Knallharte Jungs (VHS) Testbericht

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ab 6,94
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Erfahrungsbericht von ZordanBodiak

Der Film zur PISA-Studie...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Knallharte Jungs:

Was hat sich Regisseur und Drehbuchschreiber Granz Henman nur bei der Verwirklichung dieses Filmes gedacht? Möglichst hip sollte seine Teenie-Komödie sein, den US-Vorbildern in keinster Weise nachstehen. Was als Ergebnis hierbei aber herausgekommen ist, fällt eindeutig in die Kategorie Volksverdummung. Selten zuvor habe ich einen derart widerwärtigen Film gesehen, der wirklich jede nur erdenkbare Zote für einen widerwärtigen Witz ausnutzt.
Vielleicht sollte ich aber nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen und dem ungebildeten Leser – man kann sich glücklich schätzen, wenn man diesen geistigen Durchfall nicht gesehen hat – einen Einblick in den Film bieten...

Vor zwei Jahren sorgte die reichlich misslungene und pseudo-komische Teenie-Komödie „Harte Jungs“ in den deutschen Kinos für Wirbel. Um auf dem amerikanischen Trend mitschwimmen zu können wurde eine Lustspiel zusammengeschustert in dem der beste Freund eines Schülers zum Leben erwacht und diesem Ratschläge in Sachen Sex gibt. Aufbauend auf dem Roman „ich und er“ war der Film in den deutschen Kinos eine überraschender Erfolg. Eine Fortsetzung konnte somit nur Frage der Zeit bleiben...

Flo ist mittlerweile ein paar Jährchen weiser und immer noch wird er von seinem besten Stück unterhalten. Als sich Flo in die blonde Maya verliebt – die diesen allerdings (wer kann es ihr verübeln) für einen perversen Idioten hält – nehmen die hirnrissigen Ideen seines besten Stückes wieder überhand und sorgen dafür, dass Flo kein Fettnäpfchen auslässt. Unterstützt wird Flo erneut von seinem Kumpel Red Bull, der ebenso keinen Grad der Erniedrigung kennt um dem weiblichen Körper näherzukommen...

Das soll es in Sachen Story gewesen sein, ohne zu lügen, mehr hat der Film in Sachen Story nicht zu bieten und auch diese magere und vorhersehbare Grundgerüst wird nur dazu ausgenutzt möglichst viele widerwärtige Witze in die Spielzeit von 82 Minuten zu packen. Betrachtet man die Jugendlichen kann man das schlechte abschneiden der deutschen Schüler bei der PISA-Studie komplett verstehen. Red Bull, der beste Freund Flos, scheint nahezu keine Intelligenz zu besitzen und denkt die ganze Zeit über mit seinem besten Stück. Um Mädchen so nahe wie möglich zu kommen macht er nahezu alles, so ist eines der „Highlights“ des Filmes die Verkleidung Red Bulls in dessen Zwillingsschwester Wanda. Wahrlich eine Meisterleistung des deutschen Humors. Ebenso unterirdisch ist das Handeln Flos. Vorangetrieben von seiner nervenden Männlichkeit – eine derart nervige Stimme haben noch nicht einmal die Ottifanten – begibt er sich immer wieder besseres Wissens in die unmöglichsten Situationen.

Die pseudo-lustigen Situationen, die aufgrund der sexgetriebenen Jungs, entstehen sind wahrlich das widerwärtigste, was ich in meinem Leben auf der Leinwand betrachten musste. Von der flutartiglaufenden Nase, über andere Körperausdünstungen bis hin zum Verwenden eines Vibrators als Klobürste, jegliches nur erdenkbare Abartigkeit wird dem Zuschauer als komisch verkauft. Seltsam nur, dass nahezu die Hälfte des Kinopublikum bei den Szenen herzhaft gelacht hat. Bin ich mittlerweile zu alt? Habe ich einen zu hohen Anspruch in Sachen Humor? Oder hatte diese Zuschauerhälfte vor dem Kinobesuch bereits einen gewissen Blutalkoholwert? Ich kann aber definitiv nicht über solch primitive Witze lachen, dachte ich bereits bei „Scary Movie 2“ meinen Humorhorizont überschritten zu haben, bin ich bei „Knallharte Jungs“ definitiv auf meine Grenze gestoßen. Bei der ein oder anderen Szenen empfand ich ein starkes Unwohl-Gefühl in meiner Magenregion und konnte meine Augen nur noch mit starkem Willen auf die Leinwand richten.

Kommen wir aber nun kurz zu den Darstellern, die allesamt auf unterirdischem Niveau spielen. Größte Enttäuschung ist bei diesem Ensemble Tobias Schenke, der seine Filmkarriere hoffnungsvoll mit einem brillanten Auftritt als Sohn von Götz George in dem Intellektuellen-Thriller „Solo für Klarinette“ begonnen hat. Wüsste man es nicht besser könnte man meine, dass der junge Mann rein gar kein Schauspieltalent besitzt und sich perfekt in die Riege seiner Kollegen einreiht.
In den weiteren Hauptrollen sind die Dumpfbacke der Nation Axel Stein (Red Bull; bekannt aus „Feuer, Eis und Dosenbier“) und Diana Amft (Maya; bekannt aus „Mädchen, Mädchen“) zu begutachten. Als Qualitätsurteil kann man hier ohne Zweifel kein komödiantisches Talent schreiben.
Selbst ein Gastauftritt von dem Aufsteiger des vergangenen Jahres – Michael „Bully“ Herbig – kann das unterirdische Niveau des Filmes nicht mehr retten. Pseudo-lustig tritt er in einer kurzen Szene als Arzt in einem Krankenhaus auf und bringt hierbei einen der ältesten Witze zum Besten. Sorry Bully, aber das kannst du besser,

So langsam begebe ich mich in Richtung Ende meines Berichtes. Bei dieser misslungenen Komödie – die selbst „Scary Movie 2“ und die späten „Eis am Stiel“ Teile als Meisterwerke der Filmgeschichte erscheinen lässt – kann ich nur eine uneingeschränkte Nicht-Guckempfehlung aussprechen. Wer die Pubertät bereits hinter sich gelassen hat dürfte sich ohne Zweifel über das verschwendete Kinogeld ärgern. Und selbst in Teenie-Kreisen dürfte dieser Film auf umgreifendes Unverständnis stoßen, selbst diese dürften doch noch einen gewissen Anspruch an ihre Filme stellen und sich nicht von jedem dahergekommenen Mist, der probiert die Grenzen des Geschmacklosen um einige Etagen tiefer zu legen, überzeugen lassen.
Kurz gesagt: Dieser Film ist das perfekte Beispiel für die eigentlich unbegründete These, dass der deutsche Film keine Qualität aufzuweisen hat.


Punkte: 0 angewiderte Punkte auf meiner 10er Skala

Internet: www.knallharte-jungs.de


Und mal wieder eine Anekdote am Rande: Regie-Assistentin war im vergangenen Herbst Gast in Günther Jauchs ultimativer Quizshow „Wer wird Millionär“ und was soll man sagen? Sie ist kläglich gescheitert und hat den Heimweg mit 1.000 Mark angetreten und diese hat sich die junge Dame bereits hart erkämpft.

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