Hardball (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Elli-Spirelli
Zu Unrecht verrissen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wieder einmal hatten wir es Mittwoch und wieder einmal war es 22.15 Uhr (naja schon ein wenig drüber aber auch das ist normal) und wieder einmal saß ich in einem bequemen Kinosessel mit dem Wissen eine Sneak-Preview zu besuchen. In den Momenten, bevor der Film anfängt schießen mir immer die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Letzte Woche hatte ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit nicht einmal einen Filmtipp abgegeben, daher waren meine Gedanken nicht etwa: bitte bitte genau den Film, den ich getippt habe, sondern: „Wird es ein guter Film? Oder doch nur ein Film den die Welt nicht braucht?“ ....
Dann begann der Film und mit Spannung behaftet las ich den Namen Keanu Reeves und konnte erst einmal gar nicht fassen, daß ich nicht wußte, daß es bald einen Film mit ihm geben würde. Als dann auf der Filmleinwand „Hardball“ zu lesen war glaubte ich für einen Moment lang ich sollte mich aus der Reihe der Kinoliebhaber ausschließen. Nie zuvor ging es mir wie in diesem Moment – ich konnte nichts, wirklich rein gar nichts damit anfangen – ich wußte weder, daß es einen solchen Film geben würde noch worum es sich dreht ... ich war erst einmal baff.
Natürlich erholte ich mich schnell ... erst recht weil Keanu Reeves schnell zu sehen war. Ganz im Gegensatz zum letzten Film mit ihm (The Gift) sieht er hier wieder zum anbeißen aus. Entschuldigt die Wortwahl aber ich bin ja auch nur ne Frau. Dennoch hat er hier nicht unbedingt den Milchbubi-Verschnitt einer Rolle zugeschrieben bekommen.
Vielmehr ist Keanu Reeves in der Rolle des Conor O´Neill ein abgewrackter Penner und Spieler. Währenddessen er versucht sich mit dem Schwarzmarktverkauf von Karten für Sportveranstaltungen über Wasser zu halten verspielt er immer mehr Geld und verliert. Nicht nur, daß er somit Kredithaie am Hals hat, die nicht gerade sehr zimperlich sind verliert er zusehends alles was er je hatte. Wobei ich mich gerade frage was ich damit wohl meine. Denn sich selbst hatte Conor ja schon aufgegeben und mit jedem Spiel, bei dem er Geld verlor, verlor er stets noch ein Stück mehr von sich selbst und seine Selbstachtung hatte er schon lange nicht mehr entdecken können.
Was macht aber nun ein Mensch, der bis zum Hals in der Scheiß0e steckt und nicht mehr weiß wie er seinen Hals aus dieser Schlinge bringen soll? Er borgt sich unter den unmöglichten Ausreden und Aussagen überall da Geld, wo es möglich scheint und spielt weiter – denn die Hoffnung auf den großen Gewinn kann einer der wettet nicht aufgeben und sei er noch so schlecht dran. Denn zu sehen ist nur das was man will- gewinnen. Und stellt sich dann das Gefühl ein indem man in sich merkt wie alles schmerzt weil es mal wieder ein verlorenes Spiel und somit verlorenes Geld war möchte man sich allzu gerne betrinken – das hätte Conor nur zu gerne getan, aber auch der Wirt seiner Stammkneipe hatte die Nase voll, denn auch hier hatte Conor Schulden.
So blieb ihm am Ende nach Besuchen mit Baseballschlägern und Angst wieder einmal der Gang zu einem alten Freund. Dieser hatte es im Leben auch weitaus besser getroffen, so saß er nicht nur in einem eigenen Büro und hatte Geld, sondern schien darüber hinaus auch genau zu wissen, was er mit Conor zu tun hat. Er bot ihm im Ernst der Lage an jede Woche 500 Dollar zu verdienen. Die Sache hatte aber natürlich einen kleinen Haken, denn wir wissen doch alle: Von nichts kommt nichts ...
