Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (VHS) Testbericht

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ab 22,48
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Erfahrungsbericht von Abana1

Sehr gut, aber es ginge wohl auch besser?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Endlich war es so weit - ab 0.05 Uhr konnte ich mir heute den zweiten Teil der \"Herr der Ringe\" Trilogie, \"Die zwei Türme\", anschauen. Und dies auch gleich im Doppelpack mit dem ersten Teil, was eine schöne Einstimmung war. Leider lief nur die normale Kinoversion von \"Die Gefährten\", der Extended Cut wäre noch sehenswerter gewesen, aber eigentlich ging es sowieso um \"Die zwei Türme\". Gegen 3.15 Uhr war das Kinoerlebnis dann auch \"schon\" beendet, welches leider auch noch von einer zehnminütigen Pause unterbrochen wurde. Nun folgt mein Bericht zum Film, so lange die Eindrücke noch relativ frisch sind.


Handlung
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Frodo und Sam haben sich in der Berge von Emyn Muil begeben, wo sie nach einiger Zeit immer mehr Schwierigkeiten haben, den Weg nach Mordor zu finden. Außerdem werden sie schon nach einiger Zeit von dem Geschöpf Gollum verfolgt, welcher es auf den Ring abgesehen hat. Frodo und Sam können Gollum überwältigen, und nach langen Diskussionen verspricht Gollum die beiden nach Mordor zu führen...

Aragorn, Legolas und Gimli begeben sich auf die Suche nach Pippin und Merry, die von den Orks gefangen genommen wurden. Die Orktruppen konnten allerdings von Reitern aus dem Königreich Rohan überwältigt werden, der Verbleib der Hobbits ist aber unbekannt. Aragorn findet heraus, das die beiden Hobbits wahrscheinlich in den Wald Fangorn geflohen waren, und die drei Gefährten nehmen die Verfolgung auf. Sie treffen im Wald auf einen alten Bekannten, nämlich Gandalf, der den Sturz in die Teife und den Kampf gegen den Balrog überlebt hat - Nun ist er Gandalf der Weiße. Merry und Pippin haben mittlerweile die Bekanntschaft von dem Ent Baumbart gemacht, einem lebenden Baum. Die beiden Hobbits versuchen die Ents zu einen Krieg gegen Saruman und Mordor zu überreden...

Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli befinden sich nun auf dem Weg nach Rohan, um dem König Theoden einen Besuch abzustatten. Dieser steht allerdings unter dem Einfluß von Saruman, da der Zauberer seinen Lakaien Schlangenzunge entsandt hat, um Theoden seinen Willen zu rauben. Auch Theoden´s Nichte Éowyn kann nichts dagegen ausrichten. Gandalf kann den Bann brechen und Theoden kommt zu alter Stärke. Von einem Kampf gegen Mordor hält er allerdings nichts, er will sich nach Helms Klamm zurückziehen. Doch es eine 10000 Mann starke Armee ist auf dem Vormarsch, um eine entscheidende Schlacht gegen die Menschheit zu führen...

Daten
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Regisseur: Peter Jackson

Darsteller (neu in Teil 2):
- Bernard Hill (König Theoden)
- Miranda Otto (Éowyn)
- Karl Urban (Éomer)
- Brad Dourif (Schlangenzunge)
- David Wenham (Faramir)

Spielzeit: 179 min
FSK: ab 12 Jahre

Webseite:
- englisch: http://www.lordoftherings.net
- deutsch: http://www.herrderringe-film.de

Kinostart Deutschland : 18. Dezember 2002


Meine Meinung
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Was ist nun meine Meinung zum Film? Ich habe einen durchaus guten Eindruck von \"Die zwei Türme\" und sieht man diesen Film mal ohne die Romanvorlage, handelt es sich hier um einen richtig guten Monumentalfilm. Aber kann man den Film wirklich ohne das Buch betrachten? So ganz geht das wohl nicht, denn zumindest wenn man den Roman gelesen hat, drängen sich automatisch Vergleiche mit diesem auf. Und so zieht natürlich der Film den kürzeren, was auch nicht anders zu erwarten war. Trotzdem ist die Verfilmung sehr empfehlenswert, obwohl ich zugeben muß, das die Verfilmung des ersten Teils besser gelungen war. Man hat sich bei \"Die Gefährten\" noch mehr an die Romanvorlage gehalten, was man dann scheinbar bei \"Die zwei Türme\" etwas lockerer gesehen hat. So sollte man spätestens ab dem zweiten Teil nicht mehr von einer Umsetzung von Tolkiens Werk sprechen, sondern eher von einem hitverdächtigen Monumentalfilm, der sich der Geschichte von \"Herr der Ringe\" bedient. Das Endprodukt muß ja nicht unbedingt schlecht sein und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen, aber für echte Tolkien-Fans wird wohl gerade \"Die zwei Türme\" eine Enttäuschung sein. Dieser dauernde Vergleich mit dem Roman ist vielleicht auch überflüssig, denn im Vorfeld war mir klar, das der Film keinesfalls besser als der Roman wird, und auch eine Gleichwertigkeit war wohl nicht zu erwarten. Trotzdem kann man die Filme als wunderschöne Monumentalwerke sehen, und das ist auch mein Fazit (allerdings möchte ich im folgenden doch etwas mehr zu den Details schreiben).

