Blade (DVD) Testbericht

Blade-dvd-actionfilm
ab 78,76
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2010

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Erfahrungsbericht von Looser1

Ab 18! - ungeschnitten aber nicht ungebissen ;-)

Pro:

Tolle Action, geniale Kampfsequenzen, DVD-Features, Wesley Snipes

Kontra:

einige \"Möchtegern-coole Sprüche\", DVD-Features (fast) nur in Englisch

Empfehlung:

Ja

Obwohl ich in den letzten Tagen ein langersehntes Paket mit DVDs im Wert von ungefähr 700 Schweizer Franken (ca. 450 Euro) erhalten hab, hat mich heute die Lust gepackt, mal wieder ein altes Juwel aus meiner Sammlung anzuschauen, und wie der Zufall es so wollte, ist mir da ziemlich schnell die FSK 18 Blade-DVD in die Hände gefallen, von der also nun mein neuer Bericht handeln soll:

STORY

Die ganze Geschichte beginnt im Jahre 1967. Eine hochschwangere Frau wird ins Spital eingeliefert, aber nicht etwa, weil der Zeitpunkt der Geburt bereits da wäre, sondern weil sie in den Hals gebissen wurde (natürlich von einem Vampir), und daher sehr viel Blut verliert. Verzweifelt versuchen die Ärzte, Mutter und Kind zu retten. Baby-Blade :-) kann gerettet werden, doch das Herz seiner Mutter bleibt stehen……

Schnitt, und wir befinden uns in der heutigen Zeit. Durch die Umstände des Bisses und der Geburt ist Blade (Wesley Snipes) inzwischen zu einer Art Zwitter geworden, und zwar diesbezüglich, dass er sowohl die Stärken der Vampire als auch die der Menschen hat, aber (fast) ohne deren Schwächen. Er ist der Daywalker! Blutdurstig ist Blade allerdings trotzdem, jedoch hat sein Mentor und Partner im Hintergrund, Professor Whistler (Kris Kristofferson), ein Serum entwickelt, mit dem sich dieser Blutdurst unterdrücken lässt. Allerdings wird Blade langsam resistent dagegen, und das, obwohl er weiss Gott schon genug andere Probleme hat.
Grob gesagt geht es im Film darum, dass Blade hinter allen Vampiren her ist, besonders aber hinter denen, die für das, was seiner Mutter zugestossen ist verantwortlich sind. Die Vampire wiederum versuchen alles, um Blade endlich auszuschalten, da er die einzige richtige Gefahr für sie ist, und um die Weltherrschaft zu übernehmen, muss Blade ausgeschaltet werden.
Die Hauptakteure sind hierbei auf der Seite der guten die bereits erwähnten Blade und Prof. Whistler sowie Dr. Karen Jenson (N’Bushe Wright) , über die ich gleich noch etwas mehr erzählen werde, und auf der Seite der Bösen, also der Vampire steht vor allem Deacon Frost (Stephen Dorff) als grosser Denker und Lenker im Vordergrund.
Doch zurück zur Geschichte: Recht zu Beginn des Filmes wird auch die eben erwähnte Dr. Karen Jenson von einem Vampir angeknabbert, allerdings wird sie von Blade gerettet. Nun bleibt ihr nicht mehr allzu viel Zeit, bis sie sich ebenfalls in einen Vampir verwandelt. Sie versucht in der kurzen Zeit die ihr noch bleibt Blade so gut es geht zu unterstützen, und ein wirksameres Serum zu entwickeln.
Während also Blade weiter munter Vampire meuchelt (und sich dabei allerlei Stich-, Wurf-, und Schusswaffen bedient) entdeckt Deacon einen Weg, um den Blutgott „La Magra“ zu erwecken, und so endgültig die Weltherrschaft übernehmen zu können, doch hat er ein kleines Problem, und zwar braucht er Blades frisches Blut für dieses Ritual, und dass dieser sich nicht freiwillig zur Verfügung stellt, versteht sich wohl von selbst…

So kommt es also immer wieder zu von beiden Seiten provozierten Auseinandersetzungen, und ausserdem kann die Story auch noch mit der einen oder anderen (zum Teil recht interessanten) Wendung aufwarten, die ich hier aber jetzt ebenso wenig verraten möchte wie den Schluss des Films, da ich euch ja schliesslich nicht den ganzen Spass am Film verderben will!