Und nun kommt genau das, was einigen wohl sauer aufgestossen ist: Conor soll nicht etwa die Büros putzen oder im Haus seines alten Freundes Jimmy den Sam spielen, sondern die Baseballmannschaft des alten Wohnviertels trainieren. Ach nein, ich vergaß: Es heißt coachen*lach. Ja aber was da nun wirklich ein Kritikpunkt ist – das kann ich nicht rausfinden und verstehen auch nicht ganz. Gut: Es ist ein Film, der wohl genau ab diesem Zeitpunkt ein fast voraussehbares Ende hat, zumindest was das grobe Gitter als solches anbelangt. Und auch richtig: Hier geht es um Klischees. Aber mein Gott – wieso sollte es denn nicht so sein? Ich persönlich finde an Filmen erstmal generell nichts schlimmes, nur weil sie sich in Klischees kleiden – das kann sogar mitunter sehr gut für einen Film sein. Natürlich sind es Kinder die er trainiert und natürlich sind diese nicht gerade sehr gut im Spiel und haben auch noch nie gewonnen. Das ist aber doch gerade das, was diesen Film zu einem Film werden lässt.
Wobei man hier so vieles nicht vergessen darf. Bisher sprach ich von der ganz ganz grob umrissenen Story, aber ein Film wie Hardball muss man mit anderen Augen betrachten. Vielleicht sage ich das auch weil ich es von ganz allein getan habe...
Erstaunlich nämlich war für mich, daß trotz diesem „wir nehmen mal eine schlechte Mannschaft und peppeln sie auf“ – Klischee weitaus mehr dahinter steckte. Dieser Film hatte bereits von Anfang an einen gewissen Touch einer gesunden Mischung. So konnte man mehr als einmal lachen und auch nur schmunzeln. Dafür sorgte vor allem Ticky(John Hawkes), der wohl einzigste „Freund“ von Conor, der ihm aus der Patsche hilft – zumindest wenn es darum geht einen neuen Buchmacher für die Wetten auszumachen und ihn noch weiter reinzureiten. Aber auch die Klassenlehrerin Elizabeth (Diane Lane) hat einen wesentlichen Part hierbei.
Aber es gab Augenblicke in denen war man erschrocken. Dieses Viertel indem der Sportplatz ist und die Kinder der Mannschaft leben ist alles andere als ein Wohlstandsviertel. Ich erinnere mich an eine Szene, in der Connor einen Jungen nach Hause brachte und auf dem Weg zu der Wohnung in dem Hochhaus kamen beide an verschiedenen Türen vorbei...
Conor: „warum sitzen denn alle auf dem Boden?“
Ray Ray : „Kugeln..“
In solchen Momenten muß man wahrscheinlich nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit dem Gehör beim Film sein und sollte, wenn möglich auch noch verstehen. Aber eben diese Kleinigkeiten zeigten mit hervorragender stechender und vor allem kurzer Kraft, daß dieser Film mehr ist und mehr kann als man ihm zutraut. Stille und kein Lachen wäre die Folge aus dieser Szene, wenn es bei jedem so wäre...
Manchmal bedarf es keinen stundenlangen Ausleierungen um solche Dinge darzustellen und ich fand es in diesem Film wirklich durchgehend gelungen, daß mit Bildern und kurzen aber treffenden Dialogen so gut gearbeitet wurde.
Die einzelnen Personen wurden alle in ihrem Part des Filmes sehr gut dargestellt – damit meine ich nicht primär, daß mir die Rollen gefallen haben und glaubwürdig waren, sondern, daß man durchaus mitfühlte. So kann es einem Menschen, der sich in Filme „einfühlt“ und hineinversetzt durchaus passieren, daß er nicht nur an einigen Stellen lacht und schmunzelt, sondern auch ganz schön schlucken muß und mit den Tränen kämpft. Dieser Film ist nämlich, was scheinbar fast alle Kritiker ziemlich vergessen, ein Drama und keine Komödie. So stellt sich mir doch die brennende Frage wie ich dann lesen kann: „ Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn sie „Die Bären sind los“ und „Mighty Ducks“ mochten“ – Ehrlich, da habe ich so einige Fragezeichen um meinen Kopf herum. Ich kenne besagte Filme, aber kann bis auf die Sportmannschaften keinen Zusammenhang finden. Soweit also zum Thema: Kann ich Filmkritiken vertrauen die sich meist auf die erste Kritik stürzen und unwesentlich umgeschrieben werden, wenn überhaupt.
