist ist schwanger und vielleicht haben sie sich ja wegen diesem Umstand gestritten und sie verlor die Contenance?
Gerade aber ihre Schwester Catherine kann sich nicht recht verteidigen. Sie ist total neugierig und liegt die ganze Nacht mit ihren Büchern wach und liest sie, worüber sich Augustine höllisch aufregt, weil die angeblich deswegen um ihren Schlaf gebracht würde. Vielleicht war es ja sie, die abwartete, bis alle schliefen und schließlich zu ihrem Vater ging und ihn umbrachte, um endlich aus der Rolle des Nesthäkchens zu entfliehen?!
Plötzlich geraten auch sämtliche Angestellte des Hauses unter Verdacht. Doch wer war es denn nun? Irgenjemand musste Marcel ja umgebracht haben!! Die Frauen drehen sich im Kreis, geben sich gegenseitig fadenscheinige Alibis, die dann doch wieder nicht wasserdicht sind und heraus kommt dabei recht wenig.
Vielleicht alles nur ein Zeichen? Oder ein übler Trick, um sie zu verwirren? Oder zu guter letzt eine Lektion? Aber wenn ja, für wen und warum?
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Meinung ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
8 Frauen ist makaber, spannend und total undurchschaubar.
Das waren ungefähr die Worte, die mir durch den Kopf schossen, als der Film zu Ende war. Denn bis zuletzt hatte ich zumindest nicht ganz heraus, wer denn jetzt Marcel umgebracht haben soll.
Klar, man hat Vermutungen, die Tatsachen weichen und schließlich fängt man wieder von null an.
Was als Schluss hier angegeben wird, übertrifft alles, was sich mein Verstand bis dahin zusammengereimt hat. Nie im Leben hätte ich so viel Witz, Humor und Sarkasmus vermutet, wie es Francois Ozon hier hineingebaut hat.
Die Spannung bleibt also bis zum Schluss. Nicht nur während den 108 Minuten ist man total gebannt, was als nächstes folgt, wer nun erschrickt, den Geist aufgibt oder zusammenbricht.
Immer wieder schaudert man mit, wenn zum Beispiel ein Schuss ertönt und die Köchin zusammensackt. Zwar nur aus Angst, sie hätte getroffen werden können, aber trotzdem. Alles ist so gut inszeniert, dass der Zuschauer richtig mitfiebert und gespannt ist, auf das, was kommt und wie es endet.
Selten gab es auch einen Film, der sein Ende bis zum Schluss verbergen konnte, denn meist ist alles so vorhersehbar, dass man ja schon fast keine Lust mehr hat, bis zum Ende zu gucken. Ganz anders hier, der Film fesselte mit all seinen Details – und das bis zum Schluss.
Die Bilder im Film sind auch super, so hat man oberflächlich gesehen zwar nur das Haus zu sehen bekommen, aber es ist wunderschön hergerichtet, mit vielen Kleinigkeiten, Gemälden, einer schönen Treppe usw.
So bekommt alles seinen französischen Charakter, genauso in dem Moment, als die Geschichte für jede der acht Frauen unterbrochen wird, damit sie ein französisches Chanson singen können.
Wem es bis dahin entgehen konnte, dass das ein französischer Film ist (konnte man eigentlich gar nicht, weil sie kleine französische Sätze von sich gegeben haben), der merkt es spätestens hier.
Mir haben diese Songs zwar manches mal weniger gefallen, weil sie immer an der falschen Stelle waren (es war so spannend!!!) und einfach ziemlich übertrieben wirkten.
Wenn man diese Art von Film aber mag, kann man in die Welt der Musicals abtriften, in der man nur noch der französischen Musik zuhört, sich im Text verliert und der Gestik und Mimik der Person widmet.
Für Leute, die kein Französisch sprechen, sicherlich ärgerlich, denn so kann man die Personen teilweise etwas besser einschätzen, aber auch nicht sonderlich schlimm, weil es zur Geschichte an sich nichts beiträgt, lediglich zur Unterhaltung.
Eigentlich erwartet man ja einen Krimi, wenn man die Vorschau gesehen hat oder dergleichen, hier wird aber sehr schnell klar, dass Francois Ozon nicht nur Wert auf auf das Krimi-Dasein gelegt hat, sondern auch deutlich auf den musikalischen Teil und die Tatsache, dass hier nur Frauen mitspielen.
Denn durch die Schauspielerinnen gelingt es ihm, eine perfekte Krimi-Komödie mit vielen spannenden, kreativen und nostalgischen Szenen zu schaffen, die keinen Vergleich mit anderen Filmen zulässt.
Gut durchdacht und dennoch so offensichtlich verstrickt wird der Zuschauer total verwirrt: einmal scheint es, als sei die eine die Mörderin, im nächsten Moment wird die Schuld auf die andere geschoben. Sie verbünden, zerstreiten, küssen, hassen und lieben sich.
