Roter Drache (VHS) Testbericht

Roter-drache-vhs-thriller
ab 16,66
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(15)
4 Sterne
(15)
3 Sterne
(7)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Gaja82

"Ich habe dich durchschaut"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Oh mein Gott, ich habe es getan!
Ich wollte gestern abend unbedingt, mehr oder weniger aus Langeweile, ins Kino und schnappte mir so meinen Freund.
Im Kino angekommen siegte, wie schon so oft beschrieben, seine Wahl und wir gingen in
„Roter Drache“.
Eigentlich wollte ich gar nicht in den Film, denn nachdem ich letztes Jahr Hannibal im Kino gesehen hatte, und den total bescheiden fand, nahm ich mir vor von dieser Trilogie Abstand zu halten. Wie ihr seht konnte ich dem Schicksal nicht entkommen :-)
Ich muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war, aber dazu später mehr.

Der Inhalt:
Wie auch in den beiden anderen Teilen (Hannibal und Das Schweigen der Lämmer) spielt hier Anthony Hopkins den Kannibalen Dr. Lecter. Dieser steht zu Beginn des Filmes dem FBI-Agenten Will Graham zur Seite, der einen Mörder sucht. Als er Dr. Lecter eines Abends besucht findet er durch einen Zufall heraus, dass es sich bei seinem Berater um den gesuchten Menschenfresser handelt. Lecter versucht Graham zu töten, doch dies misslingt ihm knapp. Beide tragen Verletzungen und unschöne Narben von dem Kampf davon. Graham machen aber die seelischen narben mehr zu schaffen als die riesen Narbe an seinem Bauch.
Der ebenfalls schwerverletzte Dr. Lecter wird nach dieser Begebenheit verhaftet und lebt daraufhin unter extremen Umständen in einer Anstalt.

Will kehrt dem FBI-Leben den Rücken und zieht mit seiner Frau und seinem Sohn aufs Land. Er verbringt seine Zeit dort mit dem reparieren von Schiffsmotoren, bis eines Tages ein FBI-Agent vor seiner Tür steht und ihn bittet zumindest kurzfristig in den alten Beruf zurückzukehren um Morde zu klären. Will fällt dies sehr schwer, denn er leidet immer noch unter dem Mordanschlag auf ihn und will seine Familie ungern zurücklassen. Doch er tut es und geht den Morden nach.
Er nimmt seine alte Fähigkeit wieder auf und versetzt sich in den Mörder. Er kann denken wie der Mörder und kommt ihm so immer näher. Doch so ganz kann es ihm nicht gelingen und so wendet er sich unter quälender Angst an den inhaftierten Kannibalen Hannibal Lecter, der ihm bei den Ermittlungen helfen soll. Lecter bekommt Einsicht in die Akten und nimmt heimlich Kontakt mit dem Mörder auf. Er verlangt von dem Killer Graham und seine Familie zu töten. Anfangs bekommt das FBI davon nichts mit, doch im letzten Moment gelingt es ihnen doch noch die Familie zu retten und sicher unterzubringen. Graham, der schon so in den Fall vertieft ist, hört nicht auf zu ermitteln und nimmt die Spur nach dem Killer wieder auf, obwohl er nicht mehr so auf die Hilfe von Dr. Lecter bauen kann.

Neben diesen Handlungen um Will Graham und Hannibal Lecter lernen wir den Mörder, Francis Dolarhyde, kennen. Dieser sucht sich Frauen aus, verstümmelt ihre Familien und vergreift sich an den toten Frauen, nachdem er ihnen Spiegelsplitter in die Augenhöhlen gesetzt hat. Er geht immer nach der selben Masche vor und Graham kann seine Gedanken und Hintergründe erahnen.
Der Mörder ist wahnsinnig. Er hat seinen ganzen Rücken mit einer Art Drachenmensch tätowiert, den er anbetet und nach seinen Regeln und Befehlen lebt. An seiner Arbeit, bei der er als beliebter Mitarbeiter gilt, freundet er sich mit der blinden Reba an. Die beiden kommen sich schnell näher. Beiden tut der Kontakt gut. Der Killer, der bisher mit seinem Aussehen zu kämpfen hatte, lernt geliebt zu werden und ist zwischen seiner guten und seiner bösen Welt hin und hergerissen. In ihm verlangt das Böse die Frau zu töten. Er aber versucht seine neue Liebe zu retten und will sich daher umbringen, doch er kann nicht.

Als Graham sich dem Mörder immer mehr nähert bekommt dieser Panik und entführt seine Angebetete in sein Haus.

