Blueprint (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Erfahrungsbericht von linnie
Iris = Siri = Iris?
Pro:
interessantes Thema, das auf psychologischer Ebene verdeutlicht wird, keine Science Fiction Elemente, hervorragende Hauptdarstellerin, wunderschöner Soundtrack, traumhafte Landschaftsaufnahmen von Kanada
Kontra:
kleinere Längen, starke Veränderungen gegenüber dem Buch
Empfehlung:
Ja
Ein Kind gezeugt – aus Liebe? Aus Liebe zu wem?
Aus welchen Gründen „zeugt“ man ein Kind, wenn man es aus seiner eigenen DNA erschaffen lässt? Nicht aus Liebe zu jemand anderes, sondern aus Liebe zu sich selbst...?!
** Der Inhalt
Der Film beginnt in naher Zukunft in Kanada, wo Siri Sellin Waipitis fotografiert und einen Mann anfaucht, weil er mit lauter Musik die Tiere verschreckt hat. Greg Lucas ist sofort fasziniert von Siri, auch wenn sie ihn angeschnauzt hat. Er will wissen, wer sie ist, erfährt aber nur, dass sie sehr menschenscheu ist und zurückgezogen lebt. Doch er gibt nicht auf und besucht sie, um ihren Generator zu reparieren. Die beiden lernen sich etwas näher kennen, aber Siri hat andere Probleme, denn ihre Mutter liegt im Sterben und möchte Siri wiedersehen...
Ein Zeitsprung bringt uns 20 Jahre zurück in die Vergangenheit. Hier möchte Iris Sellin, eine berühmte Konzertpianistin, ihr Talent und ihre Musikalität für die Ewigkeit bewahren, denn sie hat Multiple Sklerose und weiß nicht, wie lange sie noch wird konzertieren können. Der berühmte Wissenschaftler Dr. Fisher hilft ihr dabei, einen Klon von ihr zu erschaffen. Die beiden schließen einen Pakt, da Klonen von Menschen illegal ist und keiner davon erfahren soll.
Als Kindermädchen zieht Daniela Hausmann mit ihrem dreijährigen Sohn Janeck, der später Siris bester Freund werden wird, bei Iris ein. Iris bringt ihre Tochter Siri zur Welt und erzieht sie bereits in jungen Jahren zu einer kleinen Konzertpianistin. Siri ist das Abbild ihrer Mutter und beherrscht das Klavier mindestens genauso gut. Niemand schöpft Verdacht über Siris wahre Herkunft, nur Iris’ Manager äußert bei einer Gelegenheit Kritik an Iris’ Erziehungsmethoden. Dr. Fisher drängt immer mehr darauf, die kleine Siri häufiger sehen und untersuchen zu können, um feststellen zu können, ob sein Experiment gelungen ist. Doch dies verweigert Iris ihm und schläft als Gegenleistung schließlich mit ihm, um sein Stillschweigen zu erkaufen.
Doch eines Tages geht Dr. Fisher mit seinen Neuigkeiten an die Öffentlichkeit und präsentiert Siri als den ersten menschlichen Klon der Welt. So erfährt die 13jährige Siri aus der Presse von ihrer wahren Identität und bricht völlig zusammen.
Wird Siri ihrer Mutter verzeihen können? Kehrt sie nach Deutschland zu ihrer Iris zurück, um diese vor ihrem Tod nochmals zu sehen? Was hat sie überhaupt dazu bewogen, nach Kanada auszuwandern?
