Duell - Enemy at the Gates (VHS) Testbericht
ab 5,66 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Erfahrungsbericht von political
Stalingrad als Zentrum der Welt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Gestern war wieder einmal Kinoabend und in der Videothek hab ich zufällig den Film "Duell - Enemy at the gates" entdeckt! Von diesem Film war mir eigentlich wenig bekannt außer der Tatsache dass er im 2. Weltkrieg spielt und von J. J. Annaud stammt, der mich schon mit "Sieben Jahre in Tibet" überzeugen konnte.
Inhalt:
-------
Wie schon erwähnt spielt der Film im 2. Weltkrieg, genauer gesagt in Russland im Jahre 1942, als in Stalingrad ein erbitterter Kampf zwischen Russen und Deutschen im Gange war, um die Vormacht in Russland. Während die Russen nur mit Gewehren bewaffnet waren, hatten die Deutschen Panzer und Flugzeuge zur Verfügung. In dieser für Russland scheinbar aussichtslosen Situation spielt der Film. Er handelt von dem russischen Soldaten Vasily Saizev (Jude Law), der als normaler Soldat mit dem Zug nach Stalingrad kommt.
Kurz nach seiner Ankunft werden die Gewehre verteilt. Aus lauter Ressourcenknappheit müssen sich zwei Männer ein Gewehr teilen. Die Stadt selbst gleicht einem Trümmerhaufen, kaum ein Haus ist unbeschädigt und überall liegen Tote. Kurz darauf wird Vasily mit vielen anderen Soldaten in den Kampf gegen die Deutschen gehetzt. Als sich herausstellt, dass der Kampf aussichtslos ist, wollen viele russische Soldaten umkehren, doch jetzt wird den Soldaten klar, dass sie zwischen den Fronten sind. Auf der einen Seite sind die Deutschen, die sie reihenweise erschießen, auf der anderen Seite die russischen Offiziere, die ihre eigenen Soldaten töten, weil sie desertieren. Vasily ist der einzige der diese Situation überlebt. Unter Hunderten von Leichen bleibt er erschöpft liegen. Wenig später stößt der junge Danilov (Joseph Fiennes) zu ihm. Er ist ein gebildeter Mann, der regelmäßig ein Flugblatt herausbringt. Was Danilov nicht kann ist schießen, also überlässt er Vasily sein Gewehr und dieser erschießt damit 5 oder 6 Deutsche aus relativ großer Entfernung mit großer Präzision.
Es entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen Vasily und Danilov. Als Nikita Chruschtschow (Bob Hoskins) in Stalingrad auftaucht und dem führenden russischen Offizier nahe legt, sich das Leben zu nehmen, braucht es neue Führungsleute. Danilov ist einer von jenen Männern, die befördert werden und er wird damit beauftragt, einen Helden zu finden, der zum großen Retter Russlands hochstilisiert werden soll. Wer würde sich da besser eignen als Vasily Saizev? Er soll den Russen Hoffnung geben und sie motivieren, weiter zu kämpfen und nicht zu desertieren.
Der Plan gelingt, zumindest vorerst, denn nach einigen Monaten, in denen Vasily dutzende deutsche Offiziere tötet, schicken die Deutschen ihren besten Scharfschützen nach Stalingrad, Major König (Ed Harris). Es entwickelt sich ein erbitterter Kampf zwischen den beiden Scharfschützen, in dem der deutsche Major immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Auch der junge Sasha spielt noch eine wesentliche Rolle. Er versorgt sowohl Vasily als auch Major König mit Informationen.
Vasily selbst kämpft jetzt nicht nur für Russland sondern auch für sich und Tania, eine junge Studentin, die auch in Stalingrad kämpft und in die er sich (und auch Danilov) verliebt hat...
Das Ende verrate ich natürlich nicht, einfach selber anschauen. Der Film müßte in jeder guten Videothek zu kriegen sein.
Die Charaktere:
---------------
Vasily Saizev (Jude Law) - Vasily ist ein ganz normaler Soldat, der durch Zufall zum Helden wird, diese Rolle aber anfangs sehr gern und gut erfüllt. Erst als er vom Jäger zum Gejagten wird, hat er genug von seiner Rolle. Er verliebt sich in die junge Tania und sie gibt ihm wieder Hoffnung.