MACHART

Als ich den Film vor einigen Jahren zum ersten mal sah, war ich absolut begeistert von der Inszenierung. Und auch wenn der 98er Film nun doch schon einige Jährchen aufm Buckel hat, vermag er auch heute noch problemlos zu überzeugen. Die Mischung aus Martial-Arts-Kämpfen, Schwertfights, Schiessereien und den sonstigen Effects hält einen einfach bei Laune. Bei den Effekten besonders hervorzuheben sind die Verbrennungs/Auflösungseffekte, wenn einer der Vampire endgültig erledigt wurde, die sind zwar immer nur sehr kurz, aber wenn man mal genauer hinschaut wirklich cool gemacht. Auch den einen oder anderen Splatter-Effekt gibt es zu bewundern, wie zum Beispiel wegplatzende Hände (aufgrund eines speziellen Mechanismus in Blades Schwert) oder die fast schon legendäre Kopf-gegen-vorbeifahrenden-Zug-drücken Szene, die man wirklich mal gesehen haben sollte.
Doch die schönsten Effekte nützen nichts, wenn das drumherum (also z.B. Locations oder auch die Kleidung der Akteure) billig aussehen, aber auch hier wurde ganze Arbeit geleistet, und alles sieht sehr stimmungsvoll aus.
Stimmungsmässig erwartet man von einem Vampir-Film natürlich eine sehr düstere Atmosphäre, was hier allerdings nur teilweise der Fall ist. Der Film hat zwar schon seine düsteren und mystischen Stellen, im grossen und ganzen wurde aber ganz klar auf die Karte Action gesetzt, was dem Film meiner Meinung nach keinen Abbruch tut, da dies wie gesagt perfekt in Szene gesetzt wurde.
Auch Blade selber sieht wirklich cool aus, und so ergibt sich wirklich kurzweilige, cool inszenierte Vampir-Action mit einem Schuss Splatter (obwohl der Film diesbezüglich im Vergleich zum Nachfolger natürlich harmloser als ein Kindergeburtstag ist) und einigen Szenen zum schmunzeln (z.B. dort, wo eine Vampirlady Quinn, der mal wieder seine Hand verloren hat, verarzten soll, sich aber nicht zurückhalten kann und lieber ein bisschen an dem Armstumpf rumknabbert :-))

DARSTELLER

Wesley Snipes (Blade/Eric Brooks/”Daywalker”)

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann mir niemanden vorstellen, der besser in die Rolle des Blade passen würde. Er hat eine eindrucksvolle körperliche Statur (wovon ich mich letztes Jahr in Vancouver selbst überzeugen konnte, als ich ihn bei den Dreharbeiten zu Blade 3 kurz im vollen Blade-Outfit bewundern durfte), er hat es kampfsportmässig ziemlich drauf, und kann den coolen Typen ohne Gefühlsregung halt einfach gut mimen.
Sicherlich werden von ihm keine Schauspielerischen Meisterleistungen erwartet, aber von so einem Helden hat man ja eine bestimmte Vorstellung, und diese erfüllt Herr Snipes nun einmal ganz einfach. Ich habe auch schon gelesen, das für die Rolle des Blade auch L.L. Cool J im Gespräch war, und ich bin froh, dass man sich nicht für ihn entschieden hat, da ich ihn zwar als sprücheklopfender Nebendarsteller (z.b. Deep Blue Sea) mag, er aber eben die gerade geforderten Attribute meiner Meinung nach viel weniger verkörpert als Snipes.

Stephen Dorff (Deacon Frost)

Von Stephen Dorff (schreibt man übrigens wirklich mit doppel-f, also nicht meckern) hatte ich vor Blade eigentlich nicht wirklich viel gehört. Ganz unbekannt ist er zwar nicht, aber so wirklich der grosse Star ist er auch nie geworden. Aber die Rolle hier in Blade absolviert er hier eigentlich ziemlich routiniert und ohne grössere Probleme. Zum Teil kommt er mir zwar fast ein bisschen zu steril/cool rüber, aber das liegt möglicherweise wohl auch eher am Drehbuch als an ihm selber. Aber was solls, er spielt ja nur die zweite Geige hinter Snipes, und so fällt dieser „Möchtegern“-Charakter nicht allzu sehr ins Gewicht.

Rest

Ich muss zugeben, dass ich vom übrigen Cast nur bereits von einer Person etwas gehört (man beachte, dass das Verb „gehört“ und nicht „gesehen“ lautet :-)), und zwar von Traci Lords. Traci Lords wäre wahrscheinlich als irgendein Pornosternchen unter vielen untergegangen, wäre die schon ziemlich gut entwickelte Traci nicht mit 15 von zu Hause ausgerissen, hätte sie sich nicht einen Ausweis mit falschem Geburtsdatum besorgt und somit bereits mit 15 ihren ersten Pornostreifen gedreht (und es sollten noch einige dutzend dazu kommen, bevor aufflog, dass die gute Traci ja noch minderjährig war). Aber so wurde sie halt zu einer mehr oder weniger grossen Berühmtheit, und spielt inzwischen ab und zu mal in einem „normalen“ Hollywood-Film mit. Tja, da staunt ihr, was der gute alte Herr Küttel so alles weiss, nicht? ;-)
Naja, aber das nur am Rande. Wie gesagt sind viele Schauspieler mit von der Partie, die zwar regelmässig mal in einem Film mitspielen, die man aber keineswegs kennen muss. Jedoch erledigen auch sie ihre Sache ziemlich gut. Halt mal wieder ein Film in der Reihe „Es waren keine Wahnsinnsschauspieler am Werk, aber immerhin hat es keiner versaut“.

