Erfahrungsbericht von Filmfreund
Der Zauberwürfel
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
********
Entfällt dieses Mal, da ich wirklich nicht mehr weiss, wie ich damals an den Film gekommen bin. Wahrscheinlich war es wieder dieser zahlreichen Tage, wo ich wahllos einen Film aus dem Regal meiner Stammvideothek gezogen habe, da mir das Cover gefiel....
Inhalt:
*****
Ihr kennt doch wohl alle den "Rubiks Cube - Zauberwürfel", der damals (zu meiner Kinder-/Jugendzeit) für allerlei Furore sorgte !?! Und dieser in Groß ist Gegenstand des Filmes „Cube“.
6 Personen wachen in einem 5x5x5m Raum auf. An jeder der sechs Wänden befinden sich Türen, die wiederum in anderen gleiche Räume verzweigen. Nachdem sich die einzelnen aneinander kennengelernt haben, versuchen sie zum einen hinter das Geheimnis ihres Gefängnisses zu kommen, zum anderen suchen sie den Ausweg aus diesem „Labyrinth“. Doch dies soll sich schwieriger als gedacht herausstellen. Doch eine Eigenart haben die Räume. Manche von ihnen sind mit Fallen versehen, was einer der Personen auch schnell am eigenen Leib spürt. Nachdem man schliesslich aber eine Idee hat, in welchen Räumen sich Fallen befinden, scheint der Ausweg wieder näher zu rücken. Aber nicht umsonst scheint es nur so....
Meinung:
********
Versucht Euch in die Lage zu versetzen: Ihr wacht nicht in Eurem Bett, sondern in einem Würfel auf. Angezogen mit Anstaltskleidung und mit Menschen die ihr noch nie vorher gesehen habt. Hinzu kommt dann noch, das ihr nicht wisst, wo ihr seid und was noch schlimmer ist, warum seid ihr da. Gedanken über Gedanken, dazu noch die Probleme der anderen und ein Autist, der durch seine Krankheit nicht wirklich dazu beitragen kann, diese Fragen zu beantworten oder gar den Ausgang zu finden.
Für mich wäre es ein Horrorszenarium erster Güte. Nicht das ich unter Klaustrophobie leide, aber das müsste nun wirklich nicht sein. :-)
Regisseur Vincenzo Natali hat m.E. mit "Cube" einen guten und soliden Spielfilm abgeliefert. Ohne viel Geld in die Produktion zu stecken – also einen Low-Budget - und auch sonst auf viele (dafür aber mit sehr guter Qualität) teure Effekte zu verzichten, bietet er trotz allem einen Film an, der an einer gewissen Spannung nicht vorbeikommt.
Die Grundidee stimmt für mich schon einmal. Sie stellt eigentlich ein großartiges Grundgerüst für Gesellschaftskritik, Charakterzeichnung oder Lebensphilosophie dar.
Aber man hätte mit Gewissheit mehr draus machen können. Wenn man sich aber vor Augen hält, das dies das Erstlingswerk des kanadischen Regisseurs Vincenzo Natali ist, dann kann/muss man sogar einzelne Abstriche machen.
Sein niedriges Budget wird allerdings geschickt vertuscht, denn die Kulisse wirkt nie richtig billig. Die klischeebehafteten Charaktere werden durch die Schauspieler erträglich bis gut gespielt, Meisterleistungen gibt es aber keine, was aber nicht weiter tragisch ist.
Im ganzen sind die Charaktere zu klischeebehaftet. Auf der einen Seite ein Nachteil, da sich so der Verlauf des Filmes dem Zuschauer zu schnell präsentiert wird. Auf der anderen Seite aber auch gut, da ansonsten der Film als ganzer wohl noch weniger funktionieren würde.
„Cube“ lässt viele Fragen offen und lässt daher viel Raum für Interpretationen. Er macht keinerlei Vorgaben und verzichtet zu jedem Zeitpunkt völlig auf Wertungen. Er beschreibt lediglich und (ver)urteilt nicht.
Aber „Cube“ kann sich nicht wirklich entscheiden, was er nun genau sein will. Ein Psychodrama, ein Rätselfilm à la Pi, Gesellschaftskritik, sonstiges ? Er hat von jedem etwas, das ganz gewiss, aber das macht es nicht besser und auch nicht einfacher. Alles in allem beeinträchtigen sich diese Dinge untereinander und ist daher nicht zielstrebig genug. Bemerkenswert ist dann aber, das er trotz allem spannend bleibt. Man folgt dem Verlauf der Geschichte und findet sich immer wieder in der Rolle einer der Charaktere wieder und versucht ebenfalls eine „Art Lösung“ zu finden.
Besonderheiten:
*************
· Low-Budget-Film (300.000$ Budget, 20 Tage Drehzeit)
· Die Nachnamen der Charaktere sind in Wirklichkeit die Namen von amerikanischen Gefängnissen
Filminformationen
***************
Land: Kanada
Jahr: 1997
Originaltitel: Cube
Laufzeit: ca. 90 min
Darsteller: Dean Wint (Quentin), Nicole de Boer (Leaven), Nicky Guadagni (Holloway), David Hewlett (Worth), Andrew Miller (Kazan), Wayne Robson (Wayne)
Regie: Vincenzo Natali
Produzenten: Mehra Meh, Betty Orr
Drehbuch: Andre Bijelic, Vincenzo Natali, Graeme Manson
Musik: Mark Korven
Kamera: Derek Rogers
Spezialeffekte: Bob Munroe, John Mariella
Ausstattung: Jasna Stefanovic
Schnitt: John Sanders
Offizielle Seite: http://cubethemovie.com/propaganda.html
Fazit:
*****
Es müssen nicht immer nur teure und mit Top-Darstellern besetzte Filme á la Hollywood sein. Es bedarf also oftmals nur einer hervorragenden Grundidee.
So long Euer Filmfreund
40 Bewertungen, 6 Kommentare
-
15.05.2002, 20:16 Uhr von SchwarzeRosen
Bewertung: sehr hilfreichIch sah den Film im letzen Jahr...Es gibt schon noch wesentlich besseres aus dem Genre .. Sunny Greetz Carmen
-
30.04.2002, 20:11 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichNa den Würfel kenne ich und habe ihn auch zwischenzeitlich bezwungen. Aber der Film ist mir unbekannt.
-
05.03.2002, 20:09 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichich vergebe gerade noch Sehr Nützlich. Du hast deine Meinung klar gesagt,in der Begründung jedoch etwas gespart!So wären ein paar Beispiele für die Schauspielerischen Leistungen und die Kameraführung (was ist an ihr so ungewö
-
05.03.2002, 16:30 Uhr von AliAsAliAs
Bewertung: sehr hilfreichHab den Film auch gesehen und fand ihn von der idee genial und auch eigentlich von der durchführung - allerdings das Ende etwas unbefriedigend. gruß vom alias
-
28.02.2002, 16:58 Uhr von Gremlin
Bewertung: sehr hilfreichHört sich sehr interessant an
-
28.02.2002, 16:24 Uhr von IvoryB
Bewertung: sehr hilfreichICh fand den Film auch absolut genial!! Habe ihn erst vor kurzem auf Video gesehen! Lieben Gruß, Ivory
Bewerten / Kommentar schreiben