Die Klasse von 1984 (DVD) Testbericht

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ab 8,02
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von gnoi_

Hey Pauker!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Heute hab ich mir endlich mal „Die Klasse von 1984“ angesehen. Ich hatte diesen Streifen schon längere Zeit bei mir rumstehen, bin aber irgendwie nie dazu gekommen ihn mir anzusehen. Ich hab ihn mir damals, so vor nem halben Jahr zugelegt, da mir von einem Bekannten versichert wurde, der Film wäre ein lupenreiner Splatter. Total brutal halt. Aber ich weiß nicht wie er auf diese Idee gekommen ist. Denn was wir hier zu sehen bekommen hat rein gar nichts mit dem Splattergenre zu tun, das wurde mir schnell klar. Somit war ich schon etwas enttäuscht, aber egal.


@@@ Story @@@

Worum es hier geht? Klar. Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es im weitesten Sinne um eine Schule und die dort herrschenden Konflikte.
Eines schönen Tages tritt Andrew Norris, seines Zeichens Musiklehrer, seinen Dienst an der Abraham Lincoln Highschool an. Er ist noch ein recht junger Lehrer, der voller Tatendrang steckt und stets an das Gute in den Schülern glaubt. Somit geht er denn nun auch optimistisch an seine Arbeit. Doch bereits am ersten Schultag muss er feststellen, dass sich diese Schule och ein ganzes Stück von seiner ehem. Schule unterscheidet. Es herrscht ohne übertreiben zu wollen das reinste Chaos. Die Schüler sind bis an die Zähne bewaffnet, haben nicht den geringsten Anstand und benehmen sich demnach wie die letzten Idioten. Um der Lage Herr zu werden, setzt die Schulleitung auf massiven Einsatz von Überwachungssystemen und Wachpersonal. Eine kleine, aber doch für diesen Film so bedeutsame Gang rund um ihren Anführer Peter Stegman scheint das alles jedoch am A.. vorbeizugehen. Sie terrorisieren ihre Schulkameraden und was noch viel schlimmer ist, sie handeln mit Drogen und schrecken dabei nicht davor zurück ihre Konkurrenten wenn nötig gewaltsam aus dem Weg zu räumen. Jener Stegman ist wie es der Zufall so will auch in dem Musikkurs von Mr. Norris, der nun gar nicht von dem Auftreten des Jungspunds erbaut ist. Die beiden geraten schnell aneinander. Als die Gang wenige Tage später von Norris beim Dealen erwischt wird und kurz darauf ein Mitschüler, dem sie die Drogen angedreht hatten, völlig zugedröhnt vor der Schule Selbstmord begeht, steht es fest: Diesen Typen muss Einhalt geboten werden. Norris setzt nun alles daran, Stegman und seine Mannen dingfest zu machen. Das Problem ist nur, dass er nicht einen einzigen Beweis hat. Die Schulleitung lässt die Gang nämlich aus Mangel an Beweisen laufen. Und das wissen seine Gegenspieler, die es sogar beinahe schaffen Norris ins schlechte Licht zu rücken. Dennoch versucht jener mehr oder weniger auf eigene Faust die Sache zu klären bis es schließlich zum finalen Showdown zwischen ihm und Stegman kommt.
Wie sich der Film im einzelnen gestaltet, möchte ich nicht aufführen, schaut euch das am besten selbst an.


@@@ Meine Meinung @@@

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so recht, wie ich den Film beurteilen soll. Okay, ein Splatter ist er schon mal nicht, deshalb lass ich diese Bewertungsgrundlage mal außen vor. Positiv aufgefallen ist mir auf jeden Fall die recht gut gestrickte Story des Films. Kein billiger Mist, wie ich anfangs schon vermutet hatte, sondern halbwegs gut durchdacht. Was aber nicht heißen soll, dass die Story überragend wäre. Denn das ist sie in meinen Augen wahrlich nicht, ich würd eher sagen gehobenes Mittelmaß oder so ähnlich. Irgendwie ist nämlich alles voraussehbar. Moralisch korrekter Lehrer kommt an eine versiffte Schule, versucht den Aufrührern das Handwerk zu legen, hat aber keine Beweise und muss sich irgendwie anderweitig behelfen. Seine „Opfer“ fühlen sich angegriffen und nehmen Rache. Naja, kommt mir irgendwie bekannt vor. Nichtsdestotrotz weiß der Film stets zu unterhalten, wenn auch wie ich finde auf keinem besonders hohen Niveau. Etwas hat mir gefehlt, ich kann nicht genau sagen, was es war. Vielleicht eine besondere Wendung in der Story oder ähnliches. Keine Ahnung.