** Cast & Crew
Franka Potente: Iris Sellin/ Siri Sellin
Ulrich Thomsen: Dr. Martin Fisher
Hilmir Snaer Gudnason: Greg Lucas
Katja Studt: Daniela Hausmann
Justus von Dohnanyi: Thomas Weber
Wanja Mues: Janeck Hausmann
Ole Puppe: Kristian
Rita Leska: Frau im Store
Nina Gummich: Siri (8 Jahre)
Karoline Teska: Siri (13 Jahre)
Woody Mues: Janeck (10 Jahre)
Hendrik Duryn: Notarzt
Regie: Rolf Schübel
Drehbuch: Claus Cornelius Fischer
Musik: Detlef Friedrich Petersen
Produzentin: Heike Wiehle-Timm
FSK: ab 12 Jahren
Dauer: 113 Minuten
Nach dem Roman „Blueprint – Blaupause“ von Charlotte Kerner
Offizielle Filmhomepage: http://www.blueprint-derfilm.de/seiten/index.htm
** Kritik
Um ehrlich zu sein, war ich sehr skeptisch, als ich gelesen habe, worum es in diesem Film geht, denn zum Thema „Klonen“ hatte ich sofort den schlechten Film „6th day“ mit Arnold Schwarzenegger vor Augen, der sich bereits dieses Themas angenommen hatte, aber die Namen Franka Potente und Rolf Schübel („Gloomy Sunday“) haben mich schließlich doch dazu bewogen, mir diesen Film anzusehen und darüber bin ich wirklich froh.
Blueprint ist nahezu frei von Science Fiction-Elementen, wenn man absieht von einem modernen Kommunikationsgerät, das Telefon und PC in einem darstellt. Stattdessen erzählt der Film die Geschichte von einer Mutter, die sich selbst neu erschaffen will und dies mit Hilfe ihrer geklonten Tochter erreichen will. Franka Potente liefert eine überzeugende Leistung ab, denn sie spielt in einer Doppelrolle Iris und Siri Sellin, die zwar beide eine Leidenschaft für das Musizieren hegen, aber dennoch vom Typ her völlig unterschiedlich sind. Siri lebt zurückgezogen in den Wäldern Kanadas, während Iris immer kränker und älter wird, aber dennoch nichts von ihrem Stolz verliert. Besonders interessant sind die Szenen, in denen sich Mutter und Tochter gegenüberstehen und man direkt sieht, wie unterschiedlich Franka Potente sich darstellen kann. In Siris Augen sieht man in diesen Szenen oft Hass und Verachtung ihrer Mutter gegenüber, während Iris ihr schwach und krank, fast voller Verzweiflung, ihrer Tochter gegenübersitzt. Aus den doch so gleichen Personen sind also doch unterschiedliche Persönlichkeiten geworden. Auch die anderen Darsteller sind gut gewählt, auch wenn sie neben Franka Potente zu kleinen Nebendarstellern verkommen, zu erwähnen sind aber die beiden kleinen Siris, die Franka Potente in der Tat recht ähnlich sehen. Verblüffend fand ich auch die Ähnlichkeit zwischen den beiden jungen Ausgaben der Siri, denn ich habe kaum gemerkt, dass die Schauspielerin ausgetauscht wurde. Bemerkenswert fand ich die Mimik der 13jährigen Siri, als sie das erste gemeinsame Konzert mit der Mutter spielt und während des gesamten Konzertes aussieht, als ob sie gleich überkochen würde vor Wut, aber dennoch ihre Fassade aufrechterhalten kann. Hier zeigt auch die kleine Karoline Teska ihre schauspielerischen Fähigkeiten.
Unterlegt ist der Musik von einem wunderbaren Soundtrack von Detlef Petersen (der unter anderem den Soundtrack zu „Gloomy Sunday“ geschrieben hat). Auf der offiziellen Filmhomepage sind kleine Hörproben vorhanden, die einen guten Eindruck in die Filmmusik geben, empfehlen kann ich hier von Dana Glover „The truth lies“, außerdem gibt es den Soundtrack zur Zeit als Doppel-CD für 13,99 Euro bei amazon.de.
Blueprint ist ein stiller Film mit leisen (Klavier-)Tönen, der in wunderbarer Weise die Beziehung zwischen Mutter und geklonter Tochter zeichnet und dem Zuschauer Einblicke gewährt in die Gefühlswelt eines Mädchens, das im Alter von 13 Jahren aus der Presse erfährt, dass ihre eigene Mutter sie hat klonen lassen. Der Film nimmt sich dem Problem des Klonens an, ohne die gesundheitlichen Probleme des Klons oder die mit dem Klonen verbundenen Gefahren in den Vordergrund zu stellen, stattdessen zeigt er die möglichen seelischen Probleme auf, die der Klon bekommen könnte. Denn schließlich ist ein Klon ja nur die Kopie eines anderen Menschen, kein eigener Mensch. Wie fühlt man sich, wenn es einen schon gibt? Und man selbst als „unscharfer Blueprint (Blaupause)“ der Mutter bezeichnet wird? Kann man dann noch ein eigenständiger Mensch sein? Und was, wenn man auch noch bewusst als Kopie der Mutter herangezogen wird?