Für alle, die das Ende nicht mitbekommen möchten, sollte hier Schluss sein.

Er will, um dem Bösen in ihm zu entkommen, sich und seine Herzensdame in dem Haus verbrennen. Sie bekommt Panik und fleht ihn an sie gehen zu lassen, sie zu retten. Das Haus brennt und die blinde Frau scheint hilflos und es kommt zu einem Zwiespalt der Gefühle zwischen den beiden und Dolarhyde erschießt sich mit einer Schrotflinte. Reba erinnert sich an den Weg aus dem Haus und verlässt dieses im letzten Moment.
Zu diesem Zeitpunkt erreicht das FBI mit Graham das brennende Haus, da sie durch die Arbeitsstelle des Mörders an die Adresse gekommen sind. Das Haus explodiert, der Mörder ist tot.

Graham zieht mit seiner Familie wieder zurück in die Einsamkeit.
Während er einen gemütlichen Abend mit seiner Familie verbringt, untersucht das FBI die verbrannten Knochen aus dem Haus. Und was stellen sie fest? Natürlich. Die Knochen gehören nicht zu dem gefürchteten Killer. Sie versuchen sofort Graham zu erreichen, doch es ist zu spät. Als Will in sein Haus geht findet er den Killer, der Will’s Sohn bedroht. Will setzt auf die Psyche und putzt den Killer seelisch so nieder, bis dieser von dem Jungen ablässt und sich auf Will stürzt. Es kommt zu einem Kampf, bei dem beide durch Schusswunden stark verletzt werden. Doch Wills Frau beendet das Grauen und erschießt den Mörder.

Die Familie startet wieder einen neuen Lebensabschnitt und verlässt ihre Heimat per Schiff in die Ruhe.


Die Schauspieler:
Dr. Lecter – Anthony Hopkins
Will Graham – Edward Norton
FBI-Chef-Ermittler Jack Crawford – Harvey Keitel
Francis Dolarhyde (Zahnfee genannt) – Ralph Fiennes
Reba – Emily Watson

Die Schauspieler waren mehr als überzeugend. Jeder spielte seine Rolle perfekt. Gerade Edward Norton, bekannt aus „Fight Club“, gefällt mir in seiner Rolle besonders gut. Dieser ehemalige Agent, der eigentlich nichts mehr mit seinem alten Job zu tun haben möchte, überwindet seine Angst vor seinem Mörder und versetzt sich in die Lage von Dolarhyde. Klasse.
Anthony Hopkins ist der alte Psychopath. Wie eh und je. Eine bessere Besetzung für diese Rolle kann ich mir gar nicht denken. Auch der Mörder wird brillant verkörpert.

Weitere Informationen gibt es unter www.reddragonmovie.com

Mein Fazit:
An sich war ich enttäuscht von dem Film. Ich hatte von so vielen gehört, dass dieser Film so brutal sein soll und wirklich schlimm wäre. Aber dem war nicht so, was mir ja sehr gelegen kam, denn diese Blut-Szenen sind nicht so meins.
Aber gerade die erste Hälfte des Filmes kam mir sehr langweilig vor. Es ist zwar sehr, sehr interessant, wie Graham immer mehr auf die Spur des Mörders kommt und seine Gedanken kennenlernt. Aber so wirklich viel passiert nicht.
In der zweiten Hälfte kommt dann ein wenig mehr Action und es wird auch recht spannend.
Ich kann den Film schon weiterempfehlen, allerdings kann man auch ruhig warten bis es den Streifen in der Videothek gibt, oder wenn im Kino mal Half-Price-Day ist. DA geht mehr an Spannung.
Aber interessant ist er wie gesagt allemal.
Brett Ratner, der Regisseur, bringt diesen Thriller perfekt rüber. Es müssen nicht immer Blutszenen sein, die einen Film gut machen.
Wie in jedem Film, der an die Psyche geht, macht hier die Musik eine Menge aus. Die einzelnen Szenen werden durch sie perfekt untermalt und machen die Geschehnisse noch spannender.
Besonders gut fand ich auch die Liebesszenen zwischen dem Mörder und Reba. Der Zwiespalt des Killers wurde so perfekt zum Ausdruck gebracht. Schade, dass es für die beiden kein Happy End gab.

Ich vergebe hier 3 Punkte. Es war einfach nichts Besonderes, aber sehenswert. Ich habe mehr erwartet, war aber andererseits beruhigt, das der Abend für meine Nerven so ruhig ausging.

Viel Spaß!

16 Bewertungen