Roter Drache (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von IvoryB
Hannibal endlich wieder BÖSE !!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich hatte riesige Erwartungen, denn es wurde ja wirklich viel Aufhebens um diesen Film gemacht. Tausend Reportagen, Making-offs auf jedem Programm und Interviews mit jedem Schauspieler wo man nur hinsah und hinhörte.
Ich kannte das Original, das ich vor einiger Zeit im Fernsehen gesehen habe und dachte mir, hey, den schaust Du Dir auf jeden Fall im Kino an ... und genau das habe ich gestern getan und direkt heute möchte ich davon berichten.
Ganz kurzer Inhalt:
Einige Jahre ist es her, dass FBI-Agent Will Graham (Edward Norton) Hannibal Lecter, den Kannibalen hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Bei diesem Einsatz wäre er auch fast selbst Opfer des Kannibalen geworden, nur durch Glück konnte Graham Lecter entkommen, dabei wurde er allerdings schwer verwundet und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus.
Nach seinem Krankenhausaufenthalt quittierte Graham den Dienst.
Wieder treibt ein Serienkiller sein Unwesen, er tötet ganze Familien und das FBI ist ratlos. Noch einmal muss Graham ran, denn durch Lecter hat Graham das meiste Fachwissen. Nur widerwillig lässt er sich reaktivieren nimmt die Ermittlungen auf.
Und wie auch beim „Schweigen der Lämmer“, der Nachfolgefilm muss Graham auf die mentale Unterstützung seines einstigen Widersachers zurückgreifen, er muss dem Mann gegenübertreten der ihn vor Jahren fast getötet hat, denn wer könnte sich besser in das Gehirn eines Serienmörders hineinversetzen als Hannibal Lector und die Suche beginnt.
Meine Meinung zu diesem Film ist ein wenig geteilt. Die Story ist sehr gut und läßt einiges erwarten. Der Film beginnt spannend mit der Überwältigung von Lecter durch Will Graham, mit einigen Rückblicken wird danach der Krankenhausaufenthalt von Graham verfolgt, so dass der Einblick in die mentale Verfassung Grahams gewährleistet ist und man versteht was es Graham für eine Überwindung kosten muss Hannibal noch einmal gegenüber zu treten.
Allerdings finde ich auch, dass der Film sich ein wenig zieht. Der „Rote Drache“ wie sich der Serienmörder selbst nennt, dargestellt von Ralph Fiennes ist ein psychisch völlig gestörter Mann mittleren Alters, der sich durch eine Hasenscharte entstellt fühlt und durch seine grausame Kindheit nicht mehr fähig ist ein normales Leben zu führen. Er ist fest davon überzeugt, dass er wenn er nur genug Menschen opfert er auferstehen wird als sein Idol: Der „Rote Drache“!
Erstes Manko des Films ist für mich, dass Ralph Fiennes alles andere als ein hässlicher Mensch ist, die relativ kleine Narbe an seiner Oberlippe kann man meines Erachtens nicht wirklich als Hasenschartenoperation hinnehmen und entstellt das Gesicht in keinster Weise. Man kann also nicht wirklich verstehen warum dieser Mann mit seinem Aussehen so ein erhebliches Problem hat, dass er keinen einzigen heilen Spiegel in seinem Haus hat.
„Roter Drache“ ist nicht wirklich ein Actionfilm, er ist eher einer dieser düsteren schwermütigen Filme, die auf durchdachte Dialoge aufbauen und von der phantastischen Darstellung der Schauspieler abhängig sind. Bei denen man bei den Gesprächen der Personen eine Gänsehaut bekommt weil jeder Satz eine versteckte Anspielung ist.
Hat man „Schweigen der Lämmer“ und auch „Hannibal“ gesehen traut man Lecter nicht mehr wirklich zu bösartig zu sein. Gut, er tötet Menschen, aber zu Starling war er ja geradezu butterweich und hackte sich sogar für sie die Hand ab, was für mich den letzten Film der Triologie „Hannibal“ nicht glaubwürdiger machte. Davon abgesehen fand ich diesen Film so oder so misslungen. Jodie Foster fehlte und überhaupt ... aber das tut hier nicht zur Sache.
In „Roter Drache“ allerdings gibt sich Lecter endlich nicht mehr als der sanfte Killer, der doch zu Mitgefühl fähig ist, er ist und spielt den überaus intelligenten Kannibalen der Menschen mit seinen Frage-Antwort-Spielchen verunsichert und dessen Aura einfach unmenschlich gefährlich ist.
Auch als Kinobesucher fühlt man sich mehr als unwohl wenn man Hannibal in die Augen schaut.