Beeindruckend fand ich auch die Szene, in der sich Siri mit einem Messer einen Leberfleck aus dem Gesicht schneidet, den ihre Mutter an genau der gleichen Stelle besitzt. Hier versucht sie verzweifelt, die Ähnlichkeiten mit ihrer Mutter zu entfernen, um endlich eine eigene Persönlichkeit werden zu können, denn während des gesamten Filmes wird immer deutlicher, dass Siri sich lediglich als Kopie ihrer Mutter sieht und daher immer einem Vorbild nacheifern muss.
Auch die Klavierszenen sind recht überzeugend gedreht worden, denn ich nehme mal an, dass Franka Potente das nicht alles selbst gespielt hat :-) Dennoch fiel es kaum auf, dass ein Double am Klavier gesessen hat, so gut waren die Überblendungen von den Händen zu Frankas Gesicht oder in die Totale. Meist sah man Franka von vorne, aber der Flügel verdeckte ihre Hände, sodass das Klavierspiel sehr realistisch aussah. An zwei Stellen ist mir aufgefallen, dass Franka den Fuß nicht für das Pedalenspiel benutzt hat, das eine Mal stand der rechte Fuß tatenlos neben dem Pedal, in einer anderen Szene war der Fuß zwar auf dem Pedal, bewegte sich aber nicht. Aber das sind ja auch nur Spitzfindigkeiten!
** Vergleiche mit dem Buch
Da ich vom Film einigermaßen angetan war, habe ich mir noch am gleichen Abend das Buch bei amazon.de gekauft (für 6,90 Euro) und es schließlich in einem Rutsch durchgelesen. Zwischendurch war ich allerdings erstaunt, wie weit Buch und Film voneinander entfernt sind, denn fast nur das Grundthema stimmt beide Male überein. Bereits zu Beginn tauchen die Unterschiede auf, denn im Buch lebt Siri keineswegs als Einsiedlerin in Kanada, sondern in Hamburg, außerdem ist sie mit dem Wissen herangewachsen, ein Klon zu sein. Den Zusammenbruch Siris, als sie erfährt, ein Klon ihrer Mutter zu sein, gibt es demnach im Buch nicht, die Entfremdung zwischen Siri und Iris findet dort eher auf psychologischer Ebene statt. All diese Abwandlungen finde ich im Nachhinein ein wenig enttäuschend, allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Entfremdung zwischen Mutter und Klontochter filmisch leichter durch den Zusammenbruch Siris zu verdeutlichen war als über die psychologischen Probleme, die bei Siri immer stärker hervortreten.
Im Anhang des Buches ist eine Stellungnahme der Autorin zur Verfilmung ihres Buches zu finden, die recht positiv auffällt, was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Denn eine Autorin kann doch nicht zufrieden mit einem Film sein, der ihr Buch fast vollständig verändert?
** Fazit
Mein Tipp ist: Lasst euch nicht abschrecken von dem merkwürdigen Thema, dessen sich der Film annimmt, Blueprint ist sehenswert und wunderbar gefilmt. Beim Zuhören kann man zu Träumen anfangen und auch die kanadischen Landschaftsaufnahmen sind einmalig schön. Der Film wird sicherlich nicht jedem gefallen, denn man sollte sich schon ganz auf den Film einlassen und am Ende auch mal darüber nachdenken, was der Film einem sagen wollte. Blueprint ist kein Popcornkino zur seichten Unterhaltung, der Film zeigt auf gefühlvolle Art und Weise die mit dem Klonen verbundenen menschlichen Probleme auf. Ich vergebe insgesamt 4 Sterne und eine Empfehlung, kleine Abzüge gibt es wegen einiger Längen, außerdem sollte man sich den Film wohl nicht ansehen, wenn man mit klassischer Musik rein gar nichts anfangen kann.