Genauso gefallen hat mir die Filmmusik. Nicht, daß ich ein Hip Hop-Fan wäre, aber das spielt ja nicht die durchdringende Rolle, wenn eine Musik einfach zum Film passt. So hatte „Big Poppa“ von Notorious BIG eine wesentliche Rolle im Film und passte wirklich ganz klasse.
Aber auch wenn beim Abspann des Filmes „The Storm is over“ ertönt, sollte man nicht schimpfen, daß damit die Gefühle angeschürt werden – nein sie werden doch nur untermalt und gestützt – ist das denn nicht genau das was ein Soundtrack auch soll? ...
Fragen die man sich stellen sollte, bevor man ins Kino geht:
1. Kann ich es leiden, wenn man Klischees im Film hat?
2. Will ich einen gutaussehenden Keanu Reeves ertragen?
3. Will und kann ich gleichzeitig hinsehen und hinhören?
4. Kann ich auf Action und dummes Gesülze verzichten?
5. Will ich einen Film über den man nachdenken kann und auch sollte?
Gründe um den Film nicht zu sehen:
1. Man mag nur abgestumpfte Filme.
2. Man will sich nicht groß mit dem Gehirn beschäftigen.
3. Das Popcorn soll schon schmecken um einen Film gut zu finden ..
4. Man mag generell keine Filme in denen Kinder mitspielen, die ganz groß raus kommen.
5. Man erwartet bei einer eingeflochtenen Annäherung zwischen Mann und Frau kein Fingerspitzengefühl in filmischer Darstellung.
Was den Film dann noch um einiges sehenswerter macht ist der reelle Anteil in der Story, denn so ist dieser Film bewußt auf einem autobiografischen Buch entstanden: \"Hardball: A Season in the Projects\" von Daniel Coyle. Ich habe das vorher nicht gewußt, weil ich ja wie gesagt nicht einmal von diesem Film wußte,
Aber jetzt, mit diesem Hintergrund macht es den Film wirklich nur noch interessanter und läßt mich durchaus noch darüber nachdenken. Und wenn mich ein Film beschäftigt kann er einfach gar nicht schlecht gewesen sein. Das ist natürlich rein subjektiv, aber meine Meinung kann auch nur meine sein. Wobei ich das Ergebnis der Filmabstimmung natürlich dann gerne mit einbringen möchte. In dem Kino wird nach einer Sneak-Preview mit den Kinokarten abgestimmt wie man den Film nun fand (Karte in den roten Eimer= schlecht, Karte in den grünen Eimer= gut) – von 85 Gästen haben ganze 8 den Film schlecht gefunden, 60 gut und der Rest hat sich für gar nichts entschieden oder die Kinokarte während des Filmes gegessen...
Ich denke aber, daß dies eher für den Film spricht und gegen die zahlreichen Verrisse des Filmes.
Weiterhin hat man sich hier bemüht der Vorlage des Buches gerecht zu werden. So hat man wirklich in Chicago einen geeigneten Drehplatz gesucht und eben auch dort etliche Jungs vorsprechen lassen. Statistenrollen bekamen unmittelbare Bewohner des Viertels und man hat nach erfolgreichem Drehende dann auch genau dort einen ganz neues Spielfeld gemacht – das nenn ich dann wirklich mal sinnvoll und auch dies steht im Gegensatz zu dem, daß man hier behauptet: Hollywood und Regisseur Brian Robbins bedienen sich nur altem Material neu aufgefrischt um zu langweilen. Ganz anders ist es aber doch, wenn man weiß, daß Robbins aufgrund des Buches diesen Film machen wollte – wo ist denn da noch der Sinn solch komischer Aussagen geblieben frag ich mich ...
Für mich persönlich war es ein Film, den ich mir gerne noch ein weiteres Mal ansehe - allerdings sollte man bei meiner Empfehlung bedenken, daß ich jeden Film ganz allein für sich betrachte und trotz allem nicht darauf vertrauen daß dieser Film auch nur im geringsten was mit „Mighty Ducks“ und dergleichen zu tun hat.
Lieblingszitat:
Elizabeth: „Wir benötigen noch einen Koordinator für die körperlichen Aktivitäten“
Conor : „ Wir beide?“
...ohne Worte...