Danilov (Joseph Fiennes) - Danilov ist ein ehrgeiziger, gebildeter junger Mann, der es versteht, reißende Artikel zu verfassen. Er wird immer mehr besessen von dem Plan, Vasily zum Helden und Befreier zu stilisieren. Als er merkt, dass Tania Vasily zugeneigt ist und nicht ihm, ist er enttäuscht und verbittert.
Tania (Rachel Weisz) - Tania ist eine junge Frau, die für Russland kämpft. Eigentlich hat sie deutsche Literatur in Moskau studiert. Sie glaubt sowohl an Danilov als auch an Vasily. Lieben tut sie nur Vasily.
Major König (Ed Harris) - König ist der beste Scharfschütze der Deutschen und äußerst ruhig und professionell. Er macht keine Fehler und scheint immer einen Schritt voraus zu sein.
In weiteren Rollen spielten wie gesagt Bob Hoskins - als Nikita Chruschtschow. Er konnte in seiner Rolle als brutaler Hetzer durchaus überzeugen, wie mich eigentlich alle Darsteller schauspielerisch überzeugen konnten.
Über den Regisseur habe ich ja anfangs schon ein paar Worte verloren. Jean-Jaques Annaud drehte bereits Filme wie "Der Name der Rose" und "Sieben Jahre in Tibet". Auch vermochte mich Annaud vollends zu überzeugen. Wie immer schafft er es mit intensiven Bildern der Schönheit und Grausamkeit, den Zuseher in seinen Bann zu ziehen.
Die Musik zum Film steuerte einmal mehr James Horner bei, der auch zu Filmen wie "Titanic", "Braveheart" und "Legenden der Leidenschaft" die Musik beisteuerte.
Freigegeben ist Duell-Enemy at the gates ab 16 Jahre, was ich auch für sehr gut halte, denn er ist schon ein recht blutiger Film.
Fazit:
------
Der Film sieht die Schlacht um Stalingrad aus der russischen Sichtweise und hebt sich damit von anderen Filmen wie etwa "Der Soldat James Ryan" ab. Der Film ist nicht gespickt mit amerikanischen Fahnen und allein deshalb wert gesehen zu werden. Die Geschichte selbst ist anscheinend wirklich passiert, da nach dem Film darauf hingewiesen wird, dass Vasilys Gewehr noch heute im Geschichtsmuseum von Stalingrad zu sehen ist. Leider hab ich dazu keine näheren Infos!
Der Film bringt auch immer wieder zum Ausdruck was der Kampf um Stalingrad für Russland oder sogar für die ganze Welt bedeutete. Stalingrad war mehr als nur eine Stadt, sie war ein Symbol für die Größe Russlands. Sollte Stalingrad fallen, das war allen klar, dann würde auch der zweite Weltkrieg zugunsten Hitlers ausgehen. Besonders deutlich wurde die Wichtigkeit von Stalingrad in einem Zitat von Chruschtschow alias Bob Hoskins:
„Stalingrad ist mehr als eine Stadt, sie trägt den Namen vom Chef, sie ist ein Symbol für Russland“
Alles in allem konnte der Film durchaus überzeugen. J. J. Annaud zeigt in intensiven - teils sehr blutigen - Bildern den Krieg in all seiner Grausamkeit. Einmal mehr wird deutlich, wie schlimm Krieg ist und wie wichtig es ist, Konflikte auf friedliche Art und Weise zu lösen. Besonders gut gefiel mir an diesem Film auch die Liebesgeschichte, obwohl sie etwas vorhersehbar war. Was mir noch aufgefallen ist war, dass auf russischer Seite auch sehr viele Frauen direkt am Kriegsgeschehen teilgenommen haben, während auf deutscher Seite keine Frau vorkommt. Auch die Trümmerhaufen, die Stalingrad darstellen sollten, fand ich sehr überzeugend. Man konnte sich wirklich gut vorstellen, wie man sich in so einem Kriegsgebiet fühlen muss, ständig bedroht von Bomben und Kugeln. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen Film anzusehen, denn er wird einem wieder ein Stück die Augen öffnen über den Krieg als solches.
Ich wünsche euch nicht viel Spaß, denn dieser Film macht keinen Spaß, vielmehr wünsche ich viel Gänsehaut und Realismus.