Das ist das Besondere an 8 Frauen... die Geschichte nimmt ihren Lauf – ihren ganzn individuellen und unvorhersehbaren.
Während die Zeit so vergeht, indem sie alle versuchen, der Mörderin auf die Schliche zu kommen, lüftet sich so manches Geheimnis, alle sind schockiert voneinander.
Mamy hat ihren Mann ermordert, Suzon ist schwanger und zwar von Marcel, der dann doch auf einmal nicht ihr Vater ist und und und.
An das eigentlich Thema – Marcels Tod – wird selten gedacht, denn man hat ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun, wie zum Beispiel sich schick machen, streiten, Kaffe trinken.
Ein Film, bei dem man lachen wie auch weinen muss, der alle Gefühlslagen in sich vereint, genauso wie seine Charaktere. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, total in sich verschlossen, hibbelig oder auch selbstsüchtig. Alle sind hier beieinander und wollen die Wahrheit wissen.
Amüsant, komisch und dennoch spannend ist der Film gewiss. Auf seine Weise anders.
Warum niemand um Marcel weint? - Das gehört zur Geschichte und zum Ende, also lasst euch überraschen.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Schauspieler ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Gaby – Catherine Denevue
Suzon – Virginie Ledoyen
Catherine – Ludivine Sagnier
Augustine – Isabelle Huppert
Mamy – Danielle Darrieux
Pierrette – Fanny Ardant
Mrs. Chanel – Firmine Richard
Louise – Emmanuelle Béart
Die Schauspieler waren durchweg einzigartig.
Jede konnte auf ihre Weise überzeugen und spielte ihre Rolle perfekt. Catherine Denevue überzeugt durch ihre Herzlosigkeit ihren Kindern gegenüber, genauso aber auch gegenüber ihrem Mann. Wegen seinem Tod verliert sie keine Träne, was aber eigentlich bei allen der 8 Frauen der Fall ist.
Lediglich Suzon (Viginie Ledoyen) wird als traurige Tochter gezeigt, die um ihren Vater trauert. Die aber genauso berechnend gezeigt wird, als sie erfährt, dass es gar nicht ihr Vater ist, von dem sie schwanger ist.
Ludivine Sagnier gilt als „die Kleine“, mit der man eh noch nicht normal über „Erwachsenen-Dinge“ sprechen kann. Die aber schließlich doch mehr ernst zu nehmen ist, als man glaubt.
Isabelle Huppert hat eine besondere Rolle – sie ist die ewig meckernde Tante, die in ihrem Leben nichts fertig bekommen hat. Diese Charaktereigenschaften so gut rüberzubringen, verlangt schon einiges ab.
Was aber die Leistung aller anderen keineswegs in den Schatten stellt, weil alle perfekt den Charakter gespielt haben, den sie sollten. Als Folge konnte man dann ein spektakuläres Meisterwerk mit exzellenter Handlung und Bildern sehen!
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Sonstiges ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Drehbuch und Regie: Francois Ozon
nach einer Vorlage vom Theaterstück von Robert Thomas
Produzenten: Olivier Delbosc, Marc Missionnier
Originaltitel: 8 femmes
Land: Frankreich, 2001
Länge: 108 Minuten
freigegeben ab 12 Jahren
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fazit ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Atemberaubend spannend und urkomisch, dazu eine Briese Selbstironie und Sarkasmus – so wirkt 8 Frauen auf seine Zuschauer.
Wer diesen Film mal begonnen hat zu anzusehen, kann damit sicherlich nicht mehr aufhören. Die acht Frauen haben es in sich und unterhalten alle und jeden.
Grenzenlose Skepsis und unglaubliche Witze lassen es keinesfalls langweilig werden.
Von mir gibt es vier Sterne, weil mir die Chansons weniger gefallen haben, besser gesagt die Tatsache, dass deswegen die Geschichte so auseinander gerissen wurde.
Viel Spaß beim Anschauen wünscht dani
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85 Bewertungen, 5 Kommentare
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14.07.2006, 14:39 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼
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13.05.2006, 20:45 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh! ..... LG, Marianne ;o)
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01.02.2006, 19:12 Uhr von Connector
Bewertung: sehr hilfreichDanke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
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06.05.2005, 07:57 Uhr von yerusha
Bewertung: sehr hilfreichich fand den film total öde und langweilig, die musiknummern allerdings gut. dein bericht ist klasse und weckt in mir die idee, den film nochmal zu sehen um zu überprüfen ob ich damals einfach nur einen schlechten tag hatte... ;)
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26.12.2004, 19:21 Uhr von awassa
Bewertung: sehr hilfreich...hier treibast du dich also auch rum ;-) Ich bin die Karo aus deinem GB bei ciao ;-) (rasjoshua)
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