Eure
Elli-Spirelli
Dann begann der Film und mit Spannung behaftet las ich den Namen Keanu Reeves und konnte erst einmal gar nicht fassen, daß ich nicht wußte, daß es bald einen Film mit ihm geben würde. Als dann auf der Filmleinwand „Hardball“ zu lesen war glaubte ich für einen Moment lang ich sollte mich aus der Reihe der Kinoliebhaber ausschließen. Nie zuvor ging es mir wie in diesem Moment – ich konnte nichts, wirklich rein gar nichts damit anfangen – ich wußte weder, daß es einen solchen Film geben würde noch worum es sich dreht ... ich war erst einmal baff.
Natürlich erholte ich mich schnell ... erst recht weil Keanu Reeves schnell zu sehen war. Ganz im Gegensatz zum letzten Film mit ihm (The Gift) sieht er hier wieder zum anbeißen aus. Entschuldigt die Wortwahl aber ich bin ja auch nur ne Frau. Dennoch hat er hier nicht unbedingt den Milchbubi-Verschnitt einer Rolle zugeschrieben bekommen.
Vielmehr ist Keanu Reeves in der Rolle des Conor O´Neill ein abgewrackter Penner und Spieler. Währenddessen er versucht sich mit dem Schwarzmarktverkauf von Karten für Sportveranstaltungen über Wasser zu halten verspielt er immer mehr Geld und verliert. Nicht nur, daß er somit Kredithaie am Hals hat, die nicht gerade sehr zimperlich sind verliert er zusehends alles was er je hatte. Wobei ich mich gerade frage was ich damit wohl meine. Denn sich selbst hatte Conor ja schon aufgegeben und mit jedem Spiel, bei dem er Geld verlor, verlor er stets noch ein Stück mehr von sich selbst und seine Selbstachtung hatte er schon lange nicht mehr entdecken können.
Was macht aber nun ein Mensch, der bis zum Hals in der Scheiß0e steckt und nicht mehr weiß wie er seinen Hals aus dieser Schlinge bringen soll? Er borgt sich unter den unmöglichten Ausreden und Aussagen überall da Geld, wo es möglich scheint und spielt weiter – denn die Hoffnung auf den großen Gewinn kann einer der wettet nicht aufgeben und sei er noch so schlecht dran. Denn zu sehen ist nur das was man will- gewinnen. Und stellt sich dann das Gefühl ein indem man in sich merkt wie alles schmerzt weil es mal wieder ein verlorenes Spiel und somit verlorenes Geld war möchte man sich allzu gerne betrinken – das hätte Conor nur zu gerne getan, aber auch der Wirt seiner Stammkneipe hatte die Nase voll, denn auch hier hatte Conor Schulden.
So blieb ihm am Ende nach Besuchen mit Baseballschlägern und Angst wieder einmal der Gang zu einem alten Freund. Dieser hatte es im Leben auch weitaus besser getroffen, so saß er nicht nur in einem eigenen Büro und hatte Geld, sondern schien darüber hinaus auch genau zu wissen, was er mit Conor zu tun hat. Er bot ihm im Ernst der Lage an jede Woche 500 Dollar zu verdienen. Die Sache hatte aber natürlich einen kleinen Haken, denn wir wissen doch alle: Von nichts kommt nichts ...
Und nun kommt genau das, was einigen wohl sauer aufgestossen ist: Conor soll nicht etwa die Büros putzen oder im Haus seines alten Freundes Jimmy den Sam spielen, sondern die Baseballmannschaft des alten Wohnviertels trainieren. Ach nein, ich vergaß: Es heißt coachen*lach. Ja aber was da nun wirklich ein Kritikpunkt ist – das kann ich nicht rausfinden und verstehen auch nicht ganz. Gut: Es ist ein Film, der wohl genau ab diesem Zeitpunkt ein fast voraussehbares Ende hat, zumindest was das grobe Gitter als solches anbelangt. Und auch richtig: Hier geht es um Klischees. Aber mein Gott – wieso sollte es denn nicht so sein? Ich persönlich finde an Filmen erstmal generell nichts schlimmes, nur weil sie sich in Klischees kleiden – das kann sogar mitunter sehr gut für einen Film sein. Natürlich sind es Kinder die er trainiert und natürlich sind diese nicht gerade sehr gut im Spiel und haben auch noch nie gewonnen. Das ist aber doch gerade das, was diesen Film zu einem Film werden lässt.
