Chicken Run - Hennen Rennen (VHS) Testbericht

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ab 8,78
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Erfahrungsbericht von dreamweb

Verrückt-Guter Film der etwas anderen Art

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

In meiner Videothek habe ich mir jetzt die DVD Chicken Run gekauft. Neben dem verrückten aber auch guten Film hat man hier bei der DVD noch eine weitere DVD mit ca. 108 Minuten Bonusmaterial. Hier meine Meinung zu Chicken Run.

1. INHALT
2. MEINUNG
- Allgemein
- Animationen und Hintergründe
- DVD
3. DATEN
4. FAZIT



INHALT

Ginger ist eines von vielen Hühnern auf der Tweedy-Hühnerfarm. Die Hühner werden dort strengstens kontrolliert. Solange sie Eier legen, ist alles in Ordnung. Sinkt aber die Legequote, so landet die jeweilige Henne im Kochtopf. Schon seit langer Zeit überlegt Ginger, wie die Hühner am besten von der Farm fliehen kann, die einem Internierungslager gleicht. Abends bewachen zwei scharfe Dobermänner die hoch umzäunte Farm und auch Mr. Tweedy kontrolliert immer wieder die Sicherheit der Farm. Trotz Gingers toller Ideen gelingt Ginger und den anderen Hennen auch nie die Flucht.

Aber eines Tages ändert sich alles. Zum einen kommt ein fremder Hahn über den Zaun geflogen und erleidet dann im Futtertrog der Hühner eine Bruchlandung. Und Ginger hat gesehen, wie er mit rasanter Geschwindigkeit angeflogen kam, bevor er mit dem Wetterhahn kollidierte und dann im Napf landete. Jetzt hat sie nur noch eine Idee. Der fremde Hahn, der sich Rocky nennt, soll allen Hennen beibringen, wie man fliegt. Und dann fliegen alle gemeinsam von der Farm weg in die verheißungsvolle Freiheit.

Zudem gibt es noch eine Änderung. Plötzlich werden die Hennen, die keine Eier mehr legen, nicht mehr getötet. Stattdessen gibt es eine doppelte Portion Futter. Ginger und Rocky bekommen auch bald heraus, wieso das so ist. Denn Mrs. Tweedy ist es leid, nur geringe Gewinne mit ihrer Eierproduktion einzufahren. Sie hat sich von der Idee begeistern lassen, Pastete aus ihren Hühnern zu machen. Nur bedeutet das für Ginger und Co den baldigen Tod.

Jetzt geht es darum, den flügelverletzten Rocky möglichst bald zu heilen, damit dieser dann möglichst schnell den teilweise sehr fetten Hühnern das Fliegen beibringen kann. Denn die Zeit drängt...


MEINUNG

- Allgemein

Freiheit für die Hühner der Welt. So könnte man eine Minibeschreibung abgeben. Denn hier werden tatsächlich die Hühner so dargestellt, wie sonst nur die Menschen. Also als fühlende, denkende und ihr Schicksal miterlebende Wesen. Und das ist auf dieser Hühnerfarm von Anfang an für ein Huhn schon nicht optimal. Und später Lebensedrohend.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so in den Film reinversetzen kann, um ihn zu genießen. Aber auf eine schöne humorvolle und auch zum Nachdenken anregende Art wurde es hier geschafft, dass man tatsächlich auch mit den Hühnern bangen kann. Ginger wäre als Mensch eine selbstbewußte, junge Dame, die immer wieder versucht, ihr Schicksal zu ändern. Und das macht auch das Huhn Ginger. Sie ist die treibende Kraft im Film. Diejenige, die nicht tatenlos zusehen will, wie Hühner, einfach getötet werden.

Dagegen ist Rocky der Abenteurer und der gutaussehende Hahn im Korb. Zwar gibt es hier noch einen alten, militärisch ausgebildeten Hahn, aber die weibliche Hühnerwelt ist doch sofort von Rocky angetan. Bis auf Ginger, die nicht ganz so leicht auf einen Angeber reinfällt. Denn Rocky ist auch ein Angeber und auch nur ein geflüchteter Zirkushahn. Er ist ein Wesen, das sich alleine irgendwie durchschlägt. Und für den alles so lange gut ist, wie es für ihn persönlich gut ausgeht. Wie es anderen ergeht, interessiert Rocky weniger.

