Black Hawk Down (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von winterspiegel
Erstens kommt es anders...
Pro:
Imposanter, realistischer und nachdenkenswerter Antikriegsfilm
Kontra:
Nicht viel
Empfehlung:
Ja
Oktober 1993 – Somalia. Die unglaublichen Bilder, die über die Bildschirme gingen waren bestürzend. Jubelnde Somalis zogen feiernd durch die Straßen von Mogadischu und zogen zwei tote amerikanische Hubschrauberpiloten wie Vieh durch die Stadt.
Auch der Journalist Mark Boden war wie so viele geschockt, als diese Grausamkeiten in die Wohnstuben der ganzen Welt getragen wurden. Boden ließen diese Eindrücke nicht mehr los und begann akribisch Hintergrundmaterial zusammenzutragen. So entstand sein bewegender Tatsachenbericht über den damaligen Einsatz der amerikanischen Sondereinheit in Nordafrika, der ein völlig anderes Ende nahm, als von den Verantwortlichen ursprünglich geplant.
Dieses Buch fiel Krawumm-Produzent Jerry Bruckheimer ins Auge, sodass der Drehbuchautor Ken Nolan beauftragt wurde, die Story für den Film zu adaptieren. Ein Regisseur war auch bald gefunden. Kein geringerer als Kultfilmer Ridley Scott, der sich sehr für den Stoff interessierte, konnte verpflichtet werden. Somit stand auch so gut wie fest, dass aus diesem schrecklichen Drama kein herkömmlicher 08/15-Kriegsfilm entstehen würde, sondern in seiner Art etwas ganz besonderes. 100 Männer die einem zahlenmäßigen übermächtigen Gegner gegenüberstanden und ums reine Überleben kämpften.
FILMHANDLUNG
Ein US Militärstützpunkt irgendwo in der Nähe der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die Männer der Army Rangers und der Delta Forge sind ausgelassen, denn der Einsatz auf den alles so lange gewartet hat steht kurz bevor. Sie sollen einige Führungsoffiziere des despotischen Machthabers Aidid, der die Hilfslieferungen der UN für sich beansprucht dingfest machen. Dazu wird ein Einheimischer Spion losgeschickt, der die Koordinaten des Gebäudes an den Stützpunkt weitergeben soll, in dem die Offiziere vermutet werden. Mit Hubschraubern soll die Spezialeinheit abgesetzt, die Führung des Gegners gefangengenommen und in bereitstehende Wagen verfrachtet werden. Rein und raus - so die lapidare Vorstellung der Militärs.
Doch es kommt alles ganz anders. Während sich die Soldaten aus den Black Hawks abseilen, stürzt ein Mann aus dem Hubschrauber und verletzt sich schwer. Hilfe wird erbeten und ein Rettungsteam macht sich auf den Weg. Inzwischen wird das Gebäude von den Amerikanern gestürmt und die feindlichen Offiziere in die LKW verladen. Doch alles dauert viel zu lange und gibt den zahlenmäßig überlegenen Somalis die Zeit, auf das Eindringen der Soldaten zu reagieren.
Die Attacken auf die Amerikaner werden immer nachhaltiger und ungestümer. So kommt es, dass ein Black Hawk am Rotor getroffen wird und inmitten der Stadt notlandet. Das Wrack des Hubschraubers in dem sich noch immer verletzte Männer befinden, wird von einer aufgebrachten Meute einheimischer angegriffen.
Hecktisch werden weitere Rettungstrupps zusammengestellt, um den Abgestürzten zu Hilfe zu kommen. Doch die Helfer geraten schnell selber in Gefahr und werden in der Hektik der Kämpfe voneinander abgeschnitten. Da geschieht es ein weiteres Mal; ein zweiter Black Hawk wird vom Himmel geholt. Für die in der ganzen Stadt versprengten Männer beginnt von nun an der nackte Kampf ums Überleben, als die Dunkelheit hereinbricht...
