Blair Witch 2 (DVD) Testbericht

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ab 5,34
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Erfahrungsbericht von Susi17

nichts für schwache Nerven

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

A Nightmare on Blairstreet
Zygmunt Bauman sprach einst von der Wiederverzauberung einer aufgeklärten Welt. Das mag ein Schlüssel zum Phänomen \"Blair Witch Project\" sein, das die Hollywood-Bastille im Sturm nahm. Jeder Horrorfilm ist Fiktion und als solche leicht zu erkennen. Der sechste Sinn gilt nur in der abgeschlossenen Welt der Erzählungen, deren Reich des Unerklärlichen klar von der Realität getrennt ist. In \"Blair Witch Project\" öffnete sich diese Sicherheit gewährende Schranke. Die Ereignisse sollten authentisch sein - und unzählige glaubten, die Wahrheit irgendwo da draußen, in wackeligen Videobildern zu finden.

Dieses Mal wird eine Geschichte erzählt. Und ganz nebenbei klärt Dokumentarfilmer (!) Joe Berlinger über den Medienhype des Vorgängers auf. Mehr noch, er nutzt ihn als fundamentalen Bestandteil der Handlung und parodiert ihn augenzwinkernd. \"Scream - Schrei!\" nicht unähnlich drapiert Berlinger um eine Gruppe netter Partyteens die Verweise zum als fiktional erklärtem Erstling. Das ist rationelle Aufklärung und Genrekino mit einer Referenz zu sich selbst, das deshalb oft gerne für postmodern gehalten wird, in Einem.

Touristen haben die Jagdsaison auf die Hexe eröffnet. Für die Anwohner eine Qual, für Andenken-Händler Jeff ein gefundenes Fressen. Er führt vier Enthusiasten in den vor Schaulustigen und Filmteams berstenden Wald. Eine wilde Lagefeuerparty führt zum kollektiven Blackout - am nächsten Morgen ist alles verwüstet. Verstört ziehen sich die Abenteurer in Jeffs Lagerhalle zurück, um die Videoaufzeichnungen zu sichten, bis sich die totale Erinnerung einstellt. Doch die wird ihre bekannte Wirklichkeit zum tödlichen Strudel aus Einbildung, Albträumen und Halluzinationen umwälzen.

Regisseur Berlinger würzt die Geschichte mit treffendem Humor, exaktem Timing und wirksamen Schockdosierungen. Das durchdachte Drehbuch legt Wert auf stimmige Details und pendelt genüsslich zwischen Satire und Horror, ohne sein hedonistischen Erlebnis zu schmälern. Schließlich sorgen pittoresk fotografierte Szenerien und ein gutgelaunter Rockscore für die nötige Feel-Good-Attitüde. Der schmeichelhafte und gefällige Camp-Grusler kreiert weitaus plastischer und vor allem intelligenter als viele flache Epigonen eine unheimliche Atmosphäre ohne lästigen Gewohnheiten, wie einem geistlosem Bodycount, zu verfallen.

Das hat mit der kontrovers aufgenommenen Radikalität der Ur-Hexe zwar nichts gemein, ist aber ein die Möglichkeiten seiner Mainstream-Konventionen ausreizendes Fest für Augen und Ohren, das gleichzeitig einmal nicht den Verstand beleidigt.

liebe Grüße
Susi

26 Bewertungen, 2 Kommentare

  • modschegibbchen

    07.03.2005, 17:56 Uhr von modschegibbchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    WOHL EHER NICHTS FÜR MICH... lg heike

  • Mundi

    07.03.2005, 17:47 Uhr von Mundi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut aber schwierig geschrieben. Ich mußte deshalb 2x lesen! lg mundi