American Psycho (VHS) Testbericht

American-psycho-vhs-thriller
ab 34,62
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Erfahrungsbericht von kihara

Flacher Bildschirmpsycho

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Patrick Bateman ist ein ich-bezogener erfolgreicher Geschäftsmann in New York mit einer leidlich vorhandenen Profilneurose, die er auslebt, indem er seine morgendliche Toilette abrundet mit Augencreme, Faltensalbe, Sit-Ups, duftende Lotion... könnte man meinen.

Seine wahren Eigenheiten kommen jedoch etwas später, und das ist das positive, relativ überraschend ins Spiel: Er tötet Menschen.
Manchmal tötet er einfach einen Penner auf der Straße, der es nicht verdient hat zu leben, weil er ein Versager ist.
Ein anderes mal tötet er eine Hostesse.
Wiederum am nächsten Tag ist eine Prostituierte dran.
Und er tötet sie auf grausame Art. Wahlweise mit einer Axt, einem Messer oder einer Kettensäge.
Und nach der Tat, am nächsten Tag, gilt sein einziges Interesse wieder dem Wettbewerb unter Kollegen, wer denn die schönsten Visitenkarten hat oder wer heute im Szene-Restaurant eine Reservierung bekommt.
Irgendwann bringt er auch noch seinen Kollegen um. Der hatte es nämlich geschafft, eine Reservierung zu bekommen. Dafür musste er bezahlen.

Soweit klingt das ja alles nach einem spannenden Thriller. Doch leider ist die Verfilmung eines bekannten Buches wieder einmal nicht gelungen.

Seine geistige Erkrankung, die Verwirrung, die verzerrte Selbstwahrnehmung, die maßlose Selbstüberschätzung, der verschobene Realitätssinn.... all das endet im Film in einer langweiligen Aneinanderreihung von Morden. Nicht einmal die Auflauerung seiner Opfer ist spannend inszeniert. Man wundert sich keineswegs, wenn er wieder einmal zuschlägt, weil es mit einer Regelmäßigkeit im Film geschieht, die man fast zeitlich abmessen kann. Alle vier Minuten oder so...

Und warum seine Sekretärin, die, naiv verliebt in ihn, ihren Chef eines Tages zu Hause besucht, verschont bleibt, lässt sich nicht erklären.
Auch sein Kampf mit sich selbst, denn er möchte ja aufhören,kann aber nicht, verliert sich in wenigen dahingeworfenen Worten, die belanglos scheinen. Sie sind jedoch essentiell für die Entwicklung dieses Geistesgestörten.

Am Ende bleibt er verschont, obwohl er sich stellt.
Das klingt paradox, und doch ist es so. Man glaubt ihm einfach nicht.

Wer das wirkliche Leben von Bateman kennen lernen möchte, sollte lieber das Buch lesen...

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