Wie immer freue ich mich über Anregungen, Fragen und Kritik, sofern konstruktiv!
lg chris
PS: Diesen Bericht werde ich wie meistens auch wieder bei anderen Foren posten!
Inhalt:
-------
Wie schon erwähnt spielt der Film im 2. Weltkrieg, genauer gesagt in Russland im Jahre 1942, als in Stalingrad ein erbitterter Kampf zwischen Russen und Deutschen im Gange war, um die Vormacht in Russland. Während die Russen nur mit Gewehren bewaffnet waren, hatten die Deutschen Panzer und Flugzeuge zur Verfügung. In dieser für Russland scheinbar aussichtslosen Situation spielt der Film. Er handelt von dem russischen Soldaten Vasily Saizev (Jude Law), der als normaler Soldat mit dem Zug nach Stalingrad kommt.
Kurz nach seiner Ankunft werden die Gewehre verteilt. Aus lauter Ressourcenknappheit müssen sich zwei Männer ein Gewehr teilen. Die Stadt selbst gleicht einem Trümmerhaufen, kaum ein Haus ist unbeschädigt und überall liegen Tote. Kurz darauf wird Vasily mit vielen anderen Soldaten in den Kampf gegen die Deutschen gehetzt. Als sich herausstellt, dass der Kampf aussichtslos ist, wollen viele russische Soldaten umkehren, doch jetzt wird den Soldaten klar, dass sie zwischen den Fronten sind. Auf der einen Seite sind die Deutschen, die sie reihenweise erschießen, auf der anderen Seite die russischen Offiziere, die ihre eigenen Soldaten töten, weil sie desertieren. Vasily ist der einzige der diese Situation überlebt. Unter Hunderten von Leichen bleibt er erschöpft liegen. Wenig später stößt der junge Danilov (Joseph Fiennes) zu ihm. Er ist ein gebildeter Mann, der regelmäßig ein Flugblatt herausbringt. Was Danilov nicht kann ist schießen, also überlässt er Vasily sein Gewehr und dieser erschießt damit 5 oder 6 Deutsche aus relativ großer Entfernung mit großer Präzision.
Es entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen Vasily und Danilov. Als Nikita Chruschtschow (Bob Hoskins) in Stalingrad auftaucht und dem führenden russischen Offizier nahe legt, sich das Leben zu nehmen, braucht es neue Führungsleute. Danilov ist einer von jenen Männern, die befördert werden und er wird damit beauftragt, einen Helden zu finden, der zum großen Retter Russlands hochstilisiert werden soll. Wer würde sich da besser eignen als Vasily Saizev? Er soll den Russen Hoffnung geben und sie motivieren, weiter zu kämpfen und nicht zu desertieren.
Der Plan gelingt, zumindest vorerst, denn nach einigen Monaten, in denen Vasily dutzende deutsche Offiziere tötet, schicken die Deutschen ihren besten Scharfschützen nach Stalingrad, Major König (Ed Harris). Es entwickelt sich ein erbitterter Kampf zwischen den beiden Scharfschützen, in dem der deutsche Major immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Auch der junge Sasha spielt noch eine wesentliche Rolle. Er versorgt sowohl Vasily als auch Major König mit Informationen.
Vasily selbst kämpft jetzt nicht nur für Russland sondern auch für sich und Tania, eine junge Studentin, die auch in Stalingrad kämpft und in die er sich (und auch Danilov) verliebt hat...
Das Ende verrate ich natürlich nicht, einfach selber anschauen. Der Film müßte in jeder guten Videothek zu kriegen sein.
Die Charaktere:
---------------
Vasily Saizev (Jude Law) - Vasily ist ein ganz normaler Soldat, der durch Zufall zum Helden wird, diese Rolle aber anfangs sehr gern und gut erfüllt. Erst als er vom Jäger zum Gejagten wird, hat er genug von seiner Rolle. Er verliebt sich in die junge Tania und sie gibt ihm wieder Hoffnung.
Danilov (Joseph Fiennes) - Danilov ist ein ehrgeiziger, gebildeter junger Mann, der es versteht, reißende Artikel zu verfassen. Er wird immer mehr besessen von dem Plan, Vasily zum Helden und Befreier zu stilisieren. Als er merkt, dass Tania Vasily zugeneigt ist und nicht ihm, ist er enttäuscht und verbittert.
