Die unendliche Geschichte (VHS) Testbericht

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ab 9,97
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Erfahrungsbericht von Kuhli

Phantasie beflügelt...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Story:

Auf der Flucht vor seinen bösen Schulkameraden, die ihn immer hänseln, versteckt sich der junge Einzelgänger Bastian im Buchgeschäft des mysteriösen Herrn Koreander. Dort fällt ihm sofort ein Buch in die Augen, die „unendliche Geschichte“. Herr Koreander möchte es ihm aber nicht leihen, da dieses Buch nicht wie jedes andere sein soll. Vor lauter angefachter Neugier schnappt sich Bastian das Buch und rennt davon, als Herr Koreander gerade telefoniert.
Bastian läuft, wie es sich für einen anständigen Jungen handelt, zur Schule, doch kurz vorm Klassenraum entschiedet er sich nicht den unterricht zu besuchen, sondern auf den Schulspeicher zu gehen und das Buch zu lesen. Und kaum hat er angefangen zu lesen taucht er ein in die phantastischen Welten Phantasiens.

Da die Leute immer mehr ihrer Arbeit verfallen und kaum noch Zeit haben, verlieren sie ihre Phantasie. Und gerade das ist der Untergang Phantasiens, denn dort leben die Phanatasien der Menschheit, und hört diese auf daran zu glauben, macht sich das NICHTS in Phantasien bereit.
Die einzige Wahl die die Märchengeschöpfe noch haben ist der Krieger Artreju, der sich im Auftrag der Todkranken kindlichen Kaiserin macht, das Nichts aufzuhalten. Seine Reise führt ihn über die uralte Morla zum südlichen Orakel, das ein unglaubliches Geheimnis hütet.

Je weiter Bastian in die Geschichte vordringt, desto klarer wird ihm das er ein Teil von ihr geworden ist...


Kritik:

Das ein deutscher Film mal zum Inbegriff des phantastischen Films wird, hätte wohl vor zwanzig Jahren, als die unendlische Geschichte ins Kino kam, keiner gedacht. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Michael Ende (der mit dem Film gar nicht zufrieden war) schuf Regisseur Wolfgang Petersen einen düsteren Kinderfilm für Erwachsene.
Denn hätte Hollywood sich diesen Filmstoff gekrallt wäre daraus ein kitschig-bunter Filmbrei geworden, wie es leider mit den zwei Fortsetzungen passiert ist.
Aber zum Glück ist ja der erste Teil verschont geblieben und darum besticht er von Anfang an durch eine bedrohlich dichte Atmosphäre und bleibt durchweg ernst und bietet nicht gerade wenige traurige Szenen, denn anders als in amerikanischen Produktionen traut man hier Kindern mehr zu. Auch wenn ich viele Handlungsweisen der Gestalten erst mit höherem Alter wirklich begriffen habe, bietet der Film auch kleinern Menschen Szenen mit denen sie sich auseinandersetzen können. Kinder können durchaus mehr verstehen und verkraften als bunte Plüschfiguren und Böse die sich zur politischen Korrektheit bekehren lassen. Die unendliche Geschichte ist somit kein harmloser Kinderfilm, sondern ein aussagekräftiger Film für jedes Alter.
Anders als bei anderen deutschen Filmen bietet dieser aber nicht nur Anspruch, sondern auch noch durchgängige Unterhaltung. Diese wird wie bei den meisten Fantasyfilmen natürlich hauptsächlich durch die grandiosen, aufwändigen Kulissen und die liebevoll gestalteten Phantasiefiguren erzeugt. Wer kennt nicht den gutmütigen fliegenden Drachen Fuchur, die verschrobene einsame Morla mit ihrer Allergie, den Nachtalp mit seiner schlafenden Fledermaus und natürlich den Steinbeißer.
Alle diese Figuren sind keine niedlichen Wuschelpuppen, sondern wirken genauso morbide wie ihre Umgebung und darum hatte ich als Kind sogar oft genug Angst vor den „Guten“.
Vor allem der Nachtalp hat mir einige unschöne Alpträume bereitet und auch eine bestimmte Szene am Anfang in der man den Steinbeißer sieht während das NICHTS immer weiter vorrückt und dabei die Kamera immer näher auf die starren Augen des steinernen Riesen zoomt, konnte ich mir als Kind nur mit vorgehaltener Hand anschauen. Dabei ist der Steinbeißer schon immer meine Lieblingsfigur gewesen, na ja zum Glück bin ich aus diesen Ängsten seit geraumer Zeit rausgewachsen, was nicht heißt das ich den Film nicht mehr unheimlich und traurig finde, denkt man doch nur an den langen und qualvollen Tot von Artax, Artreju’s Pferd, da kommt selbst Bambi’s Mutter nicht gegen an.
Aber auch ohne allzu phantastische Bilder ist die Umsetzung unglaublich spannend, da denke ich vor allem an die Szene in der Artreju durch das westliche Orakel schreiten will und beinahe durch die Blitzaugen der Sphinxen stirbt. Filmtechnisch einfach grandios.

