Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (VHS) Testbericht

Die-liga-der-aussergewoehnlichen-gentlemen-vhs-actionfilm
ab 14,24
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von Malde23

Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman - und ein wenig außergewöhnlicher Film

Pro:

gute special effects recht gute Besetzung

Kontra:

etwas dünne Story, kein Anspruch

Empfehlung:

Ja

Die Story:

Wir befinden uns im Jahr 1899. Ein \'Bösewicht\' , genannt Fantom (Richard Roxburgh), treibt sein Unwesen in England. Ausgestattet mit für die damalige Zeit hochmodernen Waffen werden diverse Verbrechen in London begangen, welche die britische Regierung dazu veranlassen zu außergewöhnlichen Mitteln zu greifen. Nämlich die \'Liga der außergewöhnlichen Gentleman\' zu rekrutieren...
Ihren Namen hat die Liga deshalb, da alle \'Mitglieder\' mit sonderbaren Fähigkeiten ausgestattet sind:

Da wäre zu erst mal der legendäre Allan Quatermain (Sean Connery). Ein gealterter Held, der seinen Lebensabend in Kenia verbringt...eigentlich! Der Meisterschütze wird von einem Vertreter der britischen Regierung dort aufgesucht um als Anführer der Liga zu fungieren. Schließlich bringt er die meiste Erfahrung mit und ist dem Königreich treu.
In England, im Hauptquartier, angekommen trifft er auf \'M\'. Er ist der Drahtzieher, der Aktion und erklärt, dass das Ziel der Mission sei, das Gipfeltreffen der europäischen Staatsoberhäupter vor einem Anschlag von Fantom zu bewahren. Und somit einen Weltkrieg zu verhindern.
Quatermain macht dort auch Bekanntschaft mit dem unsichtbaren Meisterdieb Rodney Skinner (Tony Curran). Dieser stahl ein Unsichtbarkeitsserum eines berühmten Wissenschaftlers, nicht ahnend das die Wirkung des Serums nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Als Unsichtbarer Mitstreiter ist er der Liga zwar von großem Nutzen, doch im Gegensatz zu Quatermain hat er eigennützige Motive. Denn man versprach ihm ein \'Gegenmittel\' zu geben, dass ihn wieder sichtbar macht. Ob man ihm trauen kann bleibt daher fragwürdig.
Die einzige Frau im Bunde ist Mina Harker (Peta Wilson). Sie kämpfte einst mit Dr. Van Helsing gegen den transilvanischen Grafen - wer errät es? natürlich gegen Dracula. Doch nicht ohne ein Andenken von ihm... ihren Hals zieren nämlich die Bissspuren von selbigem. Ihre Fähigkeiten als Vampir sind von unschätzbarem Wert, denn sie bewegt sich schnell, hat eine ungeheure Kraft und ist quasi unbesiegbar.
Ebenfalls noch im Hauptquartier schließt sich der Truppe der Wissenschaftler Kapitän Nemo (Naseeruddin Shah) an. Seine Erfindung, die Nautilus, dient der Liga als Fortbewegungsmittel. In kürzester Zeit durchqueren sie damit die Meere. Gleichsam gilt Nemo in England aber auch als Pirat, da er britische Schiffe angegriffen hat. Mit der Liga kämpft er da er einen Weltkrieg vereiteln will. Sein wahres Ziel ist es jedoch nach abgeschlossener Mission, das Königreich zu vernichten, um Indien davon zu befreien.

Zu viert machen sie sich auf den Weg zu Dorian Gray (Stuart Townsend) um ihn ebenfalls zu rekrutieren. Seine Besonderheit: er ist unsterblich. Aus Angst vor der eigenen Sterblichkeit ließ er ein Bild von sich malen, welches an seiner Stelle altern sollte. Der Preis dafür war seine Seele. Jedoch hat er keine blütenweiße Vergangenheit, durch das Mitwirken bei der Liga, hätte er aber die Chance seine Verbrechen wieder gut zu machen.
Im Hause Grays begegnen sie zum ersten mal Fantom dessen Anschlag sie mit Hilfe des amerikanischen Agenten Sawyer (Shane West) vereiteln können. Der Spion schließt sich der Liga freiwillig an, ihn treibt die Suche nach Abenteuern.
Die Liga begibt sich mit der Nautilus zu ihrem Ziel Venedig, doch nicht ohne vorher noch das letzte Mitglied der außergewöhnlichen Gentleman \'einzufangen\'. Dabei handelt es sich um keinen geringeren als Dr. Jekyll (Jason Flemyng), der nachts als Mr. Hyde sein Unwesen treibt. In dem Versuch das Böse im Menschen zu erforschen, testete Jekyll sein Serum von dem er glaubte es würde Gut und Böse trennen an sich selbst. Durch seine Verwandlung in Hyde, wird er zur Bestie und für die Liga zur körperlich stärksten Waffe. Jedoch stellt er auch immer eine Gefahr für sie dar.
Auf dem Weg nach Venedig ereignen sich seltsame Dinge an Bord der Nautilus, die den Verdacht aufkommen lassen, dass sich ein Verräter unter ihnen befindet. Doch bleibt keine Zeit sich damit zu beschäftigen, denn Fantom war schneller als sie. Unter der Stadt hat er zahlreiche Bomben plaziert die in einer Kettenreaktion explodieren. Gerade noch so gelingt es die Stadt vor der völligen Zerstörung zu retten. Doch kaum ist das eine Unheil abgewendet müssen sie feststellen, dass sie alle nur als Marionetten im Plan von Fantom fungierten. Eine Friedenskonferenz fand nämlich nie statt in Venedig, sie diente nur als Ablenkung. Nun macht sich die Liga auf zum Quartier Fantoms...


