Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von ZordanBodiak

PLANLOS im WELTALL...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer kann schon bei einem solchen Angebot widerstehen? 9.99 € für die DVD-Ausgabe von „Galaxy Quest“, das ist doch wirklich mal ein Preis bei dem man nicht nein sagen kann. Konnte mich der Film vor knapp zwei Jahren schon im Kino begeistern, griff ich ohne weitere Zweifel zu.
Ob dieser Kauf aber ein wahrer Glücksgriff war oder doch eher in die Schublade Erfahrung eingeordnet werden muss, ist wie immer Inhalt dieses Berichtes...


*Der Film*

Vor gut zwanzig Jahren lief eine überaus erfolgreiche Science-fiction Serie im Fernsehen, die bis zum heutigen Zeitpunkt zu einem wahren Fankult herangereift ist. „Galaxy Quest“ – so der Name der Serie – ist Thema unzähliger Conventions auf denen die damaligen Fernsehstars - mehr widerwillig als erfreut - gern gesehene Gäste sind. Einzig und alleine Jason Nesmith, der Darsteller des Commander Peter Quincy Taggart, geniest diese Auftritt immer wieder, kein Wunder, so ist er doch der größte Liebling der Fans.
Als schließlich wahre Außerirdische bei den abgehalfterten Schauspielern anklopfen und diese um die Errettung ihrer Rasse vor dem bösen Sarris bitten, glauben die Science-fiction-Helden aus den historischen Dokumenten (so die Ansicht der Außerirdischen) zunächst an eine neue Garagenproduktion der Fans, als sie aber auf ein richtiges Raumschiff „gebeamt“ werden, kann das Chaos beginnen...

Ach, was für ein herrlicher Film. Regisseur Dean Parisot gelingt mit seinem Film eine gelungene Hommage an den Fankult der zahlreichen Science-fiction-Serien. Zu keinem Zeitpunkt macht er sich hierbei auf übelste Art über die wahren Fans der zahlreichen Science-fiction-Serien lustig, sondern benutzt vorwiegend die abgehalfterten Stars der „Galaxy Quest“ für seine köstlichen Witze.
Zwar werden Witze über die Fans nicht gänzlich außer Acht gelassen – so platzt zum Beispiel aus einem Fan ein „ich habe es doch gewusst“ heraus, nachdem dieser erfahren hat, dass sich die Crew der Galaxy Quest im Weltraum befindet – diese Witze wirken aber zu keinem Zeitpunkt verletzend und sind eher als liebvoll zu bezeichnen.
Liebenswert werden die Klischees alter Science-fiction-Serien auseinandergenommen und zu einer humorvollen Geschichte verstrickt. Kleinste Einzelheiten, die den anziehenden Charakter einer Serie ausmachen, werden hervorgehoben und zu Witzen verarbeitete bei denen sicherlich die Augen des Science-fiction-Fans nicht trocken bleiben werden.

Mit einem gewissen Starpotential gewürzt, bietet „Galaxy Quest“ seinen Zuschauern mit Tim Allen – agiert als Commander Peter Quincy Taggart – Sigourney Weaver – stellt die erblondete Lt. Tawny Madison dar – und Alan Rickman – Darsteller des Quotenaußerirdischen Dr. Lazarus – ein überaus gelungenes Vergnügen. Keiner dieser Akteure bietet eine durchschnittliche Leistung, alle gehen gänzlich in ihren Rollen auf und erfreuen den Zuschauer mit herrlich selbstironischen Leistungen.

Ein gewisses Starpotential haben bei einem Science-fiction-Film natürlich die Special-effects. Werden in den Einspielungen aus der alten Fernsehserie noch unschuldige Tricks verwendet, die in unserer heutigen Zeit nur noch zu einem nostalgischen Lächeln führen, wartet der Handlungsabschnitt im „wahren“ Weltraum mit Effekten auf, die besser nicht sein könnten, so war mit George Lucas Effektschmiede „Industrial Light & Magic“ sicherlich eines der führenden Effektstudios am Werk, welches wieder seine große Klasse beweisen konnte.
Sicherlich interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die „Außenaufnahmen“ des fremden Planeten nahezu ohne digitale Nachbearbeitung auskamen. Durch das Filmen im Goblin Valley (im US-Bundesstaat Utah) – welches selbst wie ein außerirdischer Planet aussieht – konnte fast gänzlich auf eine digitale Nachbearbeitung verzichtet werden.

Abschließend kann ich diesen Film wieder uneingeschränkt weiterempfehlen, auch Nicht-Science-fiction-Fans werden bei diesem herrlichen Spaß auf ihre Kosten kommen, zwar werden sie nicht all die köstlichen Anspielungen auf die Klischees des Science-fiction-Genres verstehen, aber „Galaxy Quest“ bietet dem Zuschauer bei weitem noch eine Vielzahl von Gags, die auch ohne jegliches Hintergrundwissen verstanden werden können.