Wobei man hier so vieles nicht vergessen darf. Bisher sprach ich von der ganz ganz grob umrissenen Story, aber ein Film wie Hardball muss man mit anderen Augen betrachten. Vielleicht sage ich das auch weil ich es von ganz allein getan habe...
Erstaunlich nämlich war für mich, daß trotz diesem „wir nehmen mal eine schlechte Mannschaft und peppeln sie auf“ – Klischee weitaus mehr dahinter steckte. Dieser Film hatte bereits von Anfang an einen gewissen Touch einer gesunden Mischung. So konnte man mehr als einmal lachen und auch nur schmunzeln. Dafür sorgte vor allem Ticky(John Hawkes), der wohl einzigste „Freund“ von Conor, der ihm aus der Patsche hilft – zumindest wenn es darum geht einen neuen Buchmacher für die Wetten auszumachen und ihn noch weiter reinzureiten. Aber auch die Klassenlehrerin Elizabeth (Diane Lane) hat einen wesentlichen Part hierbei.
Aber es gab Augenblicke in denen war man erschrocken. Dieses Viertel indem der Sportplatz ist und die Kinder der Mannschaft leben ist alles andere als ein Wohlstandsviertel. Ich erinnere mich an eine Szene, in der Connor einen Jungen nach Hause brachte und auf dem Weg zu der Wohnung in dem Hochhaus kamen beide an verschiedenen Türen vorbei...
Conor: „warum sitzen denn alle auf dem Boden?“
Ray Ray : „Kugeln..“
In solchen Momenten muß man wahrscheinlich nicht nur mit dem Auge, sondern auch mit dem Gehör beim Film sein und sollte, wenn möglich auch noch verstehen. Aber eben diese Kleinigkeiten zeigten mit hervorragender stechender und vor allem kurzer Kraft, daß dieser Film mehr ist und mehr kann als man ihm zutraut. Stille und kein Lachen wäre die Folge aus dieser Szene, wenn es bei jedem so wäre...
Manchmal bedarf es keinen stundenlangen Ausleierungen um solche Dinge darzustellen und ich fand es in diesem Film wirklich durchgehend gelungen, daß mit Bildern und kurzen aber treffenden Dialogen so gut gearbeitet wurde.
Die einzelnen Personen wurden alle in ihrem Part des Filmes sehr gut dargestellt – damit meine ich nicht primär, daß mir die Rollen gefallen haben und glaubwürdig waren, sondern, daß man durchaus mitfühlte. So kann es einem Menschen, der sich in Filme „einfühlt“ und hineinversetzt durchaus passieren, daß er nicht nur an einigen Stellen lacht und schmunzelt, sondern auch ganz schön schlucken muß und mit den Tränen kämpft. Dieser Film ist nämlich, was scheinbar fast alle Kritiker ziemlich vergessen, ein Drama und keine Komödie. So stellt sich mir doch die brennende Frage wie ich dann lesen kann: „ Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn sie „Die Bären sind los“ und „Mighty Ducks“ mochten“ – Ehrlich, da habe ich so einige Fragezeichen um meinen Kopf herum. Ich kenne besagte Filme, aber kann bis auf die Sportmannschaften keinen Zusammenhang finden. Soweit also zum Thema: Kann ich Filmkritiken vertrauen die sich meist auf die erste Kritik stürzen und unwesentlich umgeschrieben werden, wenn überhaupt.
Genauso gefallen hat mir die Filmmusik. Nicht, daß ich ein Hip Hop-Fan wäre, aber das spielt ja nicht die durchdringende Rolle, wenn eine Musik einfach zum Film passt. So hatte „Big Poppa“ von Notorious BIG eine wesentliche Rolle im Film und passte wirklich ganz klasse.
Aber auch wenn beim Abspann des Filmes „The Storm is over“ ertönt, sollte man nicht schimpfen, daß damit die Gefühle angeschürt werden – nein sie werden doch nur untermalt und gestützt – ist das denn nicht genau das was ein Soundtrack auch soll? ...
