Blueprint (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Erfahrungsbericht von DieEine
Ein Klon auf der Suche nach der eigenen Identität
Pro:
aktuelles Thema, regt zur Diskussion an, zwängt dem Zuschauer keine Meinung auf
Kontra:
Tiefgang fehlt, filmisch gesehen kein Meisterwekr, schwache DVD - Ausstattung
Empfehlung:
Ja
Einige Leser meiner Berichte, hatten mir den Film \"Blueprint\" mit Franka Potente in einer Doppelrolle empfohlen und nachdem ich einiges über den Film gelesen hatte, war klar, dass ich ihn haben wollte. Letzte Woche habe ich ihn dann endlich günstig bekommen und mir natürlich direkt angesehen.
Hier folgt mein Bericht: vielleicht mache ich ja auch den ein oder anderen neugierig.
_Die Story
***********
Iris Sellin (Franka Potente) ist eine gefeierte, hochbegabte Konzertpianistin, die im Leben nichts mehr liebt als sich selbst.
Als sie erfährt, dass sie an Multiple Sklerose leidet, fasst sie einen Entschluss: sie will sich klonen lassen, damit ihr Talent weiterleben kann und sie so unsterblich wird.
Der Reproduktionsmediziner Martin Fischer (Ulrich Thomsen) wartet schon lange auf seine Chance richtig groß rauszukommen und so zögert er nicht lange, als Iris sich mit ihrem Wunsch an ihn wendet.
Die beiden schließen einen Vertrag ab, der Iris alle Recht zusichert. Sie wird bestimmen, wann Fischer sich mit seinem gelungenen Experiment an die Öffentlichkeit wendet und damit zu Ruhm und Ehren gelangt.
Das Experiment \"Klon\" gelingt. Iris bringt eine kerngesunder Tochter zur Welt, die sie Siri tauft.
Siri wächst zusammen mit dem Sohn des Kindermädchens (Katja Studt) wie ein ganz normales Mädchen auf und schon früh zeigt sich auch, dass sie tatsächlich wie ihre Mutter Klavierspielen kann.
Bei so einem riesigen Erfolg drängt Fischer natürlich, seine Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren, vor allem auch, weil seine Kollegen auch immer mehr in das Gebiet des Klonens vordringen wollen.
Iris möchte Siri aber beschützen und vertröstet Fischer immer wieder, bis es dem Wissenschaftler reicht und er ohne Iris´ Einwilligung eine Pressekonferenz gibt und aller Welt offenbart, dass Siri Sellin der erste menschliche Klon ist.
Bei Siri löst das einen tiefen Schock aus und als sie sich langsam davon erholt und mit ihrer Geschichte abfindet, beginnt für sie der lebenslange Prozess der Suche nach der eigenen Identität. Sie flieht in die Einsamkeit Kanadas und bricht den Kontakt zu ihrer Mutter ab.
Doch dann liegt Iris im Sterben und will ihre Tochter, ihr Leben noch ein letztes mal sehen...
_Meine Meinung
***************
Um es mal vorwegzunehmen: ich finde den Film gut (obwohl ich Franka Potente nicht mag), aber so ganz ohne Kritik, kommt mir auch \"Blueprint\" nicht weg.
Ich bin zugegebenermaßen in Biologie eine totale Niete gewesen und ich verstehe nicht, wie sich das Talent Klavierspielen in den Genen verankert hat, die tödliche Krankheit jedoch nicht.
Wäre es nicht auch möglich gewesen das Talent auf natürlichem Wege zu vererben?
Weiterhin hat mir an manchen Stellen doch etwas Tiefgang gefehlt. Es wird sehr viel Zeit darauf verschwendet Siris Heranwachsen zu zeigen, ohne dass dabei irgendwas passiert. Einzig die Szene, in der Siri vom Dachboden fällt und Iris sich zuerst darum Sorgen macht, dass ihre Hände in Ordnung sind, zeigt, dass es eben doch nicht so einfach ist, durch Klonen Talent zu erhalten, wenn durch unvorhergesehene Ereignisse, Unfälle dieses Talent nicht zur Ausführung gelangen könnte.
Solche Szenen, die sich mit dem Sinn des Klonens und dem Umwelteinfluss beim Heranwachsen, beschäftigen, hätte ich mir mehr gewünscht.
Ansonsten gefällt mir aber, wie der Film den Zuschauer nicht in eine bestimmte Denkweise drängt, sondern die Möglichkeit zur Diskussion offen lässt.