@@@ Schauspieler @@@

Wirklich gut hingegen fand ich die schauspielerische Leistung von Perry King, der den Lehrer Andrew Norris spielt. Ich hab ihm seine Rolle als nach Gerechtigkeit strebende Lehrkraft stets abgenommen. Dies trifft sowohl auf seine Mimik, Gestik und auch seine sprachliche Ausdrucksweise zu. Man könnte wirklich meinen, er wäre auch im realen Leben Lehrer. Nur seine farblich monotonen Anzüge haben mich gestört *ggg*, aber da kann er ja nix für, waren halt die 80er.

Als zweiten Protagonisten hätten wir dann noch Roddy McDowall alias Peter Stegman. Auch seine Leistung kann nicht bemängelt werden. Er hat es bei mir richtig geschafft, dass ich eine Antisympathie gegen seinen dargestellten Charakter entwickle. Er spielt ein richtiges A...loch. Ein nicht mal volljähriger Lümmel, der aber schon mitten im Drogengeschäft steckt, hin und wieder auch mal den Zuhälter spielt und auch keine Skrupel hat zur Not auch mal einen aus dem Verkehr zu ziehen. Stets total von sich überzeugt, keinen Respekt vor niemandem und einfach nur arrogant. Dennoch, und das hat mich fast vom Hocker gehauen, ist er sogar richtig begabt. In einer Szene, als er mal wieder den Dicken markiert, kommt er plötzlich zur Besinnung und legt ein ausgezeichnetes Klaviersolo hin. Ich glaub ich höre nicht recht, hab ich in dem Moment gedacht! So ein Penner und gleichzeitig fast ein, ich übertreib mal, Genie.

Wen’s interessiert: Auch Michael J. Fox spielt eine kleine Rolle. Er spielt den Jungen, der der Freund des Selbstmörders zu Beginn des Filmes ist und der als einziger die Schuldigkeit der Gang bezeugen könnte. Aber er hat einfach zu viel Angst und kann deshalb erst relativ spät von Norris zu einer Aussage bewegt werden.

Die weiteren Darsteller haben alle einen wesentlich geringeren Anteil an der Story. Sie sind zwar ständig mit von der Partie, sind aber mehr Zubringer für Stegman bzw. Norris und haben keine großartig heraushebungswürdigen Charaktere.

@@@ Atmosphäre u.ä. @@@

Ich finde, so richtig viel Atmosphäre kommt in diesem Streifen nicht auf den Zuschauer zu. Einzig die Schlussszene kann da etwas beisteuern. Diese Szene ist auch gleichzeitig die einzige, in der es mal etwas düsterer und brutaler zur Sache geht. Wenn auch bei weitem nicht übermäßig brutal. Was genau passiert möchte ich wie gesagt nicht verraten.

In Punkto Musik bin ich auch nicht so begeistert. Zwar passt diese stets zum Geschehen, aber irgendwie fesselnd war sie eigentlich nie, halt nix besonderes. Und wenn die Musik schon nicht klasse ist, dann hat es ein Film schon schwer bei mir, gut abzuschneiden, wenns um die Atmosphäre geht.


@@@ Daten @@@

Filmlänge: ca. 92 Minuten (wie ich mitbekommen hab gibt’s aber auch noch ne längere Fassung, die ein paar brutalere Szenen enthält)

Erscheinungsjahr: USA 1982

Darsteller: Perry King, Roddy McDowall, Michael J. Fox,...



Die wichtigsten Punkte wären damit in meinen Augen abgehandelt.

@@@ Fazit @@@

Tja, schwer. Ich geb dem Film mal 3 Sterne. Einmal anschauen schadet mit Sicherheit nicht, aber ein zweites mal würde ich ihn mir auf keinen Fall antun. Dafür ist mir der Spannungsbogen einfach zu flach, wenn ich ihn nach den wichtigen Kriterien eines Thrillers beurteilen soll. Splatter- bzw. gewaltmäßig enttäuscht der Film für mich sowieso. Fast alles dümpelt so im Durchschnittsbrei herum und kann somit nicht großartig überzeugen, mal abgesehen von der Person Andrew Norris, der für mich das einzige wahre Highlight dieses Films ist. Als Meisterwerk oder meinetwegen Klassiker oder wie auch immer, wie der Film teilweise bezeichnet wird, würde ich ihn auf keinen Fall ansehen.

Bei Widerspruch bitte melden *g*



Bis denn

Euer gnoi

10 Bewertungen