KRITIK
Der Filmemacher, der mit Streifen wie unter anderem: „Blade Runner“, „Alien“, „Black Rain“ und natürlich „Gladiator“ zeigte, dass er es sich nicht nehmen lässt, sich in ganz unterschiedlichen Genres zu versuchen, wagt sich hier an ein wirklich heikles Thema. Haben Amerikaner das Recht sich überall auf der Welt einzumischen, wenn es ihnen in den Kram passt? Eine Frage die sich nicht zum ersten- und wohl ganz sicher nicht zum letzten Mal noch aufdrängen wird.
Scott lässt sich aber erst gar nicht großartig auf eine moralische Auseinandersetzung ein, sondern zeigt die Ereignisse möglichst so, wie sie sich tatsächlich in etwa zugetragen haben. Herausgekommen ist eine unglaublich intensiver Tatsachenbericht, der so nahe wie möglich versucht an der Wahrheit zu bleiben. Sehr schwer verdaulich für den Zuschauer, durch den jederzeit zu spürenden Realismus; und allemal mehr aufrütteld, als es wohl reine Fiktion täte.
Auch gibt es im Film keine Hauptdarsteller im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Vielzahl von Schauspielern, die einfach Soldaten verkörpern die ihren Job machen. Ohne übliches Heldengehabe oder sonstiger Scherze. Das ist aber vielleicht auch gleichzeitig ein kleiner Schwachpunkt des Films, denn zu oberflächlich werden die jungen Männer vorgestellt, sodass ein mit ihnen leiden, wenn sie schließlich in die Mangel genommen werden, leider nicht immer gewährleistet ist.
Eines tut der Film ganz sicher aber nicht, und das müssten eigentlich auch seine erbitternsten Gegner eingestehen, - Krieg in jedweder Form verherrlichen. Denn nachdem man 144 Minuten als Zuschauer Zeuge dieser erbarmungslosen Sinnlosigkeit mit Unmengen von Toten war, wird man zweifellos um einiges nachdenklicher werden. Ein Ergebnis das beileibe nicht jeder sogenannte (Anti)Kriegsfilm für sich verbuchen kann.
Dennoch ist zugegebenermaßen der Optische Aspekt des Films durchaus überwältigend. Angefangen von den majestätisch über der Wüste dahinschwebenden Black Hawks, bis zu den immer im Brennpunkt stehenden Soldaten. Der Zuschauer befindet sich quasi in mitten der Kämpfe und erlebt hautnah die Gnadenlosigkeit eines Kampfes unter sehr realen Bedingungen, dessen Bilder wegen ihrer Schonungslosigkeit fast schon wieder zu stark sein könnten.
Herausgekommen ist am Ende zwar keine echte Dokumentation, aber eine Darstellung die fesselnde Kinokost mit der Unbarmherzigkeit der „Wirklichkeit“ verbindet, wobei aber letzteres eindeutig im Vordergrund steht.
FAZIT
Grob beschrieben ist „Black Hawk Down“, ein auf den Kopf gestellter „Der Soldat James Ryan“. Bricht im Spielberg-Streifen anfangs für gut 25 Minuten die Hölle los, um danach in etwas ruhigere Bahnen gelenkt zu werden, ist es in Scotts Film gerade umgekehrt. Gebannt verfolgt man die Vorbereitungen, kurz bevor sich die Soldaten in unmittelbare Gefahr begeben und ein unangenehmes Gefühl, beginnt sich langsam einzuschleichen.
Der Rest des Streifens aber, lässt einen den Pulsschlag ständig am oberen Bereich pochen. Eine unglaublich intensive Angelegenheit, die den Zuschauer zum nachdenken anregen wird und natürlich auch soll.