Ob es moralisch vertretbar ist, Menschen zu klonen, muss sicher jeder für sich selbst beantworten und ich persönlich bin da für mich noch zu keinem Ergebnis gekommen, möchte hier auch gar keine ethische Grundsatzdiskussion anzetteln, denn dies ist wohl kaum der richtige Rahmen dafür.
Man sollte sich \"Blueprint\" mit mehreren angucken und dann über die Möglichkeiten und Folgen der Genforschung diskutieren, denn Ansätze dazu bietet der Film genug - wenn man mal voraussetzt, dass das menschliche Klonen so problemlos funktioniert wie bei Iris / Siri.
Die Art wie der Film gedreht ist, in dumpfen Farben, in der Weite Kanadas, der Einsamkeit etc. hat bei mir eine sehr bedrückende Stimmung hinterlassen, ebenso wie die Reaktion Siris auf die Tatsache, dass sie kein Kind der Liebe ist, sondern eine Kopie ihrer Mutter, die ihr keine Eigenständigkeit und keine eigene Charakterentwicklung zu ermöglichen scheint.
Hier möchte ich erwähnen, dass Franka Potente in diesem Film keine schauspielerische Glanzleistung abliefert. Als ehrgeizige Iris Sellin überzeugt sie durchaus und stellt den Charakter gut dar, aber als Siri baut sie mir zu viel stumpfes Pubertätsgehabe ein.
Leider ist \"Blueprint\" hier auch kein filmisches Meisterwerk. Die Szenen, wo Iris und Siri gemeinsam auftauchen sind mit einfachsten Mitteln (eine der beiden Figuren steht immer im Hintergrund und wird verschwommen dargestellt) realisiert worden und bei der Darstellung der vergangenen Zeit und der Alterung der Figuren, fühlte ich mich ein wenig verarscht, denn Katja Studt z.B. Ist in einer Szene grau geschminkt und trägt eine schlechtsitzende, graue Perücke, während die kranke Iris Sellin immer noch aussieht wie das blühende Leben.
Trotz dieser Kritik der \"Äußerlichkeiten\" ist \"Blueprint\" ein gelungener Film, den es sich zu gucken lohnt, da das Thema sehr aktuell ist und mit dem nötigen Ernst behandelt wird.
Allgemeine Infos
*****************
\"Blueprint\". BRD 2003
Regie: Rolf Schübel
Drehbuch: Claus Cornelius Fischer
Produzent: Nikola Bock, Andrea Terres
Darsteller: Franka Potente, Ulrich Thomsen, Katja Studt, Wanja Mues, Hilmir Snaer Gudnason, Ole Puppe, Justus von Dohnanyi
Verleih: Relevant Film / Universal
Länge: 108 Minuten
FSK: 12
Sprache: Deutsch (in Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bild: 16:9
Ländercode 2
_Die DVD
***********
Ich versteh einfach nicht, warum DVDs, wo kaum Special-Material drauf ist, so teuer sein müssen. Kanpp 20 Euro würde die DVD im Laden kosten und dieser Preis ist absolut nicht gerechtfertigt.
Über Bild und Ton möchte ich gar nicht groß meckern, denn die Qualität ist nicht überragend, aber in Ordnung. Das Bild ist klar und der Ton ebenso.
Gerade bei einem Film wie \"Blueprint\" hätte ich mir aber ein wenig mehr Hintergrundinfos gewünscht. Hier bekommt man aber nur eine sehr kurze Anreihung von Szenen, die aus dem Film geschnitten wurden zu sehen. Wahlweise kann man dazu den lieblosen Audiokommentar von Regisseur Rolf Schübel anwählen, der einem aber mit seinem gelangweilten Tonfall nichts neues erzählt außer \"die Szenen wurden aus dem Film geschnitten, weil er eh schon so lang war\" - ach ne?!
Informativ sind hingegen die kurzen Interviews mit den Darstellern, dem Regisseur und dem Produzenten, sowie der Audiokommentar zum Film mit Rolf Schübel und Kameramann Holly Fink, obwohl die beiden in einer sehr langsamen Art über den Film reden, was mich ein wenig nervös macht.
Den Trailer und die sehr kurzen Bio- bzw. Filmografien von Darstellern und Regisseur hätte man sich allerdings sparen können, da ich im Internet nach kurzer Suche doch erheblich ausführliche Infos bekomme und ich nur selten Lust habe am Fernseher etwas in einer kleinen Schrift zu lesen und zu \"blättern\".