Aus welchen Gründen „zeugt“ man ein Kind, wenn man es aus seiner eigenen DNA erschaffen lässt? Nicht aus Liebe zu jemand anderes, sondern aus Liebe zu sich selbst...?!
** Der Inhalt
Der Film beginnt in naher Zukunft in Kanada, wo Siri Sellin Waipitis fotografiert und einen Mann anfaucht, weil er mit lauter Musik die Tiere verschreckt hat. Greg Lucas ist sofort fasziniert von Siri, auch wenn sie ihn angeschnauzt hat. Er will wissen, wer sie ist, erfährt aber nur, dass sie sehr menschenscheu ist und zurückgezogen lebt. Doch er gibt nicht auf und besucht sie, um ihren Generator zu reparieren. Die beiden lernen sich etwas näher kennen, aber Siri hat andere Probleme, denn ihre Mutter liegt im Sterben und möchte Siri wiedersehen...
Ein Zeitsprung bringt uns 20 Jahre zurück in die Vergangenheit. Hier möchte Iris Sellin, eine berühmte Konzertpianistin, ihr Talent und ihre Musikalität für die Ewigkeit bewahren, denn sie hat Multiple Sklerose und weiß nicht, wie lange sie noch wird konzertieren können. Der berühmte Wissenschaftler Dr. Fisher hilft ihr dabei, einen Klon von ihr zu erschaffen. Die beiden schließen einen Pakt, da Klonen von Menschen illegal ist und keiner davon erfahren soll.
Als Kindermädchen zieht Daniela Hausmann mit ihrem dreijährigen Sohn Janeck, der später Siris bester Freund werden wird, bei Iris ein. Iris bringt ihre Tochter Siri zur Welt und erzieht sie bereits in jungen Jahren zu einer kleinen Konzertpianistin. Siri ist das Abbild ihrer Mutter und beherrscht das Klavier mindestens genauso gut. Niemand schöpft Verdacht über Siris wahre Herkunft, nur Iris’ Manager äußert bei einer Gelegenheit Kritik an Iris’ Erziehungsmethoden. Dr. Fisher drängt immer mehr darauf, die kleine Siri häufiger sehen und untersuchen zu können, um feststellen zu können, ob sein Experiment gelungen ist. Doch dies verweigert Iris ihm und schläft als Gegenleistung schließlich mit ihm, um sein Stillschweigen zu erkaufen.
Doch eines Tages geht Dr. Fisher mit seinen Neuigkeiten an die Öffentlichkeit und präsentiert Siri als den ersten menschlichen Klon der Welt. So erfährt die 13jährige Siri aus der Presse von ihrer wahren Identität und bricht völlig zusammen.
Wird Siri ihrer Mutter verzeihen können? Kehrt sie nach Deutschland zu ihrer Iris zurück, um diese vor ihrem Tod nochmals zu sehen? Was hat sie überhaupt dazu bewogen, nach Kanada auszuwandern?
** Cast & Crew
Franka Potente: Iris Sellin/ Siri Sellin
Ulrich Thomsen: Dr. Martin Fisher
Hilmir Snaer Gudnason: Greg Lucas
Katja Studt: Daniela Hausmann
Justus von Dohnanyi: Thomas Weber
Wanja Mues: Janeck Hausmann
Ole Puppe: Kristian
Rita Leska: Frau im Store
Nina Gummich: Siri (8 Jahre)
Karoline Teska: Siri (13 Jahre)
Woody Mues: Janeck (10 Jahre)
Hendrik Duryn: Notarzt
Regie: Rolf Schübel
Drehbuch: Claus Cornelius Fischer
Musik: Detlef Friedrich Petersen
Produzentin: Heike Wiehle-Timm
FSK: ab 12 Jahren
Dauer: 113 Minuten
Nach dem Roman „Blueprint – Blaupause“ von Charlotte Kerner
Offizielle Filmhomepage: http://www.blueprint-derfilm.de/seiten/index.htm
** Kritik
Um ehrlich zu sein, war ich sehr skeptisch, als ich gelesen habe, worum es in diesem Film geht, denn zum Thema „Klonen“ hatte ich sofort den schlechten Film „6th day“ mit Arnold Schwarzenegger vor Augen, der sich bereits dieses Themas angenommen hatte, aber die Namen Franka Potente und Rolf Schübel („Gloomy Sunday“) haben mich schließlich doch dazu bewogen, mir diesen Film anzusehen und darüber bin ich wirklich froh.
