Duell - Enemy at the Gates (VHS) Testbericht

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ab 5,66
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Erfahrungsbericht von paelzer

Duell - Enemy at the Gates

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Gestern habe ich mir in einem Programmkino mal den Eröffnungsfilm der diesjährigen Berliner Filmfestspiele 'Duell - Enemy at the Gates' angesehen. Dieser Film hat dort ja eine fürchterliche Breitseite von verheerenden Kritiken erhalten. Auch wenn ich sonst überhaupt nichts auf das Urteil von Kritikern gebe, muss ich in diesem Fall sagen, dass die Breitseite deutlich zu recht abgefeuert worden ist, um es mal dem Film entsprechend im militärischen Jargon auszudrücken.
Um was geht es in dem Film:
Die 6. Armee unter der Führung von General Paulus hat Stalingrad erreicht. Im verbissenen Häuserkampf rettet Scharfschütze Wassili Saitzew dem Polit-Kommissar Danilow das Leben.
Der Vorfall wird propagandistisch ausgeschlachtet. Nikita Chruschtschow, der das russische Kommando in Stalingrad übernimmt, baut Saitzew zum Nationalhelden auf.
Die Deutschen reagieren und setzen mit Major König ihren besten Mann auf Saitzew an.
Sosehr wie der Film im erzählerischen Gesamtentwurf krankt, so furios glänzt er aber auch mit überragend gestalteten Einzelszenen. Der Film beginnt gleich mit einer riesigen Materialschlacht, wenn russische Landungsboote im Bombenhagel deutscher Stuka-Flieger über die Wolga zu den Docks am anderen Ufer übersetzen. Dieser furiose Auftakt ist ein Meisterstück emotionaler Wucht und perfekt inszenierter Aktion. Was dann aber leider folgt ist ein rechtes Durcheinander aus politischem Intrigenspiel im Überbau melodramatischer Gefühle im Zwischenmenschlichen.
Saitzews Liebe zu einer Schützin und der groteske auftritt von Bob Hoskins als Chruschtschow bringt den Film auf den Level eines Groschenromans. Kraft und Dichte bekommt der Film stets dann, wenn er den Zweikampf der Scharfschützen ins Zentrum rückt.
Mimischer Sieger ist dabei eindeutig Ed Harris, der den deutschen Major in schillernder Balance zwischen melancholischer Schwermut und kühler Berechnung anlegt.
Der Regisseur hat die Duell-Situationen in klassischer Western-Manier in Szene gesetzt. Das ist technisch brillant, hat jedoch bisweilen eine bedenkliche Nähe zu Figuren und Situationen aus früheren Kriegsfilmen. Wirklich ärgerlich an 'Duell“ ist der Musikteppich, mit dem die Bilder pathetisch eingewattet werden.
Es ist die Tragik dieses stellenweise ebenso glorreichen wie lächerlichen Films, dass er so leicht um so vieles hätte besser sein können.

17 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Tuvok

    17.10.2003, 17:07 Uhr von Tuvok
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den Film fand ich ein bißchen langweilig

  • C.Finkler

    21.03.2002, 19:24 Uhr von C.Finkler
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich find den Film klasse