Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt (DVD) Testbericht

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ab 5,36
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Erfahrungsbericht von HilkMAN

Seichte Unterhaltung im tiefen Wasser

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Auf der verzweifelten Suche nach Themen, die noch nicht abgegrast sind, ist Hollywood auf die Atlantissage gestossen und hat einen Zeichentrickfilm zusammengeschustert. Fast wirkt der Film schon altbacken nach all den meisterlichen Computeranimationen der letzten Zeit. Die Charaktere sehen sehr comichaft aus, in bester Disney-Tradition halt. Passenderweise spielt er dann auch im Jahre 1914. Allerdings muessen wir erst einmal einen dramatischen Vorspann ueber uns ergehen lassen, naemlich den Untergang von Atlantis vor ganz ganz vielen Jahren. Bei selbigem wird eine Frau in so eine Lichtsaeule aufgesogen, recht kryptisch irgendwie. Aufgeloest wird das aber erst spaeter, der dramatische Anfang soll uns wohl schon einmal auf das Hauptkonzept des Filmes einstimmen: Laut! Hektisch! Schrill! Und damit geben wir zurueck ins Jahr 1914.

Milo, ein amerikanischer Museumsangestellter, ist der Meinung, dass das sagenumwobene Atlantis nicht nur tatsaechlich existiert hat, sondern dass seine BewohnerInnen ueber Technologien verfuegten, die den menschlichen (zu Anfang des vorigen Jahrhunderts halt) weit ueberlegen gewesen seien. Die heisst es natuerlich bergen - nur wo liegt Atlantis denn eigentlich? Nachdem die Suche nach einem verlorengegangenen Logbuch mit der benoetigten Wegbeschreibung lange vergeblich war, kommt Milo auf einen rettenden Gedanken: Bei der Entzifferung der altnordischen Runen ist ein einziger Buchstabe vertauscht worden. Das Logbuch ist gar nicht in Irland, sondern in Island. Dieser Geniestreich soll uns wohl klarmachen, dass Milo ein grosser Sprachwissenschaftler ist. Mir macht er vielmehr klar, dass die Leute, die diese Szene ersonnen haben, ausgemachte Wirrkoepfe sind. Auch wenn meine Altnordisch-Kenntnisse nicht ganz auf der Hoehe sind, glaube ich kaum, dass sich auch in jener altehrwuerdigen Sprache die Namen der beiden Laender nur durch einen Buchstaben unterscheiden…
Macht aber nichts - die Museumschefs interessieren sich naemlich sowieso nicht fuer Atlantis-Maerchen und wollen folglich auch kein Geld fuer eine Expedition lockermachen.

Danach ueberschlaegt sich der Film. Innerhalb ungefaehr einer Minute treibt Milo einen Geldgeber auf, der das Logbuch, ein riesenhaftes U-Boot und eine Crew bereits an der Hand hat. Die Reise beginnt sofort. Diese Szene hat mich ebenfalls sehr gestoert, denn sie ist offensichtlich nur da, um den Film schnell voranzutreiben, so dass kaum Zeit bleibt, sie wirklich aufzunehmen. So macht mir persoenlich Filme gucken keinen Spass.
Augenblicke spaeter befindet sich das riesenhafte U-Boot (so ein bisschen im Jules-Verne-Stil gehalten, das hat mir ganz gut gefallen) bereits unter Wasser und auf der Flucht vor einem riesigen Unterseemonster. Nur ein kleiner Teil der Leute ueberlebt (alle wichtigen natuerlich), und sie machen sich nun zu Fuss bzw. mit Lastwagen und Kettenfahrzeugen auf den Weg - sie haben sich naemlich in eine gigantische Hoehle gerettet, die aus unerfindlichen Gruenden nicht voll Wasser ist. Nach den Informationen im Logbuch schlagen sie sich durch verschiedene Hindernisse bis nach Atlantis durch (der Sprengmeister ist dabei phasenweise cool). Hier erleben sie eine ziemliche Ueberraschung…

Das ganze Konzept von "Atlantis" hat mich doch sehr an den Film "The Road to El Dorado" aus dem letzten Jahr erinnert. Nur wurden die beschaulichen Aspekte von selbigem durch mehr rasante, laute Action ersetzt, und das hat meinen Geschmack schlicht verfehlt. "Atlantis" ist trotz der staendigen Hektik irgendwie ein mueder Film, der einen Haufen Dinge aufwaermt, die wir bestens kennen. Also nicht gerade ein Film, auf den die Welt dringend gewartet hat.
Das soll aber nicht heissen, dass er durch und durch misslungen waere. Die Charakterzeichnung ist recht nett geworden, wenngleich meines Erachtens mehr Zeit darauf haette verwandt werden koennen. Ich war fast ueberrascht, wie gut ich die Leute kennengelernt hatte. Die graphische Gestaltung ist einigermassen gefaellig, aber eben auch sehr klassisch (Milo beispielsweise ist Wissenschaftler, braucht also eine ueberdimensionale Brille - die irgendwie festgewachsen zu sein scheint, jedenfalls kann er damit problemlos tauchen).

Eher schwach fand ich mal wieder das Ende, als ploetzlich ein Boesewicht herbeigezaubert wird, den ich bis dahin keineswegs vermisst hatte. Er scheint nur als Entschuldigung herzuhalten, um am Schluss noch mal alles zu eskalieren. Dafuer wird dann so eine Erster-Weltkrieg-Atmosphaere herbeibeschworen, mit Gasmasken und Doppeldeckern. Na ja, wer’s mag.

Insgesamt also solide Unterhaltung in Spielfilmlaenge nach dem Motto: Keine Experimente! In die glorreiche Geschichte des Zeichentrickfilms wird Atlantis denn auch sicherlich nicht eingehen. Reicht gerade so eben fuer eine Empfehlung vom
HilkMAN

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