Payback - Zahltag (DVD) Testbericht

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ab 8,94
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Erfahrungsbericht von wildheart

Pay or die

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Brian Helgelands Regiedebut – er schrieb u.a. am Drehbuch zu „L.A. Confidential“ mit – über einen Killer und Dieb, der gegen ein Gangstersyndikat kämpft, um ihm abgegaunerte 70.000 Dollar zurückzubekommen, ist vor allem eine Bühne für Mel Gibson. Kaum ein anderer Mime ist denkbar, der die Rolle des Porter hätte besser ausfüllen können. Der Film basiert auf einem Roman von Donald E. Westlake („The Hunter“), der schon John Boormans „Point Blank“ (1967) inspirierte.

Inhalt
Porter (Mel Gibson) und sein sadistischer Kompagnon Val Resnick (Gregg Henry) haben mit Hilfe von Porters drogenabhängiger Frau Lynn (Deborah Unger) 140.000 Dollar erbeutet. Val allerdings spielt falsch. Er hatte Lynn von einer Affäre Porters mit der Prostituierten Rosie (Maria Bello) erzählt. Lynn schießt nach dem gelungenen Coup ihren Mann aus Rache nieder und Val entkommt mit dem ganzen Geld. Fünf Monate später ist Porter wieder auf den Beinen und hat nur eines im Sinn: Er will seinen Anteil am Raub zurück und Val töten.

Lynn ist kurze Zeit darauf tot. Überdosis? Mord? Die beiden korrupten Polizisten Hicks und Leary jedenfalls (Bill Duke, Jack Conley) erpressen Porter: Entweder er besorgt ihnen bei dem Verbrechersyndikat, bei dem sich Val mit der Beute eingekauft hatte, eine hübsche Summe Geld oder sie nehmen ihn wegen des Todes von Lynn fest. Über einen Drogendealer namens Stegman (David Paymer) und seine Ex-Geliebte Rosie kommt Porter an Val Resnick heran. Rosie, die Porter noch immer liebt, ist die einzige, die ihn bei seinem Versuch unterstützt, das Geld wiederzubekommen. Porter steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er hat nicht nur die beiden Cops im Nacken, „wie Läuse im Pelz“, sondern auch Carter (William Devane), Fairfax (James Coburn) und Bronson (Kris Kristofferson) und deren Aufpasser vom Syndikat. Nicht nur das. Val bedient sich zu seinem Schutz der Domina Pearl (Lucy Liu) und ihrer wenig zimperlichen Männer ...

Inszenierung
Düster geht es zu in Helgelands Film noir, der allerdings stark von Hollywood-eigenen Mechanismen des Kriminalfilms geprägt ist. Der Held, irgendwo zwischen Bogart, Pacino und de Niro, ist ein eiskalter Killer, wenn es um seinen Job geht. Mel Gibson ist neben Maria Bello der einzige Sympathieträger in einer kriminellen Umgebung, in der uns etliche Figuren vorgeführt werden, die den Streifen zu einer spannenden und kurzweiligen Unterhaltung werden lassen. Gibson spielt einen einsamen Wolf, der nur, wenn es nicht anders geht, sich der Hilfe anderer bedient. Mitglied eines Verbrechersyndikats zu sein, käme für diesen Porter einer Selbstaufgabe gleich. Deshalb fällt es ihm umso leichter, das Syndikat auffliegen zu lassen, in dem sich Resnick mit dem erbeuteten Geld eingekauft hat. Porter liebt Rosie, die Prostituierte, die sich als Angestellte des Syndikats an gut zahlende Männer verkauft. Vice versa. Beide hatten bislang nicht den Mut, aus der Szenerie auszusteigen. Jetzt eröffnet sich eine Chance. Das Spiel zwischen Rache und Hoffnung auf ein anderes Leben lässt uns zusätzlich die Daumen für Porter und Rosie drücken.

Man steht natürlich auf seiten des Killers, ohne sein Handeln gutheißen zu müssen. Vor allem die Perspektive eines Ausstiegs Porters mit Rosie aus dem Milieu trägt dazu bei. Und unsympathische Ganoven sind mehr als genug vorhanden, von denen man sich abgrenzen kann, um mit Porter zu zittern. Gregg Henry spielt einen sadistischen Killer, der zugleich Freuden empfindet, wenn ihn die Prostituierte Pearl mit der Peitsche oder anderen Utensilien „verwöhnt“. Seine Rolle erinnert manchmal an Dennis Hoppers Frank Booth in „Blue Velvet“ (1986), auch wenn Henry nicht immer an Hoppers Schauspielkunst herankommt und Hopper sicherlich keinen masochistisch veranlagten Killer spielte. William Devane und Kris Kristofferson spielen skrupellose Syndikats-Bosse, deren Charaktere allerdings arg den üblichen Klischees solcher Rollen angepasst sind. Ähnliches gilt für Bill Duke und Jack Conley als korrupte Cops, wie man sie schon hundertfach gesehen hat, und auch Lucy Liu als leicht over-the-top-S&M-Prostituierte. Andererseits stört dies nur wenig, da Helgeland mit einigen Überraschungen aufwarten kann. Wir erleben gescheiterte und geglückte Bombenattentate, eine Folterszene, eine Hinrichtung und einen Showdown der nochmals Spannung bringt.

Fazit
Action bietet „Payback“ genug, Spannung ebenso. Vor allem Mel Gibson und Gregg Henry, aber auch Maria Bello bieten gute Leistungen. Die Geschichte, die Helgeland erzählt, hat mehr Niveau als vergleichbare Filme: ein böser Bube will mit bösen Mitteln aus dem Milieu. Man sympathisiert mit seinem Ziel und kann seine Mittel bis zu einem gewissen Grad verstehen, wenn auch nicht entschuldigen. „Payback“ ist summa summarum spannende Unterhaltungskost für die, die das Genre mögen. That’s all about it.

Wertung: 8,5 von 10 Punkten.

Payback – Zahltag
(Payback)
USA 1999, 100 Minuten
Regie: Brian Helgeland

Drehbuch: Terry Hayes, Brian Helgeland, nach dem Roman „The Hunter“ von Donald E. Westlake
Musik: Chris Boardman
Director of Photography: Ericson Core
Schnitt: Kevin Stitt
Produktionsdesign: Richard Hoover, Troy Sizemore, Sandy Struth
Hauptdarsteller: Mel Gibson (Porter), Gregg Henry (Val Resnick), Maria Bello (Rosie), David Paymer (Arthur Stegman), Bill Duke (Detective Hicks), Jack Conley (Detective Leary), Deborah Unger (Lynn Porter), John Glover (Phil), William Devane (Carter), Lucy Liu (Pearl), Kris Kristofferson (Bronson), James Coburn (Fairfax)

Internet Movie Database:
http://german.imdb.com/title/tt0120784

Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (3 von 4 Punkten):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1999/02/020503.html

„Movie Reviews“ (James Berardinelli) (3 von 4 Punkten):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/p/payback.html


© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de

28 Bewertungen, 1 Kommentar

  • XXLALF

    12.03.2012, 23:37 Uhr von XXLALF
    Bewertung: besonders wertvoll

    dein bericht gefällt mir sehr gut, nur der film...ich weiß nicht. beha auf jedenfall und ganz liebe grüße