Bleibt die Frage, wer ist der Verräter in der Gruppe? Und wer steckt hinter Fantom? Was ist der eigentliche Plan hinter den Geschehnissen? Um das heraus zu finden muss man sich den Film natürlich selbst anschauen, damit wenigstens etwas Spannung bleibt.

Meine Meinung:

Nun hab ich eh nur die Hälfte der story wiedergegeben, allerdings ist diese sowieso etwas dünn. Ausgeschmückt wird sie aber von zahlreichen Actionszenen...vielleicht von zu vielen. Ständig sieht man irgendwelche Kämpfe, Explosionen und sonstige Phantastereien. Das interessanteste am Film waren für mich die bunt zusammengewürfelten Charaktere aus diversen literarischen Vorlagen. Sie dürften den meisten bekannt sein und machen schließlich den Reiz am Film aus, obgleich man ihren Part als Einzelpersonen hätte mehr ausbauen können (auch wenn man nicht wollte, dass einzelne Figuren stärker in den Vordergrund rücken als andere). Denn jeder von ihnen muss mit seinem inneren Dämon fertig werden. Ausgenommen von Allan Quatermain handeln alle eigennützig, dennoch kämpfen sie für die selbe Sache. Nun müssen sie aber als Team zusammen arbeiten und ihre Rolle als Individualisten ablegen. Jeder mit einzigartigen Fähigkeiten, die sowohl vernichtend als auch heilbringend sein können. Die anscheinende Unvereinbarkeit der Charaktere hätte man komplexer darstellen können, anstatt das Hauptaugenmerk auf die Kampfszenen und specialeffects zu legen. Denn von diesen lebt der Film, wobei ich zugeben muss, dass sie größtenteils ziemlich beeindruckend waren. Wie z.B. Jekylls Verwandlung in Mr. Hyde, die man quasi live miterleben kann oder Mina´s Einsatz als Vampir, wenn sie begleitet von Scharen von Fledermäusen über die Häuser schwebt. Eine Herausforderung dürfte es auch gewesen sein, den unsichtbaren Skinner aktiv am Geschehen zu beteiligen. Schließlich ist er nur zu erkennen wenn er eine Maske trägt, was schon sehr komisch war.

Außergewöhnlich ist der Film allemal, wobei der Titel etwas irritierend ist, bedenkt man dass nicht nur Männer in der Liga mitwirken. Die einzige Frau wurde von Peta Wilson übrigens sehr überzeugend dargestellt, der ein oder andere kennt sie vielleicht aus der Serie ‚Nikita‘. Doch der Star des Films ist sicher Sean Connery. Ihn als Allan Quatermain zu besetzen fand ich ebenfalls sehr passend, wobei er als action Held nicht so ganz brillieren kann. Aber jeder kommt ja mal ins Alter. Was die Besetzung im allgemeinen betrifft, muss ich zugeben, dass mir die meisten Namen kein Begriff waren. Vielleicht noch erwähnenswert war die Rolle des Dorian Gray, den Stuart Townsend mimte... also erwähnenswert im Sinn von ‚etwas für´s Auge‘ ;) Am wenigsten in Erinnerung dürfte einem wohl Tony Curran bleiben, schließlich ist er unsichtbar. Doch ist er nicht unbekannt; Filme wie ‚Pearl Harbour‘ und ‚Gladiator‘ zieren seinen Lebenslauf.

Last but not least das Fazit:

Alles in allem bin ich im Zwiespalt über das Werk von Regisseur Stephen Norrington. Ich kann mich nicht recht entscheiden ob ich den Film mag oder nicht. Dies mag auch daran liegen, dass ich mit Fantasyfilmen generell wenig anfangen kann. Dennoch trug die Besetzung und auch die Umsetzung dazu bei, dass dem Zuschauer einiges geboten wurde. Dass ist sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass Norrington zuvor specialeffects entwarf, welche ja großen Einsatz im Film finden. Hätte man jedoch an Effekten und Maskenarbeit etwas gespart, wäre vielleicht die story nicht so kurz gekommen...also Tiefgang sollte man nicht allzuviel erwarten. Ebenso dürfte für die Romantiker einiges zu kurz gekommen sein. Was den Humor betrifft so ging man zwar etwas sparsam damit um... allerdings sind einige lustige Szenen dabei.

Für mich bleibt ‚Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman‘ eher guter Durchschnitt, als ein Filmhighlight... trotz mehr oder weniger neuer Idee. Er nimmt einige überraschende Wendungen und der Showdown kann sich durchaus sehen lassen. Is ja klar, dass die guten immer gewinnen ;) Wer sich den Film anschauen mag sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass die Comicroman Vorlage von Alan Moore keinen Anspruch auf historische Korrektheit stellt. Ob sich der Produktionsaufwand gelohnt hat bleibt für mich fragwürdig. Deswegen eher nur eine Empfehlung für Actionfans von mir.

Also: Einem unterhaltsamen Kinoabend steht nichts im Wege, denn einmal anschauen ist sicherlich ok, aber ein zweites mal muss nicht unbedingt sein :)

10 Bewertungen