Denn war der Einsatz der Amerikaner an jenem verhängnisvollen Tag insgesamt gesehen völlig umsonst, so ist es Ridley Scotts nachhaltiger Film mit Sicherheit ganz bestimmt nicht.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
Auch der Journalist Mark Boden war wie so viele geschockt, als diese Grausamkeiten in die Wohnstuben der ganzen Welt getragen wurden. Boden ließen diese Eindrücke nicht mehr los und begann akribisch Hintergrundmaterial zusammenzutragen. So entstand sein bewegender Tatsachenbericht über den damaligen Einsatz der amerikanischen Sondereinheit in Nordafrika, der ein völlig anderes Ende nahm, als von den Verantwortlichen ursprünglich geplant.
Dieses Buch fiel Krawumm-Produzent Jerry Bruckheimer ins Auge, sodass der Drehbuchautor Ken Nolan beauftragt wurde, die Story für den Film zu adaptieren. Ein Regisseur war auch bald gefunden. Kein geringerer als Kultfilmer Ridley Scott, der sich sehr für den Stoff interessierte, konnte verpflichtet werden. Somit stand auch so gut wie fest, dass aus diesem schrecklichen Drama kein herkömmlicher 08/15-Kriegsfilm entstehen würde, sondern in seiner Art etwas ganz besonderes. 100 Männer die einem zahlenmäßigen übermächtigen Gegner gegenüberstanden und ums reine Überleben kämpften.
FILMHANDLUNG
Ein US Militärstützpunkt irgendwo in der Nähe der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die Männer der Army Rangers und der Delta Forge sind ausgelassen, denn der Einsatz auf den alles so lange gewartet hat steht kurz bevor. Sie sollen einige Führungsoffiziere des despotischen Machthabers Aidid, der die Hilfslieferungen der UN für sich beansprucht dingfest machen. Dazu wird ein Einheimischer Spion losgeschickt, der die Koordinaten des Gebäudes an den Stützpunkt weitergeben soll, in dem die Offiziere vermutet werden. Mit Hubschraubern soll die Spezialeinheit abgesetzt, die Führung des Gegners gefangengenommen und in bereitstehende Wagen verfrachtet werden. Rein und raus - so die lapidare Vorstellung der Militärs.
Doch es kommt alles ganz anders. Während sich die Soldaten aus den Black Hawks abseilen, stürzt ein Mann aus dem Hubschrauber und verletzt sich schwer. Hilfe wird erbeten und ein Rettungsteam macht sich auf den Weg. Inzwischen wird das Gebäude von den Amerikanern gestürmt und die feindlichen Offiziere in die LKW verladen. Doch alles dauert viel zu lange und gibt den zahlenmäßig überlegenen Somalis die Zeit, auf das Eindringen der Soldaten zu reagieren.
Die Attacken auf die Amerikaner werden immer nachhaltiger und ungestümer. So kommt es, dass ein Black Hawk am Rotor getroffen wird und inmitten der Stadt notlandet. Das Wrack des Hubschraubers in dem sich noch immer verletzte Männer befinden, wird von einer aufgebrachten Meute einheimischer angegriffen.
Hecktisch werden weitere Rettungstrupps zusammengestellt, um den Abgestürzten zu Hilfe zu kommen. Doch die Helfer geraten schnell selber in Gefahr und werden in der Hektik der Kämpfe voneinander abgeschnitten. Da geschieht es ein weiteres Mal; ein zweiter Black Hawk wird vom Himmel geholt. Für die in der ganzen Stadt versprengten Männer beginnt von nun an der nackte Kampf ums Überleben, als die Dunkelheit hereinbricht...
KRITIK
Der Filmemacher, der mit Streifen wie unter anderem: „Blade Runner“, „Alien“, „Black Rain“ und natürlich „Gladiator“ zeigte, dass er es sich nicht nehmen lässt, sich in ganz unterschiedlichen Genres zu versuchen, wagt sich hier an ein wirklich heikles Thema. Haben Amerikaner das Recht sich überall auf der Welt einzumischen, wenn es ihnen in den Kram passt? Eine Frage die sich nicht zum ersten- und wohl ganz sicher nicht zum letzten Mal noch aufdrängen wird.