_Mein Fazit
*************
\"Blueprint\" ist ein gelungener Film, der zur Diskussion anregt, aber teilweise etwas Tiefgang vermissen lässt. Die DVD muss man sich allerdings nicht unbedingt zulegen, da das Zusatzmaterial sehr schwach und die DVD dafür einfach zu teuer ist.
Hier folgt mein Bericht: vielleicht mache ich ja auch den ein oder anderen neugierig.
_Die Story
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Iris Sellin (Franka Potente) ist eine gefeierte, hochbegabte Konzertpianistin, die im Leben nichts mehr liebt als sich selbst.
Als sie erfährt, dass sie an Multiple Sklerose leidet, fasst sie einen Entschluss: sie will sich klonen lassen, damit ihr Talent weiterleben kann und sie so unsterblich wird.
Der Reproduktionsmediziner Martin Fischer (Ulrich Thomsen) wartet schon lange auf seine Chance richtig groß rauszukommen und so zögert er nicht lange, als Iris sich mit ihrem Wunsch an ihn wendet.
Die beiden schließen einen Vertrag ab, der Iris alle Recht zusichert. Sie wird bestimmen, wann Fischer sich mit seinem gelungenen Experiment an die Öffentlichkeit wendet und damit zu Ruhm und Ehren gelangt.
Das Experiment \"Klon\" gelingt. Iris bringt eine kerngesunder Tochter zur Welt, die sie Siri tauft.
Siri wächst zusammen mit dem Sohn des Kindermädchens (Katja Studt) wie ein ganz normales Mädchen auf und schon früh zeigt sich auch, dass sie tatsächlich wie ihre Mutter Klavierspielen kann.
Bei so einem riesigen Erfolg drängt Fischer natürlich, seine Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren, vor allem auch, weil seine Kollegen auch immer mehr in das Gebiet des Klonens vordringen wollen.
Iris möchte Siri aber beschützen und vertröstet Fischer immer wieder, bis es dem Wissenschaftler reicht und er ohne Iris´ Einwilligung eine Pressekonferenz gibt und aller Welt offenbart, dass Siri Sellin der erste menschliche Klon ist.
Bei Siri löst das einen tiefen Schock aus und als sie sich langsam davon erholt und mit ihrer Geschichte abfindet, beginnt für sie der lebenslange Prozess der Suche nach der eigenen Identität. Sie flieht in die Einsamkeit Kanadas und bricht den Kontakt zu ihrer Mutter ab.
Doch dann liegt Iris im Sterben und will ihre Tochter, ihr Leben noch ein letztes mal sehen...
_Meine Meinung
***************
Um es mal vorwegzunehmen: ich finde den Film gut (obwohl ich Franka Potente nicht mag), aber so ganz ohne Kritik, kommt mir auch \"Blueprint\" nicht weg.
Ich bin zugegebenermaßen in Biologie eine totale Niete gewesen und ich verstehe nicht, wie sich das Talent Klavierspielen in den Genen verankert hat, die tödliche Krankheit jedoch nicht.
Wäre es nicht auch möglich gewesen das Talent auf natürlichem Wege zu vererben?
Weiterhin hat mir an manchen Stellen doch etwas Tiefgang gefehlt. Es wird sehr viel Zeit darauf verschwendet Siris Heranwachsen zu zeigen, ohne dass dabei irgendwas passiert. Einzig die Szene, in der Siri vom Dachboden fällt und Iris sich zuerst darum Sorgen macht, dass ihre Hände in Ordnung sind, zeigt, dass es eben doch nicht so einfach ist, durch Klonen Talent zu erhalten, wenn durch unvorhergesehene Ereignisse, Unfälle dieses Talent nicht zur Ausführung gelangen könnte.
Solche Szenen, die sich mit dem Sinn des Klonens und dem Umwelteinfluss beim Heranwachsen, beschäftigen, hätte ich mir mehr gewünscht.
Ansonsten gefällt mir aber, wie der Film den Zuschauer nicht in eine bestimmte Denkweise drängt, sondern die Möglichkeit zur Diskussion offen lässt.
Ob es moralisch vertretbar ist, Menschen zu klonen, muss sicher jeder für sich selbst beantworten und ich persönlich bin da für mich noch zu keinem Ergebnis gekommen, möchte hier auch gar keine ethische Grundsatzdiskussion anzetteln, denn dies ist wohl kaum der richtige Rahmen dafür.
Man sollte sich \"Blueprint\" mit mehreren angucken und dann über die Möglichkeiten und Folgen der Genforschung diskutieren, denn Ansätze dazu bietet der Film genug - wenn man mal voraussetzt, dass das menschliche Klonen so problemlos funktioniert wie bei Iris / Siri.