Aber auch alle anderen menschlichen Charaktäre sind hier in der Hühnerschar vertreten. Die Anpasserin, die kritische Nörglerin, die Naive und auch die Skeptische. Da es ja alles weibliche Wesen/Hühner sind, verwende ich hier auch bewußt die Sie-Form.

Die Menschen sind dagegen doch ziemlich überzogen. Mrs. Tweedle ist unwahrscheinlich Ich-Bezogen. Was ihr Mann denkt oder ob er ihre Ideen mag, interessiert sie nicht. Sie ist so die typische Ehe-Hexe, wie ein Mann sie in seinen Alpträumen haben mag. (Nehme ich mal an, ich finde sie selbst schrecklich). Mr. Tweedle ist dagegen extrem Ja-sagerisch und läßt sich von seiner Frau beschimpfen, in den Hintern treten und für dumm erklären. Kurzum, der Waschlappen-Typ, wie man sich ihn vorstellt.

Spätestens jetzt kann sich der Leser wohl vorstellen, dass das ganze eine herrliche Komödie, ein toller Klamauk ergibt. Dazu kommt die sehr gelungene Animationskunst, denn bei Chicken Run handelt es sich um einen Animationsfilm. Und um einen Hühnerabenteuerfilm.


- Animationen und Hintergründe
(Erster und zweiter Absatz teilweise aus dem Internet)

Der Film Chicken run / Hennen rennen basiert auf einer einfachen Zeichnung: Co-Regisseur und -Produzent Nick Park malte ein Huhn, das sich mit Hilfe eines Löffels unter einem Stacheldrahtzaun hindurchgräbt. Hier seine Aussage: \"Ich fand Hühner schon immer ziemlich komisch\", meint Park, \"aber wir verpflanzten sie in ein dramatisches Umfeld - ein schreckliches Leben in Gefangenschaft, ausgenutzt von Menschen. Wenn du sie das erste Mal siehst, denkst du vielleicht: \'Na ja, es sind ja nur Hühner\'. Aber dann erkennst du, dass Hühner Leute wie du und ich sind.\" Sagt Park und kann sich ein ironisches Grinsen nicht verkneifen.

Stop-Motion Film: Während bei der normalen Handzeichnungs-Animation ein Charakter durch eine Vielzahl von Einzelbildern zum Leben erweckt wird, arbeitet der Animator bei der 3-D-Computeranimation mit einem 3-D-Modell, das er am Computer geschaffen hat. Ein Stop-Motion-Animator beginnt hingegen mit einer Puppe. Die Puppen in Chicken Run bestehen aus einem beweglichen Metall-Skelett, das umhüllt ist von farbiger Knetmasse, dem Plastilin. Mit feinen Bewegungen und vorsichtigen Manipulationen der Figuren wird dann eine Bewegung vorgetäuscht, welche die Kamera Schritt für Schritt im Standbild festhält. Aneinandergereiht ergeben diese Aufnahmen dann eine flüssige Bewegung, die Animation. Bis zu 200 Animatoren, Modellbau-Künstler, Set-Bauer, Kameraleute und Techniker arbeiteten an Chicken Run - Hennen Rennen in den Aardman-Studios in Bristol. 30 Aufnahmeteams drehten simultan mit acht Hauptanimatoren, die die Animation an sämtlichen Sets beaufsichtigten. Als Senior Director of Photography überwachte Dave Alex Riddett die Kameraarbeiten an allen Sets. Es gibt 24 Haltungsposen bzw. Einzelbilder pro Filmsekunde. Im Durchschnitt wurden am Tag zehn Sekunden Filmmaterial gedreht und abgesegnet. Die größte Szene im Film ist die, bei der die Hühner zum Morgenappell antreten müssen. Rund 150 Puppen kamen für diese Szene zum Einsatz. Die Chicken Run-Modelle sind aus einem speziellen Plastilin hergestellt, dem sogenannten Aardman-Mix. Dieser ist strapazierfähiger als normales Plastilin.