Fragen die man sich stellen sollte, bevor man ins Kino geht:
1. Kann ich es leiden, wenn man Klischees im Film hat?
2. Will ich einen gutaussehenden Keanu Reeves ertragen?
3. Will und kann ich gleichzeitig hinsehen und hinhören?
4. Kann ich auf Action und dummes Gesülze verzichten?
5. Will ich einen Film über den man nachdenken kann und auch sollte?
Gründe um den Film nicht zu sehen:
1. Man mag nur abgestumpfte Filme.
2. Man will sich nicht groß mit dem Gehirn beschäftigen.
3. Das Popcorn soll schon schmecken um einen Film gut zu finden ..
4. Man mag generell keine Filme in denen Kinder mitspielen, die ganz groß raus kommen.
5. Man erwartet bei einer eingeflochtenen Annäherung zwischen Mann und Frau kein Fingerspitzengefühl in filmischer Darstellung.
Was den Film dann noch um einiges sehenswerter macht ist der reelle Anteil in der Story, denn so ist dieser Film bewußt auf einem autobiografischen Buch entstanden: \"Hardball: A Season in the Projects\" von Daniel Coyle. Ich habe das vorher nicht gewußt, weil ich ja wie gesagt nicht einmal von diesem Film wußte,
Aber jetzt, mit diesem Hintergrund macht es den Film wirklich nur noch interessanter und läßt mich durchaus noch darüber nachdenken. Und wenn mich ein Film beschäftigt kann er einfach gar nicht schlecht gewesen sein. Das ist natürlich rein subjektiv, aber meine Meinung kann auch nur meine sein. Wobei ich das Ergebnis der Filmabstimmung natürlich dann gerne mit einbringen möchte. In dem Kino wird nach einer Sneak-Preview mit den Kinokarten abgestimmt wie man den Film nun fand (Karte in den roten Eimer= schlecht, Karte in den grünen Eimer= gut) – von 85 Gästen haben ganze 8 den Film schlecht gefunden, 60 gut und der Rest hat sich für gar nichts entschieden oder die Kinokarte während des Filmes gegessen...
Ich denke aber, daß dies eher für den Film spricht und gegen die zahlreichen Verrisse des Filmes.
Weiterhin hat man sich hier bemüht der Vorlage des Buches gerecht zu werden. So hat man wirklich in Chicago einen geeigneten Drehplatz gesucht und eben auch dort etliche Jungs vorsprechen lassen. Statistenrollen bekamen unmittelbare Bewohner des Viertels und man hat nach erfolgreichem Drehende dann auch genau dort einen ganz neues Spielfeld gemacht – das nenn ich dann wirklich mal sinnvoll und auch dies steht im Gegensatz zu dem, daß man hier behauptet: Hollywood und Regisseur Brian Robbins bedienen sich nur altem Material neu aufgefrischt um zu langweilen. Ganz anders ist es aber doch, wenn man weiß, daß Robbins aufgrund des Buches diesen Film machen wollte – wo ist denn da noch der Sinn solch komischer Aussagen geblieben frag ich mich ...
Für mich persönlich war es ein Film, den ich mir gerne noch ein weiteres Mal ansehe - allerdings sollte man bei meiner Empfehlung bedenken, daß ich jeden Film ganz allein für sich betrachte und trotz allem nicht darauf vertrauen daß dieser Film auch nur im geringsten was mit „Mighty Ducks“ und dergleichen zu tun hat.
Lieblingszitat:
Elizabeth: „Wir benötigen noch einen Koordinator für die körperlichen Aktivitäten“
Conor : „ Wir beide?“
...ohne Worte...
Eure
Elli-Spirelli
45 Bewertungen, 4 Kommentare
-
14.06.2008, 20:47 Uhr von creedy18
Bewertung: sehr hilfreichfeiner Bericht LG Andrea
-
26.05.2008, 16:08 Uhr von try_or_die87
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße aus Regensburg
-
10.04.2008, 20:56 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichdeiner Fragestellung kann ich nur zustimmen, super berichtet lg
-
14.06.2002, 01:49 Uhr von Mr.Beka
Bewertung: sehr hilfreich;-) .... jaja ...
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