Catch Me If You Can (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DieEine

Elmer Fudd jagd Leonardo di Caprio

Pro:

wahre Geschichte, Nachbildung der 60er Jahre, Umsetzung

Kontra:

Christopher Walken, zieht sich teilweise in die Länge

Empfehlung:

Ja

Letzten Sonntag haben zwei Freundinnen und ich mal etwas neues ausprobiert. Im UCI-Kino in Düsseldorf wird Sonntags ein Kino-Brunch angeboten. Da bekommt man für 10 Euro ein Kinoticket seine Wahl und eine Eintrittskarte für das im UCI-ansässige Restaurant zum brunchen. Wir wollten natürlich ausprobieren, was man da so geboten bekommt und konnten uns sogar sehr schnell auf einen Film einigen. Ich als Fan von Leonardo di Caprio hab natürlich meinen Kopf durchsetzen können und so hieß es an der Kinokasse \"einmal das Brunchticket für \"Catch me if you can\" um 14.00 Uhr\".

Steven Spielberg schafft es nach so vielen Jahren seiner Karriere immer wieder ohne große Vorankündigungen seiner Filme und lediglich mit dem üblichen Werbebudget die Kinosäle zu füllen. Liegt das mittlerweile einfach nur an seinem Namen, den Top-Schauspielern, die er immer verpflichtet, oder faszinieren seine Filme einfach? Mit \"Catch me if you can\" ist ihm wieder ein großer Wurf gelungen und dass obwohl (oder gerade weil?) der Film auf einer wahren Geschichte beruht, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Die Verfilmung von Frank William Abagnale Jr. fängt mit einer kleinen Parabel an, die sich durch den ganzen Film zieht und damit zum eigentlichen Hauptthema wird.

\"Zwei Mäuse fallen in ein Sahnefass. Die eine gibt sehr schnell auf und ertrinkt. Die zweite Maus aber strampelt so lange mit ihren kleinen Füßen, dass aus der Sahne Butter wird und sie hinausklettern kann.\"
Sich immer wie die zweite Maus zu verhalten lernt Frank Abagnale Jr. (Leonardo di Caprio) von seinem Vater (Christopher Walken). Dieser hat es nicht leicht, hat er doch Schulden beim Finanzamt, die ihm seinen eigenen Laden kosten und eine Frau, die ihn betrügt.
Als die Eltern sich trennen und von Frank Jr. verlangen sich zu entscheiden, bei wem er leben möchte, reißt er aus und beginnt ein Leben als Hochstapler.
Eher zufällig schlittert er in eine vermeintliche Piloten-Karriere bei der Pan Am. Er fälscht deren Gehaltsschecks und schafft es durch seinen außergewöhnlichen Charme bald als dreistester Scheckbetrüger der USA gesucht zu werden.

Der FBI-Beamte Carl Hanratty (Tom Hanks) nimmt die Verfolgung Abagnales auf ohne anfangs zu wissen, dass der meistgesuchte Verbrecher eigentlich noch mitten in der Pubertät steckt.
Bei der Flucht vor dem FBI und vor sich selbst, schlüpft Frank immer wieder in andere Rollen, in denen er zu überzeugen weiß. So ist er zum Beispiel Arzt und Anwalt zur gleichen Zeit und spielt mit dem einsamen Hanratty ein amüsantes Katz und Maus-Spiel, bei dem schließlich eine enge Bindung zwischen den beiden entsteht.

Diese Freundschaft, die eigentlich keine sein dürfte, sorgt dafür, dass \"Catch me if you can\" spannend und witzig zu gleichen Teilen ist.
Steven Spielberg ist nach langer Zeit mal wieder ein Film gelungen, bei dem man sich einfach zurücklehnen und den Film mit seiner unglaublichen Geschichte auf sich wirken lassen kann.
Die Zeitreise in die 60er und 70er Jahre ist mit viel Liebe zum Detail gelungen, was man von der Auswahl der Schauspieler nicht unbedingt sagen kann. Di Caprio und Hanks machen ihre Sache sehr gut, denn sie sind nunmal die die Sympathieträger, die sie sein sollen und spätestens seit \"Forrest Gump\" wissen wir, dass etwas trottelige Rollen für Hanks nahezu perfekt sind, aber bei Christopher Walken als Frank Abagnale Sr. wartet man einfach die ganze Zeit darauf, dass er seinen Jungen verprügelt. Die vom Leben stark gebeutelte Kämpfernatur bringt er zwar gut rüber, aber in seinem Blick ist durchweg etwas böses, was dem Film nicht zu Gute kommt und den Zuschauer einfach nur verwirrt und auf etwas warten läßt, was in dem Film nicht passiert.

Teilweise zieht sich die Handlung aber auch unnötig in die Länge und wirkt etwas ermüdend. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass die Geschichte von Frank Abagnale Jr. So witzig und unglaublich ist und man soviel Spaß daran hat, dass man Frank immer in neuen Rollen sehen möchte. Da wirken Zwischensequenzen wie eine Sexszene im Hotel oder die Telefonanrufe bei Hanratty etwas langweilend. Das ist aber eigentlich nicht weiter schlimm, denn in lahmen Szenen kann man sich mal etwas auf die Kulissen und die Feinarbeiten in der Nachbildung der 60er Jahre konzentrieren.

Insgesamt ist \"Catch me if you can\" ein großartiger Unterhaltungsfilm, der sich hier und da zwar etwas in die Länge zieht, aber sonst einfach nur Spaß macht, denn Tom Hanks als Jäger erinnert ein wenig an Elmer Fudd und Comics mögen wir ja schließlich alle.

*Teile dieser Meinung sind von mir schon bei www.hiphop.de veröffentlicht worden*

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