Blueprint ist nahezu frei von Science Fiction-Elementen, wenn man absieht von einem modernen Kommunikationsgerät, das Telefon und PC in einem darstellt. Stattdessen erzählt der Film die Geschichte von einer Mutter, die sich selbst neu erschaffen will und dies mit Hilfe ihrer geklonten Tochter erreichen will. Franka Potente liefert eine überzeugende Leistung ab, denn sie spielt in einer Doppelrolle Iris und Siri Sellin, die zwar beide eine Leidenschaft für das Musizieren hegen, aber dennoch vom Typ her völlig unterschiedlich sind. Siri lebt zurückgezogen in den Wäldern Kanadas, während Iris immer kränker und älter wird, aber dennoch nichts von ihrem Stolz verliert. Besonders interessant sind die Szenen, in denen sich Mutter und Tochter gegenüberstehen und man direkt sieht, wie unterschiedlich Franka Potente sich darstellen kann. In Siris Augen sieht man in diesen Szenen oft Hass und Verachtung ihrer Mutter gegenüber, während Iris ihr schwach und krank, fast voller Verzweiflung, ihrer Tochter gegenübersitzt. Aus den doch so gleichen Personen sind also doch unterschiedliche Persönlichkeiten geworden. Auch die anderen Darsteller sind gut gewählt, auch wenn sie neben Franka Potente zu kleinen Nebendarstellern verkommen, zu erwähnen sind aber die beiden kleinen Siris, die Franka Potente in der Tat recht ähnlich sehen. Verblüffend fand ich auch die Ähnlichkeit zwischen den beiden jungen Ausgaben der Siri, denn ich habe kaum gemerkt, dass die Schauspielerin ausgetauscht wurde. Bemerkenswert fand ich die Mimik der 13jährigen Siri, als sie das erste gemeinsame Konzert mit der Mutter spielt und während des gesamten Konzertes aussieht, als ob sie gleich überkochen würde vor Wut, aber dennoch ihre Fassade aufrechterhalten kann. Hier zeigt auch die kleine Karoline Teska ihre schauspielerischen Fähigkeiten.
Unterlegt ist der Musik von einem wunderbaren Soundtrack von Detlef Petersen (der unter anderem den Soundtrack zu „Gloomy Sunday“ geschrieben hat). Auf der offiziellen Filmhomepage sind kleine Hörproben vorhanden, die einen guten Eindruck in die Filmmusik geben, empfehlen kann ich hier von Dana Glover „The truth lies“, außerdem gibt es den Soundtrack zur Zeit als Doppel-CD für 13,99 Euro bei amazon.de.
Blueprint ist ein stiller Film mit leisen (Klavier-)Tönen, der in wunderbarer Weise die Beziehung zwischen Mutter und geklonter Tochter zeichnet und dem Zuschauer Einblicke gewährt in die Gefühlswelt eines Mädchens, das im Alter von 13 Jahren aus der Presse erfährt, dass ihre eigene Mutter sie hat klonen lassen. Der Film nimmt sich dem Problem des Klonens an, ohne die gesundheitlichen Probleme des Klons oder die mit dem Klonen verbundenen Gefahren in den Vordergrund zu stellen, stattdessen zeigt er die möglichen seelischen Probleme auf, die der Klon bekommen könnte. Denn schließlich ist ein Klon ja nur die Kopie eines anderen Menschen, kein eigener Mensch. Wie fühlt man sich, wenn es einen schon gibt? Und man selbst als „unscharfer Blueprint (Blaupause)“ der Mutter bezeichnet wird? Kann man dann noch ein eigenständiger Mensch sein? Und was, wenn man auch noch bewusst als Kopie der Mutter herangezogen wird?