Auf jeden Fall sind hier die Tiere sehr menschlich, menschlicher sogar als die Menschen selbst. Diese werden eben in ihrer schlimmsten Art dargestellt. Und so, wie sie für Tiere wohl auch wirken würden. Und hier wurde nur mit animierten Figuren sehr gut dargestellt, wie Hühner reagieren würden, wenn sie denken könnten. Und welche Methoden sie alle verwenden würden, um aus so einem bewachten Lager zu fliehen.

Neben den interessanten Huhn-Animationen, die wirklich alle sehr unterschiedlich sind, gibt es auch noch die beiden Dobermänner, denen man die Bosheit direkt ansieht und zwei Ratten. Diese Ratten sind hier die Kleingannoven und Schlitzohren, die für die richtige Bezahlung auch alles liefern. Und die beiden sind ziemlich sehenswert.

Erwähnenswert ist meiner Ansicht auch noch die Stimme des Hahnes Rocky. Im englischen spricht Mel Gibson diesen Abenteuerhahn, im Deutschen hat Ingolf Lück die Ehre. Auch wenn Mel Gibson selbst ein Komiker ist, der auch gerne in abenteuerlichen Filmen spielt, finde ich hier die deutsche Stimme noch gelungener. Die Art von Lück paßt hier unwahrscheinlich gut zu dem Typ, den Rocky hier darstellt. Zudem paßt auch die Stimme selbst hervorragend. Wenn dieser Hahn reden könnte, dann hätte er bestimmt eine solche Stimme. (ich weiß, dass Hähne nicht reden können, aber Hühner schmieden auch keine Fluchtpläne...)

Der Film Chicken Run nimmt ironisch das Thema Internierungshaft aufs Korn. Denn es ist nicht Zufall, dass alles wie in einem bewachten Lager wirkt, in dem man Menschen einpfercht. Die Macher haben dieses Thema bewußt genommen und dann die Hühner als Hauptdarsteller gewählt. Eben dieses Huhn, das sich mit einem Löffel einen Tunnel unter dem Zaun durch gräbt... Das macht Ginger übrigens hier im Film tatsächlich. Sie ist das erste Huhn, das ich auch mal in Einzelhaft gesehen habe. Also auch durchaus solche Themen werden hier lustig angepackt. Ohne die vielen Hintergrundinformationen ahnt man das vielleicht gar nicht so.

Die Musik ist sehr passend und gut für einen Film zum Lachen.


-DVD

Jetzt zu den vielen Extras der DVD. Wie oben erwähnt, erhält man hier in einer Jewel-Box 2 DVDs.

Eine davon ist der eigentliche Animationsfilm DVD-Typ 9. Aber auch auf dieser DVD bekommt man schon einige Extras geboten. Es gibt eine spezielle Szenenauswahl mit Soundhighlights, für den Rechnerbesitzer hat die DVD-Rom noch Desktophintergründe, Postermotive und ausführliche Hintergrundinformationen zusätzlich.

Das Format ist hier PAL 1,85:1 (anamorph), an Tonformaten gibt es schon fast zu viel Auswahl (ironisch gemeint)
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 EX
2. Englisch, Dolby Digital 5.1 EX
3. Music Score, Dolby Digital 5.1 EX
4. Regie-Audiokommentar
5. Deutsch, DTS ES Discrete 6.1
6. Englisch, DTS ES Discrete 6.1

Bis jetzt kann ich mich allerdings nicht entscheiden ob das Dolby Digital 5.1 EX oder das DTS ES Discrete das bessere Tonformat ist. Fachleute können mir ja mal sagen, was besser ist. Bzw. was wofür besser geeignet ist. Mit Dolby Digital klingt der Film bei mir sehr gut. Auch die Bildqualität läßt nicht zu wünschen übrig, bisher war das aber bei allen DVDs der Fall, die ich bisher gesehen habe.