Die FSK-Freigabe von 12 Jahren finde ich nicht richtig. Schon beim ersten Teil war die Altersfreigabe völlig falsch eingeschätzt, und auch hier hätte man wenigstens eine FSK16 Bewertung geben sollen. Was mich neben dieser viel zu niedrigen Altersfreigabe genervt hatte, war die zehnminütige Pause während des Films (übrigens an einer sehr unpassenden Stelle, nämlich der Befreiung Theodens durch Gandalf). Nun gut, man kann darüber meckern, aber ändern wird sich dadurch auch nichts. Aber nach einer einstündigen Pause nach dem ersten Film, fand ich die Pause einfach nur Mist (vor allem zu so fortgeschrittener Stunde!).

Was den zweiten Teil betrifft, so sollte man doch vor kurzem den ersten Teil gesehen haben, denn \"Die zwei Türme\" startet ohne Zusammenfassung der \"Der Gefährten\". Ich persönlich finde das auch gut, denn ich habe den ersten Teil sowieso schon x-mal gesehen, und bei einer Doppelvorstellung ergibt sich das ja von selbst. \"Die zwei Türme\" beginnt also sofort bei der Wanderung von Frodo und Sam, und im folgenden gibt es eine Dreiteilung der Handlung, denn wie in der Romanvorlage gibt es verschiedene Handlungsstränge. Die Umsetzung dieser Dreiteilung, nämlich die Geschichte um Rohan, Frodo/Sam und Merry/Pippin, fand ich sehr gelungen. Die Handlung war sehr übersichtlich, also auf keinen Fall zu verwirrend (auch für Nicht-Romankenner).

Was natürlich auch noch zu den positiven Eigenschaften des Films gehört und man eigentlich kaum noch zu erwähnen braucht, sind die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und monumentalen Schlachten. Das konnte man nach dem ersten Teil sowieso erwarten, und das Auge wurde auch bei dem zweiten Teil richtig verwöhnt. Nun gut, verwöhnen ist vielleicht bei den Orks der falsche Ausdruck, aber das Ork-Heer war schon beeindruckend. Die Schlacht um Helms Klamm stellt den Höhepunkt des Films dar, und darauf hat Regisseur Peter Jackson auch viel Arbeit verwendet.

Was mir weniger gefallen hat, war die Umsetzung der Ents. Rein optisch war das ja in Ordnung, aber inhaltlich kamen sie einfach viel zu kurz. Hier bietet der Roman eindeutig mehr, und dieser Meinungswandel der Ents am Ende wirkte einfach zu erzwungen. Insgesamt kamen aber nicht nur die Ents in Sachen Charakterisierung zu kurz. Was sich im ersten Teil schon angedeutet hat, wird im zweiten Teil noch konsequenter durchgesetzt - zu Gunsten der großen Handlung und Bilder wird auf die Charakterisierung der einzelnen Personen verzichtet. Aber mal ehrlich, was kann man bei so vielen Charakteren und so wenig Spielzeit wirklich erwarten? Nach dem ersten Teil hatte ich noch gedacht, das eine Spielzeit von vier Stunden viel geholfen hätte, aber bei dem zweiten Teil hätte man wahrscheinlich noch viel mehr gebraucht. Was ich für eine absolut gute Darstellung halte, ist Gollum. Anfangs war er zwar etwas nervig, aber er hat ja fast mehr Charakterisierung erfahren als manch andere Hauptdarsteller zusammen. Die Animation dieser Figur hat mir auch sehr gut gefallen.

Abschließend möchte ich nun doch noch einen Film/Roman-Vergleich anstrengen. Im Gegensatz zum Buch wurde im Film eindeutig mehr Humor eingebaut, was sich vor allem in witzigen Onelinern von Gimli niederschlägt. Dies ist ja nicht unbedingt schlecht und führte zu einigen Auflockerungen während des doch recht düsteren Films. Was allerdings einen riesigen Schnitzer darstellt, ist die Darstellung von Faramir. Während er im Film doch charakterlich sehr seinem Bruder Boromir ähnelt, wird er im Buch eher nicht als machtträchtig und eher friedliebend beschrieben. Und so weit ich mich noch an das Buch erinnern kann, gingen die Ents doch ebenfalls nach Helms Klamm (oder zumindest ihre Baumheere) und nicht nur nach Isengard, oder? Ansonsten gibt es noch Kleinigkeiten - Helms Klamm wirkt im Film etwas \"klein\", das Surfen von Legolas auf dem Schild die Treppe runter (wer ist bloß auf eine solche Idee gekommen), als sich Frodo den Nazgul stellt, Aragorns \"Tod\" etc. Man kann viele Beispiele aufzählen, und deshalb fand ich den zweiten Teil auch schlechter umgesetzt als den ersten Teil.


Bewertung des Films
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Betrachtet man den Film ohne die Romanvorlage, muß \"Die zwei Türme\" eigentlich Höchstbewertung bekommen, denn der Film ist einfach monumental. Doch so ganz möchte ich die Romanvorlage nicht außen vor lassen, und deshalb vergebe ich nur eine Zwei. Im Gegensatz zum ersten Teil wurde einfach zu viel von der Romanvorlage abgeändert bzw. ganz neu erfunden.


(18.12.2002)

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