Zu den Schauspielern kann ich sagen, dass sie alle durch die Bank weg überzeugen. Edward Norton, als der Profiler Graham, den ich bereits aus Fight Club und History X in guter Erinnerung behalten habe spielt seine Rolle als den etwas ängstlichen geplagten Graham phantastisch.
Zu Anthony Hopkins ist mal wieder zu sagen: Hannibal ist und bleibt seine Paraderolle. Seine Mimik, seine Gestiken sind einfach mehr als überzeugend. Bei Großaufnahmen erfährt man als Zuschauer tatsächlich diese beängstigende Atmosphäre, die Lecter umgibt.
Ralph Fiennes, den ich aus „Der englische Patient“ her kenne passt schauspielerisch auch in die Rolle des Psychopaten Mr. D., aber wie schon erwähnt finde ich ihn noch zu gutaussehend.
Emily Watson, als Mr. D.´s blinde Bekanntschaft, die ihn erstlich aufrüttelt und verunsichert ist mir völlig unbekannt. Aber auch sie überzeugt in ihrer Rolle als unwissende Freundin des Serienmörders.
Harvey Keitel hat eine nicht sehr aufregende Rolle, er begleitet Graham als sein ehemaliger Vorgesetzter und Beauftragter des Falles und unterstützt ihn bei seinen Ermittlungen.
Alles in allem kann ich sagen, dass dieser Film durchaus sehenswert ist. Zwei meiner Freunde die gestern mit waren, waren allerdings weniger überzeugt, sie fanden ihn langatmig und es passierte ihnen zu wenig.
Auch „Roter Drache“ kommt meines Erachtens allerdings nicht an „Schweigen der Lämmer“ heran, auch wenn es im Grunde genommen der erste Film dieser Serie ist. Es fehlt hier einfach dieses Grauen und die namenlose Spannung die das „Schweigen der Lämmer“ hervorgerufen hat.
Besser als „Hannibal“ ist „Roter Drache“ allerdings allemale, aber das ist auch nicht weiter schwierig, denn enttäuschender kann ein Hannibal Lecter Film nicht sein.
Da Hannibal aber auch nach drei Filmen noch am Leben ist kann ich nur hoffen, dass diese Triologie nicht durch noch mehr Fortsetzungen alias „Freddy Kruger“ oder „Halloween“ verschandelt wird. Ich für meinen Teil finde, dass drei reichen, jeder weitere Teil würde den Zauber den Hannibal Lecter umgibt vollends zerstören.
So, danke fürs Lesen und Kommentieren,
Eure Ivory
Ich kannte das Original, das ich vor einiger Zeit im Fernsehen gesehen habe und dachte mir, hey, den schaust Du Dir auf jeden Fall im Kino an ... und genau das habe ich gestern getan und direkt heute möchte ich davon berichten.
Ganz kurzer Inhalt:
Einige Jahre ist es her, dass FBI-Agent Will Graham (Edward Norton) Hannibal Lecter, den Kannibalen hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Bei diesem Einsatz wäre er auch fast selbst Opfer des Kannibalen geworden, nur durch Glück konnte Graham Lecter entkommen, dabei wurde er allerdings schwer verwundet und verbrachte einige Zeit im Krankenhaus.
Nach seinem Krankenhausaufenthalt quittierte Graham den Dienst.
Wieder treibt ein Serienkiller sein Unwesen, er tötet ganze Familien und das FBI ist ratlos. Noch einmal muss Graham ran, denn durch Lecter hat Graham das meiste Fachwissen. Nur widerwillig lässt er sich reaktivieren nimmt die Ermittlungen auf.
Und wie auch beim „Schweigen der Lämmer“, der Nachfolgefilm muss Graham auf die mentale Unterstützung seines einstigen Widersachers zurückgreifen, er muss dem Mann gegenübertreten der ihn vor Jahren fast getötet hat, denn wer könnte sich besser in das Gehirn eines Serienmörders hineinversetzen als Hannibal Lector und die Suche beginnt.
Meine Meinung zu diesem Film ist ein wenig geteilt. Die Story ist sehr gut und läßt einiges erwarten. Der Film beginnt spannend mit der Überwältigung von Lecter durch Will Graham, mit einigen Rückblicken wird danach der Krankenhausaufenthalt von Graham verfolgt, so dass der Einblick in die mentale Verfassung Grahams gewährleistet ist und man versteht was es Graham für eine Überwindung kosten muss Hannibal noch einmal gegenüber zu treten.