Gerade bei älteren Phanatsiefilmen sind die Special Effects ja in die Jahre gekommen und wirken mittlerweile ungewollt komisch, aber obwohl die Tricktechnik in den letzten zwei Jahrzehnten ungeheure Fortschritte gemacht hat, haben die Bilder dieses Films kein bisschen an Intensität verloren und wirken noch immer überwältigend, vor allem auch durch die legendere, epische Musikuntermalung. Egal ob die gezeichneten Hintergründe, die eine nicht vorhandene Tiefe vorgaukeln, die genialen Maskenbildnerkünste oder die Hand- bzw. Roboterpuppen lassen Phanatsien wirklicher als die Realität erscheinen, wohl auch weil die Bilder nicht überladen oder kitschig-naiv und infantil wirken.

Trotz aller Ernsthaftigkeit ist es natürlich selbstverständlich, das auch dieser Film eine gute Prise Humor hat, die aber hauptsächlich nur von dem Zuschauer und nicht den Filmcharakteren erfahren wird, da diese an die eigenartigen Bewohner Phantasiens ja gewohnt sind, weil sie selbst dazu gehören, aber für den Zuschauer ist das alles neu und merkwürdig, wenn z.B. die uralte Morla mit sich selbst spricht oder Artreju ständig „umniesst“ oder dieses kleine Ehepaar Engywock und Urgh, das wie so ziemlich jedes menschliche Ehepaar streitet.


Fazit:

Ein lehrreicher und unterhaltsamer Film für Kinder und Erwachsene, der fasziniert und begeistert. Ein erstaunlich düsterer und ernsthafter Film, der Kinder sowohl ängstigen kann, als auch ihre Phantasie anregt. Trotz Alptraumgefahr unbedingt empfehlenswert, denn ich befürchte das Kinder heutzutage zu viele „GlücklicheWelt-Filme“ sehen, aus denen man außer einer aufgedrängten, simplen, weltfremden Moral nichts mitnimmt. Zudem können solche Filme einen wahrlich nicht emotional ansprechen und einbinden, wie z.B. die unendliche Geschichte.

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Die Schauspieler:

Da der Film von Anfang an auf international getrimmt wurde, ist auch die Mehrzahl der Schauspieler nicht deutschstämmig, deswegen oder trotzdem aber weitgehend unbekannt und deswegen oder trotzdem (mal wieder) überdurchschnittlich gut. Vor allem die drei Jungdarsteller von Bastian (Barret Oliver), Artreju(Noah Hathaway, sowie der kindlichen Kaiserin(Tami Stromach spielen geradezu genial und wirken nicht verloren zwischen den Phanatsiegestalten.

Der Regisseur:

Selbst Nicht-Cineasten dürfte der deutsche Wolfgang Petersen ein Begriff sein, denn „Die unendliche Geschichte“ und vor allem „Das Boot“ öffneten ihm alle Hollywoodtore, wo er Filme wie „Enemy Mine“, „Der Tot im Spiegel“, „Air Force One“ und zuletzt „Der Sturm“ drehte.

Der Produzent:

Bernd Eichingers Karriere sieht da nicht anders aus, er machte sich hierzulande einen Namen als Produzent für Filme wie „Das Superweib“ oder „Der bewegte Mann“. International wurde er bekannt durch Filme wie „Im Namen der Rose“ oder „Resident Evil“. Und er hat sich sogar mal als Regisseur versucht und heraus kam dabei „Der große Bagarozy“.

Daten:

Die unendliche Geschichte, BRD 84
Von Wolfgang Peterson
Nach einem Buch von Michael Ende
Mit Barret Oliver, Thomas Hill, Tilo Prückner, Sydney Bromlay, Patricia Hayes, Noah Hathaway, Tami Stronach u.a.
Ca. 94 Minuten

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