Erfahrungsbericht von LilithIbi
Gesamte Aufklärung über die Blair witch gelungen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Denn im Endeffekt hat mir dieser Streifen keine nennenswerten Informationen beigebracht, die ich nach dem ersten Teil bzw. der Lektüre des Buches von D.A. Stern nicht schon gewusst hätte.
Äußerst verwirrend finde ich ohnehin den Hinweis zu Beginn des Filmes, der da in etwa lautet:
“Das folgende ist eine fiktive Nachtstellung von Ereignissen die nach dem Erfolg von „The Blair witch Project“ geschehen sind."
Aha. Ja was denn nun? Fiktion oder Tatsache? Was soll das überhaupt sein, eine „mögliche Nachstellung“? Möglich ist vieles, aber wenn’s nachgestellt ist, dann müsste es sich doch an Tatsachen lehnen, oder nicht?
Zweifelsohne wurden ein paar Tatsachen eingebaut ~ so in etwa die Info, dass die Kinder, die Rustin Parr getötet hat, sich genauso in die Ecke stellen sollten wie Michael auf dem Video „Blair witch“ kurz vor dem (oder gar seinem?) Ende es tat.
Ab und an fällt eine Info, aber das war’s dann auch mit dem vermittelten Hintergrundwissen.
Der ebenfalls zu Anfang vorgelesene Satz
„Es basiert auf offiziellen Akten, Sendungen des Regionalfernsehens von Maryland und auf vielen hundert Stunden von Interviews. Zum Schutz der Betroffenen wurden die Namen geändert.“
Bringt den Hobby-Recherchen auch nicht weiter; denn ein paar gefilmte Personen, die runterleiern, wie viele Touristen nun nach Maryland reisen und sich sogar ein paar normale Steine gut verkaufen lassen sorgen eben auch nicht wirklich für eine Überraschung.
Kurz gesagt ~ „Blair witch 2“ fängt genauso an, was das Erfolgsrezept von „The Blair witch Project“ war: Szenen aus einem Interview, um dem Zuschauer möglichst das „Real-feeling“ zu übermitteln.
So ganz gelingt das allerdings nicht....
Irgendwie auch lächerlich wirkend die Betrachtung der Schauspieler bzw. der Filmnamen; als da wären
~ Tristen Skylar als Tristen Ryler;
~ Stephen Barker Turner als Stephen Ryan Parker;
~ Jeff Donovan als Jeff Patterson sowie
~ Erica Leerhson als Erica Geerson.
Was soll das sein? Ein Hinweis darauf, dass die Schauspieler zwar eine Rolle spielen, aber womöglich eben etwas tatsächlich geschehenes nur nachspielen? Interessant dann an der Stelle für mich die Tatsache, dass sich „Skyler“ zwar auf „Ryler“, „Barker“ auf „Parker“ und „Leerhson“ auf „Geerson“ reimt; nicht aber so ganz wirklich „Donavan“ auf „Patterson“. Vielmehr ist letzteres ein unreiner Reim ~ evtl. also ein Hinweis auf einige Ungereimtheiten bzgl. dieser Person?
Hmmmm.....
Aber um endlich mal auf die Handlung zu kommen: Es dürfte niemanden überraschen, dass „Blair Witch 2“ ausschließlich in und um Burkittsville spielt.
Nachdem das Versschwinden der drei Stundenden durch alle Medien ging, versucht die ein oder andere Reisegruppe oder auch Internetstorebetreiber (!) nun Profit aus dem ganzen zu schlagen; was nichts anderes heißt, als das neben ein paar T-Shirts eben auch eine Übernachtung in dem berühmten Wald kaufbar ist.
Wieder ist es eine handvoll Studenten, die vorhaben, nach der Hexe von Blair zu forschen. Geleitet wird diese sightseeing-tour von Jeff Donovan, der genau wie Heather einst ein Köfferchen voller Videoausrüstung für den Fall der Fälle um sich scharrt.
Um die ganze Filmstory interessant zu machen, befindet sich unter den vier Teilnehmern eine Schwangere nebst ihrem Freund, die beide ein Sachbuch über die Blair Witch Hexe schreiben wollen; eine weiße Hexe, die den Ort von den bösen Mächten bereinigen will sowie ein weiblicher Gruftie, die ganz einfach den Film cool fand und klischeehafterweise das erste mal liegend auf einem Grab zu sehen ist.
Schon an dieser Stelle kam mir der ganze Film ein wenig makaber, abgedroschen und albern vor ~ aber es kommt noch besser:
Eigentlich haben die vier vor, in den Ruinen von Rustin Parr´s Haus zu übernachten und natürlich alles auf Video zu bannen, was passieren möge. Soweit, so gut ~ doch was mich an dieser Stelle stutzig machte, war die Tatsache von den kreisenden Joints bzw. den Mengen an Alkohol, welche vernichtet wurden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass unter diesen Voraussetzungen brauchbares Material für ein Sachbuch recherchiert werden kann.
Das erste mysteriöse Ereignis gestaltet sich in die Frage, wie es sein kann, dass ein großer großer Baum inmitten eines Zimmers steht. Somit hätte Rustin Paar sein Haus um einen Baum herum bauen müssen....
Die ersten Forschungsgedanken werden bereits dann gestört, als eine andere Gruppe Rucksacktouristen einkehrt und ebenfalls dort übernachten will. Nach einer kleinen Streiterei zieht diese zweite Gruppe weiter und alles scheint gut.
