Moonlight Mile (VHS) Testbericht

Moonlight-mile-vhs-drama
ab 21,47
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Erfahrungsbericht von Marc12

Trauer mit dem Fast-Schwiegersohn

Pro:

Dustin Hoffman im TOP Form

Kontra:

ein klein wenig zu lang geraten

Empfehlung:

Ja

- - - Z u m F i l m - - -

Wir befinden uns in Cape Anne, einer Kleinstadt in Massachusetts im Jahr 1973. Diane ist die Verlobte von Joe Nast. Drei Tage vor ihrer geplanten Hochzeit wird Diane Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens. Bei der Trauerfeier muss Joe in die Rolle des Ehemannes schlüpfen, welcher er nie gewesen ist. Als perfekter beinahe Schwiegersohn von Ben und Jojo, versucht er pflichtbewusst seine Aufgaben zu erfüllen. Er bleibt im Haus seiner fast Schwiegereltern wohnen und wird wie vorher abgemacht Teilhaber in Bens Firma. Joe gewinnt immer mehr die Erkenntnis, dass dies Leben ihm nicht auf den Leib geschneidert wurde. Als Joe die Hochzeitseinladungen wieder von der Post abholen soll, trifft er die Postangestellte Bertie Knox. Der Freund von Bertie ist schon seit Jahren als vermisst gemeldet, nachdem er in den Vietnam Krieg gezogen ist. Nun verwaltet die junge Frau die Bar ihres Freundes, bis er eines Tages hoffentlich wieder kehrt. Langsam aber sicher verliebt sich Joe in Bertie. Doch gibt es da mehr als nur ein Problem. Zum einen will und kann er seine Schwiegereltern nicht verletzen und ihnen eine neue Freundin nach so kurzer Zeit vorstellen und auf der anderen Seite soll er die Bar von Berties Freund bekommen, damit dort ein Großhandel gebaut werden kann. Von diesem Geschäft hängt zum großen Teil der Erfolg der Firma von Ben und Joe ab. Als ob dies alles noch nicht zu viel wäre, gibt es da noch ein Geheimnis, welches schwer auf seinem Herzen liegt. In gewisser Hinsicht ist Joe sogar Schuld für den Tod seiner Verlobten.

- - - D a r s t e l l e r- - -

Jake Gyllenhaal - Joe Nast
Dustin Hoffman - Ben Floss
Susan Sarandon - Jojo Floss
Holly Hunter - Mona Camp
Ellen Pompeo - Bertie Knox

- - - F i l m s t a b - - -

Regie: Brad Silberling
Produzenten: Brad Silberling
Drehbuch: Brad Silberling
Filmmusik: Mark Isham
Kamera: Phedon Papamichael

- - - w e i t e r e I n f o s - - -

US-Titel: Moonlight Mile
Genre: Drama
Land: USA
Jahr: 2002
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

- - - M e i n e M e i n u n g - - -

Um das Thema Tod, wird im Filmgeschäft normalerweise ein großer Bogen gemacht. Es sei denn, jemand wird einfach über den Haufen geschossen. Regisseur Brad Silberling stellt sich diesem Themenkreis. Schon im Film „Stadt der Engel“ von 1997 hat sich Silberling mit dem Tod auseinandergesetzt.
„Moonlight Mile“ beschäftigt sich damit, wie Menschen mit dem Tod einer geliebten Person umgehen. Diesmal auf einer ganz bodenständigen Art und Weise.
Selbst Menschen, die nah am Wasser gebaut haben, brauchen keine Angst zu haben, das ihr Taschentuchverbrauch ins endlose steigt. Silberling ist es gelungen diese sentimentale Geschichte in einem unbeschwerten Tonfall zu leiten. Überraschend aber sehr gelungen ist die gute Priese Humor, die diesem Film dann und wann mal ereilt. Ein Beispiel für diesen Humor mag die Szene sein, in der Jojo sich über die Beleidsgeschenke aufregt und sie im Kamin verbrennt. Zwar spiegelt sich hier auch Trauerarbeit wieder, doch ist diese wahrlich nicht zum weinen.
In einem Film mit diesem Themengebiet ist es wohl am wichtigsten, dass man die richtigen Schauspieler für die einzelnen Charaktere bekommt. Hier hat man wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Sehr gut ist auch gelungen allen wichtigen Charakteren die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Egal ob es nun der ehemalige Verlobte oder die trauernden Eltern sind. Im Grunde spielen Dustin Hoffman und Susan Sarandon nur eine Hintergrundhandlung, als Eltern, da die Geschichte um Joe verläuft, doch stechen sie nicht nur durch ihre schauspielerische Leistung heraus, sondern werden in der Geschichte richtig eingearbeitet. Ein ganz besonderes Kompliment möchte ich Dustin Hoffman machen. In diesem Film schließt er endlich wieder an seine Leistungen vergangener Tage an und beweißt, warum er ein richtiger Star in Hollywood ist. Holly Hunter spielt ihre Rolle ebenfalls mit sehr viel Leidenschaft und wird schnell zu einem Liebling in diesem Film.
„Moonlight Mile“ versucht mit Gefühlen zu arbeiten. Der Tod geht jeden Menschen wahrscheinlich etwas anders an die Nieren. Der eine schöpft durch den Tod eines Menschen neue Energie und vertieft sich noch mehr in die Arbeit, ein anderer Mensch wird unausstehlich und fängt mit alten Lastern wieder an. Genau darauf wird immer wieder in diesem Film eingegangen, aber nur im Hintergrund behandelt. Somit steht vor allem eine tragische Liebesgeschichte, die immer wieder überraschende Wendungen nimmt. Im Laufe des Films werden wir zwar nicht richtig aufgeklärt warum Diane erschossen wurde, aber wie erfahren, wie es zu dieser Situation gekommen ist.
Dieser Film erhält von mir zwar den Daumen nach oben, doch ist er etwas angewinkelt. Keine Frage, dass der Film gut geworden ist, doch leider reißt er einen nicht die volle Zeit wirklich mit. Es gibt ein paar Phasen in denen die Story scheinbar nicht weiter kommt. Dadurch scheint der Film etwas in die Länge gezogen zu sein. Da die Schauspieler aber eine großartige Vorstellung abliefern und auch die Story in 98% wunderbar dargestellt ist, sollte man sich den Film mal gönnen.

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