Zudem gibt es auf Wunsch einblendbare Untertitel in Deutsch und in Englisch.

Die zweite DVD enthält eine Unmenge von Film- und Hintergrundinformationen zu Chicken Runs. Von der Entstehungsgeschichte zur Erstellung dieses Stop-Motion-Animationsfilmes ist alles vorhanden. Hier eine Aufstellung der vielen Extras:

Audiokommentar von Peter Lord & Nick Park
Sound Highlights
Making of Chicken Run
\"The Hatching Of Chicken Run\": Eigentlich noch ein \"Making Of\" mit der Geschichte der Knetpuppen von Nick Park und Peter Lord (Wallace & Gromit), rund 15 Minuten lang
Featurette: Die Story
Featurette: Die Produktion
Featurette: Die Animation
Ingolf Lück im Tonstudio
Synchronarbeiten mit Mel Gibson
Besuch am Set
Die Musikaufnahmen
2 Teaser (D & GB), 2 Trailer (D & USA), Trailer \"Chicken Impossible\" und \"Wallace & Gromit\", 5 TV-Spots (D, GB & USA)
Die Macher & Sprecher: 15 Infotexte und größtenteils Videoclips
Quiz: Interview Track 36
Filmplakate, Bildschirmhintergründe, Umfangreiche Produktionsnotizen, Interviews (Text)

Man kann sich hier wirklich stundenlang mit beschäftigen. Das einzig Störende an der Bonus-DVD ist, dass man sich beispielsweise nicht alle Hintergrundinformationen eines Bereiches in einem Ansehen kann. Man hat da noch ca. 5 bis 8 Unterpunkte. Jeden davon muss man einzeln manuell anwählen. Alles von den 108 Minuten Zusatz habe ich mir hier auch nicht angesehen, aber das meiste in Deutsch schon.


DATEN

Titel Deutschland: Chicken Run - Hennen Rennen
Titel USA: Chicken Run
Genre: 3D Animationsfilm
Farbe, England, 2000
Kino Deutschland: 2000-08-10
Kino Österreich: 2000-08-11
Kino USA: 2000-04-05
Laufzeit Kino: 91 Minuten
Kinoverleih D: Tobis
FSK: Altersfreigabe ab 6 Jahre

DVD-Cover

Laufzeit DVD: 83 Minuten
Zusatzmaterial: 108 Minuten
Anbieter: BMG

Darsteller:
Synchronstimmen: Ingolf Lück, Mel Gibson (Rocky)
Heidrun Bartholomäus, Julia Sawalha (Ginger)
Barbara Rathey, Miranda Richardson (Mrs. Tweedy)
Klaus Sonnenschein, Tony Haygarth (Mr. Tweedy)
Dagmar Biener, Jane Horrocks (Babs)
Aapril Hailer, Lynn Ferguson (Mac)
Regina Lemnitz, Imelda Staunton (Bunty)
Hans Teuscher, Benjamin Whitrow (Fowler)
Gerald Schaale, Timothy Spall (Nick)
Michael Pan, Phil Daniels (Fetcher)

Regie: Nick Park, Peter Lord

Produzenten: Peter Lord, David Sproxton, Nick Park für DreamWorks
Drehbuch: Peter Lord, Nick Park, Karey Kirkpatrick
Musik: John Powell, Harry Gregson-Williams

Im Handel gibt es die DVD für 50 bis 60 DM, in der Videothek habe ich nur DM 29,99 dafür gezahlt.


FAZIT

Ein sehr gut gemachter und total lustiger Animationsfilm über Hühner, die um ihr Leben zu retten, von einer Hühnerfarm fliehen wollen. Mir selbst hat der Film trotz anfänglicher Bedenken wegen der Hühner-Thematik sehr gut gefallen und ich kann ihn Erwachsenen mit Humor ebenso wie Kindern empfehlen. Sehr umfangreich ist hier das Zusatzmaterial der DVD-Version.


Ich hoffe, hier noch einige neue Aspekte genannt zu haben. Liebe Grüße - Miara

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