~ Bis am nächsten Morgen die Videokassetten futsch sind, die Manuskripte zerfetzt sind (Frage am Rande ~ wer schleppt eigentlich sein ganzes Buch mit in den Wald, wenn man lediglich ein paar neue Notizen machen will?) und zu allem Übel erleidet Tristen auch noch eine Fehlgeburt; genau zu dem Zeitpunkt, als Kim die Videobänder in einem Erdloch vermutet. Warum, wieso und überhaupt kann sie natürlich nicht sagen; aber wiederum natürlich befinden sie sich genau dort.
Um die ganze Handlung des Filmes noch skurriler zu gestalten, hat Kim regelmässig solche Vorahnungen, welche ebenso regelmäßig Verdächtigungen laut werden lassen, dass sie sich einfach einen Spaß mit den anderen erlaubt.
Das war es dann auch schon mit der Waldexkursion, was mich persönlich ein wenig enttäuscht hat. Dafür wohnt aber praktischerweise Jeff in einer verlassenen Fabrik am Rande von Burkittsville ~ wo allesamt einkehren um sich krampfhaft an die letzte Nacht zu erinnern. Denn daran kann sich achso-mysteriöserweise niemand mehr erinnern; was mir persönlich nicht wirklich allzu mysteriös erscheint, wenn man mal die Möglichkeit eines haushaltsüblichen „Filmrisses“ dank Alkohol in Betracht zieht.
Um den weiterem Inhalt nicht zuviel vorwegzunehmen, sei nur noch am Rande erwähnt, dass Tristen seit ihrer Fehlgeburt von Visionen geplagt wird, die sich nach und nach auf alle übertragen. Irgendwann taucht die Idee auf, dass man vielleicht die Videobänder rückwärts (vermutlich weil es so schön evil ist) anschauen muss, um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen.
Wer spätestens an dieser Stelle noch nicht wusste, ob er über diesen Film lachen oder weinen sollte, wird sich jetzt entscheiden müssen:
Die Offenbarung der „verlorenen Stunden“ gestaltet sich demnach, dass unser „Ausflugstrupp“ nackisch um einen Baum herumtanzt, angeführt von der ex-schwangeren Tristan.
Natürlich klingelt dann das Telefon, an dessen anderer Leitung der (Wald?)Sheriff hängt und Jeff erklärt, dass die andere Touristengruppe niedergemetzelt wurde. Fraglich bleibt, warum eigentlich Jeff darüber informiert wurde.
Fraglich bleibt zudem, warum man beim rückspulen der Videobänder die zwar zieht, was passiert ist, die Zeitanzeige der Kamera, die in der oberen Ecke zu sehen ist, aber dennoch vorwärts läuft.
Fraglich sowieso, wer eigentlich das ganze gefilmt hat. Zwar wurde die Kamera zu Anfang an den Boden positioniert, aber irgendeiner muss sie doch auch mit zu den Touristen geschleppt bzw. gehalten haben, die seitens „unseres“ Reisetrupps abgeschlachtet wurde.
~ Vielmehr will ich zu dem Filmgeschehen auch gar nicht sagen, es wird jedenfalls immer grotesker.
Das Hauptthema von „Blair witch 2“ scheint zu sein ~ „Vision oder Nichtvision, dass ist hier die Frage“; und am Ende ist der Zuschauer dann doch ein wenig verwirrt von dem ganzen.
Alles im allen ist der Film gar nicht mal so schlecht, wie sich das ganze jetzt anhört.
Als eigenständiger Horrorfilm oder eher gesagt Gruselschocker“ evtl. gar 5 Punkte wert ~ als Anlehnung an die Blair witch Legende jedoch beinahe völliger Müll.
Sagen wir so ~ es ist auch verdammt schwer oder gar unmöglich, eine Fortsetzung eines tatsächlich gefundenen Videomaterials und somit „Dokumentation“ zu drehen. Das wäre genauso, als würde man eine Kamera in einem Fuchsbau installieren und zwei Jahre später versuchen, einen Spielfilm mit Füchsen daraus zu basteln.
Das ganze kann als „Fortsetzung“ nur nach hinten losgehen.
Hier wurde zwar versucht, mit ein paar Fakten aufzuwerten, doch leider ist das nicht wirklich gelungen. Fast schon zu erzwungen wirkt die Erwähnung von Rustin Paar oder gar Heather Donahue ~ nur damit der Zuschauer sich daran erinnert, dass alles auf Fakten basiert.
Mein persönliches Ergo kann demnach nur lauten, dass der Film sich selbst immer wieder ein Beinchen stellt. Hätte man die ganze Filmidee „einfach so“ auf den Markt geworfen, ohne das sich alles an die Blair Witch anlehnen „musste“, würde der ein oder andere diesem Streifen sicherlich mehr abgewinnen können.
Ich für meinen Teil musste somit auf die Frage, die mir jemand im Shadow stellte, was mein privates Projekt um das „Blair witch Project“ machen würde bzw. wie weit ich gekommen bin ohne durch die Wälder Dürens zu forsten mit einem „ich stehe nach wie vor vor einem Rätsel, welches durch weitere Recherchen blockiert wurde“ antworten....
16 Bewertungen, 11 Kommentare
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28.05.2006, 19:11 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich =)
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26.05.2006, 19:21 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichsh... @};----..lg susi
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26.05.2006, 15:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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26.05.2006, 03:53 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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26.05.2006, 01:48 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich - Vic
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26.05.2006, 01:14 Uhr von kleinerStern_ds
Bewertung: sehr hilfreichich find den gut!
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26.05.2006, 00:43 Uhr von naddanix
Bewertung: sehr hilfreichLG ANNA
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26.05.2006, 00:01 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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25.05.2006, 23:53 Uhr von nise88
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht!lg,nise
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25.05.2006, 23:46 Uhr von Power_Surfer
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich... lg patrick
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25.05.2006, 23:39 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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