*Die DVD*

Was soll ich großartig zu der DVD sagen, ausgeliefert wird sie in einem klaren 16:9 Bild, das keine Wünsche offen lässt. Ebenso wenig kann man sich bezüglich des Tons – Englisch und Deutsch in Dolby Digital 5.1 – beschweren, Sound der den Film zu einem kleinen Ereignis auf dem heimischen Fernseher macht. Aber spätestens bei den Untertiteln fängt das kleine Unglück an, eine DVD, die in Deutschland vertrieben wird und gänzlich ohne deutsche Untertitel ausgeliefert wird, hat für den Käufer doch schon einen fahlen Beigeschmack. Was will ein deutscher hörgeschädigter Käufer schon mit englischen, niederländischen oder finnischen Untertiteln?

Auch die Menüführung lässt einiges zu Wünschen übrig, ich habe bei weitem keinen kleinen Fernseher, um die Schriften der einzelnen Menüs aber erkennen zu können, musste ich schon ein ganzes Stück näher an meinen Fernseher heranrücken, derart klein ist diese Schrift gehalten. Ein ebenso geschrumpftes Bild erstreckt sich bei der Kapitelanwahl, vier kleine Bilder pro Bildschirm, die den Käufer verzweifelt nach der Brille suchen lassen.

Aber kommen wir lieber zu dem wichtigsten Teil der DVD, den Extras. Bei einem ersten Blick auf die DVD-Hülle macht sich bei mir schon eine gewisse Enttäuschung breit: Outtakes, ein Feature „Am Drehort im All“ und der original Kinotrailer. Wie es scheint hat sich DreamWorks Home Entertainment sichtlich Mühe gegeben den Käufer zu enttäuschen. Bei dem näheren Betrachten der einzelnen Zusätze hat sich aber bei mir dennoch eine gewisse Genugtuung eingestellt.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass die gesamten Extras nur in englischer Sprache vorliegen und keine deutschen Untertitel hinzugefügt werden können, sicherlich wieder ein kleiner Wehrmutstropfen für den DVD-Käufer.

Das „Am Drehort im All“ Feature ist ein knapp zehnminütiger Misch aus einem Making-of und kurzen Interviews mit den Darstellern und Crewmitgliedern. Sicherlich bleiben nach diesen zehn Minuten noch einige Fragen offen, aber ein kleiner Einblick wird dem Betrachter gewährt, der ihn nicht gänzlich unbefriedigt zurücklässt.

Auch bezüglich der Outtakes kann die DVD den Beobachter die vorherige Enttäuschung größtenteils nehmen. Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Menüpunkt nicht um die von mir befürchteten misslungenen Szenen sondern um im Film nicht verwendete Szenen, die auf eine Gesamtlaufzeit von zehn Minuten kommen. Bei einigen von ihnen kann man sicherlich verstehen wieso sie den Weg in das endgültige filmische Werk nicht gefunden haben, aber auch unter diesen befindet sich das ein oder andere kleine „Juwel“ – so zum Beispiel eine Szene in der die Außerirdischen Dr. Lazarus sein Quartier auf dem Raumschiff zeigen, natürlich eingerichtet nach dem Vorbild der „historischen Aufzeichnungen“...
Interessant in diesem Zusammenhang ist sicherlich ebenso, dass bei vereinzelten Szenen die Special-effects noch nicht komplett eingefügt worden sind und diese sich so dem Zuschauer in einem Versuchsstadium präsentieren.

Hier wie immer eine – in diesem Fall wirklich – kurze Auflistung der Extras:

- geschnittene Szenen
- Kinotrailer
- Kurzfeature „Am Drehort im All“

Abschließend kann ich diese DVD trotz der eher spärlichen Ausstattung empfehlen. Bei einem Preis von 11.99 € (derzeit im Angebot bei Pro Markt) stimmt das Preisleistungsverhältnis trotz der erwähnten Mängel ohne Zweifel. So gesehen kann ich als Gesamtwertung noch gerade eine knappe Verteilung von fünf Sternen mit meinem Gewissen rechtfertigen.

Film-Wertung: 9/10
DVD-Wertung: 8/10

Auch heute wieder ein kleine Anekdote am Rande: Wie lange wird es wohl noch dauern bis DreamWorks Home Entertainment ihren Rechtschreibfehler in den Copyright-Hinweisen bemerken? Bei jeder DVD die ich von DreamWorks Home Entertainment gekauft habe fehlt in diesem Hinweis ein „o“ in dem Wort Programm (in dem Zusammenhang, dass man auch nicht nur einen Teil des Filmes kopieren darf). Sicherlich nur ein kleiner Fehler, der mir aber jedes Mal direkt ins Auge springt, zumal sich das Wort ziemlich zentral auf dem Bildschirm befindet.

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