Allerdings finde ich auch, dass der Film sich ein wenig zieht. Der „Rote Drache“ wie sich der Serienmörder selbst nennt, dargestellt von Ralph Fiennes ist ein psychisch völlig gestörter Mann mittleren Alters, der sich durch eine Hasenscharte entstellt fühlt und durch seine grausame Kindheit nicht mehr fähig ist ein normales Leben zu führen. Er ist fest davon überzeugt, dass er wenn er nur genug Menschen opfert er auferstehen wird als sein Idol: Der „Rote Drache“!
Erstes Manko des Films ist für mich, dass Ralph Fiennes alles andere als ein hässlicher Mensch ist, die relativ kleine Narbe an seiner Oberlippe kann man meines Erachtens nicht wirklich als Hasenschartenoperation hinnehmen und entstellt das Gesicht in keinster Weise. Man kann also nicht wirklich verstehen warum dieser Mann mit seinem Aussehen so ein erhebliches Problem hat, dass er keinen einzigen heilen Spiegel in seinem Haus hat.
„Roter Drache“ ist nicht wirklich ein Actionfilm, er ist eher einer dieser düsteren schwermütigen Filme, die auf durchdachte Dialoge aufbauen und von der phantastischen Darstellung der Schauspieler abhängig sind. Bei denen man bei den Gesprächen der Personen eine Gänsehaut bekommt weil jeder Satz eine versteckte Anspielung ist.
Hat man „Schweigen der Lämmer“ und auch „Hannibal“ gesehen traut man Lecter nicht mehr wirklich zu bösartig zu sein. Gut, er tötet Menschen, aber zu Starling war er ja geradezu butterweich und hackte sich sogar für sie die Hand ab, was für mich den letzten Film der Triologie „Hannibal“ nicht glaubwürdiger machte. Davon abgesehen fand ich diesen Film so oder so misslungen. Jodie Foster fehlte und überhaupt ... aber das tut hier nicht zur Sache.
In „Roter Drache“ allerdings gibt sich Lecter endlich nicht mehr als der sanfte Killer, der doch zu Mitgefühl fähig ist, er ist und spielt den überaus intelligenten Kannibalen der Menschen mit seinen Frage-Antwort-Spielchen verunsichert und dessen Aura einfach unmenschlich gefährlich ist.
Auch als Kinobesucher fühlt man sich mehr als unwohl wenn man Hannibal in die Augen schaut.
Zu den Schauspielern kann ich sagen, dass sie alle durch die Bank weg überzeugen. Edward Norton, als der Profiler Graham, den ich bereits aus Fight Club und History X in guter Erinnerung behalten habe spielt seine Rolle als den etwas ängstlichen geplagten Graham phantastisch.
Zu Anthony Hopkins ist mal wieder zu sagen: Hannibal ist und bleibt seine Paraderolle. Seine Mimik, seine Gestiken sind einfach mehr als überzeugend. Bei Großaufnahmen erfährt man als Zuschauer tatsächlich diese beängstigende Atmosphäre, die Lecter umgibt.
Ralph Fiennes, den ich aus „Der englische Patient“ her kenne passt schauspielerisch auch in die Rolle des Psychopaten Mr. D., aber wie schon erwähnt finde ich ihn noch zu gutaussehend.
Emily Watson, als Mr. D.´s blinde Bekanntschaft, die ihn erstlich aufrüttelt und verunsichert ist mir völlig unbekannt. Aber auch sie überzeugt in ihrer Rolle als unwissende Freundin des Serienmörders.
Harvey Keitel hat eine nicht sehr aufregende Rolle, er begleitet Graham als sein ehemaliger Vorgesetzter und Beauftragter des Falles und unterstützt ihn bei seinen Ermittlungen.
Alles in allem kann ich sagen, dass dieser Film durchaus sehenswert ist. Zwei meiner Freunde die gestern mit waren, waren allerdings weniger überzeugt, sie fanden ihn langatmig und es passierte ihnen zu wenig.
Auch „Roter Drache“ kommt meines Erachtens allerdings nicht an „Schweigen der Lämmer“ heran, auch wenn es im Grunde genommen der erste Film dieser Serie ist. Es fehlt hier einfach dieses Grauen und die namenlose Spannung die das „Schweigen der Lämmer“ hervorgerufen hat.
Besser als „Hannibal“ ist „Roter Drache“ allerdings allemale, aber das ist auch nicht weiter schwierig, denn enttäuschender kann ein Hannibal Lecter Film nicht sein.
Da Hannibal aber auch nach drei Filmen noch am Leben ist kann ich nur hoffen, dass diese Triologie nicht durch noch mehr Fortsetzungen alias „Freddy Kruger“ oder „Halloween“ verschandelt wird. Ich für meinen Teil finde, dass drei reichen, jeder weitere Teil würde den Zauber den Hannibal Lecter umgibt vollends zerstören.
So, danke fürs Lesen und Kommentieren,
Eure Ivory
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