Die Art wie der Film gedreht ist, in dumpfen Farben, in der Weite Kanadas, der Einsamkeit etc. hat bei mir eine sehr bedrückende Stimmung hinterlassen, ebenso wie die Reaktion Siris auf die Tatsache, dass sie kein Kind der Liebe ist, sondern eine Kopie ihrer Mutter, die ihr keine Eigenständigkeit und keine eigene Charakterentwicklung zu ermöglichen scheint.
Hier möchte ich erwähnen, dass Franka Potente in diesem Film keine schauspielerische Glanzleistung abliefert. Als ehrgeizige Iris Sellin überzeugt sie durchaus und stellt den Charakter gut dar, aber als Siri baut sie mir zu viel stumpfes Pubertätsgehabe ein.
Leider ist \"Blueprint\" hier auch kein filmisches Meisterwerk. Die Szenen, wo Iris und Siri gemeinsam auftauchen sind mit einfachsten Mitteln (eine der beiden Figuren steht immer im Hintergrund und wird verschwommen dargestellt) realisiert worden und bei der Darstellung der vergangenen Zeit und der Alterung der Figuren, fühlte ich mich ein wenig verarscht, denn Katja Studt z.B. Ist in einer Szene grau geschminkt und trägt eine schlechtsitzende, graue Perücke, während die kranke Iris Sellin immer noch aussieht wie das blühende Leben.
Trotz dieser Kritik der \"Äußerlichkeiten\" ist \"Blueprint\" ein gelungener Film, den es sich zu gucken lohnt, da das Thema sehr aktuell ist und mit dem nötigen Ernst behandelt wird.
Allgemeine Infos
*****************
\"Blueprint\". BRD 2003
Regie: Rolf Schübel
Drehbuch: Claus Cornelius Fischer
Produzent: Nikola Bock, Andrea Terres
Darsteller: Franka Potente, Ulrich Thomsen, Katja Studt, Wanja Mues, Hilmir Snaer Gudnason, Ole Puppe, Justus von Dohnanyi
Verleih: Relevant Film / Universal
Länge: 108 Minuten
FSK: 12
Sprache: Deutsch (in Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Bild: 16:9
Ländercode 2
_Die DVD
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Ich versteh einfach nicht, warum DVDs, wo kaum Special-Material drauf ist, so teuer sein müssen. Kanpp 20 Euro würde die DVD im Laden kosten und dieser Preis ist absolut nicht gerechtfertigt.
Über Bild und Ton möchte ich gar nicht groß meckern, denn die Qualität ist nicht überragend, aber in Ordnung. Das Bild ist klar und der Ton ebenso.
Gerade bei einem Film wie \"Blueprint\" hätte ich mir aber ein wenig mehr Hintergrundinfos gewünscht. Hier bekommt man aber nur eine sehr kurze Anreihung von Szenen, die aus dem Film geschnitten wurden zu sehen. Wahlweise kann man dazu den lieblosen Audiokommentar von Regisseur Rolf Schübel anwählen, der einem aber mit seinem gelangweilten Tonfall nichts neues erzählt außer \"die Szenen wurden aus dem Film geschnitten, weil er eh schon so lang war\" - ach ne?!
Informativ sind hingegen die kurzen Interviews mit den Darstellern, dem Regisseur und dem Produzenten, sowie der Audiokommentar zum Film mit Rolf Schübel und Kameramann Holly Fink, obwohl die beiden in einer sehr langsamen Art über den Film reden, was mich ein wenig nervös macht.
Den Trailer und die sehr kurzen Bio- bzw. Filmografien von Darstellern und Regisseur hätte man sich allerdings sparen können, da ich im Internet nach kurzer Suche doch erheblich ausführliche Infos bekomme und ich nur selten Lust habe am Fernseher etwas in einer kleinen Schrift zu lesen und zu \"blättern\".
_Mein Fazit
*************
\"Blueprint\" ist ein gelungener Film, der zur Diskussion anregt, aber teilweise etwas Tiefgang vermissen lässt. Die DVD muss man sich allerdings nicht unbedingt zulegen, da das Zusatzmaterial sehr schwach und die DVD dafür einfach zu teuer ist.
36 Bewertungen, 2 Kommentare
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28.06.2008, 19:30 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende wünsch ich dir lg. petra
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14.06.2005, 11:06 Uhr von Dirk_Weitzel
Bewertung: sehr hilfreichLG Dirk
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