Scott lässt sich aber erst gar nicht großartig auf eine moralische Auseinandersetzung ein, sondern zeigt die Ereignisse möglichst so, wie sie sich tatsächlich in etwa zugetragen haben. Herausgekommen ist eine unglaublich intensiver Tatsachenbericht, der so nahe wie möglich versucht an der Wahrheit zu bleiben. Sehr schwer verdaulich für den Zuschauer, durch den jederzeit zu spürenden Realismus; und allemal mehr aufrütteld, als es wohl reine Fiktion täte.
Auch gibt es im Film keine Hauptdarsteller im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Vielzahl von Schauspielern, die einfach Soldaten verkörpern die ihren Job machen. Ohne übliches Heldengehabe oder sonstiger Scherze. Das ist aber vielleicht auch gleichzeitig ein kleiner Schwachpunkt des Films, denn zu oberflächlich werden die jungen Männer vorgestellt, sodass ein mit ihnen leiden, wenn sie schließlich in die Mangel genommen werden, leider nicht immer gewährleistet ist.
Eines tut der Film ganz sicher aber nicht, und das müssten eigentlich auch seine erbitternsten Gegner eingestehen, - Krieg in jedweder Form verherrlichen. Denn nachdem man 144 Minuten als Zuschauer Zeuge dieser erbarmungslosen Sinnlosigkeit mit Unmengen von Toten war, wird man zweifellos um einiges nachdenklicher werden. Ein Ergebnis das beileibe nicht jeder sogenannte (Anti)Kriegsfilm für sich verbuchen kann.
Dennoch ist zugegebenermaßen der Optische Aspekt des Films durchaus überwältigend. Angefangen von den majestätisch über der Wüste dahinschwebenden Black Hawks, bis zu den immer im Brennpunkt stehenden Soldaten. Der Zuschauer befindet sich quasi in mitten der Kämpfe und erlebt hautnah die Gnadenlosigkeit eines Kampfes unter sehr realen Bedingungen, dessen Bilder wegen ihrer Schonungslosigkeit fast schon wieder zu stark sein könnten.
Herausgekommen ist am Ende zwar keine echte Dokumentation, aber eine Darstellung die fesselnde Kinokost mit der Unbarmherzigkeit der „Wirklichkeit“ verbindet, wobei aber letzteres eindeutig im Vordergrund steht.
FAZIT
Grob beschrieben ist „Black Hawk Down“, ein auf den Kopf gestellter „Der Soldat James Ryan“. Bricht im Spielberg-Streifen anfangs für gut 25 Minuten die Hölle los, um danach in etwas ruhigere Bahnen gelenkt zu werden, ist es in Scotts Film gerade umgekehrt. Gebannt verfolgt man die Vorbereitungen, kurz bevor sich die Soldaten in unmittelbare Gefahr begeben und ein unangenehmes Gefühl, beginnt sich langsam einzuschleichen.
Der Rest des Streifens aber, lässt einen den Pulsschlag ständig am oberen Bereich pochen. Eine unglaublich intensive Angelegenheit, die den Zuschauer zum nachdenken anregen wird und natürlich auch soll.
Denn war der Einsatz der Amerikaner an jenem verhängnisvollen Tag insgesamt gesehen völlig umsonst, so ist es Ridley Scotts nachhaltiger Film mit Sicherheit ganz bestimmt nicht.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
23 Bewertungen, 3 Kommentare
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14.07.2004, 15:56 Uhr von catmother
Bewertung: sehr hilfreichEhrlich, den fandest du gut?
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04.07.2004, 15:12 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHi Thomas, 1. klasse Film, klasse Bericht 2. diesen Film finde ich besser als "Der Soldat James Ryan", obwohl dessen erste 25-30 Minuten wirklich beeindruckend sind ... 3. Ich konnte eigentlich recht gut mitleiden, jedoch empfand ich auch die Kam
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01.07.2004, 19:30 Uhr von Tris.
Bewertung: sehr hilfreichDen wollte ich mir eigentlich auch schon mal angesehen haben. Aber im Kino allein ist nicht so prall und in der Videothek ist er noch zu teuer.
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