DIE DVD

Auf der wie gesagt ungeschnittenen FSK 18 DVD ist der ca. 117-minütige Hauptfilm in Dolby Digital 5.1 auf Deutsch und Englisch drauf, und erwartungsgemäss geht es hier ganz schön ab :-) Auch gegen das Bild hab ich persönlich nix einzuwenden, von der „technischen Front“ also alles in Ordnung. Untertitel sind übrigens ebenfalls in Deutsch und Englisch vorhanden.

Erfreulicherweise wurde auf diese doch schon ältere DVD auch einiges an Bonusmaterial mit draufgepackt. Leider muss ich hier anmerken, dass diese Specials jeweils nur Englisch ohne Untertitel verfügbar sind, was mich nicht gross gestört hat, aber jemandem, der der Englischen Sprache nicht mächtig ist, dürfte das mitunter doch sauer aufstossen.

„La Magra“ (ca. 14 min): Hier geht es um den bereits erwähnten Blutgott, und somit um das Ende, das ursprünglich für den Film vorgesehen war. Einige Beteiligte geben ihre Meinung zum Ende des Films zum besten, und schliesslich dürfen wir auch noch die mehrminütige, frühere Endsequenz mit halbfertigen digitalen Effekten bewundern. Interessant!

„Designing Blade“ (ca. 22 min): Hierbei handelt es sich um eine Art kleines Making-Of. Von Design-Zeichnung, über die Enthüllung einiger Special-Effects wird hier so einiges gezeigt. Zum Beispiel sieht man mal, was alles hinter der „Zug-Szene“ steckt, die beim anschauen so spielerisch leicht aussieht.

„Cast and Crew“: In einem sehr ansprechenden Menü werden hier (Text-)Infos zu Darstellern und Leuten hinter der Kamera geliefert. Recht interessant designt!

„Trailers“: Da ist den DVD-Verantwortlichen wohl ein kleiner Schreibfehler unterlaufen, den es befinden sich nicht mehrere Trailer(s ??) auf der DVD, sondern nur einer. Gehört ja fast schon zum Pflichtprogramm.

„Behind the Scenes“: Hier haben wir gleich zwei Specials in einem, nämlich Behind the Scenes (ca. 6 min) und nochmals ein Making Of (ca. 21 min). Bei ersterem sind wir ganz einfach mit einer zusätzlichen Kamera hinter den Kulissen mit dabei und sehen die ganze Action mal aus einem etwas anderen Blickwinkel, während beim Making Of nochmals die Geschichte des Films erläutert wird, und auch einige Schauspieler (allen voran natürlich Snipes) zu Wort kommen. Dieses letzte Special ist übrigens das einzige, das Deutsch synchronisiert wurde!

Wie bereits erwähnt war ich erstaunt, dass eine doch recht alte DVD so viel Bonusmaterial mit an Bord hat. Klar gibt es heute DVDs mit umfangreicheren Dokus, allerdings war ich sehr zufrieden mit dem, was hier geboten wird, und so kann ich die Bonus-Features wirklich nur loben!

MEINE MEINUNG + FAZIT

Der geneigte Leser dürfte es schon gemerkt haben, ich bin von dem Film im Grossen und Ganzen ziemlich angetan. Einziger kleiner Kritikpunkt ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass ab und zu mal jemand einen Pseudo-coolen Spruch loslässt, der gar nicht zu ihm/ihr passt (wer den Film gesehen hat, wird mir vermutlich zustimmen, vor allem im Bezug auf Dr. Jenson zustimmen). Aber das tut dem ganzen keinen Abbruch, den die Mischung aus Martial-Arts, blutiger Action und cooler Atmosphäre reisst einen einfach mit, und den ganzen Endkampf muss man wirklich mal gesehen haben, der ist einfach genial inszeniert! Zwischendurch sind immer mal wieder ein paar ruhigere Momente (zuweilen sogar mit wirklich schönen Aufnahmen) mit dabei, damit man den optischen Overkill, der gerade über den Bildschirm flimmerte auch mal verarbeiten kann.
Ich kann die 18er DVD also wirklich jedem ans Herz legen, der entweder auf Vampire, Action, gute Effekte, oder am besten auf alles zusammen steht, empfehlen. Ihr werdet von dieser Marvel-Comicverfilmung sicher nicht enttäuscht sein, und euch schon auf die Teile 2 und 3 freuen!

Bericht erschienen bei ciao+yopi

24 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Phlegma

    21.10.2004, 01:00 Uhr von Phlegma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der ist gut ;)