Beeindruckend fand ich auch die Szene, in der sich Siri mit einem Messer einen Leberfleck aus dem Gesicht schneidet, den ihre Mutter an genau der gleichen Stelle besitzt. Hier versucht sie verzweifelt, die Ähnlichkeiten mit ihrer Mutter zu entfernen, um endlich eine eigene Persönlichkeit werden zu können, denn während des gesamten Filmes wird immer deutlicher, dass Siri sich lediglich als Kopie ihrer Mutter sieht und daher immer einem Vorbild nacheifern muss.
Auch die Klavierszenen sind recht überzeugend gedreht worden, denn ich nehme mal an, dass Franka Potente das nicht alles selbst gespielt hat :-) Dennoch fiel es kaum auf, dass ein Double am Klavier gesessen hat, so gut waren die Überblendungen von den Händen zu Frankas Gesicht oder in die Totale. Meist sah man Franka von vorne, aber der Flügel verdeckte ihre Hände, sodass das Klavierspiel sehr realistisch aussah. An zwei Stellen ist mir aufgefallen, dass Franka den Fuß nicht für das Pedalenspiel benutzt hat, das eine Mal stand der rechte Fuß tatenlos neben dem Pedal, in einer anderen Szene war der Fuß zwar auf dem Pedal, bewegte sich aber nicht. Aber das sind ja auch nur Spitzfindigkeiten!
** Vergleiche mit dem Buch
Da ich vom Film einigermaßen angetan war, habe ich mir noch am gleichen Abend das Buch bei amazon.de gekauft (für 6,90 Euro) und es schließlich in einem Rutsch durchgelesen. Zwischendurch war ich allerdings erstaunt, wie weit Buch und Film voneinander entfernt sind, denn fast nur das Grundthema stimmt beide Male überein. Bereits zu Beginn tauchen die Unterschiede auf, denn im Buch lebt Siri keineswegs als Einsiedlerin in Kanada, sondern in Hamburg, außerdem ist sie mit dem Wissen herangewachsen, ein Klon zu sein. Den Zusammenbruch Siris, als sie erfährt, ein Klon ihrer Mutter zu sein, gibt es demnach im Buch nicht, die Entfremdung zwischen Siri und Iris findet dort eher auf psychologischer Ebene statt. All diese Abwandlungen finde ich im Nachhinein ein wenig enttäuschend, allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Entfremdung zwischen Mutter und Klontochter filmisch leichter durch den Zusammenbruch Siris zu verdeutlichen war als über die psychologischen Probleme, die bei Siri immer stärker hervortreten.
Im Anhang des Buches ist eine Stellungnahme der Autorin zur Verfilmung ihres Buches zu finden, die recht positiv auffällt, was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Denn eine Autorin kann doch nicht zufrieden mit einem Film sein, der ihr Buch fast vollständig verändert?
** Fazit
Mein Tipp ist: Lasst euch nicht abschrecken von dem merkwürdigen Thema, dessen sich der Film annimmt, Blueprint ist sehenswert und wunderbar gefilmt. Beim Zuhören kann man zu Träumen anfangen und auch die kanadischen Landschaftsaufnahmen sind einmalig schön. Der Film wird sicherlich nicht jedem gefallen, denn man sollte sich schon ganz auf den Film einlassen und am Ende auch mal darüber nachdenken, was der Film einem sagen wollte. Blueprint ist kein Popcornkino zur seichten Unterhaltung, der Film zeigt auf gefühlvolle Art und Weise die mit dem Klonen verbundenen menschlichen Probleme auf. Ich vergebe insgesamt 4 Sterne und eine Empfehlung, kleine Abzüge gibt es wegen einiger Längen, außerdem sollte man sich den Film wohl nicht ansehen, wenn man mit klassischer Musik rein gar nichts anfangen kann.
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