Tania (Rachel Weisz) - Tania ist eine junge Frau, die für Russland kämpft. Eigentlich hat sie deutsche Literatur in Moskau studiert. Sie glaubt sowohl an Danilov als auch an Vasily. Lieben tut sie nur Vasily.
Major König (Ed Harris) - König ist der beste Scharfschütze der Deutschen und äußerst ruhig und professionell. Er macht keine Fehler und scheint immer einen Schritt voraus zu sein.
In weiteren Rollen spielten wie gesagt Bob Hoskins - als Nikita Chruschtschow. Er konnte in seiner Rolle als brutaler Hetzer durchaus überzeugen, wie mich eigentlich alle Darsteller schauspielerisch überzeugen konnten.
Über den Regisseur habe ich ja anfangs schon ein paar Worte verloren. Jean-Jaques Annaud drehte bereits Filme wie "Der Name der Rose" und "Sieben Jahre in Tibet". Auch vermochte mich Annaud vollends zu überzeugen. Wie immer schafft er es mit intensiven Bildern der Schönheit und Grausamkeit, den Zuseher in seinen Bann zu ziehen.
Die Musik zum Film steuerte einmal mehr James Horner bei, der auch zu Filmen wie "Titanic", "Braveheart" und "Legenden der Leidenschaft" die Musik beisteuerte.
Freigegeben ist Duell-Enemy at the gates ab 16 Jahre, was ich auch für sehr gut halte, denn er ist schon ein recht blutiger Film.
Fazit:
------
Der Film sieht die Schlacht um Stalingrad aus der russischen Sichtweise und hebt sich damit von anderen Filmen wie etwa "Der Soldat James Ryan" ab. Der Film ist nicht gespickt mit amerikanischen Fahnen und allein deshalb wert gesehen zu werden. Die Geschichte selbst ist anscheinend wirklich passiert, da nach dem Film darauf hingewiesen wird, dass Vasilys Gewehr noch heute im Geschichtsmuseum von Stalingrad zu sehen ist. Leider hab ich dazu keine näheren Infos!
Der Film bringt auch immer wieder zum Ausdruck was der Kampf um Stalingrad für Russland oder sogar für die ganze Welt bedeutete. Stalingrad war mehr als nur eine Stadt, sie war ein Symbol für die Größe Russlands. Sollte Stalingrad fallen, das war allen klar, dann würde auch der zweite Weltkrieg zugunsten Hitlers ausgehen. Besonders deutlich wurde die Wichtigkeit von Stalingrad in einem Zitat von Chruschtschow alias Bob Hoskins:
„Stalingrad ist mehr als eine Stadt, sie trägt den Namen vom Chef, sie ist ein Symbol für Russland“
Alles in allem konnte der Film durchaus überzeugen. J. J. Annaud zeigt in intensiven - teils sehr blutigen - Bildern den Krieg in all seiner Grausamkeit. Einmal mehr wird deutlich, wie schlimm Krieg ist und wie wichtig es ist, Konflikte auf friedliche Art und Weise zu lösen. Besonders gut gefiel mir an diesem Film auch die Liebesgeschichte, obwohl sie etwas vorhersehbar war. Was mir noch aufgefallen ist war, dass auf russischer Seite auch sehr viele Frauen direkt am Kriegsgeschehen teilgenommen haben, während auf deutscher Seite keine Frau vorkommt. Auch die Trümmerhaufen, die Stalingrad darstellen sollten, fand ich sehr überzeugend. Man konnte sich wirklich gut vorstellen, wie man sich in so einem Kriegsgebiet fühlen muss, ständig bedroht von Bomben und Kugeln. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen Film anzusehen, denn er wird einem wieder ein Stück die Augen öffnen über den Krieg als solches.
Ich wünsche euch nicht viel Spaß, denn dieser Film macht keinen Spaß, vielmehr wünsche ich viel Gänsehaut und Realismus.
Wie immer freue ich mich über Anregungen, Fragen und Kritik, sofern konstruktiv!
lg chris
PS: Diesen Bericht werde ich wie meistens auch wieder bei anderen Foren posten!
24 Bewertungen, 2 Kommentare
-
16.05.2002, 23:25 Uhr von kingsunday
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht!
-
15.05.2002, 11:17 Uhr von martinius
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht!
Bewerten / Kommentar schreiben